Tipps für die Reisebuchung

Eine Mutter bucht eine Reise im Internet, das Kind schaut zu
Reisebuchung online: Achten Sie auf richtige Daten und korrekte Schreibweise Ihres Namens ∙ © Shutterstock/ NDAB Creativity

Ferienhaus, Ferienwohnung, Pauschalreise oder Flug buchen: Das Angebot ist riesig, und die Buchung im Internet geht schnell und bequem. ADAC Juristen erklären, was Sie dabei beachten sollten.

  • Geklickt ist gebucht: Kein Widerruf bei Online-Reisebuchung

  • Ferienhaus oder Ferienwohnung: Vorsicht vor gefälschten Anzeigen

  • Reise nur mit gültigem Ausweis und richtigem Ticket

Sie sind urlaubsreif? Verlockende Angebote gibt es im Internet reichlich. Tipps für die Online-Reisebuchung, wie Sie sich vor schwarzen Schafen auf dem Markt schützen und Schreibfehler auf dem Ticket korrigieren lassen können.

Kein Widerrufsrecht bei Buchung im Internet

Trend Ferienhaus: Vorsicht vor Fake-Angeboten

Flugticket ändern: Name falsch geschrieben

Pass oder Ausweis nicht mehr gültig: Was tun?

Kein Widerruf bei Online-Reisebuchung

Der Verbraucher hat beim Kauf von Waren im Internet oder am Telefon grundsätzlich ein 14-tägiges Widerrufsrecht (sog. Fernabsatzverträge).

Online-Buchungen sind bindend

Sie haben kein Widerrufsrecht, wenn Sie im Internet einen Flug, ein Hotel oder eine Pauschalreise buchen. Der Grund: Für diese Vertragsarten gilt das Widerrufsrecht nicht. Darüber müssen Sie vor oder bei der Buchung nicht belehrt werden. Überlegen Sie daher genau, ob Sie im Internet auf „Jetzt buchen“ klicken.

Rücktritt statt Widerruf

Wenn Sie die gebuchte Reise nicht antreten können, können Sie die Buchung stornieren oder vom Reisevertrag zurücktreten. Das ist aber nicht immer kostenlos möglich.

Ferienhaus und Ferienwohnung: Achtung Fake-Angebote

Die Nachfrage nach Ferienhäusern und -wohnungen ist nicht nur wegen der Corona-Pandemie hoch. Derzeit versuchen Betrüger, daraus Kapital zu schlagen. Sie schalten gefälschte Anzeigen auf bekannten Online-Portalen wie z.B. Airbnb, Ebay Kleinanzeigen oder Fewo-Direkt. Darin bieten sie mit schönen Bildern und zu unglaublich günstigen Preisen Ferienunterkünfte an, die es gar nicht gibt oder die schon anderweitig vermietet sind.

So erkennen Sie gefälschte Anzeigen

  • Angebot ist zu schön, um wahr zu sein: Seien Sie misstrauisch bei ungewöhnlich günstigen Preisen in Kombination mit idyllischen Bildern von der Unterkunft.

  • Vorkasse: Anstatt einer Anzahlung bei der Buchung wird der gesamte Mietpreis unabhängig vom Reisezeitpunkt im Voraus verlangt.

  • Zahlung außerhalb der Vermittlungs-Plattform oder über Treuhand-Service: Zahlen Sie die Miete oder die Anzahlung nicht außerhalb der Plattform. Lassen Sie die Finger von dem Angebot, wenn die Zahlung über einen Treuhand-Service wie Western Union abgewickelt werden soll. Solche Treuhand-Dienste werden oft von Betrügern verwendet.

  • Unterkunft nur vage beschrieben: In einer seriösen Anzeige ist das angebotene Ferienhaus oder Ferienwohnung üblicherweise genau beschrieben. Ist das nicht der Fall, könnte das Absicht sein.

  • Erreichbarkeit des Vermieters: Die Kontaktdaten des Vermieters sind nicht oder unvollständig angegeben. Dieser ist nur per Mail oder Whatsapp zu erreichen.

  • Kommunikation außerhalb der Buchungsplattform: Vorsicht ist geboten, wenn nur der erste Kontakt über das Online-Portal stattfindet und die weitere Kommunikation außerhalb der Buchungsplattform durchgeführt werden soll.

Was tun, wenn Sie hereingefallen sind?

Erstatten Sie Anzeige bei der Polizei, und informieren Sie das Onlineportal über das Fake-Angebot. Wenn Sie schon bezahlt haben, kontaktieren Sie Ihre Bank, und klären Sie, ob eine Rückbuchung des Geldes möglich ist.

Flug-Ticket online buchen – Name muss stimmen

Geben Sie bei der Buchung eines Fluges Ihren Namen exakt so an, wie er in Ihrem Ausweis steht. Bei Spitznamen oder abgekürzten Vornamen gibt es Probleme beim Einchecken. Die nachträgliche Namensänderung im Ticket oder die Korrektur von Tippfehlern kann je nach Airline hohe Gebühren verursachen.

Gut zu wissen: Ist der Flug Teil einer Pauschalreise, haben Sie Anspruch auf Schadenersatz, wenn der Reiseveranstalter oder -vermittler bei der Buchung einen Tippfehler gemacht hat. Wenn der Fehler von Ihnen verursacht wurde, können Sie keinen Schadenersatz verlangen.

Korrektur eines Tippfehlers

Die Airline nimmt Sie nicht mit, wenn Ihr Name auf dem Flugticket falsch geschrieben ist, weil der Name auf dem Ticket nicht mit Ihrem Pass übereinstimmt.

Ob die Korrektur eines Tippfehlers möglich ist, und ob dafür Gebühren anfallen, hängt von den Beförderungsbedingungen der Airline ab. Die Bandbreite reicht hier von der kostenlosen Korrektur innerhalb einer bestimmten Zeit nach der Buchung bis hin zur Erhebung von teils hohen Gebühren für die Korrektur. Fragen Sie bei Ihrer Airline nach.

Frisch verheiratet: Namen ändern

Wenn Sie nach der Hochzeit einen neuen Namen haben, müssen Sie beim zuständigen Passamt einen neuen Reisepass oder Personalausweis beantragen. Die Anfertigung zieht sich meist mehrere Wochen hin. Wenn das zu lange dauert, können Sie einen vorläufigen Reisepass beantragen. Damit können Sie bei der Buchung eines Fluges schon den neuen Familiennamen angeben.

Bei manchen Passämtern können Sie den Reisepass mit dem neuen Namen schon vor der Hochzeit beantragen. Den neuen Ausweis bekommen Sie dann direkt nach der Heirat ausgehändigt.

Reisebuchung per Handy: Akku leer - was tun?

Bordkarte, Bahnticket, Hotelvoucher - die Reisebuchung per Handy ist einfach. Doch was tun, wenn der Akku leer ist, die Buchungsbestätigung nicht gespeichert oder das Handy verloren wurde? Hier finden Sie alle Informationen.

Reise nur mit gültigem Ausweis

Prüfen Sie vor Antritt der Reise, ob Ihr Reisepass oder Personalausweis noch gültig ist. Viele Staaten verlangen, dass der Pass zum Zeitpunkt der geplanten Reise noch mindestens sechs Monate gültig ist.

Pass abgelaufen bei Reise in der EU

Wenn Sie in ein EU-Land reisen, können Sie sich von der Bundespolizei einen sog. Reiseausweis als Passersatz* ausstellen lassen. Der Passersatz gilt für die Dauer der Reise, höchstens aber für einen Monat.

Andere Staaten müssen die Ersatzpapiere nicht anerkennen. Wenn Sie damit verreisen, geschieht dies auf eigenes Risiko.

In viele europäische Länder* können Sie mit einem bis zu einem Jahr abgelaufenen Reisepass oder Personalausweis einreisen.

Reise in Länder außerhalb der EU

Die Einreise in Nicht-EU-Länder ist meist nur mit einem Reisepass möglich. Für manche Länder benötigen Sie ein Visum.

Wenn Sie kurzfristig einen Reisepass brauchen, können Sie sich beim Passamt einen Pass im Eilverfahren ausstellen lassen. Das dauert in der Regel vier Werktage. Sie können auch einen vorläufigen Reisepass beantragen. Diesen können Sie sofort mitnehmen. Er gilt für ein Jahr, hat aber einen Nachteil: Er wird nicht überall anerkannt.

Tipp: Erkundigen Sie sich bei der Botschaft Ihres Reiselandes.

Eigener Pass für Kinder

Kinder brauchen im Ausland einen eigenen Pass. Es reicht nicht, die Kinder im Pass der Eltern eintragen zu lassen. Hier finden Sie weitere Informationen zum Kinderreisepass.

Ausweis bei Reisen innerhalb der EU notwendig

Bei Reisen innerhalb der EU müssen Unionsbürger ein Ausweisdokument dabeihaben. Nur der Führerschein reicht nicht aus. Das hat der Europäische Gerichtshof entschieden (Urteil vom 6.10.2021, Az.: C‑35/20). Diese Auflage verstößt nicht gegen das Recht auf Freizügigkeit, so die Richter. Allerdings darf einem EU-Bürger die Einreise in einen Mitgliedsstaat der EU nicht verweigert werden, wenn er kein Ausweisdokument vorgelegen kann.

Pass im Urlaub verloren oder gestohlen

Wie Sie sich gegen einen Diebstahl Ihrer Papiere schützen können, und was Sie tun müssen, wenn Ihr Ausweis oder Pass im Urlaub gestohlen wurde, lesen Sie hier.

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Angela Baumgarten
Fach-Autorin
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Ellen Stamer
Fach-Autorin
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