Pest: Wo immer noch ein Ansteckungsrisiko besteht

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Von Anna Besson, Tanja Echter

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Warnung, Band und Gefahr, biologische Gefahr und Gesundheit, Infektion und Barriere mit Bokeh
Vorsichtsmaßnahmen nach einem möglichen Infektionsfall: Die Pest wird auch heute noch weltweit überwacht© Shutterstock/PeopleImages

Mit der Pest verbinden die meisten eine Krankheit aus dem Mittelalter. In manchen Regionen der Welt kommt sie aber immer noch vor. Wie groß das Ansteckungsrisiko ist und worauf Reisende achten sollten.

  • Pest zeigt sich in verschiedenen Formen

  • Kommt in Teilen Afrikas, Asiens und Amerikas vor

  • Wird über Nager und Flöhe verbreitet

Wo tritt die Pest auf?

Die durch das Bakterium Yersinia pestis verursachte Infektionskrankheit Pest kann überall vorkommen, wo Nagetiere wie Ratten, Murmeltiere oder Hörnchen und ihre Flöhe leben. Die Erkrankung tritt hauptsächlich in ländlichen und unbewohnten Regionen auf. Weltweit gibt es sogenannte Naturpestherde, also Gebiete, wo der Erreger, seine Wirtstiere und der übertragende Floh natürlicherweise vorkommen:

  • Amerika, u.a. der westliche Teil der USA, Bolivien, Teile Brasiliens, Ecuador

  • Afrika, darunter Madagaskar, Tunesien und die Demokratische Republik Kongo

  • Asien, u.a. China und Indien

In Deutschland sind keine Naturpestherde bekannt. Das Risiko einer Einschleppung aus anderen Ländern gilt laut Robert Koch-Institut (RKI) als gering.

Möglicher Fall von Lungenpest in Sibirien

Aktuell sorgt der Tod einer Labormitarbeiterin in Sibirien für Schlagzeilen. Spekulationen zufolge soll sie nach einem Laborunfall an Lungenpest gestorben sein. Die zuständigen staatlichen Stellen dementieren dies. Dennoch wurden vorsorglich Schutzmaßnahmen eingeleitet und Krankenhäuser unter Quarantäne gestellt.

Symptome der Beulenpest

Pest-Symptome können etwa zwei bis sieben Tage nach dem Biss eines infizierten Flohs auftreten. Die Bakterien gelangen so unter die Haut und in das Lymphsystem.

Meist ist zunächst der Lymphknoten in der Leistengegend betroffen, der sich entzündet und anschwillt. Neben einer solchen Lymphknotenentzündung (Bubo) und einem allgemeinen Krankheitsgefühl sind folgende Symptome möglich:

Im Verlauf der Erkrankung können die geschwollenen Lymphknoten durch die Entzündung zerfallen. Dabei öffnen sie sich nach außen oder nach innen. Im ersteren Fall gelangen Substanzen an die Körperoberfläche, die andere Menschen bei Kontakt anstecken können.

Im anderen Fall gelangen die Erreger in die Blutbahn, können sich so im Körper weiterverbreiten und eine Pestsepsis auslösen. Manchmal gelangen die Erreger in die Lunge und lösen eine Lungenpest aus.

Pestsepsis als Folge

Die Pestsepsis ist eine Komplikation der Beulenpest. Zu dieser kommt es, wenn sich die Erreger im Verlauf der Infektion über die Blutbahn im gesamten Körper ausbreiten. In manchen Fällen erkranken Menschen auch an einer Pestsepsis, wenn Erreger über offene Wunden in den Körper gelangen.

Als Folge können zusätzliche Symptome auftreten:

  • Durchfall

  • Bauchschmerzen

  • Übermäßige Blutgerinnung, wodurch die Blutgefäße in den Gliedmaßen verstopfen. Dadurch wird das Gewebe nicht mehr ausreichend versorgt und färbt sich schwarz

  • Kreislaufkollaps

Symptome der Lungenpest

Die Lungenpest ist gefährlicher als die Beulenpest und tritt auf nach:

  • Kontakt mit infizierten Menschen über Tröpfcheninfektion (ohne Flöhe als Überträger) oder

  • Verbreitung der Erreger über die Blutbahn bei Beulenpest

Üblicherweise ähneln die Symptome denen einer Pestsepsis, dazu kann Folgendes kommen:

  • Husten

  • Atemnot

  • Schmerzen im Brustkorb

  • Atemstillstand

  • Schock

Kann man Pest heilen?

Die Pest forderte in den vergangenen Jahrhunderten Millionen von Menschenleben. Heute ist vor allem die Beulenpest meist gut behandelbar – eine schnelle Diagnose mit anschließender Therapie vorausgesetzt.

Bleibt sie unbehandelt, liegt die Überlebenschance bei 40 bis 60 Prozent. Behandelt wird die Pest mit verschiedenen Antibiotika. Zudem werden Betroffene von anderen isoliert, um zu vermeiden, dass sich die Erreger über die Luft ausbreiten.

Unbehandelt verläuft die Lungenpest in der Regel tödlich. Auch bei einem Behandlungsbeginn innerhalb der ersten 24 Stunden nach Diagnose bleibt das Sterberisiko sehr hoch. Eine Blutvergiftung durch Pest (Pestsepsis) kann ebenfalls zum Tod führen. Sie tritt entweder als Komplikation der Beulenpest auf oder durch eine infizierte Wunde.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.

Mit Material von dpa.