ADAC Umfrage: 17 Millionen Deutsche sind Camper

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Von Andrea Steichele-Biskup

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Zwei Pärchen welche am Meer mit Wohnmobil campen
Naturnah entspannen: Jeder Vierte in Deutschland hat schon Campingurlaub gemacht oder plant das© iStock.com/AzmanL

Die Zahl der Camper in Deutschland wächst weiter: Jeder Vierte ist mit Wohnmobil, Caravan und Zelt unterwegs oder plant es – umgerechnet auf die Bevölkerung sind das 17 Millionen Menschen. Das zeigt eine ADAC Umfrage.

  • Zwei Millionen plus seit der letzten ADAC Umfrage

  • Starker Zuwachs bei Jüngeren, Vielfalt bei Camping-Arten

  • Topziele: Deutschland, Italien, Frankreich

Immer mehr Camper unter den Jüngeren

25 Prozent der deutschen Bevölkerung ab 16 Jahren – 4 Prozent mehr als bei der letzten ADAC Umfrage 2023 – sind Camperinnen und Camper. Sie haben in den vergangenen vier Jahren einen Campingurlaub mit mindestens drei Übernachtungen unternommen oder planen das in den nächsten zwei Jahren.

Hochgerechnet auf die Bevölkerungszahl umfasst die Camper-Gruppe also mittlerweile rund 17 Millionen Menschen und damit 2 Millionen mehr als 2023.

Noch höher als in der Gesamtbevölkerung liegt der Anteil der Camper unter ADAC Mitgliedern: 33 Prozent, auch das ein Anstieg um 4 Prozent gegenüber 2023.

Weiter gewachsen ist die Zahl der jüngeren Camper: In der Altersgruppe 16 bis 39 Jahre liegt der Anteil jetzt bei 39 Prozent (2023: 35 Prozent) und bei den 40- bis 59-Jährigen bei 26 Prozent (2023: 20 Prozent), also deutlich höher als im Segment über 60 Jahre mit unverändert 11 Prozent.

Auch der Anteil der Wiederholer nimmt zu: 15 Prozent haben bereits in den letzten vier Jahren einen Campingurlaub verbracht und planen dies in den nächsten zwei Jahren wieder (2023: 12 Prozent). Unter ADAC Mitgliedern steigt dieser Anteil von 17 auf 21 Prozent.

Camping-Arten von Wohnmobil bis Zelt

Ein breites Spektrum gibt es bei den Camping-Arten: Am häufigsten wird nach wie vor der Urlaub mit dem klassischen Wohnmobil unternommen, mittlerweile ebenso gefragt mit ebenfalls 28 Prozent sind die Ferien in Mobilheim, Bungalow, Hütte oder Chalet auf dem Campingplatz. Auf Platz 3 rangieren die Zeltcamper.

Beim Vergleich zwischen den bisherigen und den geplanten Urlaubsreisen ist der Zuwachs am stärksten bei den Wohnmobilen und den Mietunterkünften (von 28 auf 38 Prozent). Mehr Interesse in Zukunft verbuchen alle Camping-Arten, vom Urlaub mit dem Van über Wohnwagen und Zelt oder Dachzelt bis hin zu den trendigen Minicampern oder Klapp- und Faltanhängern.

Campingplätze bevorzugt

Mit großem Abstand bevorzugt wird weiterhin der Campingplatz als Übernachtungsadresse – sowohl bisher (81 Prozent) als auch künftig (76 Prozent).

Aber alternative Stellplatzoptionen werden immer gefragter: 29 Prozent (2023: 16 Prozent) nutzten Microcamping, das heißt meist kleine, einfache Stellplätze, die von Privatleuten gegen ein geringes Entgelt zur Verfügung gestellt werden. Das kann etwa auf dem Bauernhof und beim Winzer sein oder in der Nähe von Gastronomiebetrieben oder Freizeiteinrichtungen wie Erlebnisparks und Schwimmbädern. Künftig planen sogar 56 Prozent (2023: 30 Prozent) diese Form bei ihrem Hauptcampingurlaub.

Trend zum Übernachten in der Natur

Ein junges Paar welches in der Natur mit Zelt campt
Übernachten in der Natur ist bei Campern beliebt, aber nur auf dafür ausgewiesenen Flächen erlaubt© Shutterstock/Miljan Zivkovic

Gefragt wurde in der Studie auch generell nach Stellplätzen in der Natur ("Wildcampen"): Bei der Umfrage 2023 hatten 21 Prozent angegeben, dass sie solche Orte für ihren Hauptcampingurlaub genutzt haben. Künftig wollten das sogar 32 Prozent tun.

Tatsächlich in der freien Natur übernachtet haben dann aber doch nur 20 Prozent, wie die Befragung 2026 ergab. Für die Zukunft planen es auch jetzt wieder deutlich mehr Befragte: 30 Prozent.

Wildcampen: So ist die Rechtslage

Aber: Wildcampen, also Übernachten mit Zelt oder Fahrzeug in der freien Natur, im Wald oder auf öffentlichen Flächen außerhalb ausgewiesener Camping- oder Stellplätze, ist in Deutschland grundsätzlich nicht erlaubt, so ADAC Campingexperte Dominic Markert. In vielen Fällen wird es als Ordnungswidrigkeit mit Bußgeldern geahndet.

Übernachtungen sind nur zulässig, wo sie ausdrücklich vorgesehen oder erlaubt sind. Dazu zählen auch genehmigte Microcamping-Flächen auf privaten Grundstücken, beispielsweise auf Bauernhöfen oder bei Winzern. Voraussetzung ist stets eine ausdrückliche Zustimmung des Grundstückseigentümers.

Auch das Schlafen im Auto, Wohnmobil oder Camper ist grundsätzlich unzulässig, wenn es einem Freizeit- oder Aufenthaltszweck dient. Eine Ausnahme besteht nur, wenn eine kurzfristige Übernachtung ausschließlich der Wiederherstellung der Fahrtüchtigkeit dient, etwa bei plötzlicher Übermüdung während einer Fahrt. Dies begründet weder ein Recht auf Campen noch auf einen längeren Aufenthalt.

Im europäischen Ausland gibt es ebenfalls keine pauschale Erlaubnis zum Wildcampen oder zum Übernachten im Fahrzeug. Die rechtlichen Regelungen können sich von Land zu Land unterscheiden. Mehr Infos zum Thema freies Campen gibt es in den jeweiligen ADAC Länderinformationen unter der Rubrik "Fahrzeug" und "Campen".

Wildcampen auf legale Art

Legale Alternativen zum Wildcamping sind gefragt: Das Angebot an privaten naturnahen Stellplätzen ist in den letzten Jahren stark gewachsen. Tourismusregionen präsentieren Übernachtungsmöglichkeiten wie zum Beispiel Camping auf dem Bauernhof im Allgäu oder die "One-Night-Camps" im Schwarzwald. Speziell für Zeltcamper richten etwa Naturparke wie der Habichtswald in Nordhessen Trekkingplätze ein.

Für die Schaffung weiterer Wohnmobil-Stellplätze zur Übernachtung setzt sich der ADAC ein – bei Kommunen und Landkreisen sowie auf politischer Ebene. Zum Beispiel auch auf dem Caravan Salon in Düsseldorf, einer der weltgrößten Campingmessen, bei einem Stellplatztag mit Deutschem Tourismusverband (DTV) und Caravaning Industrie Verband Deutschland (CIVD).

Die Nähe zur Natur bleibt für Camper und Camperinnen wichtig: Für 84 Prozent ist das ein Reise-Motiv, gefolgt von Spontanität und Flexibilität beim Urlauben (80 Prozent) und Abenteuerlust (76 Prozent).

Top-Campingziele: Deutschland und Italien

Deutschland bleibt das Lieblingsziel der Campingurlauber und -urlauberinnen: 55 Prozent verreisen im eigenen Land. Bayern und Mecklenburg-Vorpommern werden dort am häufigsten angesteuert, gefolgt von Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Baden-Württemberg.

Nur 4 Prozent der Camper und Camperinnen wählen Ziele außerhalb Europas, die meisten davon Nordamerika.

In Europa (41 %Prozent) verteilen sich die Camper auf zahlreiche Destinationen: Italien führt die Hitliste an, gefolgt von Frankreich und den Niederlanden – jetzt auf Platz 3 vorgerückt, vor Schweden und Kroatien.

Ein Campingplatz in Italien am Gardasee
Sehnsuchtsziel für viele Camper aus Deutschland: Italien, zum Beispiel der Gardasee© IMAGO/Bihlmayerfotografie

Das zeigte auch eine Saisonanalyse vom ADAC Campingportal Pincamp: Während Südeuropa weiterhin den Großteil der deutschen Campingreisen auf sich vereint, gewinnen kühlere Reiseziele im Norden an Bedeutung.

Mehr Mietfahrzeuge und etwas längere Urlaube

Etwa die Hälfte der Befragten nutzt ein eigenes Camping-Fahrzeug. Der Anteil der Fahrzeuge zur Miete steigt leicht an: 40 Prozent der Reisemobilisten oder Caravaning-Nutzer greifen darauf zurück (2023 noch 35 Prozent).

Der ADAC hat Tipps zum Kauf eines gebrauchten Wohnmobils und zur privaten Vermietung.

Auch die Anzahl an Übernachtungen ist etwas gestiegen: Der Durchschnitt liegt jetzt bei 11,4 (2023: 10,9). Dabei übernachten die meisten Camper (47 Prozent) maximal 7 Nächte.

Wachsende Milliardenbranche: Camping-Budget gestiegen

Das Camping-Budget steigt leicht an: Für den Hauptcampingurlaub liegt es im Durchschnitt bei 910 Euro (2023: 850 Euro) pro Erwachsenem und 410 Euro (2023: 404 Euro) pro Kind unter 14 Jahren. Das bedeutet am Tag 102 Euro für einen Erwachsenen und 54 für ein Kind.

Als wachsende Milliardenbranche generiert Camping 43 Milliarden Euro Umsatz pro Jahr in Deutschland: 21 Milliarden im Tourismus, 14 Milliarden bei Herstellern und Zulieferern sowie 8 Milliarden Euro im Handel.

120.000 Beschäftigte und 7,35 Milliarden Euro Steuereffekt weist eine Bilanz außerdem aus, die der ADAC mit dem Bundesverband der Campingwirtschaft in Deutschland (BVCD), dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) und dem Deutschen Caravaning Handels-Verband (DCHV) zum Caravan Salon der Messe Düsseldorf erstellt hat.

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Camping Branchenbilanz
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Mehr Infos zur ADAC Camping-Umfrage

Für die Studie wurden im Zeitraum vom 29. Juni bis 7. Juli 2026 insgesamt 4371 Personen online befragt. Zur Camping-Zielgruppe gezählt wurden davon 1003 Menschen, die seit 2022 einen Campingurlaub mit mindestens drei Übernachtungen unternommen haben (keine Dauercamper) oder das in den nächsten zwei Jahren planen. Mit der Untersuchung beauftragte der ADAC das Institut Nordlight research aus Hilden in Nordrhein-Westfalen.

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