West-Nil-Fieber in Italien und Griechenland: So hoch ist das Infektionsrisiko

Der Name täuscht! Das West-Nil-Fieber hört sich zwar wie eine Tropenkrankheit an, ist aber längst keine mehr. Das Virus breitet sich in Europa immer stärker aus, vor allem in Italien und Griechenland. Aber auch in anderen europäischen Ländern zirkuliert es in den wärmeren Monaten Mai bis November. Wie Reisende sich schützen können.
West-Nil-Fieber: Übertragung durch Stechmücken
WHO und Auswärtiges Amt warnen Reisende
Infektionen auch in Deutschland
2025 sind in Italien mindestens 33 Menschen gestorben, nachdem sie sich mit dem West-Nil-Fieber infiziert hatten. Insgesamt wurden mehr als 750 Fälle gemeldet. Die meisten Todesfälle durch die Viruserkrankung gab es in der Region rund um Rom und in Kampanien. Übertragen wird das Virus durch Stechmücken.
Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) ruft deshalb zu verstärkter Wachsamkeit auf. Insbesondere in Italien und Griechenland hat die Zahl der Erkrankungen durch das von Mücken übertragene Virus zugenommen, Rumänien und Nordmazedonien melden erste Fälle. Auch das Auswärtige Amt weist in seinen Reisehinweisen auf das Infektionsrisiko hin und empfiehlt Urlaubern und Urlauberinnen besondere Vorsicht.
West-Nil-Fieber: Wie ist die Lage in Italien aktuell?
Italien meldete der WHO zufolge 21 Fälle in 17 Regionen. Der erste West-Nil-Fieber-Fall des Jahres 2026 wurde im Mai in der Provinz Oristano registriert. Die Dunkelziffer könnte jedoch deutlich höher sein. In den letzten Jahren wurden immer wieder Fälle in den Regionen Kampanien, Rom, Piemont, Lombardei, Venetien, Toskana, Molise und Emilia-Romagna gemeldet.
Die italienischen Behörden waren beim Kampf gegen die Mücken zuletzt nicht zimperlich. So wurde zum Beispiel 2025 in der Gemeinde Sessa Aurunca (Kampanien; südlich von Rom) nachts großflächig Insektenschutzmittel versprüht, um eine Ausbreitung des West-Nil-Fiebers durch die Stechmücken zu verhindern.
West-Nil-Fieber in Griechenland
In Griechenland wurden alleine in der Woche vom 24. Juli 2026 laut WHO 14 Erkrankungen bestätigt. Damit stieg die Gesamtzahl seit Jahresbeginn auf 21 Fälle. 13 der Erkrankten waren in Krankenhäusern, 3 davon auf Intensivstationen.
West-Nil-Fieber-Fälle gab es zudem in Spanien, Rumänien und Nordmazedonien.
Was sollten Reisende jetzt beachten?
Für Urlauber und Urlauberinnen besteht keine erhöhte Gefahr: Die meisten Infektionen verlaufen ohne jegliche Symptome. Allerdings können in seltenen Fällen schwere neurologische Symptome auftreten. Darauf verweist auch das Auswärtige Amt in seinen Reisehinweisen.
Schwere Krankheitsverläufe treffen hauptsächlich ältere oder geschwächte Menschen.
Reisende sollten darauf achten, Insektenschutzmittel zu nutzen und lange Kleidung zu tragen. Damit können bereits viele Mückenstiche verhindert werden. Die italienische Umweltbehörde gibt noch weitere Verhaltenstipps:
Vermeiden Sie stehendes Gewässer
Wechseln Sie oft das Wasser in den Näpfen Ihrer Tiere
Beides sind willkommene Brutstätten für Mücken. Wenn in einer Ortschaft Insektenschutzmittel gesprüht wird, sollten die Menschen die Fenster schließen und einen direkten Kontakt mit dem Sprühnebel unbedingt meiden.
Hier gibt es noch mehr Tipps, wie man sich auf Reisen effektiv vor Mückenstichen schützen kann.
West-Nil-Fieber: So ist die Lage in Deutschland
Infektionen mit dem West-Nil-Virus sind auch in Deutschland möglich. Seit ein paar Jahren werden vereinzelt Erkrankungen registriert. Die Dunkelziffer ist allerdings auch hier hoch, weil die Infektion in vielen Fällen ohne Symptome verläuft.
Dengue- und Chikungunya-Fieber in Italien
Auch andere Krankheiten sind in Italien bzw. Südeuropa auf dem Vormarsch, wie das Dengue-Fieber und das Chikungunya-Virus. Beide Infektionskrankheiten werden durch die asiatische Tigermücke übertragen.
Im ersten Halbjahr 2026 verzeichnete das italienische Gesundheitsministerium 169 bestätigte Dengue-Fälle, die hauptsächlich auf Reiserückkehrer zurückzuführen sind.
Wer sich über die aktuelle Entwicklung der Dengue-Fieber-Infektionslage in Italien informieren möchte, findet hier wichtige Hinweise.
Das Auswärtige Amt warnt für Italien auch vor dem Chikungunya-Virus. Insbesondere in den Regionen Emilia-Romagna und Veneto steigen die Infektionszahlen. Vor allem tagsüber wird ein Mückenschutz empfohlen.