Salmonellen-Infektion: Symptome und wie Sie vorbeugen

Drei junge Frauen essen Eis am Meer
Im Sommer kommt es am häufigsten zur Infektion mit Salmonellen © Shutterstock/Ground Picture

Eine Infektion mit Salmonellen verursacht oft plötzlichen Brechdurchfall und tritt gehäuft im Sommer auf. Mit den richtigen Hygieneregeln lässt sich einer Infektion vorbeugen.

  • Salmonellen-Symptome verursachen Flüssigkeitsverlust

  • Kinder und Senioren sind am häufigsten betroffen

  • Hygienemaßnahmen im Alltag können Infektionsrisiko minimieren

Salmonellen sind Bakterien, die Brechdurchfall auslösen. Sie zählen zu den typischen Auslösern für Reisedurchfall, sind aber überall auf der Welt zu finden. Der Begriff Salmonellen-Vergiftung verweist auf die Giftstoffe, die die Bakterien im Darm abgeben.

Zu den Salmonellen zählen über 2500 Untergruppen. Je nachdem, mit welchen Salmonellen-Bakterien man sich ansteckt, kommt es zu unterschiedlichen Krankheitsbildern. Fachleute unterscheiden zwischen einer Form, die meist eine Magen-Darm-Entzündung (Gastroenteritis) hervorruft und einer Form, die zu Typhus oder einer typhusähnlichen Erkrankung führt. Letztere kann schwer verlaufen und lebensbedrohlich werden, weshalb eine frühe Behandlung notwendig ist.

Im Folgenden geht es um die Salmonellen-Infektion, die sich vor allem auf den Magen-Darm-Bereich auswirkt. Salmonellen sind ansteckend, deshalb besteht eine Meldepflicht. Die Infektionszahlen bewegen sich pro Jahr im fünfstelligen Bereich. Damit ist die Salmonellen-Gastroenteritis hierzulande die zweithäufigste meldepflichtige Lebensmittelvergiftung, die mit dem Symptom Durchfall einhergeht. Das Infektionsrisiko lässt sich jedoch durch einige Hygienemaßnahmen verringern.

Welche Symptome Salmonellen verursachen

Gelangen Salmonellen in den Organismus – meist über belastete Lebensmittel – entwickeln sich Symptome in einem Zeitraum von fünf bis 72 Stunden (Inkubationszeit). Die Länge der Inkubationszeit hängt davon ab, um welche Salmonellen-Bakterien es sich handelt und in welcher Dosis diese aufgenommen wurden. Wenn die Salmonellen-Vergiftung ausbricht, zeigen sich typischerweise folgende Symptome:

  • Plötzlicher Durchfall

  • Erbrechen und/oder Übelkeit

  • Bauchkrämpfe und -schmerzen

  • Leichtes bis hohes Fieber

  • Kopfschmerzen

Hinzu kommen oft Krankheitszeichen, die durch den durchfallbedingten Flüssigkeitsverlust entstehen. Zu diesen zählen beispielsweise ein trockener Mund oder Schwindel beim Aufstehen. Betroffene fühlen sich dann meist allgemein unwohl und sind müde. Es gibt auch Fälle, in denen die Salmonellen-Vergiftung ohne Durchfall oder Erbrechen verläuft.

Salmonellen-Infektion vorbeugen

Um eine Salmonellen-Infektion gar nicht erst zu bekommen, gibt es einige Hygieneregeln, die das Infektionsrisiko verringern:

  • Achten Sie nach jedem Toilettenbesuch, Tierkontakt sowie vor und nach der Essenszubereitung darauf, sich gründlich die Hände zu waschen – so kann die Erregermenge zumindest reduziert werden.

  • Erhitzen Sie Fleisch, vor allem Geflügel und Hackfleisch, ausreichend bei über 70 °C und für mindestens zehn Minuten. Waschen Sie die Küchenutensilien, mit denen das Fleisch zubereitet wurde, mit sehr heißem Wasser ab. Wechseln Sie Küchentücher regelmäßig, sie gehören in die Kochwäsche.

  • Kühlen Sie Lebensmittel, die leicht verderben können, bis kurz vor dem Verzehr.

  • Trinken Sie ausschließlich sauberes Wasser und pasteurisierte Milch.

  • Versuchen Sie, abgepacktes, geschnittenes Gemüse und Obst zu meiden, da sich Salmonellen hier schnell vermehren können.

  • Für Menschen mit einem schwachen Immunsystem ist es ratsam, auf eihaltige Lebensmittel wie Mayonnaise, Eis oder Speisen mit rohen/nicht ausreichend erhitzten Eiern zu verzichten.

  • Halten Sie keine Reptilien wie Schildkröten oder Chamäleons als Haustiere, wenn Kinder unter zwei Jahren im selben Haushalt leben. Diese Tiere tragen häufig Salmonellen in sich und erhöhen insbesondere das Infektionsrisiko bei Säuglingen und Kleinkindern.

Wenn Sie Urlaub in Regionen mit erhöhtem Risiko für Durchfallerkrankungen wie der Salmonellen-Infektion machen, zum Beispiel in tropischen oder subtropischen Ländern, ist es wichtig, zum Zähneputzen nur abgefülltes oder abgekochtes Trinkwasser zu nutzen. Allgemein gilt für Trinken und Essen auf Reisen: "Peel it, boil it, cook it or forget it", also: "Schäl es, koch es, brat es oder vergiss es."

Wie kommt es zur Übertragung?

Zu den meisten Infektionen mit Salmonellen kommt es durch die Aufnahme von verunreinigten Lebensmitteln. Bestimmte Nahrungsmittel tragen ein erhöhtes Salmonellenrisiko, wie etwa:

  • Nicht ausreichend durcherhitztes (über 70 °C, mind. 10 Min.) Fleisch (Geflügel, Rind, Schwein), z. B. in Hackfleisch in Burgern

  • Rohmilch

  • Nicht ausreichend durcherhitze Eier oder Eierspeisen, z. B. in Speiseeis

  • Gemüse wie Sprossen (durch Gießwasser oder Kotdünger)

Grundsätzlich vermehren sich Salmonellen bei Temperaturen zwischen zehn bis 47 Grad Celsius, manchmal schon ab sechs bis acht Grad. Durch Einfrieren lassen sie sich nicht abtöten und können in der Umwelt oder auf Lebensmitteln mehrere Monate überleben. Damit besteht bei sehr vielen Nahrungsmitteln die Möglichkeit einer Salmonellen-Belastung, auch bei Schokolade oder Gewürzen.

Aufpassen bei der Einnahme von Säureblockern

Magensäure tötet Salmonellen ab. Bei Menschen, die Säureblocker einnehmen oder die ein schwaches Immunsystem haben, reichen weniger Krankheitserreger, um sich zu infizieren. Dies gilt auch für Kleinkinder, alte oder kranke Menschen. Zudem reicht eine geringere Menge an Salmonellen bei fettreichen Lebensmitteln wie Schokolade, Mozzarellakäse oder Gewürze wie Pfeffer und Paprika. Diese Lebensmittel haben kaum Wassergehalt, weshalb Salmonellen hier besonders lange überleben können. Zudem werden fettige Speisen schlechter von Magensäure durchtränkt.

Seltener kommt es zur Übertragung von Mensch zu Mensch, insbesondere wenn Hygieneregeln eingehalten werden. Da es sich bei der Salmonellose jedoch um eine meldepflichtige Durchfallerkrankung handelt, gibt es für bestimmte Tätigkeiten ein Arbeitsverbot. Zu diesen zählen beispielsweise Berufe in der Gastronomie oder Lebensmittelverarbeitung. Da es dazu kommen kann, dass Menschen Dauerausscheider werden, sind Kontrollen hier wichtig.

Auch der Besuch von Gemeinschaftseinrichtungen (Kindergärten, Schulen, Universitäten, etc.) ist im Falle einer Salmonellen-Infektion meist nicht erlaubt. Erst 48 Stunden nach dem Abklingen der Symptome ist dies nach ärztlicher Rücksprache und in Absprache mit dem zuständigen Gesundheitsamt wieder möglich.

Eine Ansteckung durch erkrankte (Haus-)Tiere ist ebenso möglich. Da es eine gewisse Menge an Bakterien benötigt, um sich anzustecken, sind diese Infektionswege wie bei der Mensch-zu-Mensch-Übertragung selten.

Wie lange dauert eine Infektion?

Häufig dauert eine Salmonellen-Infektion zwischen vier und sieben Tagen. Tendenziell verbessern sich die Symptome wie der Durchfall in diesem Zeitraum langsam wieder.

Allerdings sind dies Durchschnittswerte, es kommt immer darauf an, welcher Salmonellen-Erreger hinter der Infektion steckt und mit welcher Menge an Salmonellen der Körper konfrontiert wurde. Zudem ist der Gesundheitszustand der betroffenen Person ausschlaggebend. Bestehen beispielsweise Vorerkrankungen, insbesondere des Darms, oder handelt es sich um eine ältere Person oder um ein Kind, kann die Salmonellen-Infektion länger andauern. In diesen Fällen sind ärztlicher Rat oder Behandlung notwendig.

Auch wenn die akute Infektion mit Salmonellen abgeklungen ist, scheiden Erkrankte die Krankheitserreger noch länger aus – Erwachsene etwa einen Monat ab Infektionsbeginn, selten über drei Monate. In wenigen Fällen werden Menschen zu dauerhaften Trägern der Bakterien (Dauerausscheider). Erkranken Säuglinge oder Kleinkinder an Salmonellen, scheiden sie die Keime meist länger als Erwachsene aus.

Was Sie selbst tun können

Wenn Sie Salmonellen haben, gibt es ein paar Verhaltensmaßnahmen und Hausmittel, die helfen können, Menschen in Ihrer Umgebung vor einer Infektion zu schützen und den eigenen Flüssigkeitsverlust auszugleichen.

  • Händehygiene: Waschen Sie sich nach jedem Toilettengang sowie vor der Zubereitung von Essen gründlich die Hände.

  • Trinken Sie genügend: Idealerweise Wasser, verdünnte Säfte, Tee oder leicht gesalzene Brühe. Von koffeinhaltigen Getränken wie Kaffee sowie Limonaden oder puren Fruchtsäften ist hingegen abzuraten, da das Koffein und der (Frucht-) Zuckergehalt den Durchfall fördern sowie den Darm belasten können.

  • Essen: Oft helfen feste Nahrungsmittel, die leicht verdaulich sind, wie Reis, Bananen, Zwieback oder Salzstangen. Karottensuppe wird in der Regel gut vertragen. Grundsätzlich ist jedoch erlaubt, worauf Sie Appetit haben.

  • Elektrolytlösung: Da dem Körper durch den Durchfall nicht nur Wasser, sondern auch wichtige Mineralstoffe (Elektrolyte) verlorengehen, eignen sich sowohl für Kinder als auch Erwachsene Elektrolytlösungen (aus der Apotheke oder selbst zubereitet).

Vor allem bei Kindern ist es wichtig, dass sie bei Durchfall viel Flüssigkeit in Form von Wasser oder verdünnten Säften zu sich nehmen.

Salmonellen – wann zum Arzt?

Die meisten jungen und gesunden Erwachsenen erholen sich bei einer Salmonellen-Vergiftung auch ohne medikamentöse Behandlung. Manchmal kann die Erkrankung aber schwer verlaufen, dann sind Medikamente und teilweise eine Therapie im Krankenhaus notwendig. Besonders häufig erkranken Kinder unter fünf Jahren und Menschen über 70 Jahren. Sie gehören zu den Risikogruppen für einen schweren Verlauf. Ein erhöhtes Risiko schwerer zu erkranken, besteht ebenso bei:

  • Säuglingen

  • Menschen mit Vorerkrankungen wie Diabetes oder Krebserkrankungen

  • Bestehenden Darmerkrankungen

  • Menschen mit einem schwachen Immunsystem, z. B. bei HIV

  • Schwangeren

Bei diesen Menschen kann eine Infektion mit Salmonellen zu Komplikationen wie einem Übergang der Krankheitserreger in die Blutbahn führen. Sie sollten sich frühzeitig an Ihre Ärztin oder Ihren Arzt wenden. Das gilt auch für Menschen, die nicht zu den Risikogruppen zählen, insbesondere wenn Folgendes auftritt:

  • Durchfall, der mit Fieber über 38 Grad Celsius einhergeht

  • Durchfall, der auch nach drei Tagen nicht weniger wird

  • Blutiger Durchfall

  • Wenn durch Erbrechen und Übelkeit nicht genügend Flüssigkeit aufgenommen werden kann und es zu Zeichen eines Flüssigkeitsmangels kommt, also weniger oder dunkler Urin, Mundtrockenheit, Schwindel beim Aufstehen.

Salmonellen-Test und -Nachweis

Salmonellen werden über eine Stuhluntersuchung nachgewiesen. Grundsätzlich lassen sie sich auch durch einen Rektalabstrich, in Erbrochenem oder verdächtigen Lebensmitteln ermitteln. Bis das Ergebnis dieser Untersuchung vorliegt, dauert es meist bis zu vier Tagen.
Eine Blutuntersuchung wird nur durchgeführt, wenn die Ärztin oder der Arzt vermutet, dass die Salmonellen in den Blutkreislauf übergegangen sind.

Für Durchfallerkrankungen gibt es eine ganze Reihe möglicher Ursachen und Krankheitserreger. Aus diesem Grund erfolgt eine Stuhluntersuchung auf Salmonellen bei einer Magen-Darm-Erkrankung meist nur in folgenden Fällen:

  • Wenn der Durchfall länger als drei Tage andauert, blutig ist, während eines Krankenhausaufenthalts besteht oder zu einer Krankenhauseinweisung führt.

  • Bei Menschen mit einem schwachen Immunsystem, relevanten Vorerkrankungen oder mit einem schweren Krankheitsbild.

  • Wenn die betroffene Person innerhalb der letzten drei Monate Antibiotika eingenommen hat.

  • Bei Betroffenen, die in Gemeinschaftseinrichtungen, der Gastronomie oder Lebensmittelverarbeitung tätig sind.

  • Wenn die Durchfall-Erkrankung bei mehreren Menschen auftritt und der Verdacht einer epidemiologischen Ausbreitung vorliegt.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.