"Fliegende Zecke": So gefährlich ist die Hirschlausfliege

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Von Tanja Echter

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Eine Fliegende Zecke auch Hirschlausfliege genannt, sitzt auf einem Menschenarm
Die Hirschlausfliege sieht aus wie eine Zecke mit Flügeln© Shutterstock/adamikarl

Bei der Hirschlausfliege handelt es sich trotz der optischen Ähnlichkeit nicht um eine Zecke mit Flügeln. Das Insekt ist aber ebenso bissig und unangenehm für Mensch und Tier.

  • Hirschlausfliegen kommen in und an Wäldern in Scharen vor

  • Sie saugen Blut von Wildtieren, Hunden und Menschen

  • Ihre Bisse können Juckreiz und Entzündungen hervorrufen

Ist die Hirschlausfliege eine Zecke?

Die Hirschlausfliege (Lipoptena cervi; kurz: Hirschlaus) zählt zur Familie der Lausfliegen, erinnert aber optisch an eine Zecke, der zwei durchsichtige Flügel aus dem Körper wachsen. Anders als der Gemeine Holzbock – die in Deutschland am häufigsten vorkommende Zeckenart – haben Hirschläuse Augen und sechs statt acht Beine. Ihre Flügel nutzen sie zur Fortbewegung, werfen sie aber ab, sobald sie sich für eine Blutmahlzeit auf einem Wirt niederlassen.

Wo kommt die Hirschlausfliege vor?

Die bevorzugten Lebensräume der Hirschlausfliege sind Wälder und Waldränder in Europa sowie in Nord- und Mittelasien. Dort tummeln sich die "fliegenden Zecken" im Sommer und Herbst in Scharen. In Wildtieren wie Rehen, Hirschen und Wildschweinen finden sie ideale Nahrungsquellen.

Die Hirschlausfliege sticht vornehmlich Tiere, Menschen steuert sie eher selten an. Sobald sich die Insekten für eine Blutmahlzeit auf einem Säugetier niederlassen, beißen sie in die Haut und saugen mit ihrem Rüssel bis zu 30 Minuten am Stück an ihrem Wirt. Wenn sie die Möglichkeit dazu haben, verweilen sie auf ihrem Opfer und schlagen bei Bedarf wiederholt zu.

Wo stechen Hirschlausfliegen zu?

Anders als Zecken, die sich eher unbehaarte Körperstellen für ihren Stich aussuchen, ziehen Hirschlausfliegen dichtes Fell und behaarte Hautareale vor. Neben Wildtieren befallen sie daher vornehmlich Tiere mit dickerem Fell, wie zum Beispiel Hunde oder Pferde. Menschen beißen die "fliegenden Zecken" meist in den Kopf, Nacken oder Hals.

Ein weiterer Unterschied zur Zecke: Sofern die Hirschlausfliege nicht gerade zum Biss angesetzt hat, lässt sie sich leicht mit einem Kamm oder fließendem kalten Wasser entfernen.

Ist der Stich einer Hirschlausfliege gefährlich?

Nach dem Stich der Hirschlausfliege kann es lokal zu einer Hautentzündung kommen. Die betroffene Stelle kann jucken, schmerzen, sich röten und eitern. Um die Symptome zu lindern, sollte sie gekühlt werden. Bei anhaltenden starken Schmerzen sowie stark geröteter oder gereizter Haut, sollten Betroffene zum Arzt.

Übertragen Hirschlausfliegen Krankheiten?

Die Hirschlausfliege kann das Bakterium "Bartonella schoenbuchensis" übertragen. Der Erreger steht in Verdacht, beim Menschen einen juckenden Hautausschlag auszulösen (Hirschlausfliegen-Dermatitis). Noch wird untersucht, ob er weitere Symptome wie Fieber und Muskelschmerzen verursachen kann.

Von Zecken übertragene Krankheiten wie FSME und Borreliose spielen bei einem Biss der Hirschlausfliege aktuell keine Rolle.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.