Campingtrends 2026: Günstige Kastenwagen, Allrad, Leichtgewichte

• Lesezeit: 8 Min.

Von Andrea Steichele-Biskup

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Wohnmobil Bürstner Papillon
Reduziert aufs Wesentliche: Günstige Einsteigermodelle wie der neue Papillon von Bürstner© Buerstner

Neue günstige Einsteigermodelle bei den Wohnmobilen, noch mehr Allrad-Auswahl, superleichte Caravans, aufblasbares Zubehör und neue Reiseziele: Das sind die Campingtrends 2026.

  • Wohnmobile: Vom günstigen Kastenwagen bis zum Luxus-Allrad

  • Leichtgewichte: Klapp-Caravan und aufblasbare Küche

  • Campingziele: Neben Klassikern auch Albanien und Baltikum gefragt

Inhaltsverzeichnis

Wohnmobile: Mehr günstige Einsteigermodelle

Die Küche im Bürstner Papillon ist serienmäßig mit einem Induktionskochfeld ausgestattet, aber ohne Kühlschrank© Buerstner

"Bei den Wohnmobilen geht die Schere immer weiter auseinander", beschreibt ADAC Campingexperte Dominic Markert die Entwicklung auf dem Markt. Zwar gebe es weiter einen hohen Anteil an Luxus-Fahrzeugen, doch das Angebot an bezahlbaren Einsteigermodellen wachse. Hier habe die Industrie auf die Nachfrage reagiert.

Um die Verkaufspreise zu senken, wird auf große Raumbäder, aufwendige Möbelkonzepte oder umfangreiche Serienausstattungen verzichtet. Stattdessen steht die Konzentration auf das Wesentliche im Vordergrund.

Das zeigten Beispiele wie der neue Papillon von Bürstner (Basis Citroën Jumper), der einen einfachen Einstieg ins Vanlife für unter 40.000 € bieten soll. Dafür bekomme man ein vollwertiges Fahrzeug, auch wenn man Abstriche bei der Ausstattung in Kauf nehmen müsse. Geräte wie zum Beispiel den Kühlschrank können Camper je nach Eigenbedarf selbst hinzufügen.

Tipps für Wohnmobil-Einsteiger

Kleine teilintegrierte Wohnmobile sind eine Alternative zu Campervans. Der ADAC zeigt in einem Vergleich sieben besonders schmale und kurze Modelle sowie ihre Vorteile. Ebenfalls relevant für Wohnmobil-Interessenten: Vorzüge und Nachteile von Alkoven-Modellen

Luxus neu gedacht: Dachterrasse auf dem Kastenwagen

Ein Paar liegt auf der Dachterasse des neuen Westfalia Liner Camper
Der Westfalia Columbus Liner bietet eine Sky Lounge auf dem begrenzten Dach-Platz eines Kastenwagens© Westfalia/Manuel Hollenbach

Auch im Premiumsegment entstehen ungewöhnliche Konzepte. Mit dem Columbus Liner präsentierte Westfalia auf dem Caravan Salon in Düsseldorf einen Kastenwagen, der Luxusliner-Elemente auf kompakte Fahrzeugabmessungen überträgt. Besonderes Merkmal ist die optionale Sky Lounge: Die Dachterrasse schafft zusätzlichen Aufenthaltsraum und zeigt, wie Hersteller versuchen, neue Wohn- und Erlebniswelten selbst auf begrenztem Raum zu realisieren.

Trend zum Selbstausbau

Ein Orca Transporter steht seitleich auf einem feldweg
Auch für Camping-Selbstausbauer: Transporter Orca, besonders leicht durch seine Carbonhülle © Reiter Engineering

Generell sieht Markert einen Trend zum Selbstausbau alltagstauglicher Vans. Zwar hätten die Kastenwagen meist fest verbaute Komponenten. Aber der Stauraum im Heck werde oft modular gehalten, zum Beispiel die Betten aufgeklappt, um Alltagsgegenstände zu transportieren. So sollen Nutzer mit geringem Aufwand mehr Platz bekommen.

Die ideale Basis für Individual-Ausbauer böten spezielle Konzepte wie der neue Transporter Orca, ein Mercedes Sprinter mit Carbon-Hülle. Durch den Leichtbau soll er bis zu 1,6 Tonnen Nutzlast möglich machen. "Ein 3,5-Tonnen-Kastenwagen mit dem Platzangebot eines 7,5-Tonnen-Fahrzeugs", sagt Markert. Das Modell stammt ursprünglich aus dem Motorsport und kann auch einen Rennwagen transportieren.

Allrad-Wohnmobile weiter sehr gefragt

Der Campervan von Youcon steht auf einer Wiese mit geöffneter Schiebetür
Allrad-Mobil: Yucon K-peak von Frankia auf der Basis eines Mercedes Sprinter © Youcon

Weiter sehr gefragt sind Fahrzeuge, die auch auf schwierigem Untergrund und abseits befestigter Straßen problemlos vorankommen, etwa auf Feldwegen, nassen Wiesen oder Schotterpisten. Ob luxuriöse Modelle, Abenteuermobile im Expeditionsstil oder kompakte Kastenwagen – Allrad liegt im Trend über alle Fahrzeugklassen hinweg.

Lang ist mittlerweile die Liste der Hersteller, die 4x4-Fahrzeuge anbieten, meist auf der Basis eines Mercedes Sprinter. Als Highlight der Saison sieht Markert etwa den beim Caravan Salon in Düsseldorf erstmals vorgestellten vollintegrierten Allradliner KABE Traq 4x4. Insgesamt reiche die Palette von Branchen-Größen wie Hymer, Adria, Frankia (Yucon) bis zu Spezialisten wie Kreavans, Rhön Camp oder Offtrack.

Viele Offroad-Fahrzeuge liegen über der derzeitigen Führerschein-Gewichts-Grenze von 3,5 Tonnen, Sprinter teilweise sogar bei 4,9 Tonnen. Daher ist hier die neue EU-Führerscheinrichtlinie relevant.

Wohnwagen: Superleichte Neuheiten und Offroad-Modelle

Der neue Camper Fendt 380
Der superleichte Wohnwagen Fendt Next 380 zeigt die Caravan-Zukunft© Fendt

Als Zugfahrzeuge für Wohnwagen spielen auch E-Autos mittlerweile eine Rolle. Für deren eingeschränkte Reichweite oder für Fahrzeuge mit geringer Anhängelast sind die Super-Leichtgewichte unter den Caravans besonders geeignet.

Die junge Fendt-Marke Next mit dem Leichtbau-Wohnwagen Next 380, der auf eine zulässige Gesamtmasse von lediglich 1000 Kilogramm ausgelegt ist, sieht Markert hier als Vorreiter. Auch das Schwestermodell Next 381 für Familien soll durch niedrige Einstiegspreise neue Zielgruppen ansprechen.

Die mögliche Zukunft des Caravanings zeigt auch Dethleffs c.fold, im eingeklappten Zustand nur 1,65 Meter flach und 775 Kilogramm leicht. Momentan noch ein Prototyp, die Studie entstand laut Hersteller nach der Idee eines caravanbegeisterten Ehepaars, das einen Wohnwagen suchte, der perfekt zu seinem E-Zugfahrzeug passt.

Der klassische Wohnwagen verschwindet nicht, wird jedoch leichter, aerodynamischer und effizienter, meint ADAC Campingexperte Markert. Besonders Modelle unter 1000 Kilogramm dürften an Bedeutung gewinnen.

Weitere leichte Mini-Camper oder Klapp-Anhänger, die selbst von Kleinwagen und E-Autos gezogen werden können, hat der ADAC in einem Überblick über kleine Wohnwagen und Faltcaravans zusammengestellt. Voll im Trend liegen weiterhin auch Dachzelte fürs Auto. Der ADAC hat sieben Dachzelte ohne Hartschale getestet, die man auf dem Auto aufklappt und mit einer Leiter abstützt.

Ein Offroad-Wohnwagen  teht in der Wüste
Der Offroad-Trend hat die Wohnwagen erreicht: Camppass zum Beispiel baut autarke Modelle, die auch in unwegsamem Gelände weiterkommen© CAMPPASS OFFROAD GmbH

Der Offroad-Trend werde mittlerweile auch auf Wohnwagen übertragen, stellt Experte Markert fest: Autarke Caravans, die dank Einzelradaufhängung mit Schraubenfeder auch durch unwegsames Gelände kommen, baut zum Beispiel die österreichische Firma Camppass. Auf dem Dach ihres Flaggschiffs befinden sich Solarmodule mit über 800 Watt. Camper können dank großem Inverter mit Strom kochen und zudem einen 220-Liter-Frischwassertank nutzen.

Elektro-Wohnmobile kommen auf Touren

"Spannend zu sehen, dass es langsam losgeht mit dem Thema E-Mobilität", beschreibt der ADAC Experte erste Ansätze im Campingbereich. Die niederländische Firma Etarki baue zum Beispiel spezielle Fahrzeuge auf Elektro-Antrieb um, etwa den "russischen Bulli", einen Kleintransporter namens Buchanka des Herstellers UAZ, oder einen Lkw auf DAF-Fahrgestell.

In 80 Ladungen um die Welt fahren will "Elektrotrucker" Tobias Wagner im batterieelektrischen Lkw eActros 600 mit Wohnmobil-Aufbau, einem Kooperationsprojekt mit Mercedes-Benz Trucks. Die Route soll über 45.000 Kilometer durch mehr als 35 Länder führen, die Expedition rund ein Jahr dauern.

Und auch die ersten geführten Touren mit rein elektrischen Wohnmobilen werden angeboten, zum Beispiel durch Dänemark.

Rekord bei Gebrauchtfahrzeugen

Insgesamt 94.134 Freizeitfahrzeuge wurden laut dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) 2025 bundesweit neu zugelassen – knapp 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Wohnmobilen wurde ein kleines Plus von 1 Prozent verbucht (75.368 Neuzulassungen), während die Wohnwagen mit 18.766 rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert lagen. Rekordzahlen gab es bei den Gebrauchten: 192.239 Fahrzeuge wechselten 2025 den Besitzer (+2,7 Prozent), davon 111.034 Wohnmobile und 81.205 Caravans.

ADAC Tipps rund um den Kauf eines gebrauchten Wohnmobils

Gut für junge Wohnmobil-Fahrer: Führerschein-Reform

Attraktiver für die jüngere Generation könnte Camping durch eine neue EU-Führerscheinrichtlinie werden. Sie erlaubt, dass künftig alle Wohnmobilfahrerinnen und -fahrer, die ihren Führerschein nach 1999 gemacht haben, mit ihrem Klasse-B-Führerschein auch Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen fahren dürfen. Bisher sind 3,5 Tonnen die Obergrenze.

Allerdings haben die EU-Mitgliedstaaten vier Jahre Zeit, sich auf die Umsetzung vorzubereiten. In der Diskussion ist, dass Inhaber des B-Führerscheins ein spezielles Training oder eine Prüfung absolvieren müssen.

Der ADAC hatte sich jahrelang für die Erweiterung eingesetzt. Auch der Caravaning Industrie Verband (CIVD) bewertet die Reform als wichtigen Fortschritt und appelliert an die Politik, die Umsetzung in Deutschland schnell, unbürokratisch und verbraucherfreundlich zu gestalten.

Fast eine Million Camper wollen ihren Führerschein erweitern, das zeigte im Frühjahr 2026 eine ADAC Umfrage.

Aufblasbar: Küche und Bett

Auch beim Zubehör geht der Trend zum platzsparenden Leichtgewicht. Mit einer gemeinsamen Konzeptstudie zeigen Volkswagen Nutzfahrzeuge und die Firma Stuff Bubble aus dem Allgäu, wie flexibel die nächste Generation von Campervans werden könnte. Statt schwerer dauerhaft verbauter Möbel kommen aufblasbare, modulare Elemente je nach Bedarf zum Einsatz.

Herzstücke des Konzepts sind eine leichte, aufblasbare Küche sowie ein flexibles Bettsystem. Beide Module können unabhängig voneinander genutzt, kombiniert oder außerhalb des Fahrzeugs eingesetzt werden. Sie lassen sich platzsparend lagern und innerhalb weniger Minuten aufbauen.

Damit soll das Familienauto alltagstauglich bleiben und zugleich vollwertige Campingfunktionen bieten.

Mehr individuelle Auswahl: Von Autarkie- bis Winter-Paket

Die klassische Unterteilung in Basis-, Komfort- und Premiumausstattung verliert an Bedeutung, beobachtet Markert. Viele Hersteller setzen stattdessen auf Editions-Modelle, die sich etwa durch sportlichen, besonders komfortablen oder reduzierten Charakter unterscheiden.

Parallel bündeln die Firmen immer häufiger Ausstattungsmerkmale zu Autarkie-, Zuladungs-, Winter- oder Design-Paketen. Durch die vielfältigen Kombinationsmöglichkeiten können Fahrzeuge individueller gestaltet werden, so Markert. Zugleich werde aber auch der direkte Vergleich von Modellen und Preisen für Käufer schwieriger.

Was sind die beliebtesten Campingziele für 2026?

Und wohin geht die Campingreise 2026? Die Klassiker Spanien, Kroatien und Italien bleiben bei den Reisezielen an der Spitze, so Campingexperte Markert. Das zeigte eine Umfrage unter ADAC Regionalclubs, welche Planungen für Routen und Reiseziele sie für 2026 für Mitglieder ausgearbeitet haben. Aber auch Skandinavien liege auf einem hohen Niveau, ebenso das neue Camper-Reiseziel Albanien, zudem werde das Baltikum immer gefragter.

Die Campingplätze bieten immer mehr besondere Extras. "Trendsetter der europäischen Campingszene" prämiert das ADAC Campingportal Pincamp jährlich. Gewinner in der Kategorie Innovation und Fortschritt wurde jetzt beispielweise Union Lido Mare bei Venedig für seinen neuen Wasserpark Speedy Island. Herzstück ist eine vom Canyoning inspirierte Reise durch Stromschnellen, Wasserfälle und Becken.

Zu den Highlights zählen auch ein 10 Meter hoher Rutschenturm sowie ein Abenteuerschloss mit Treppen, Rutschen, Fontänen und Wasserspielen für die Kleinsten. Synchronisierte Wassereffekte, weiche rutschfeste Materialien, ein Wasserrecyclingsystem und Pumpen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden, zeichnen den neuen Park laut Pincamp zudem aus.

In der Kategorie Mietunterkünfte siegte das Camping & Resort Sangulí Salou an der Costa Dorada im spanischen Katalonien mit seiner Africa Bay. Das Resort mit afrikanischen Stilelementen bietet Unterkünfte vom Mobilheim mit privater Terrasse, Außendusche und Grill bis hin zum komfortablen Safari-Zelt mit Bad, Küche und Holzterrasse, dazu passend gestaltet eine Bar und Beach Pools.

Bei einer Auswertung des ADAC Mietwagen-Preisvergleichs zeigte sich, dass bei Auto- und Wohnmobilbuchungen die USA im Vergleich zu früher deutlich seltener gewählt werden und andere Fernreiseziele stärker in den Vordergrund rücken.

Im Camperbereich sind Australien und Neuseeland bei der internationalen Anmietung weiterhin besonders begehrt. In Deutschland bleibt die Wohnmobilvermietung stark: Viele Reisende übernehmen ihr Campingfahrzeug hier an einer Mietstation und fahren anschließend weiter durch europäische Nachbarländer.

Mehr über Reiseziele im Jahr 2026

Mehr Infos rund um Camping hier sowie beim ADAC Campingportal Pincamp.

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