Vergleich: Campingbus oder teilintegriertes Wohnmobil?

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Von Mona Turtschin

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Ein Wohlmobil steht auf einer Straße an einem See
Ein teilintegriertes Wohnmobil, wie hier im Bild, bietet Platz und Komfort auf Reisen. Ein Campingbus ist kleiner, aber besser für den Alltag geeignet© Shutterstock/AlbertoGonzalez

Sie unterscheiden sich bei Größe, Komfort und Fahreigenschaften: Campingbusse und teilintegrierte Wohnmobile. Ein Vergleich.

  • Campingbus auch als Alltagsfahrzeug nutzbar

  • Teilintegrierte Gebrauchte ab 25.000 Euro

  • Führerschein Klasse B meist ausreichend

Wer ein kompaktes Wohnmobil sucht, muss sich entscheiden: zwischen einem Campingbus und einem Teilintegrierten mit separatem Fahrerhaus. Ein Überblick über die Stärken und Schwächen der beiden Fahrzeugtypen.

Wie sind Campingbus und teilintegriertes Wohnmobil aufgebaut?

Beim teilintegrierten Wohnmobil bleibt das Fahrerhaus des Basismodells (z.B. Fiat Ducato oder Ford Transit) weitgehend erhalten und wird aerodynamisch günstig durch einen flachen Dachaufsatz mit dem Wohnbereich verbunden.

Ein Campingbus dagegen ist ein umgebauter kleiner Transporter oder Bus mit Schlafgelegenheit, oft mit kleinem Wohnraum und meist mit einem Aufstelldach für mehr Stehhöhe oder weitere Übernachtungsplätze.

Wo sind die Unterschiede bei Platz und Komfort?

Die Fahrzeugtypen unterschieden sich vor allem in Größe und Ausstattung. Bei teilintegrierten Wohnmobilen gibt es eine große Vielfalt an Modellen von 6,00 bis 7,50 Meter Länge. Es bieten sich viele unterschiedliche Gestaltungsmöglichkeiten bei Schlafplätzen und Wohnbereich.

Trotz leichter Bauweise sind Teilintegrierte mit Bad, Küche und Schlafbereich ausgestattet. Die Dinette grenzt oft an das integrierte Fahrerhaus an, und drehbare Sitze lassen einen geräumigen Essbereich entstehen. Weitere Schlafmöglichkeiten sind in manchen Fahrzeugen durch ein zusätzliches Hubbett verfügbar.

Im Gegensatz dazu muss ein Campingbus zum Schlafen jedes Mal umgebaut werden. Möchte man unten schlafen, muss die Sitzbank umgelegt werden. Ein Aufstelldach muss erst aufgerichtet werden.

Paar sitzt lachenden in ihrem Wohnmobil bei geöffneter Heckklappe
Urlaubsfeeling im Campingbus: Nach dem Umbau der Sitzbank zum Schlafplatz lässt sich bei geöffneter Heckklappe die Aussicht genießen© iStock.com/Mystockimages

Es wird schnell eng und der Stauraum ist kleiner als in teilintegrierten Wohnmobilen. Und wenn man die Sitzbank nach hinten verschiebt, geht das auf Kosten des Kofferraums.

Der Komfort ist relativ beschränkt: Auf ein fest verbautes Bad, Bewegungsfreiheit sowie ein dauerhaftes Bett muss man verzichten.

Auch beim Schlafen kann es unbequem werden, denn die harte Rückbank ist nicht mit einer richtigen Matratze zu vergleichen, eine Auflage kann hier helfen.

Wie wichtig ist die Fahrzeuggröße?

Die kompakte Größe des Campingbusses ist oftmals entscheidend. Er kommt problemlos durch enge Gassen und Straßen sowie Höhenbeschränkungen, da bei den meisten Modellen eine Höhe von 2 Metern nicht überschritten wird.

Beim Buchen einer Fähre ist ein Bus günstiger als ein Teilintegrierter, da er ähnliche bzw. gleiche Maße wie ein Pkw hat. Denn abgerechnet wird hier meist nach Fahrzeuglänge, Höhe und Gewicht.

Ein teilintegriertes Wohnmobil ist zwar meist noch unter 2,90 Meter hoch. Das kann aber bei niedrigen Brücken schon ein Problem sein. Ebenso die Breite auf schmalen Straßen und Baustellenspuren. Beim Planen von Routen hilft die ADAC Drive App, nach dem Login als Mitglied können die exakten Maße und das Gewicht des Fahrzeugs eingetragen werden.

Wie sind die Fahreigenschaften und das Handling?

Die flache Dachform eines teilintegrierten Wohnmobils reduziert den Luftwiderstand und ist somit besonders bei Autobahnfahrten sparsamer und beispielsweise auch weniger anfällig für Seitenwind im Gegensatz zu einem Fahrzeug mit Alkoven. Der Schwerpunkt liegt niedrig, das sorgt trotz der Fahrzeuggröße für ein gutes Kurvenverhalten.

Diese Eigenschaften machen es gut beherrschbar, auch für wenig routinierte Fahrerinnen und Fahrer. Eine erhebliche Erleichterung bieten die tief sitzende, große Frontscheibe, Außenspiegel ähnlich wie bei Pkw und die vertraute Sitzposition.

Trotz der Vorteile kann es zu Schwierigkeiten beim Rangieren kommen, ein ADAC Fahrsicherheitstraining kann hier helfen. Ein Campingbus hingegen fährt sich nahezu wie ein normaler Pkw.

Wo sind die Unterschiede bei Kosten und Alltagstauglichkeit?

Ein teilintegriertes Wohnmobil ist überwiegend ein Freizeitfahrzeug. In Anschaffung, Unterhalt, Verbrauch und Versicherung ist es deutlich teurer als ein Campingbus – aber günstiger als ein vollintegriertes Modell, da die Fahrerkabine im Serienzustand belassen und nicht die gesamte Karosserie vom Hersteller gebaut wird.

Serienbauteile des Basisfahrzeugs sind leicht zu beschaffen, der Motorraum ist gut zugänglich. Die meisten Modelle bleiben auch unter der 3,5-Tonnen-Grenze, der Pkw-Führerschein (Klasse B) ist ausreichend. Gebrauchtfahrzeuge kosten zwischen 25.000 und 35.000 Euro.

Alltagstauglicher ist ein Campingbus, denn er kann als Ersatz für ein Auto dienen. Ein gebrauchter Bus liegt zwischen 20.000 und 40.000 Euro. Der Klasse-B-Führerschein genügt. Außerdem ist der Spritverbrauch niedriger als bei einem Wohnmobil.

Zudem wird keine Mautbox benötigt, denn der Camper hat exakt so viel Maut zu zahlen wie ein normaler Pkw. Geschwindigkeitsbegrenzungen oder Überholverbote, die für Fahrzeuge über 3,5 Tonnen gelten, betreffen den Bus nicht.

Video: Vor-und Nachteile eines Campingbusses

Wie viel Flexibilität bieten Campingbus und Teilintegrierter?

Sowohl ein kurzer Spontantrip als auch längere Reisen allein oder zu zweit sind mit einem Campingbus kein Problem. Wer länger autark sein möchte, sollte über einen Umbau nachdenken.

Hierbei ist es wichtig, zuerst den Verbrauch zu ermitteln, um dann passend zum Bedarf Änderungen an Frisch- und Grauwasser, Elektrik oder Gas in Angriff zu nehmen.

Wer mit der ganzen Familie unterwegs ist und längere Urlaube plant, ist mit dem Wohnmobil auf der sicheren Seite. Es bietet mehr Platz, nichts muss angepasst werden – alles Nötige ist bereits vorhanden. Einen Parkplatz zu finden kann aufgrund der Größe jedoch hin und wieder schwer werden und die Flexibilität einschränken.

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Welches Fahrzeug ist besser für Wintercamping und Sommerhitze?

Ein Teilintegrierter ist im Wohnbereich gut isoliert, jedoch nicht die Fahrerkabine. Im Sommer heizt sich diese stark auf, ohne Sonne kühlt sie jedoch sehr schnell aus. Daher empfiehlt es sich, den Wohnraum vom vorderen Teil mit einem Vorhang abzutrennen.

Wer im Campingbus ein Aufstelldach hat, sollte unbedingt an eine zusätzliche Isolierung des Zellstoffs denken. Sonst kann es gerade in der Nacht schnell kalt werden.

Generell ist das Basisfahrzeug eines Busses wenig bis gar nicht gedämmt. Hitze und Kälte gelangen durch die Scheiben schneller in das Fahrzeug. Thermovorhänge können hier hilfreich sein, um die Temperatur zu regulieren.

Fazit: Campingbus und Teilintegrierter im Vergleich

Ein Campingbus bietet Alltagstauglichkeit kombiniert mit hoher Flexibilität und ist ideal für Alleinreisende oder Paare. Die kompakten Maße machen ihn zu einem guten Begleiter für spontane Wochenendausflüge und Roadtrips, auch auf engen Straßen.

Der Komfort ist höher als beim Zelt, aber noch unter dem eines Wohnmobils. Der Platz ist begrenzt, hier stehen Alltagsmobilität und niedrige Kosten im Vordergrund.

Ein Teilintegrierter eignet sich für Paare oder kleine Familien, die regelmäßig reisen und auch längere Urlaube planen. Dabei darf der Luxus eines fest eingebauten Bettes oder einer Küche nicht fehlen.

Das Wohnmobil bietet ein angenehmes Fahrverhalten, einen moderaten Verbrauch und eine praxisgerechte Größe mit deutlich mehr Platz als in einem Bus.