Infektionskrankheiten auf Reisen: Von Borreliose bis West-Nil-Fieber

Viren und Bakterien unter dem Mikroskop betrachtet
Viren und Bakterien verursachen auf Reisen zahlreiche Infektionen. Wer die Ursachen kennt, kann sich besser schützen ∙ © iStock.com/Nopparit

Wer die Gefahren und Symptome kennt, kann sich auf Reisen besser gegen Infektionen schützen. Hier gibt der Reisemedizinische Informationsdienst des ADAC einen Überblick über verbreitete Infektionskrankheiten von Borreliose bis West-Nil-Fieber.

Borreliose

Verbreitung der Borreliose

Nach unterschiedlichen Hochrechnungen erkranken in Deutschland etwa 40.000 bis 120.000 Menschen pro Jahr neu an Borreliose, in Studien werden noch weit höhere Zahlen geschätzt. In jedem Fall ist die Borreliose die mit Abstand häufigste von Zecken übertragene Krankheit in unseren Breiten.

Anders als bei der Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), die schwerpunktmäßig in bestimmten Gegenden vorkommt, kann man sich mit Borrelien auf der gesamten nördlichen Halbkugel infizieren. Die Bakterien leben normalerweise im Blut von Mäusen oder Vögeln und werden durch Zeckenstiche in den Körper des Menschen übertragen. Allerdings brauchen sie dafür meist über 12 Stunden. Man hat also gute Chancen, die Zecke vorher zu entfernen und die Übertragung zu vermeiden.

Symptome bei Borreliose

Kommt es zu einer Infektion beim Menschen, tritt in mehr als 80 Prozent der Fälle nach einigen Tagen, aber auch noch Wochen später, ein roter, scharf begrenzter und langsam wachsender Fleck um die Stichstelle herum auf. Sonst ist dieses Stadium der Erkrankung praktisch nicht von einer Grippe zu unterscheiden – hinter mancher "Sommergrippe" dürften in Wahrheit Borrelien stecken.

Besonders bei Kindern kann es innerhalb weniger Tage zu Lähmungen, häufig im Gesicht, kommen. Andere Krankheitszeichen und Schäden treten erst nach Monaten und sogar Jahren auf, wobei je nach Bakterientyp eher die Gelenke, das Herz, die Haut oder das Nervensystem betroffen sind. Auch schwere bleibende Schäden kommen vor.

Behandlung der Borreliose

Gegen Borreliose in Europa gibt es keine Schutzimpfung, auch eine durchgemachte Erkrankung macht nicht immun gegen die Bakterien. Die Krankheit ist aber, wenn sie rechtzeitig erkannt wird, gut mit gängigen Antibiotika zu behandeln.

Entscheidend für die Vermeidung von Spätschäden ist also, die Borreliose möglichst früh zu erkennen. Die vorsorgliche Gabe eines Antibiotikums nach jedem Zeckenstich wird aber von den meisten Experten ebenso wenig empfohlen, wie das Einsenden entfernter Zecken zur Untersuchung. Borreliose wird, wie FSME, nicht direkt von Mensch zu Mensch weitergegeben.

Cholera

Verbreitung der Cholera

Cholera tritt dort auf, wo eine zuverlässige Trennung von Trink- und Abwasser nicht gewährleistet ist, also meist in den Elendsvierteln großer Städte oder nach Naturkatastrophen, bei denen z.B. das Abwassersystem beschädigt wurde.

Infizierte Personen müssen nicht unbedingt erkennbar krank sein, scheiden die verursachenden Bakterien aber über den Darm aus. Unter schlechten hygienischen Bedingungen können sie so ins Trinkwasser und auf Nahrungsmittel gelangen und weitere Personen infizieren.

Nur ein kleiner Teil (ca. 10 Prozent) der mit Cholera Infizierten wird richtig krank, die große Mehrheit hat milde oder gar keine Symptome. Bei Hoteltouristen ist Cholera eine absolute Seltenheit!

Symptome bei Cholera

Gefährlich für Erkrankte sind die schweren Durchfälle, die das Bakteriengift hervorruft. Sie können zu Flüssigkeitsverlusten von 20 Litern und mehr pro Tag führen. Solche Mengen können durch Trinken natürlich nicht ausgeglichen werden. Das war der Grund für die extrem hohe Sterblichkeit in früheren Jahrhunderten.

Behandlung der Cholera

Werden dagegen rechtzeitig und in großen Mengen einfache Salz-Zucker-Lösungen als Infusion gegeben, können fast alle Betroffenen gerettet werden. Oft ist nicht einmal eine Behandlung mit Antibiotika unbedingt erforderlich. Lebenslang immun ist man allerdings nicht, wenn man die Krankheit einmal durchgemacht hat.

Vorsorge gegen Cholera

Die entscheidende Schutzmaßnahme gegen Cholera ist konsequente Körper-, Nahrungsmittel- und Trinkwasserhygiene. Zwar existiert eine Schutzimpfung, die aber nicht hochwirksam ist und eher für Reisende mit einem besonderen Risiko für Durchfallerkrankungen in Betracht kommt: Patienten mit chronisch entzündlichen Darmerkrankungen (z.B. Colitis Ulcerosa, Morbus Crohn) und Personen, die Medikamente einnehmen müssen, die die Produktion von Magensäure hemmen. Die Schluckimpfung hat aber den positiven Nebeneffekt, dass sie auch gegen den weltweit häufigsten Durchfallerreger (ETEC) einen gewissen Schutz bietet.

Dengue-Fieber

Dengue-Fieber gilt als häufigste von Stechmücken übertragene Viruskrankheit überhaupt.
Mehr über Dengue-Fieber

FSME

Verbreitung der FSME

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) wird von Viren hervorgerufen, die von Zecken zwischen warmblütigen Tieren und Menschen übertragen werden. Rund 300 Fälle werden in Deutschland jährlich gemeldet, Tendenz steigend. FSME kommt in Deutschland hauptsächlich in der Mitte, im Süden und Südwesten vor, wobei Hessen, Baden-Württemberg und Bayern am stärksten betroffen sind. In Europa zieht sich der FSME-Gürtel von Ostfrankreich bis weit nach Russland hinein und von den skandinavischen Südküsten bis nach Italien und auf den Balkan.

Allerdings ist das Infektionsrisiko regional unterschiedlich hoch und zeitlich wechselnd. Die Bezeichnung FSME als solche ist gefährlich irreführend, weil man an einem milden, sonnigen Wintertag ebenso gestochen werden kann, wie nachts im trocken-heißen Hochsommer. Die meisten Infektionen werden in Deutschland in den Monaten Juli und August gemeldet.

Der Speichel der Zecke enthält verschiedene Stoffe, die das Blutsaugen überhaupt erst ermöglichen und wird schon sehr früh nach dem Stich in die Wunde abgesondert.

Symptome bei FSME

Eigentlich ist das Risiko dafür, sich durch einen Zeckenstich eine ernsthafte FSME-Virus-Erkrankung zuzuziehen, gering: Wie bei der Borreliose treten in den allermeisten Fällen nur grippeähnliche Krankheitszeichen auf. Weil die drohenden Schäden, z.B. durch Entzündungen des Gehirns, des Rückenmarks und deren Häute, aber sehr schwer, ja sogar lebensbedrohlich sein können und es zudem keine ursächliche Behandlung gibt, raten Experten bestimmten Personen zur Schutzimpfung. Besonders Erwachsene und ältere Menschen, die sich in belasteten Gebieten viel in der Natur aufhalten, sollten diese Maßnahme in Betracht ziehen.

Impfung gegen FSME

Kinder tragen zwar sehr viel seltener bleibende Schäden davon, sind aber ebenfalls oft wochenlang krank und beeinträchtigt, weshalb auch sie durchaus von einer Impfung profitieren können, wobei bei Kindern unter zwei Jahren Zurückhaltung geboten ist.

Über eine mögliche Erstattung der Kosten für die Impfung sollte man sich bei seiner Krankenkasse erkundigen. Hat man eine Infektion mit FSME-Viren überstanden, ist man lebenslang immun – auch gegen die Virustypen in Russland und Asien.

Gelbfieber

Gelbfieber ist eine gefährliche Viruskrankheit, die von bestimmten Stechmücken übertragen wird. Mehr Infos über Gelbfieber

Grippe

Verbreitung der Grippe

Bei einer Erkältung oder einem grippalen Infekt verschwinden die leichten bis mittelschweren Beschwerden praktisch immer innerhalb einiger Tage ohne bleibende Schäden. Nicht mit diesem "banalen Infekt" verwechselt werden darf die "echte" Grippe (Influenza), auch wenn die Beschwerden, besonders zu Beginn der Erkrankung ähnlich sein können. Eine echte Grippe ist eine ernste Erkrankung, die beim Menschen von Influenzaviren und zwar in aller Regel solchen der Gruppen A und B hervorgerufen wird.

Influenzaviren kommen überall auf der Welt vor. Sie können zwar prinzipiell jedes Organ befallen, sind beim Menschen aber besonders gut an die Verhältnisse angepasst, die in den Atemwegen von der Nase bis in die Lungen herrschen. Sie werden also sowohl ein- als auch ausgeatmet und natürlich beim Niesen und Husten in größeren Mengen freigesetzt.

Auf den Händen, auf Oberflächen und in den Wassertröpfchen der Luft können die Viren über viele Stunden bis hin zu Tagen aktiv bleiben. Als Hauptüberträger werden allgemein Kinder angesehen. Grippeinfizierte können andere Menschen schon ein bis zwei Tage früher anstecken als die Krankheit bei ihnen selbst spür- und sichtbar wird.

Epidemien, bei denen 15 bis 20 Prozent einer Bevölkerung erkranken, können sowohl von Influenza-A- als auch von Influenza-B-Viren hervorgerufen werden. Weil sich besonders Influenza-A-Viren sehr schnell teilweise verändern, werden sie in der nächsten Grippesaison nicht mehr zuverlässig erkannt und können erneut zu einer Epidemie führen. Große, weltumspannende Pandemien beim Menschen werden nur von sehr stark umgebildeten, quasi "neuen" Viren der Gruppe A verursacht.

Symptome bei Grippe

Ein wesentliches Unterscheidungsmerkmal zwischen Grippe und Erkältung ist der Beginn der Erkrankung: Fühlt bei einer Erkältung manch einer, dass "etwas im Anzug ist", so beginnt eine Grippe typischerweise regelrecht schlagartig: Binnen Stunden entwickelt sich aus relativem Wohlbefinden heraus ein schweres Krankheitsbild mit andauerndem, hohem Fieber (über 39 Grad Celsius), Schüttelfrost und massiven Kopf- und Gliederschmerzen. Dazu können eine ausgeprägte Schwäche und natürlich alle Symptome vorhanden sein, die bei gewöhnlichen Erkältungen vorkommen. Auch Durchfall ist nicht selten.

Junge und sonst gesunde Menschen haben in der Regel nach einer Woche das Schlimmste hinter sich. Zu lebensbedrohlichen Komplikationen kann es aber kommen, wenn sich Bakterien auf den durch Viren geschädigten Schleimhäuten ausbreiten. Sie können zu Lungenentzündungen führen, die der Grund die meisten Todesfälle sind.

So dramatisch verläuft Grippe hauptsächlich bei kleinen Kindern, älteren Menschen und Personen, die schon vor Beginn der Erkrankung nicht gesund waren. Ein besonders hohes Risiko tragen Menschen mit chronischen Herzkrankheiten, Krankheiten der Atemwege (z.B. Asthma) und geschwächter körpereigener Infektabwehr.

Behandlung der Grippe

Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, kann der weitere Verlauf nur noch schwer beeinflusst werden. Zwar gibt es Medikamente, die zumindest die Krankheitsdauer um ein oder zwei Tage verkürzen, und mit denen offenbar auch schwere Komplikationen seltener auftreten. Sie müssen aber spätestens 48 Stunden nach Beginn der Beschwerden gegeben werden, um ihre Wirkung entfalten zu können.

Auch sollten sie nur angewendet werden, wenn man zuverlässig davon ausgehen kann, dass es sich um eine echte Influenza handelt. Werden sie unkontrolliert gegeben, entstehen schnell resistente Virusstämme, gegen die es dann praktisch kein Mittel mehr gibt.

Das oberste Ziel der Behandlung sollte sein, keine weiteren Personen anzustecken. In aller Regel reichen hierfür Bettruhe und Pflege zu Hause im Einzelzimmer aus. Nur ein kleiner Teil der Erkrankten muss im Krankenhaus behandelt werden. Antibiotika, die gegen Viren wirkungslos sind, werden eingesetzt, um die oft parallel bestehenden bakteriellen Infektionen zu bekämpfen.

Vorsorge gegen Grippe

Grippe tritt vor allem in der kalten Jahreszeit auf. Körperliche Aktivität im Freien, regelmäßiges Lüften, Meiden von Menschenansammlungen und vor allem häufiges, gründliches Händewaschen senken das Gripperisiko deutlich. Experten raten darüber hinaus zur Grippeschutzimpfung, deren Kosten von den Krankenversicherungen übernommen werden.

Hantaviren

Verbreitung der Hantaviren

Diese Viren wurden nach einem Fluss in Korea benannt, in dessen Umgebung in den 1950er-Jahren viele amerikanische Soldaten an Fieber mit Nierenversagen erkrankten. Zwei Verwandte dieses Virus kommen auch in Deutschland vor: Das Puumala-Virus ist für fast alle bekannten Krankheitsfälle hierzulande verantwortlich, das Dobrava-Virus wird vereinzelt gefunden. Schwerpunkte sind der Süden des Bayerischen Walds und die Schwäbische Alb, im Norden das Münsterland und die Gegend um Osnabrück.

Verteilung und Häufigkeit hängen eng mit der Verbreitung und Entwicklung bestimmter Mäuse und Ratten zusammen: Gibt es z.B. viele Rötel- oder Brandmäuse, werden in der Regel auch viele Fälle von Hantavirusinfektionen gemeldet. Mit Hantavirus infizierte Mäuse werden selbst nicht krank, scheiden die Viren aber mit Speichel, Urin und Kot aus. In getrocknetem Mäusekot bleiben die Viren tage- bis wochenlang infektiös. Sie werden mit aufgewirbeltem Staub oder angeknabberter Nahrung vom Menschen aufgenommen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch oder über Insekten und Zecken spielt in Deutschland keine Rolle.

Symptome bei Hantavireninfektion

Meist zwei bis vier Wochen nach der Aufnahme von Puumala-Viren zeigen etwa 10 Prozent der Betroffenen Grippesymptome mit Fieber. Diese oft als Sommergrippe gedeutete Episode vergeht meist nach einigen Tagen ohne Schäden zu hinterlassen.

Bei einem Teil der Patienten kommt es aber zu einem Krankheitsverlauf mit schwerem Befall der Nieren, der eine Dialyse erforderlich machen und dessen Beschwerden sich wochenlang hinziehen können. Todesfälle sind glücklicherweise äußerst selten. Ist die Krankheit überstanden, besitzt man vermutlich lebenslange Immunität gegen diesen speziellen Virustyp.

Behandlung der Hantavireninfektion

Eine ursächliche Behandlung gibt es wie bei den meisten Viruskrankheiten nicht. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, können nur noch lebenswichtige Funktionen gesichert und Beschwerden gelindert werden.

Vorsorge gegen Hantaviren

Da es gegen Hantaviren keine Schutzimpfung gibt, besteht die wichtigste Schutzmaßnahme darin, nicht mit dem Virus in Kontakt zu kommen. Besonders bei Reinigungsarbeiten in Räumen, zu denen Mäuse Zugang haben können (Schuppen, Gartenhäuschen, Jagd- u. Berghütten etc.) sollten Staubschutzmasken und Handschuhe getragen werden. Feuchte Reinigung ist vorzuziehen, weil dabei weniger Staub aufgewirbelt wird. Auch wenn von Hausmäusen und Ratten offenbar keine Gefahr ausgeht, sollten Nager mit aller Konsequenz aus Wohn- und Vorratsräumen verdrängt und entfernt werden.

Hepatitis A und B

Unter den vielen verschiedenen Ursachen einer Leberentzündung (Hepatitis) sind Hepatitis-Viren die häufigsten. Mehr über Hepatitis A und B

Japanische Enzephalitis

Verbreitung der Japanischen Enzephalitis

Japanische Enzephalitis (JE) wird von einem Virus verursacht und tritt in ganz Asien auf, bevorzugt in ländlicheren Gebieten. Das Virus, das hauptsächlich in Wasservögeln, (z.B. Reihern), Reptilien und Schweinen vorkommt, wird, besonders während Regenzeiten, von verschiedenen Stechmückenarten übertragen.

Symptome bei Japanischer Enzephalitis

Von den Personen, die so mit JE infiziert wurden, erkrankt zwar nur ein sehr kleiner Teil, und auch von diesen leiden die meisten nur an grippeähnlichen Beschwerden. Bei einem sehr kleinen Teil der Betroffenen kommt es zu einer Entzündung des Zentralnervensystems.

Jedes Jahr werden mehrere Zehntausend solcher schwerer Fälle gemeldet, von denen bis zu einem Drittel, meist Kinder, an den Folgen sterben. Bei einem weiteren Drittel bleiben dauerhafte nervliche und seelische Störungen zurück. Gegen die einmal ausgebrochene Viruskrankheit ist eine gezielte Behandlung nicht mehr möglich.

Vorsorge gegen Japanische Enzephalitis

Konsequenter Schutz vor Mückenstichen ist entscheidend. Es gibt auch eine Schutzimpfung, die für alle Länder empfohlen wird, in denen die Krankheit vorkommt. Der in Deutschland eingeführte Totimpfstoff ist mittlerweile auch für Kinder ab dem dritten Lebensmonat zugelassen. Für eine gute Schutzwirkung sind bei Erwachsenen zwei Impfungen im Abstand von vier Wochen (oder einer Woche = Kurzschema) erforderlich. Über ein mögliche Übernahme der Kosten für die Impfung sollte man sich bei seiner Krankenkasse erkundigen.

Keuchhusten (Pertussis)

Verbreitung des Keuchhustens

Keuchhusten (Pertussis) wird von Bakterien ausgelöst, die mit kleinsten Tröpfchen beim Niesen und Husten von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Symptome bei Keuchhusten

Die hochansteckende Krankheit verläuft typischerweise in drei Stadien: Während der ersten ein oder zwei Wochen ist sie nicht von einer gewöhnlichen Erkältung zu unterscheiden.

Danach wird der Husten aber so schnell ("Stakkato-Husten") und die Anfälle so häufig und heftig, dass die betroffenen Kinder in schwere Atemnot geraten können. Das typische Keuchen, von dem die Krankheit ihren Namen hat, tritt bei etwa der Hälfte der kleinen Patienten auf. Oft kommt es nach den Hustenanfällen mit Herauswürgen von sehr zähem Schleim auch zu Erbrechen.

In der dritten Phase, die mehrere Wochen lang dauern kann, nehmen die Beschwerden allmählich ab. Lebensbedrohliche Verläufe mit schweren Lungen- und Gehirnentzündungen kommen vor. Bei Jugendlichen und Erwachsenen besteht oft nur gewöhnlicher, aber wochenlang anhaltender Husten.

Behandlung des Keuchhustens

Obwohl in Deutschland recht hohe Durchimpfungsraten erreicht werden, muss man immer noch mit mehr als 150.000 Fällen pro Jahr rechnen – vor allem bei Erwachsenen, die, anders als früher, mittlerweile 60 Prozent der Patienten ausmachen. Dies hängt damit zusammen, dass die Schutzimpfung nach ca. 10 Jahren ihre Wirkung verliert und auch die Immunität nach durchgemachter Krankheit nicht viel länger anhält.

Zwar kann Keuchhusten auch mit Antibiotika behandelt werden, allerdings nur, wenn die Diagnose frühzeitig gestellt wird, was selten der Fall ist. Da die Krankheit sehr leicht übertragen wird, sollen Patienten in Einzelzimmern isoliert und Personen aus der engeren Umgebung vorsorglich geimpft werden.

Malaria

Malaria wird nicht von Bakterien oder Viren, sondern von Plasmodien, einzelligen Parasiten, hervorgerufen. Mehr über Malaria

Masern

Verbreitung der Masern

Masern sind im Bewusstsein der meisten Menschen eine reine Kinderkrankheit, die zwar hohes Fieber und den bekannten Hautausschlag hervorruft, ansonsten aber harmlos ist. Diese Einschätzung ist nicht gerechtfertigt: Das Virus kann auch ein sehr schweres Krankheitsbild verursachen, das dann lebensgefährliche Lungen-, Hirnhaut- und Nervenentzündungen einschließen kann.

Erwachsene Patienten sind von solchen Komplikationen besonders oft betroffen. Bei kleinen Kindern kann es noch viele Jahre nach der Erkrankung zu schweren Gehirnschädigungen kommen. Dass bestimmte Krankheiten als Kinderkrankheiten bezeichnet werden, hat seinen Grund darin, dass sie extrem ansteckend sind und daher meist schon in der Kindheit durchgemacht werden. Es bedeutet durchaus nicht, dass es sich bei ihnen um Bagatellen handelt.

Symptome bei Masern

Normalerweise sind Masern in den ersten drei, vier Tagen nicht von einer Grippe zu unterscheiden. Erst mit Auftreten roter Flecken am Kopf (z.B. hinter den Ohren), die sich im Laufe von einigen Tagen über den ganzen Körper ausbreiten, wird auch der Laie den Verdacht auf Masern äußern. Auf einige Tage mit hohem Fieber folgt in der Regel die Erholung, und die Rötungen werden blasser. Zehn bis zwölf Tage nach Beginn der Beschwerden fühlen sich die allermeisten Patienten wieder wohl.

Behandlung von Masern

Da keine ursächliche Behandlung von Masern existiert, beschränken sich die Maßnahmen darauf, das Fieber zu senken und den Patienten in einem eher dunklen Raum zu pflegen.

Vorsorge gegen Masern

Die Schutzimpfung gegen Masern wird in Deutschland für alle Kinder, ebenso aber für Jugendliche und solche Erwachsenen empfohlen, die keinen sicheren Schutz (komplette Impfung, sicher durchgemachte Erkrankung) vor der Krankheit haben. Die Impfung (in aller Regel zusammen mit einer Impfung gegen Mumps und Röteln) schützt nicht nur den Geimpften, sondern auch seine Umgebung und hilft so die Krankheit einzudämmen.

Wer zwei Impfungen erhalten hat, ist lebenslang zuverlässig geschützt. Abgesehen von der Impfung bleibt Ungeschützten in Risikogebieten nur die Möglichkeit, jeden engeren Kontakt zu anderen, z.B. in öffentlichen Verkehrsmitteln und bei Menschenaufläufen, zu meiden.

Mumps

Verbreitung von Mumps

Mumpsviren sind weltweit verbreitet und führen in unseren Breiten hauptsächlich in der kalten Jahreszeit zu Infektionen. Betroffen sind vor allem Kinder und Jugendliche, die sich über Tröpfchen beim Niesen oder Husten anstecken, wobei aber in etwa einem Drittel der Fälle keinerlei Beschwerden auftreten.

Symptome bei Mumps

Erkrankte leiden unter Symptomen wie bei einer Grippe, bevor sich im typischen Fall die Schwellung der Speicheldrüsen vor den Ohren einstellt. Nach etwa einer Woche ist die Erkrankung in der Regel überstanden.

Ihren Ruf als harmlose Kinderkrankheit hat Mumps aber zu Unrecht: Bei schweren Verläufen kann es zu einer Beteiligung der Hirnhäute wie auch des Gehirns selbst kommen. Dann sind dauerhafte Schäden nicht ausgeschlossen. Solche Komplikationen betreffen Erwachsene häufiger als Kinder. Als Komplikation gefürchtet ist auch eine Entzündung der Hoden (Mumpsorchitis), die zu Sterilität führen kann.

Vorsorge gegen Mumps

Gegen Mumps gibt es eine Schutzimpfung, die außerdem auch Impfstoffe gegen Masern und Röteln enthält (MMR). Bei Kindern wird empfohlen, sie in den ersten beiden Lebensjahren zweimal zu impfen. Erwachsene, bei denen unklar ist, ob sie geschützt sind, erhalten eine einzige Dosis. Durchgemachte Krankheit und komplette Impfung schützen lebenslang vor Neuerkrankung.

Schlafkrankheit

Verbreitung der Schlafkrankheit

Die Schlafkrankheit (afrikanische Trypanosomiasis) wird von einzelligen Parasiten (Trypanosomen) hervorgerufen. Von den vielen existierenden Arten sind nur wenige für Menschen gefährlich, und diese kommen nur in ländlichen Gebieten im tropischen Afrika und Lateinamerika vor.

Symptome bei Schlafkrankheit

Von Tieren auf den Menschen übertragen werden die afrikanischen Erreger durch den Stich der Tsetsefliege. Teilweise kommt es zu einer Schwellung an der Stichstelle und nach wenigen Wochen zu Symptomen wie Fieber und vergrößerten Lymphknoten. In dieser Phase wird meist nicht an die Schlafkrankheit als mögliche Ursache gedacht. Die Erkrankung verläuft sehr langwierig und endet, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, nach Monaten und Jahren tödlich.

Behandlung der Schlafkrankheit

Eine medikamentöse Therapie ist umso erfolgversprechender, je früher sie begonnen wird. Die verfügbaren Medikamente haben aber z.T. erhebliche Nebenwirkungen. Eine Schutzimpfung existiert nicht, entscheidend ist konsequenter Schutz gegen Insektenstiche.

Tollwut

Verbreitung der Tollwut

Erreger der Tollwut sind Viren, die meist über infizierten Speichel, auch durch kleinste Verletzungen in den Körper von Mensch und Tier gelangen. Das übertragende Tier muss nicht erkennbar krank sein, eine Übertragung über Blut, Urin oder Milch gilt aber als ausgeschlossen.

Während in vielen Ländern streunende Hunde, Füchse und Waschbären zu den häufigen Überträgern zählen, sind dies in Mitteleuropa meist Fledermäuse. Während das Erkrankungsrisiko in Deutschland minimal ist, kommt Tollwut in vielen Ländern Osteuropas, besonders aber in Asien, Afrika und Südamerika häufig vor.

Ein besonderes Gefahrenpotenzial für Reisende stellen Affen oder streunende Hunde dar – und das nicht nur in ländlichen Gebieten: Auch in der Millionenstadt Bangkok ist ein beachtlicher Teil der Straßenhunde mit Tollwut infiziert.

Symptome der Tollwut

Von den infizierten Menschen erkranken bis zu zwei Drittel; die Angaben hierzu schwanken aber in weiten Grenzen. Erste Krankheitszeichen können etwa 10 Tage, aber auch erst viele Wochen nach dem auslösenden Ereignis auftreten, das dann häufig längst vergessen ist.

Neben unverdächtigen Symptomen wie Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Husten und Durchfall werden dann oft Schmerzen, Jucken oder Kribbeln in der Nähe der ursächlichen Verletzung bemerkt. In den folgenden Tagen kommen zunehmend Wesensveränderungen (Reizbarkeit, Unruhe, Angst), Krämpfe, Speichelfluss aus dem Mund bei gleichzeitiger Scheu vor Wasser und andere Krankheitszeichen hinzu.

Im Endstadium der Erkrankung werden die Patienten ruhiger und die Krämpfe weichen Lähmungen, die sich bei vollem Bewusstsein über den Körper ausbreiten. Werden die lebenswichtigen Funktionen Atmung und Kreislauf nicht durch intensivmedizinische Maßnahmen unterstützt, tritt der Tod frühestens vier, längstens ca. 20 Tage nach Auftreten der ersten Symptome ein.

Vorsorge gegen Tollwut

Die wichtigste Regel zum Schutz vor Tollwut auf Reisen lautet: Streicheln und Füttern verboten! Meiden Sie in Risikogebieten jeden Kontakt zu Tieren (auch zu Haustieren) und lassen Sie mitreisende eigene Tiere auch dann vor der Reise impfen, wenn dies nicht ausdrücklich verlangt wird.

Reisende, die länger als vier Wochen in einer Region mit Tollwutrisiko bleiben und sich viel auf dem Land aufhalten, sollten sich ebenso gegen Tollwut impfen lassen, wie solche, die dort unter einfachen Bedingungen unterwegs sein wollen (z.B. Rucksack- u. Fahrradtouristen). Auch Höhlenforschern und anderen Personen, die in Kontakt mit Fledermäusen kommen können, ist eine Impfung zu empfehlen.

Vor Reisen in gefährdete Regionen, von denen aus nicht innerhalb eines Tages eine Großstadt erreicht werden kann, sollte großzügiger geimpft werden. Moderne Impfstoffe und vor allem das wichtige Hyperimmunglobulin stehen in ländlichen Gegenden in der Regel nicht zur Verfügung.

Kinder schließlich sollten eher geimpft werden; sie sind häufiger betroffen. Über eine mögliche Übernahme der Kosten für eine Tollwut-Impfung kann man sich bei seiner Krankenkasse erkundigen. Werden Sie ohne Impfschutz in einem Risikogebiet von einem Tier verletzt, sollten Sie alles daran setzen, so schnell wie möglich kompetent behandelt zu werden. Ist die Krankheit erst einmal ausgebrochen, besteht keine Hoffnung auf Rettung.

West-Nil-Fieber

Verbreitung des West-Nil-Fiebers

Die Krankheit hat ihren Namen von einem Distrikt im Norden Ugandas an der Grenze zur Demokratischen Republik Kongo, wo sie in den 1930er-Jahren erstmals festgestellt wurde. In den folgenden Jahrzehnten breitete sie sich entlang der Vogelzugrouten aus: Neben Nahem und Mittlerem Osten sind auch Russland, Indien und Indonesien betroffen. Besonderes Medieninteresse fand die Entwicklung in den Vereinigten Staaten, wo die Krankheit, von New York ausgehend, seit 1999 das gesamte Land erfasst hat.

In Europa wurden Fälle aus Südfrankreich, Italien, Rumänien, Ungarn, Österreich, Portugal und Griechenland gemeldet. Im Ausland stecken sich die meisten Europäer in den USA oder Israel an. West-Nil-Fieber ist eigentlich eine Vogelkrankheit, die von verschiedenen Stechmückenarten von Vogel zu Vogel übertragen wird. Die Übertragung auf Säugetiere (vor allem Pferde) und Menschen wird als "Versehen" betrachtet, da sie für die Viren eine Art Sackgasse darstellen.

Symptome bei West-Nil-Fieber

80 Prozent aller Infektionen beim Menschen verursachen keinerlei Beschwerden, 20 Prozent der Befallenen erleben die Infektion als heftige Sommergrippe von drei bis fünf Tagen Dauer. Hohes Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, geschwollene Lymphknoten und rote Flecken, vor allem an Bauch, Brust und Rücken bestimmen dann das Bild.

In dieser Phase kann West-Nil-Fieber leicht mit Dengue-Fieber verwechselt werden, mit dem es sich manche Verbreitungsgebiete teilt. In seltenen Fällen (unter 1 Prozent) kommt es zu Entzündungen von Gehirn, Hirnhäuten und Herzmuskel, die lebensbedrohlich werden können. Hiervon sind ganz überwiegend alte Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem betroffen.

Vorsorge gegen das West-Nil-Fieber

Da eine Schutzimpfung nicht zur Verfügung steht, bleibt nur, sich konsequent vor Mückenstichen zu schützen. Dies gilt besonders für wasserreiche Vogelparadiese (Mündungsdeltas) und Gegenden mit Bewässerung in der Landwirtschaft (Reisanbau).

Viele Infektionen kann man verhindern durch konsequenten Schutz gegen Insektenstiche.

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