West-Nil-Fieber in Italien und Griechenland: So hoch ist das Infektionsrisiko

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Von Sabrina Doschek, Regina Ammel

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In Italien werden Pestizide im Kampf gegen das West-Nil-Fieber versprüht
Kampf gegen das West-Nil-Fieber: In einigen Regionen Italiens wurden Pestizide eingesetzt© imago images/ZUMA Press

Der Name täuscht! Das West-Nil-Fieber hört sich zwar wie eine Tropenkrankheit an, ist aber längst keine mehr. Das Virus breitet sich in Europa immer stärker aus, vor allem in Italien und Griechenland. Aber auch in Deutschland und in anderen europäischen Ländern zirkuliert es in den wärmeren Monaten Mai bis November. Wie Reisende sich schützen können.

  • Update: Bereits 1569 Fälle in Europa

  • West-Nil-Fieber: Übertragung durch Stechmücken

  • WHO und Auswärtiges Amt warnen Reisende, Infektionen auch in Deutschland

Die Fälle in Europa nehmen zu. Laut European Centre for Disease Prevention and Control (ECDC) haben 16 Länder mittlerweile über 1500 Fälle einer Infektion mit dem West-Nil-Virus beim Menschen seit dem Frühjahr diesen Jahres gemeldet. Es handelt sich fast immer um Infektionen im eigenen Land und nicht auf Reisen.

Die meisten Fälle verzeichnet Italien mit 696 Erkrankten, danach Griechenland mit 355 (acht davon allerdings mit unbekanntem Infektionsort) und Spanien mit 125 Fällen. Selbst in Österreich wurden sieben Fälle registriert. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft deshalb zu verstärkter Wachsamkeit auf. Insbesondere in Italien und Griechenland hat die Zahl der Erkrankungen durch das Virus zugenommen. Das Auswärtige Amt weist in seinen Reisehinweisen auf das Infektionsrisiko hin und empfiehlt Urlaubern und Urlauberinnen besondere Vorsicht.

West-Nil-Fieber: Wie ist die Lage in Italien aktuell?

Aktuell werden laut Istituto Superiore di Sanità (ISS) weiterhin in 19 der 20 italienischen Regionen Maßnahmen ergriffen, um das West-Nil-Virus zu bekämpfen. Damit ist praktisch ganz Italien betroffen. Die einzige Region, in der es keine West-Nil-Viruszirkulation gibt, ist demnach Basilikata. Bis Mitte September diesen Jahres wurden in Italien 51 Todesfälle registriert.

Der erste West-Nil-Fieber-Fall des Jahres 2026 wurde im Mai in der Provinz Oristano registriert. Die Dunkelziffer könnte jedoch deutlich höher sein. In den letzten Jahren wurden immer wieder Fälle in den Regionen Kampanien, Rom, Piemont, Lombardei, Venetien, Toskana, Molise und Emilia-Romagna gemeldet.

Die italienischen Behörden waren beim Kampf gegen die Mücken zuletzt nicht zimperlich. So wurde zum Beispiel 2025 in der Gemeinde Sessa Aurunca (Kampanien; südlich von Rom) nachts großflächig Insektenschutzmittel versprüht, um eine Ausbreitung des West-Nil-Fiebers durch die Stechmücken zu verhindern.

West-Nil-Fieber in Griechenland

In Griechenland ist die Zahl der Infektionen mit dem West-Nil-Virus weiter deutlich gestiegen. Landesweit wurden seit Jahresbeginn inzwischen 355 Fälle (Stand 28. September 2026) registriert, mehrere Menschen starben nach einer Infektion.

Bei einigen Infizierten entwickelte sich eine schwere Erkrankung des zentralen Nervensystems, darunter Enzephalitis, Meningitis oder andere neurologische Komplikationen. Die meisten Fälle wurden nach Angaben der Gesundheitsbehörde im Großraum Athen festgestellt.

Was sollten Reisende jetzt beachten?

Für Urlauber und Urlauberinnen besteht keine erhöhte Gefahr: Die meisten Infektionen verlaufen ohne jegliche Symptome. Allerdings können in seltenen Fällen schwere neurologische Symptome auftreten. Darauf verweist auch das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen.

Schwere Krankheitsverläufe treffen hauptsächlich ältere oder geschwächte Menschen.

Reisende sollten darauf achten, Insektenschutzmittel zu nutzen und lange Kleidung zu tragen. Damit können bereits viele Mückenstiche verhindert werden. Die italienische Umweltbehörde gibt noch weitere Verhaltenstipps:

  • Vermeiden Sie stehendes Gewässer

  • Wechseln Sie oft das Wasser in den Näpfen Ihrer Tiere

Beides sind willkommene Brutstätten für Mücken. Wenn in einer Ortschaft Insektenschutzmittel gesprüht wird, sollten die Menschen die Fenster schließen und einen direkten Kontakt mit dem Sprühnebel unbedingt meiden.

Hier gibt es noch mehr Tipps, wie man sich auf Reisen effektiv vor Mückenstichen schützen kann.

West-Nil-Fieber: So ist die Lage in Deutschland

Infektionen mit dem West-Nil-Virus sind auch in Deutschland möglich. Seit ein paar Jahren werden vereinzelt Erkrankungen registriert. Die Dunkelziffer ist allerdings auch hier hoch, weil die Infektion in vielen Fällen ohne Symptome verläuft.

Dengue- und Chikungunya-Fieber in Italien

Auch andere Krankheiten sind in Italien bzw. Südeuropa auf dem Vormarsch, wie das Dengue-Fieber und das Chikungunya-Virus. Beide Infektionskrankheiten werden durch die asiatische Tigermücke übertragen.

Bis September 2026 verzeichnete das italienische Gesundheitsministerium 312 bestätigte Dengue-Fälle, die hauptsächlich auf Reiserückkehrer zurückzuführen sind.

Wer sich über die aktuelle Entwicklung der Dengue-Fieber-Infektionslage in Italien informieren möchte, findet hier wichtige Hinweise.

Das Auswärtige Amt warnt für Italien auch vor dem Chikungunya-Virus. Insbesondere in den Regionen Emilia-Romagna und Veneto steigen die Infektionszahlen. Vor allem tagsüber wird ein Mückenschutz empfohlen.