Auf dem Weser-Radweg bis zur Nordsee

Ein Fahrradfahrer im Gegenlicht
Das Weserbergland, die Wesermarsch und die norddeutschen Deichlandschaften per Rad erleben ∙ © Shutterstock/Mikhailov Studio

Rad fahren an Flüssen hat seinen besonderen Reiz. Einer der beliebtesten Radwege in Deutschland führt vom Weserbergland an der Weser entlang bis zur Nordsee. Die schönsten Etappen von Hannoversch Münden bis Cuxhaven.

  • Acht traumhafte Etappen mit dem Rad

  • 520 Kilometer am Fluss entlang

  • Viele Highlights an der Strecke

Die ersten Etappen des Weser-Radwegs werden vom Weserbergland und dem Flusstal geprägt. Bei Porta Westfalica durchbricht die Weser den Kamm des Wesergebirges, es beginnt der Flussabschnitt Mittelweser. Radweg und Fluss befinden sich jetzt nicht mehr in einem engen Tal, sondern führen durch weite, offene Landschaften. Weiter geht es durch die Region Wesermarsch, eine der größten zusammenhängenden Grünlandschaften Europas. Norddeutsche Deichlandschaften prägen die Strecke von Bremerhaven bis nach Cuxhaven. Hier endet die Tour mit Blick auf das Wattenmeer.

Der Weser-Radweg in acht Etappen

1. Etappe: Hannoversch Münden – Höxter

Die erste Etappe führt auf einer Strecke von rund 70 Kilometern vom niedersächsischen Hannoversch Münden bis nach Höxter. Der Radweg verläuft hier Richtung Norden, größtenteils direkt am Fluss entlang. 

Eine Kleine Fähre mit Fahrrädern auf einem Gewässer
Wichtig für die Planung: Einige Weser-Fähren fahren nur saisonal ∙ © imago/ecomedia/robert fishman

Vor der Barockstadt Bad Karlshafen gibt es in Wahmbeck eine erste Fähre*, mit der Radreisende auf die andere Seite der Weser übersetzen können. In Wehrden bietet es sich an, die Hauptroute zu verlassen und mit der Fähre* erneut auf die rechte Weserseite überzusetzen, um Schloss Fürstenberg mit der Porzellanmanufaktur zu besuchen. Ziel der ersten Etappe ist dann die Fachwerkstadt Höxter.

2. Etappe: Höxter – Hameln

Neben den für Höxter typischen Fachwerkhäusern und kleinen Gassen lohnt in der Nähe noch ein Abstecher zum UNESCO-Weltkulturerbe Schloss Corvey oder bei Holzminden zum Schloss Bevern, einem typischen Bau der Weserrenaissance. Die Region ist auch Heimat der Märchenfiguren Aschenputtel auf Burg Everstein und Baron von Münchhausen in Bodenwerder. Durch das malerische Weserbergland geht es fast immer direkt an der Weser entlang von Höxter nach Hameln. Empfehlenswert ist ein kleiner Umweg zum Schloss Hämelschenburg.

3. Etappe: Hameln – Minden

Fahrradfahrer fahren auf einem Radweg durch Felder
Im Sommer ist der Weser-Radweg am stärksten frequentiert ∙ © stock.adobe.com/Udo Weber

Die dritte Etappe führt von der Rattenfängerstadt Hameln über Hessisch Oldendorf, Rinteln, Vlotho, Bad Oeynhausen zum Etappenziel Minden. Vor Rinteln lädt die Burg Schaumburg zu einem Besuch ein. Hinter Rinteln bietet sich der Doktorsee für eine Rast an oder nach Bad Oeynhausen die Porta Westfalica, der Taleinschnitt zwischen Weser- und Wiehengebirge mit dem Kaiser-Wilhelm-Denkmal. Wer Zeit hat, kann bei einem Zwischenstopp in Bad Oeynhausen im Deutschen Märchen- und Wesersagenmuseum* in die Welt der Mythen und Legenden eintauchen.

4. Etappe: Minden – Nienburg

Von Minden aus führt der Weser-Radweg über weites, leicht hügeliges Land nach Petershausen. Weiter geht es in der Mittelweser-Region nach Stolzenau, vorbei an der Weser-Staustufe bei Landesbergen und durch das Naturschutzgebiet Nienburger Bruch. Ziel der Tagesetappe ist die Spargelstadt Nienburg. Hier prägt die flache Wesermarsch das Landschaftsbild.

Karte und Etappen

5. Etappe: Nienburg – Verden

Am nächsten Tag radelt man vom Hafen in Nienburg über die Weser-Brücke bis zur Pferdestadt Verden. Der Weser-Radweg führt in der Mittelweser-Region vorbei an den Orten Drakenburg, Bücken, Hoya und Dörverden. Mit der Weserfähre Schweringen-Gandesbergen* kann man wieder auf die linke Weser-Seite wechseln.

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6. Etappe: Verden – Bremen

Von Verden aus führt der Weser-Radweg hinter dem Deich am Langwedeler Schleusenkanal vorbei in Richtung Achim. Kurz vor Achim lohnt ein Stopp bei Schloss Etelsen* und seinem Schlosspark. Nach wenigen Kilometern erreicht man die Badener Berge, hier hat man einen schönen Blick auf den Fluss. Über die Weserbrücke geht es weiter nach Thedinghausen, wo zum Beispiel in der Nähe von Schloss Erbhof ein Baumpark* besichtigt werden kann. Vor der Ankunft in Bremen lockt noch eine kurze Rast am Werdersee.

Entfernungen im Streckenverlauf


von...

nach...

Entfernung in Kilometern (km)

1. Etappe

Hann. Münden

Höxter

70 km

2. Etappe

Höxter

Hameln

70 km

3. Etappe

Hameln

Minden

70 km

4. Etappe

Minden

Nienburg

60 km

5. Etappe

Nienburg

Verden

60 km

6. Etappe

Verden

Bremen

55 km

7. Etappe

Bremen

Nordenham/Bremerhaven

80 km

8. Etappe

Bremerhaven

Cuxhaven

55 km

7. Etappe: Bremen – Nordenham/Bremerhaven

Die Hansestadt Bremen mit ihren Wallanlagen lässt sich problemlos per Rad erkunden. Nach einem Besuch in der Altstadt genießt man bei gutem Wetter eine Pause am Stadtstrand von Bremen mit Blick auf die Weser. Danach geht es weiter zur Nordsee. Von Nordenham setzt man dann mit der Weserfähre* über nach Bremerhaven. Hier ist das Deutsche Schifffahrtsmuseum einen Besuch wert.

8. Etappe: Bremerhaven – Cuxhaven

Blick durch die Dünen auf das Meer
Schönes Finale: Radfahrende werden zum Schluss mit dem Blick aufs Meer belohnt ∙ © stock.adobe.com/Nordreisender

Die achte und letzte Etappe führt die radfahrenden Urlauber von Nordenham bzw. Bremerhaven durch das Cuxland bis zum Nordseeheilbad Cuxhaven. Bis zum Ziel Wattenmeer und Nordsee sind es ab hier noch knapp 60 Kilometer. Ab Wremen beginnt der offizielle Mündungsbereich der Weser in die Nordsee. Und auf der Kugelbake ist schließlich der nördlichste Punkt Niedersachsens erreicht.

Die Highlights des Weser-Radwegs im Überblick

Drei-Flüsse-Stadt Hannoversch Münden

Text, der in einem Stein graviert ist
Der Weserstein in Hannoversch Münden markiert den Zusammenfluss von Fulda und Werra zur Weser ∙ © stock.adobe.com/holger.l.berlin

Die Stadt Hannoversch Münden* liegt eingebettet zwischen den drei Flüssen Werra, Fulda und Weser. Hier entspringt die Weser und beginnt der Weser-Radweg. Neben dem Weserstein ist das Weserrenaissance-Rathaus und das Welfenschloss mit Städtischem Museum einen Besuch wert. Ein beliebtes Ausflugsziel ist die Tillyschanze mit ihrem 25 Meter hohen Turm.

Barockhafen Bad Karlshafen

Blick über das Wasser auf den Hafen und die Stadt Bad Karlshafen
Der Barockhafen mit Schleuse liegt direkt in der historischen Altstadt von Bad Karlshafen ∙ © Shutterstock/Sina Ettmer Photography

Der historische Hafen von Bad Karlshafen* wurde 2019 wieder für den Schiffsbetrieb geöffnet und ist von der Weser aus über eine neue Schleuse befahrbar. Wer sich in den Hafen einschleusen lässt, kann das maritime Flair der Innenstadt vom Wasser aus genießen.

Weltkulturerbe Schloss Corvey

Prunkvolle Einfahrt zu einem Schloss
Das ehemalige Benediktinerkloster Corvey ist seit 2014 Weltkulturerbe der UNESCO ∙ © Shutterstock/Fabian Junge

In Sichtweite des Weser-Radwegs liegt Schloss Corvey*. Die UNESCO-Welterbestätte gilt als das älteste Gebäude Westfalens. In der barocken Klosteranlage sind neben dem Kreuzgang und dem Kaisersaal auch Einrichtungen der weltlichen Fürsten sowie die Fürstliche Bibliothek mit mehr als 70.000 Bänden zu bestaunen. Hoffmann von Fallersleben wirkte hier einst als Bibliothekar.

Rattenfängerhaus Hameln

Sehenswert in Hameln* ist neben den vielen Renaissancebauten in der Altstadt das Rattenfängerhaus. Der Name ist auf eine Inschrift an der Seite des Gebäudes zurückzuführen. Der Sage nach soll der Rattenfänger zu Hameln nicht nur alle lästigen Nagetiere aus der Stadt getrieben haben, sondern auch alle Kinder entführt haben, als man ihn nicht bezahlen wollte. Im Sommer gibt es kostenlose Aufführungen dieser Sage. In jedem Fall aber lohnt eine Stadtführung in Hameln.

Fischerviertel Verden

Verden zeichnet sich durch enge Gassen und Fachwerkhäuser aus. Das sogenannte Fischerviertel ist die älteste Siedlung der Stadt. Einst lebten hier Fischer und Schiffsleute. Das niedersächsische Verden gilt heute als Pferdestadt, hier befindet sich auch das Deutsche Pferdemuseum*.

Porta Westfalica: Rundumsicht ins Weserbergland

Blick über die Weser und die Auenlandschaft mit Radweg
Der Weser-Radweg bei Porta Westfalica führt direkt am Fluss entlang ∙ © stock.adobe.com/Christian Schwier

Der Weg auf den Kamm des Wittekindsbergs zum Kaiser-Wilhelm-Denkmal wird belohnt mit einem schönen Blick auf die Flusslandschaft und die 15 Ortschaften der Porta Westfalica. Hier fließt die Weser eng durch das Wiehen- und Wesergebirge, die sogenannte Westfälische Pforte. Im Besucherbergwerk Kleinenbremen* gibt es besonders für Kinder auch im Herbst noch interessante Veranstaltungen.

Marktplatz von Nienburg

Die 1000-jährige Fachwerkstadt Nienburg* gilt als kulturelles und wirtschaftliches Zentrum der Mittelweser und wirbt mit "Europas schönstem Wochenmarkt". Immer mittwochs und samstags herrscht reges Treiben auf dem Nienburger Marktplatz in der Altstadt. Auch das Spezialmuseum* um das Edelgemüse Spargel empfiehlt sich für einen Abstecher.

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Maritime Uferpromenade: Bremer Schlachte

Das Wahrzeichen der Stadt sind die Bremer Stadtmusikanten. Doch darüber hinaus gibt es in Bremen* noch viel Sehenswertes. Zum Beispiel das Rathaus im Stil der Weserrenaissance, den Ratskeller, den Roland und das Schnoorviertel, um nur einiges zu nennen. Das maritime Bremen kann man am besten an der Uferpromenade Bremer Schlachte erleben. Hier hat sich der ehemalige Hafen zur Flaniermeile mit viel Gastronomie entwickelt. Idyllisch und stadtnah liegt das Café Sand* am Weserstrand.

Cuxhaven: Weltnaturerbe Wattenmeer

Der Weser-Radweg ist in den Nordseeküsten-Radweg* übergegangen, und am Ende der letzten Etappe wird man mit einem weiten Blick auf das Wattenmeer (UNESCO-Weltnaturerbe) belohnt. Am Sahlenburger Strand liegt das Besucherzentrum Cuxhaven. Neben der Ausstellung können Interessierte Watt, Salzwiese oder Küstenheide bei naturkundlichen Führungen erleben.

Attraktiv: Übersetzen mit der Weser-Fähre

Fahrradfahrer warten an einem Fluss auf eine Fähre
Auf vielen Streckenabschnitten können Radfahrende die Weser mit der Fähre überqueren ∙ © imago images/Dieter Mendzigall

Wer zwischendurch eine Radfahrpause braucht, kann bequem die Weser-Fähren nutzen. Oft bietet sich auch die Möglichkeit, für einen Abstecher die Uferseite per Fähre zu wechseln, um beispielsweise Sehenswürdigkeiten entlang der Strecke anzuschauen.
Gut zu wissen: Einige Fähren sind reine Tagesausflugsschiffe, auf denen die Mitnahme von Fahrrädern nur begrenzt möglich ist. Auch die Fahrzeiten sollten vor der Radtour recherchiert werden, denn viele kleinere Fähren verkehren nur in der Hauptsaison von März bis Ende Oktober. Einen guten Überblick über alle Fähranlegestellen* findet man auf der offiziellen Seite des Weser-Radwegs.

Tipp für E-Bikes

Auf dem gesamten Streckenverlauf des Weser-Radwegs* gibt es über 90 Ladestationen für E-Bikes. Mittlerweile sind bei vielen Touristeninformationen in den Städten E-Ladepunkte installiert, die allerdings meist nur zu den Öffnungszeiten genutzt werden können. Darüber hinaus bieten aber auch Gaststätten, Sehenswürdigkeiten oder Fähranlegestellen diesen Service.

Wer Lust auf weitere Radtouren verspürt, kann sich beim ADAC von den schönsten Strecken in Deutschland inspirieren lassen oder sich zum Beispiel beim ADFC* in der Broschüre "Deutschland per Rad entdecken" informieren.

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Andrea Piechotta
Redakteurin
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