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Die schönsten Radwanderwege in Deutschland

Zwei Radfahrer bei Schönebeck auf dem Elberadweg, der als einer der schönsten Radwanderwege Europas gilt
In Schönebeck führt der Elberadweg an den Speicherhäusern entlang ∙ © ELBERADWEG/Dominik Ketz

Auf den unterschiedlichsten Radwegen lässt sich Deutschland "erfahren": Gemütlich oder anspruchsvoll, kurz oder lang, Nord oder Süd. Hier kommen zehn Vorschläge mit Infos zu Route, Sehenswertem, Länge und Anspruch.

  • Viele Radtouren verlaufen entlang der großen Flüsse

  • Zu den laut ADFC beliebtesten Routen gehört der Elberadweg

  • Einige der Fernradwege verbinden mehrere Staaten

Berlin-Usedom Radfernweg

Der erste Vorschlag beginnt in Berlin-Mitte. Kurz nach Verlassen der trubeligen Hauptstadt beginnen die ausgedehnten Wiesen und Wälder Brandenburgs. Eingebettet darin liegen die weiten Wasserflächen des Werbellinsees, der sich mit Schiffslinien, Campingplätzen und sogar einer Tauchbasis als Zwischenstopp anbietet.

Nach dem Passieren von Ober- und Unteruckersee ist Prenzlau erreicht, einer von etlichen mittelgroßen historischen Orten entlang der Route. Er wird geprägt von Kirchtürmen, Klöstern und der zur Hälfte erhaltenen Stadtmauer. Im Kunstgarten von Pasewalk* stehen vergängliche Werke deutscher und internationaler Künstler, im Badeort Ueckermünde besteigen die Radler die Fähre über das Stettiner Haff nach Usedom.

So ist die Strecke: Gefahren wird auf separaten Radwegen, befestigten Feld- und Waldwegen und kleinen Landstraßen. Nennenswerte Steigungen sind die Ausnahme. Die Tour eignet sich besonders für Einsteiger, die sie auf zehn Etappen bzw. Tage verteilen. Zelturlauber finden am Weg etliche Campingplätze.

Ostseeküsten-Radweg

Der auch als D-Route-2 bekannte Radweg führt meist am Meer entlang. Gleich am Start lohnt es sich, im alten Handels- und Fischereizentrum Flensburg imposante Sakralbauten zu bestaunen oder das Porticus, die älteste Kneipe der Stadt, zu besuchen. Baden, Bummeln und Jachten bestaunen – das geht besonders gut in Grömitz* zusammen, mit seinem "Geburtsjahr" 1813 eines der ältesten deutschen Ostsee-Bäder.

Im Gotischen Viertel von Hansestadt und UNESCO-Welterbe Wismar ziehen die Kaufmannshäuser aus dem 13. Jahrhundert Besucher an. Unbedingt sehenswert sind die leuchtend weißen Kreidefelsen im Jasmund-Nationalpark, der den Nordosten der größten deutschen Insel einnimmt: Rügen.

So ist die Strecke: Die mittelschwere Route verläuft meist auf Radwegen an Landstraßen. Wer die 13 Etappen auf ebenso viele Tage legt, ist täglich fünf bis neuneinhalb Stunden im Sattel. Insgesamt ist das Profil eher flach, in ländlichen Gegenden Mecklenburg-Vorpommerns treten manchmal stärkere Steigungen, Schotter und Sand auf.

Elberadweg

Kurz vor Schöna endet der tschechische Abschnitt des abwechslungsreichen Zwei-Staaten-Radwanderwegs, anschließend sind sieben deutsche Bundesländer beteiligt. In Sachsen thronen die gewaltigen Felsen des Elbsandsteingebirges über dem Fluss, der kurz darauf das barocke Dresden mit Frauenkirche, Zwinger und Semperoper teilt.

In der Folge lassen sich Weinfreunde von den flüssigen Köstlichkeiten aus Schloss Wackerbarth* begeistern, Naturliebhaber von den Elbauen und ihrer Vogelwelt, Technik- und Schifffahrtsfreunde vom Wasserstraßenkreuz bei Magdeburg. Mit Elbphilharmonie, Hafen und Kirchturmsilhouette ist Hamburg, das Tor zur Welt: Eine Klasse für sich. Danach weitet sich der Fluss, bis Cuxhaven an der Nordsee erreicht ist.

So ist die Strecke: Obwohl es kaum Höhenunterschiede und fast durchgehend asphaltierte Wege gibt, sind höchstens 75 Kilometer pro Tag zu empfehlen. Wenn es windig ist, weht es meist aus Nordwesten, so dass viele Radler die Richtung von der Nordsee nach Tschechien wählen.

RuhrtalRadweg

Besonders faszinierend an dieser Radtour zwischen Sauerland und Metropole Ruhr ist die Verbindung aus Industrie, Kultur und Natur auf engem Raum. Wir starten an der Ruhrquelle bei Winterberg nach Arnsberg mit seinem mittelalterlichen Kern voller verwinkelter Gassen und der Ruine der kurfürstlichen Schlossruine.

Zur Abwechslung führen im Elbschebachtal Wanderwege durch einen Mischwald in die Ruhrhöhen hinein – mit überraschenden Ausblicken in die Landschaft. Ein starker Kontrast zur Industriearchitektur Essens, dessen Zeche Zollverein für den Umbruch von Industrie zu Kultur steht.

Auch einen Kurzurlaub am Sandstrand erwarten die meisten im Ruhrgebiet nicht, können ihn aber im Seaside Beach Baldeney* einlegen. Die Mündung des Flusses in den Rhein bei Duisburg markiert eine rostrote, 25 Meter hohe Skulptur namens Rheinorange.

So ist die Strecke: Nach den ersten 35 Kilometern geht es stetig bergab bzw. auf ebenem Gelände voran. Die Hälfte der Strecke verläuft auf Radwegen abseits der Straßen, fast ein Drittel auf Waldwirtschaftswegen und innerörtlichen Nebenstraßen.

Rheinradweg

Der deutsche Abschnitt der Route hat auch die Bezeichnungen D-Route 8 und Rhein-Route. Ebenfalls im deutschen Sprachraum ist unterwegs, wer schon im schweizerischen Schaffhausen einsteigt, um die Rheinfälle zu bestaunen oder mit einem Boot zum umtosten Felsen im Strom überzusetzen. Ruhiger wird es in der Rheintalebene, mit weiten Flussauen und stillen Auwäldern nördlich von Breisach.

Den Weg durchs märchenhafte Mittelrheintal begleiten romantische Burgen, Ruinen und Felsen wie die Loreley. Dazwischen machen es die verlockenden Weine aus Städtchen wie Rüdesheim, Bacharach oder Eltville aber nicht einfacher, voranzukommen. Großstädte wie Düsseldorf und Köln, mit Dom, lebenslustiger Altstadt und Museum Ludwig*, wären natürlich einen eigenen Trip wert.

So ist die Strecke: Der Weg eignet sich für Radfahrer aller Fitnessstufen und -fähigkeiten. Er ist überwiegend asphaltiert, meist autofrei und verläuft am mittleren Rhein teilweise entlang der Bahnstrecke. Auf weiten Abschnitten gibt es eine links- und eine rechtsrheinische Alternative.

Mosel-Radweg

Wie der Fluss ist auch der begleitende Radweg auf Frankreich und Deutschland verteilt. Hier lohnen sich Abstecher in die Weinorte links und rechts des Flusses. Am Start, in Perl, treffen Deutschland, Frankreich und Luxemburg zusammen. Omnipräsent ist das Thema Wein mit unzähligen Gütern, weltberühmten Lagen und den steilsten Hängen Europas. Die Antike vertritt die römische Porta Nigra in Trier.

Als reizvolle Verbindung beider Aspekte befährt in Neumagen-Dhron, dem ältesten Winzerort Deutschlands, ein römisches Weinschiff* den Fluss. An dem liegen imposante Felsformationen, Burgen wie Eltz oder die Ehrenburg und mittelalterliche Orte wie das von seiner gleichnamigen Reichsburg überragte Cochem.

So ist die Strecke: Die kurvenreiche Strecke ist überwiegend asphaltiert, vom Autoverkehr getrennt und verläuft ohne nennenswerte Steigungen. So können sie auch Freizeitradler ohne Schwierigkeiten bewältigen.

Bodensee-Königssee-Radweg

Wer diese Route durch neun bayerische Landkreise befährt, hat beim Blick nach rechts immer die Alpen im Blick und verpasst keines der Highlights. In Lindau bewachen der bayerische Löwe und ein Leuchtturm die Hafeneinfahrt, das mittelalterliche Füssen ist Bayerns höchstgelegene Stadt und Ausgangspunk für den Besuch der Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau.

Das Gabriele-Münter-Haus* in Murnau am Staffelsee bewahrt Werke und Ausstattungsdetails der Künstlerin und ihres Gefährten Wassily Kandinsky. Wer mehr vom "Bayerischen Meer", dem Chiemsee, erleben möchte, verlängert hier und umrundet ihn bequem an einem Tag – einschließlich Bade- und Genusspausen. Königlich wird es wieder auf der Insel Herrenchiemsee mit dem letzten Schloss Ludwigs II und am Königssee, der an einen norwegischen Fjord erinnert.

So ist die Strecke: Weil die Route entlang des Gebirges verläuft, ist sie teilweise recht hügelig und schweißtreibend. Wer nicht so gut trainiert ist, geht diesen Radfernweg bevorzugt mit einem E-Bike an.

Donau-Radweg

Auch wer "nur" den deutschen Anteil der Strecke durch acht Staaten abfährt, erlebt großartige Naturschauspiele wie das Versickern und Wiederauftauchen der jungen Donau. Im Naturpark Obere Donau verläuft sie durch ein enges Tal mit hohen Kalkfelsen, am Blautopf bei Blaubeuren nimmt ihr Wasser einen strahlenden Ton an.

In Ulm überragt der höchste Kirchturm der Welt den Strom, zum Kloster Weltenburg und dem Donaudurchbruch reisen Pilger und Bierliebhaber. In der UNESCO-Welterbestadt Regensburg bereichert das moderne Museum der Bayerischen Geschichte* die Museumslandschaft, dann kommen während der Fahrt durch die fruchtbare Ebene des Gäubodens die Ausläufer des Bayrischen Waldes ins Blickfeld. Kurz vor der Grenze nach Österreich münden in der Bischofsstadt Passau Inn und Ilz in den Strom.

So ist die Strecke: Meist verläuft der mit weißen oder gelben Schildern ausgewiesene, ebene Radweg direkt neben oder nahe dem Fluss. Weite Abschnitte wurden auf so genannten Leinpfaden angelegt, auf denen sich einst Pferde abmühten, Schiffe flussaufwärts zu ziehen.

Liebliches Taubertal

Dem kürzesten der zehn Vorschläge hat der ADFC fünf Sterne verliehen. Die Kulissen des Weges, Burgen, Schlösser, Klöster, Kirchen und sonnenbeschienene Weinhänge, spiegeln die Geschichte der letzten Jahrhunderte wider. Sie sorgen genauso für romantische Stimmung wie die alten Steinbrücken, über die die Radler den Fluss queren.

Rothenburg ob der Tauber gilt mit Stadtmauer und Fachwerkhäusern weltweit als Blaupause mittelalterlicher Städtchen. Im Laboratorium von Schloss Weikersheim versuchte einst der Graf von Hohenlohe sein Glück als Alchemist, in Bad Mergentheim ist die Natur im idyllischen Kurpark gezähmt. Eine Weinbergsführung* im Edelberg von Tauberbischofsheim vermittelt unterhaltsam Kenntnisse zum Weinbau im Taubertal.

So ist die Strecke: In den meisten Abschnitten ist der Taubertalradweg asphaltiert und folgt eben dem Fluss. Zwischen Rothenburg und Creglingen und zwischen Bronnbach und Wertheim gibt es immer wieder schnelle Abfahrten und etwas mühsame Anstiege. Die "Sportive" Route mit mehr Kilometern und Höhenmetern verläuft in der Gegenrichtung und ist ebenfalls gut ausgeschildert.

MainRadweg

Den Main als solchen gibt es erst ab Kulmbach, wo Weißer und Roter Main zusammenfließen. So gibt es die Wahl, ob die Tour an der Quelle des ersteren, in Bischofsgrün im Fichtelgebirge, oder am Ursprung des letzteren, in Creußen, beginnen soll. In diesem Fall liegt Bayreuth am Weg, das die Bauwerke der Markgräfin Wilhelmine prägen. Darunter das Markgräfliche Opernhaus*, ein UNESCO-Welterbe und nicht zu verwechseln mit dem Festspielhaus, in dem jeden August ausschließlich die Opern Richard Wagners zur Aufführung kommen.

Beide Wegvarianten führen ins idyllische Bamberg, für dessen Besuch der Dom und die flüssigen Spezialitäten in Brauereigaststätten und Bierkellern sprechen. An den Mainschleifen, in den Weinbergen rund um Würzburg und im dortigen Staatlichen Hofkeller wechseln die Radfahrer zum Wein über. Das Rad stehen zu lassen lohnt sich, um zur Ruine der Karlsburg hochzuwandern. Gegen Ende des Weges glänzt in Frankfurt die gelungene Rekonstruktion eines lebendigen Altstadtviertels.

So ist die Strecke: Die Route ist überwiegend asphaltiert und meist auf Radwegen direkt am Mainufer angelegt, nur abschnittsweise neben Hauptverkehrsstraßen. Mit den wenigen Steigungen eignet sie sich gut für Familien.

Lesen Sie hier auch, was zum Radfahren in Corona-Zeiten wichtig ist.

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