Die Infektionskrankheit Bilharziose ist besonders in den (Sub-)Tropen verbreitet. Wie Sie sich auf Reisen schützen und mit welchen Symptomen sich die Erkrankung zeigt. Erste Symptome ähneln einem grippalen Infekt Frühzeitige Diagnose ist wichtig In Risikogebieten Kontakt mit Süßwasser vermeiden Die Bilharziose (auch Schistosomiasis) ist eine Infektionskrankheit, die durch Parasiten verursacht wird. Die Erreger kommen vor allem in den Tropen und Subtropen vor. Der Klimawandel fördert eine Verbreitung Richtung Norden, zum Beispiel nach Südeuropa. Infektion im Süßwasser Erreger der Bilharziose sind Saugwürmer der Gattung Schistosoma (Pärchenegel). Die Übertragung erfolgt durch sogenannte Zerkarien (Larven im Entwicklungszyklus der Pärchenegel), die in tropischen Zonen in verunreinigtem, stehendem oder langsam fließendem Süßwasser vorkommen. Wenn Menschen darin baden, schwimmen oder waten, dringen die Zerkarien in die Haut ein und können so zu einer Infektion führen. Verbreitung der Bilharziose Die Bilharziose ist in Afrika und Südamerika, in der Karibik, im Nahen und Mittleren Osten sowie in Asien verbreitet. Aufgrund des Klimawandels ist der Erreger mittlerweile auch in Südeuropa zu finden. So kam es seit 2013 immer wieder zu Bilharziose-Fällen auf Korsika, vor allem durch Infektionen im Cavu-Fluss im Südosten der Insel. Bilharziose auf Reisen vermeiden Eine Impfung gegen Bilharziose gibt es bislang nicht. Reisende sollten daher in Gebieten, in denen die Bilharziose vorkommt, Kontakt zu Süßwasser (zum Beispiel durch Tauchen, Wasserki fahren, Schwimmen) unbedingt vermeiden. Auch unbehandeltes Leitungswasser, das direkt aus Süßwasserquellen kommt, könnte Zerkarien enthalten. Das schützt vor einer Infektion: feinmaschige Wasserfilter verwenden Badewasser fünf Minuten lang auf 50 Grad Celsius erhitzen oder Wasser mehr als 24 Stunden stehen lassen Meerwasser und behandeltes Wasser im Schwimmbad (zum Beispiel durch Chlor) gelten als unbedenklich Symptome bei Bilharziose Das Eindringen von Zerkarien über die Haut kann einen juckenden Ausschlag an der Eintrittsstelle verursachen, der sich innerhalb von Stunden oder bis zu einer Woche nach dem Kontakt mit verunreinigtem Wasser entwickelt. Anschließend verläuft die Krankheit in zwei Phasen: Akute Bilharziose (auch Katayama-Fieber genannt, zwei bis acht Wochen nach der Infektion): Dabei handelt es sich um eine Reaktionen des Immunsystems auf die Parasiten im Körper. Typische Anzeichen dafür sind rasch ansteigendes Fieber, Husten, Kopfschmerzen und Schüttelfrost. In seltenen Fällen treten auch Bauchschmerzen, Durchfälle oder Leberschäden auf. Chronische Bilharziose (Symptome erst Jahre bis Jahrzehnte nach der Infektion, abhängig von der im Körper vorhandenen Anzahl der Würmer): Die abgelegten Eier führen zu einer Entzündung im betreffenden Gewebe, die auch die Organe stark schädigen kann. Generell gibt es zwei Hauptformen der Bilharziose. Anzeichen für Darmbilharziose sind Bauchschmerzen, Durchfall mit Blut im Stuhl, Müdigkeit und Blutarmut durch den dauernden Blutverlust. Zudem verändert sich die Darmschleimhaut, und die Betroffenen werden anfällig für andere Krankheitserreger (unter anderem Salmonellen). Symptome der Blasenbilharziose sind Schmerzen beim Wasserlassen, Blut im Urin, häufige Harnwegsinfektionen. Durch die Veränderungen der Blasenschleimhaut steigt zudem das Risiko für Blasenkrebs. Mitunter sind bei Frauen auch die Eileiter befallen. Das kann zu Unfruchtbarkeit und einem erhöhten Risiko für Bauchhöhlenschwangerschaften führen. Die Eier können bei einem starken Befall in andere Organe wie etwa die Lunge oder die Leber gelangen. Auch das zentrale Nervensystem kann beeinflusst sein. Das Immunsystem versucht, die Eier zu bekämpfen, das kann die betreffenden Organe stark schädigen (zum Beispiel durch Vernarbungen). Auch die Durchblutung kann gestört sein. In der Leber kann das zu einem sogenannten Pfortaderhochdruck führen, der die Leber und die Venen in der Speiseröhre vergrößert. Wie wird Bilharziose diagnostiziert? Der Arzt oder die Ärztin wird zu Beginn der Diagnosestellung erfragen, ob ein Aufenthalt in einem gefährdeten Gebiet stattgefunden hat und ob bestimmte, mit einer Bilharziose verbundene Beschwerden vorliegen. Weitere Untersuchungen können einen Verdacht bestätigen. Mikroskopischer Nachweis von Parasiteneiern im Stuhl oder Urin: Bis die Eier ausgeschieden werden, können vier bis zwölf Wochen vergehen. Manchmal können auch gar keine Eier nachgewiesen werden, obwohl eine Infektion vorliegt. Blutuntersuchung: Nachweis von Antikörpern (frühestens drei Monate nach einer Infektion aussagekräftig) oder bestimmte Veränderungen des Blutbildes. Behandlung mit Wurmmittel In der akuten Phase der Infektion (Katayama-Fieber) erfolgt die Behandlung symptomatisch. Bei schweren Verläufen oder neurologischen Symptomen werden Kortisonpräparate verabreicht. Um die Parasiten abzutöten, steht ein Wurmmittel zur Verfügung. Es wirkt nur bei erwachsenen Würmern, daher sollte der Wirkstoff erst ab vier bis sechs Wochen nach der Infektion eingenommen werden. Die Dosierung richtet sich nach der jeweiligen Schisostoma-Art. Im Anschluss finden weitere Kontrolluntersuchungen statt. Dadurch lässt sich feststellen, ob die Behandlung wirksam war und noch Eier im Urin oder Stuhl zu finden sind. Nach einem oder zwei Jahren erfolgt zudem ein Antikörpertest. Schwangere Frauen werden in der Regel erst nach der Geburt behandelt, auch wenn Forschende eine schädliche Wirkung des Wirkstoffs auf das Ungeborene nicht direkt nachweisen konnten. Bilharziose: Verlauf und Heilungschancen Wird die Bilharziose früh erkannt, kann sie in der Regel leicht geheilt werden. Unbehandelt wird sie allerdings chronisch. Im weiteren Verlauf entstehen dadurch Organschäden, die nicht mehr rückgängig zu machen sind. Reisende, die sich in gefährdeten Gebieten aufgehalten haben, sollten daher an eine mögliche Infektion denken und sich frühzeitig untersuchen lassen. Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr. Autorin: Kathrin Rothfischer