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- Nur beim qualifizierten Spezialisten erlaubt -

Reparaturen von Pkw- und Motorradreifen


In vielen Fällen können Pkw- und Motorradreifen mit Stichverletzungen repariert werden. Wurden eine Schraube oder ein Nagel in die Lauffläche eingefahren, sollte dieser Gegenstand nicht entfernt werden. Außerdem sollte bis zur möglichst baldigen Reparatur des Reifens der Fülldruck immer wieder geprüft und korrekt eingestellt werden, um irreparable Plattrollschäden am Reifen zu vermeiden. Dessen ungeachtet so schnell wie möglich zur nächste Reifenfachwerkstatt fahren. Die Schadensbeurteilung und die Reparatur der Reifen darf nur vom qualifizierten Fachbetrieb durchgeführt werden. Es muss dabei sichergestellt sein, dass der reparierte Reifen voll einsetzbar ist und der Spezifikation des Reifens vor der Beschädigung entspricht. Bitte beachten: Vielen Pkw wird werkseitig für den Fall einer Reifenpanne ein Pannenhilfeset in den Kofferraum gelegt. Nach der Verwendung der Reifendichtmittel aus diesen Pannenhilfesets, ist aus verschiedenen technischen Gründen eine professionelle Reparatur dieses Reifens durch einen Fachbetrieb nicht mehr erlaubt. Ähnliches gilt auch für andere Mittel der Notfallabdichtungen. Überlegen Sie deswegen vor dem Einsatz dieser Dichtmittel, ob Sie den Reifen reparieren lassen wollen.
  • Wann ist eine Instandsetzung von Reifen sinnvoll?

    Grundsätzlich sind die häufigsten Reifenbeschädigungen reparierbar. Eine Instandsetzung von Reifen macht besonders dann Sinn, wenn

    • der Reifen noch nicht lange im Einsatz war und deswegen über ausreichende Restprofiltiefe verfügt
    • aus technischen Gründen der zweite Reifen der betroffenen Achse auch ersetzt werden müsste, um z. B. die Funktion eines indirekt messendes RDKS sicherzustellen. Bei vielen allradgetriebenen Fahrzeugen sehen die Hersteller vor, dass sich die Abrollumfänge der vier Einzelräder nur minimal unterscheiden. In diesen Fällen wäre möglicherweise sogar ein Ersatz aller Reifen erforderlich, selbst wenn lediglich ein Reifen beschädigt wurde.
    • der Reifenschaden bereits kurz nach seiner Entstehung entdeckt wurde, der Reifen nicht lange mit zu geringem Luftdruck gefahren wurde und möglichst zeitnah repariert wird. Bei der frühzeitigen Erkennung eines Reifenschadens hilft ein RDKS
    • an dem Reifen noch keine provisorische Notreparatur (z.B. Pannenspray) vorgenommen wurde
    • ein geeigneter Ersatzreifen nicht verfügbar oder nicht zu beschaffen ist (z.B. im Ausland)
    • nur bestimmte Bereiche des Reifen betroffen sind und die Beschädigungen ein bestimmtes Ausmaß nicht überschreiten
    Ungeachtet dieser besonderen Gründe, die für eine professionelle Reifenreparatur sprechen, stellt eine Reifeninstandsetzung natürlich auch ein Schutz von Ressourcen dar. Vielfach ist die Instandsetzung auch die wirtschaftlich sinnvollere Lösung. Die gilt nicht nur für den Fahrzeugnutzer, sondern auch für die reparierenden Fachbetrieb.

  • Vorschriften zu Reifenreparaturen

    In der Richtlinie 6 des § 36 der StVZO (veröffentlicht im Verkehrsblatt 05/2001 vom 15.3.2001, bestellbar beim Verkehrsblatt-Verlag unter Dokumentation-Nr. B 3619 und B 3620) sind unter den Punkten „Die Beurteilung von Reifenschäden an Luftreifen“ und „Die Instandsetzung von Luftreifen“ die Details zu Reifenreparaturen festgelegt. Seitens der Verordnung werden keine Arten von Pkw- oder Motorradreifen grundsätzlich von möglichen Reparaturen ausgeschlossen. Letztendlich ist es dem jeweiligen Reifenhersteller überlassen, ob er einzelne seiner Produktgruppen von der Reparaturmöglichkeit ausschließt oder besondere Reparaturvorgaben macht. Mehrheitlich können Stichverletzungen im Laufflächenbereich mit einer Ausdehnung bis 6 mm repariert werden. Bei Motorradreifen gilt dies nur für den mittleren Bereich der Lauffläche. Für die Schadensbeurteilung und für die Reparatur muss der Reifen demontiert werden, wenn es sich nicht nur um äußerliche Schäden handelt. Die Reparatur erfolgt meist mittels Warm- oder Heißvulkanisation und dauert ca. zwei Stunden. Die Reparatur eines einfachen Nagelloches kostet ca. 20 bis 25 € bei Kaltvulkanisation und ca. 40 Euro bei Standardreifenreparatur mittels Warm- oder Heißvulkanisation.
    Die aktuell gültigen Vorschriften zu den verschiedenen Reparaturmöglichkeiten, den angemessenen Reparaturmethoden und der Wirtschaftlichkeit einer Reparatur unter Berücksichtigung des Gesamtzustandes des Reifens kennt der auf diese Tätigkeiten spezialisierte und zertifizierte Vulkaniseur. 

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