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Urlaub im Wohnmobil: Das müssen Einsteiger wissen

Camper im Kreisverkehr bei Aschau
Bilderbuch-Oberbayern: Aschau im Chiemgau ∙ © ADAC/Axel Griesch

Mit dem Wohnmobil zu verreisen, liegt voll im Trend. Für Neulinge gibt es aber einiges zu beachten. Mit unseren Tipps für Anfänger wird Ihre Camping-Tour sicher ein Erfolg – ob im eigenen oder im Miet-Reisemobil. Motorwelt-Redakteur Georg Zähringer hat's ausprobiert

  • Reisen mit Wohnmobil oder Wohnwagen boomt. Allein in Deutschland gibt es schätzungsweise 5 Millionen Camper

  • Ideal für Einsteiger: Erst einmal eine kleinere Tour mit dem Mietwohnmobil machen

  • Wer den Führerschein der alten Klasse 3 gemacht hat (evtl. umgeschrieben auf B plus C1), darf Wohnmobile bis 7,5 t fahren. Wer "nur" die neue Klasse B besitzt, lediglich Fahrzeuge bis 3,5 t Gewicht

Die Übergabe

Auf der Grundrisszeichnung sah das Mietwohnmobil der Kategorie "Harmony" kompakt und praktisch aus. Aber jetzt: "Das Ding ist ja riesig", sagt mein alter Freund Manfred, der mit auf die Anfänger-Tour geht. 6 Meter Länge, 2,20 Meter ­Breite und 2,80 Meter Höhe – das flößt Respekt ein.

"Halb so wild", beruhigt uns der Mitarbeiter der Mietstation iin der Nähe von München und zeigt im Crashkurs für Reisemobil-Anfänger, wie alles funktioniert: Gasflasche, Stromanschluss, Frisch- und Abwasser, Chemo-WC, Duschkabine, Bordküche, drehbare Sitze und Hub-Bett. Zudem erklärt er, wo man was am besten verstaut und die Beladung richtig sichert. Es soll ja während der Fahrt alles an Ort und Stelle bleiben.

Bei den Erklärungen zur Zentralsteuerung für Strom, Licht, Wasser, Heizung und Warmwasser höre ich nur halb hin. Das soll sich rächen. Manfred ist dafür sehr aufmerksam. Als Informatiker wird er das ­locker in den Griff kriegen. Wir sind schon oft ­gemeinsam auf Autotour unterwegs gewesen: Ich fahre, er navigiert und erledigt den Rest.

Das Beladen

Erstaunlich, wie viel campingtaug­liche Ausrüstung sich in einem ganz normalen Haushalt findet: Stühle und Tisch vom Balkon, Picknicksachen, Tupperware und tragbarer Isar-Grill, Faltbox, Spülschüssel. Unser Ziel, Kärnten, gilt wegen der vielen Seen ja als Badewanne Österreichs. Schwimmsachen und Luftmatratze dürfen also nicht fehlen.

Wir verstauen alles irgendwo, zurren größere Teile fest und packen die Mountainbikes auf den Fahrradträger. Unterwegs werden wir feststellen, dass eine durchdachte Verteilung auf die Fächer Vorteile hat: Wir fragen uns ständig, wo was ist. "Typischer Anfängerfehler", konstatiert Manfred.

Lebensmittel und Getränke wollen wir erst in Österreich, genauer in Tirol, kaufen. Das ist CO2-technisch besser und kommt meinem Faible für Produkte aus der ­Alpenrepublik entgegen: Vöslauer Wasser, Stiegl-Bier, Tiroler Speck und anderes verschwinden später im Bauch des Fahrzeugs.

TIPP:
In der ADAC Campingwelt finden Sie Tipps fürs richtige Beladen des Wohnmobils und einen Beladungsrechner

Packliste: Das müssen Sie mitnehmen
Papiere & DokumenteAusweis, Führerschein, Versicherungskarte, Auslandskrankenschutz, Kreditkarte, ADAC Mitgliedskarte, Vignette rechtzeitig kaufen nicht vergessen!
Medikamente, ReiseapothekeJe nach Bedarf, an Desinfektionsspray und Mückenschutz denken
HygieneartikelJe nach Bedarf, zusätzlich Toilettenpapier und Sonnenschutz
HaushaltsartikelTaschenmesser, Schere, Kerzen, Feuerzeug/Streichhözer, Taschenlampe, Outdoor-Lampe, Batterien, Geschirrspülmittel, Spülzubehör, Handwaschmittel, Müllbeutel, Wäscheleine, Gießkanne (fürs Zwischendurch-Auffüllen des Tanks), Gewebeband, Küchenrolle
KücheKoch- und Essgeschirr, Besteck, Korkenzieher, Flaschen- und Dosenöffner, Schneidebrett, Spülschüssel
Für draußenCampingtisch und -stühle, Grill & Grillzubehör, Luftmatratze, Arbeitshandschuhe
VerpflegungGrundnahrungsmittel, Konserven, Getränke, Snacks
ElektronikLadegeräte, Smartphone, Kamera, CEE-Stromkabel, Adapter, Kabeltrommel
Textilien, BettwäscheBequeme, leichte Kleidung, Fleece-Jacke o.ä. für Abends, Bettwäsche, Spannbettücher, Kissen, Decken, Handtücher

Das Fahren

Der Riese fährt sich super. Wir thronen wie in einem Lkw, haben den vollen Überblick, und über die Seitenspiegel sehe ich exakt, ob ich zu weit rechts oder links unterwegs bin. Aufpassen muss ich auch auf Höhenangaben bei Unterführungen, herausragende Markisen und Balkone, Dachvorsprünge und Äste, um Kratzer zu vermeiden.

Herz der "Harmony" ist ein Fiat Ducato. Sein kräftiger Motor brummt fröhlich, zieht gut – sogar bei der 15-Prozent-Steigung zwischen Greifenburg und Weißensee und den 36 Kehren der Großglockner Hochalpenstraße.

Wohnmobil-Fahren entschleunigt: Wir fließen im Verkehrsstrom auf der Autobahn mit, gondeln entspannt durchs Voralpenland, kurven lässig bei Sternekoch Heinz Winkler in Aschau um die Ecke. Und ganz toll ist, dass man bei jeder Pause einfach zum Kühlschrank gehen und sich ein Getränk oder ein Radl Jausenwurst nehmen kann. "Das ist kein Wohnmobil, sondern eine fahrende Versorgungseinrichtung", spottet Manfred.

Die Campingplätze

"Glück war nicht nötig, wir hatten die App dabei", werde ich später auf die Frage einer Redaktionskollegin antworten, ob wir denn auf gut Glück die Übernachtungsplätze gefunden haben oder reserviert hätten. Es geht jedenfalls sehr einfach: Jeweils am Nachmittag lassen wir uns in der ADAC Campingführer-App die Seeplätze in der Nähe anzeigen, checken kurz Größe, Lage, Bewertungen und Extras, rufen an oder fahren direkt hin. Klappt jedes Mal. Sowohl beim Campingplatz am Walchsee in Tirol als auch am Weißensee und am Ossiacher See, wo man uns Rabatt gibt, weil wir nach 18 Uhr eintreffen.

Unser Fazit: Camping ist relativ günstig, das Angebot vielfältig und überzeugend. Duschen, WCs, Spülstationen: überall picobello. Unbezahlbarer Vorteil ist, dass wir an den heißesten Tagen des Jahres immer Wasser vor der "Haustür" und beim Grillen Seeblick haben.

Nur am ersten Morgen passiert Unerwartetes: Es gibt lediglich kaltes Wasser im Sanitärgebäude. Blöd, wenn man das erst unter der Dusche merkt und einem ein warmduschermäßiges "Uh, ist das kalt" rausrutscht. "Camping ist eben nur was für richtige Männer", kommt es prompt aus der Nebenkabine. Na ja: Für alle anderen gäbe es eigentlich die Warmwasserbereitung im Wohnmobil. Zumindest, wenn man bei der Einweisung aufgepasst hat.

ADAC Service und Produkte für Camping & Wohnmobil

Gratis für Mitglieder:


Zentrale Informations­plattform für alles rund ums Thema Camping ist die ADAC Camping­welt.

Online kostenlos bestellbar für Mitglieder sind die Einsteigerbroschüre Lust auf Camping und die TourSet-Camping-Informationen.

Für Mitglieder gibt es zudem gratis und exklusiv  die TourSet-App sowie die TourSet-Reisekarten und Urlaubsführer.

Sie können die ADAC TourSets hier online bestellen oder in den ADAC Geschäftsstellen abholen. Für Smartphone und Tablet gibt es die TourSet-App oder ADAC Maps-App bei Google Play* bzw. im iTunes App Store*.

Kostenpflichtige ADAC Angebote:


Hier finden Sie Informationen und Buchungsmöglichkeit für Wohn­mobile der ADAC Autovermietung. Als Mitglied erhalten Sie einen Preisvorteil.

Praktisch für unterwegs sind zudem: der ADAC Stellplatzführer und ADAC Campingführer (als Buch oder App erhältlich).

Viele weitere Themen finden Sie auf der Übersichtsseite der ADAC Motorwelt.