Ansprüche nach Unfall

Unfall im Ausland - was nun?

 

Autounfall im Ausland: ADAC Clubjuristen informieren, was zur Unfallabwicklung zu tun ist

Mietwagen, Reparatur, Rechtsanwalt: Nach einem Unfall kommen viele Kosten auf die Beteiligten zu. Ist der Unfall im Ausland passiert, so stellt sich die Frage, welche Ansprüche nach dem Recht des Unfalllandes bestehen.

Service für ADAC Mitglieder
Ihr Clubjuristen haben länderspezifische Informationen (Kontaktadressen und Schadenspositionen) zur Unfallabwicklung in 37 Ländern dieser Welt zusammengestellt. Schicken Sie uns als ADAC Mitglied eine E-Mail mit Ihrem Unfallland und wir informieren Sie über die Besonderheiten bei der Schadenregulierung.

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Praxistipp für das Handschuhfach

Europäischer Unfallbericht (deutsches Formular) (964,09 KB)
Europäischer Unfallbericht (mehrsprachiges Formular) - ist in den gängigen Sprachen in den ADAC Geschäftsstellen oder im Shop kostenpflichtig erhältlich

Kfz-Versicherungsschutz bei Auslandsfahrten

Die Grüne Versicherungskarte ist bei Reisen ins EU-Ausland nicht erforderlich - hilfreich ist das Mitführen aber in jedem Fall, da sie zur Verständigung am Unfallort und zur einfacheren Schadenabwicklung beitragen kann.

Wo gilt die deutsche Haftpflichtversicherung?

Bei Fahrten ins Ausland gewährt die deutsche Haftpflichtversicherung in folgenden Ländern Versicherungsschutz:

  • Alle Länder in den geographischen Grenzen Europas (Grenze Europas zu Vorderasien und Afrika: Schwarzes Meer, Bosporus, Dardanellen, Marmarameer und Mittelmeer; Grenze Europas gegen Asien: Ural, Ural-Fluss, Kaspisches Meer, Mantytsch-Niederung bis zum Asowschen Meer),
  • Kanarische Inseln, Ceuta und Melilla als spanisches Hoheitsgebiet,
  • Madeira und die Azoren als Teil des portugiesischen Staatsgebiets,
  • Guadeloupe, Martinique, Französisch Guyana und Réunion als französisches Hoheitsgebiet.

 
Außerhalb dieses Bereichs muss die Kfz-Haftpflichtversicherung nicht eintreten, es sei denn, das Land ist vom Grüne-Karte-Abkommen mit umfasst. Die Grüne Versicherungskarte erweitert den Schutz darüber hinaus auf solche außereuropäische Länder, die auf der grünen Karte verzeichnet und nicht gestrichen sind. Insbesondere bei den Ländern, die teils in Europa, teils in Asien liegen - Russische Föderation und Türkei - muss der national vereinbarte Kfz-Haftpflichtversicherungsschutz nur für deren europäischen Teil gewährt werden. In den außereuropäischen Teilen gelten die für das jeweilige Unfallland maßgeblichen Deckungssummen.

Genügt das Kennzeichen als Versicherungsnachweis?

Wenn Ihr Fahrzeug in Deutschland oder in einem Mitgliedstaat der EU zugelassen ist, genügt bei einem Unfall Ihr Kfz-Kennzeichen als Versicherungsnachweis. Sie benötigen dann keine Grüne Karte.

Bei Fahrzeugen aus der EU können Sie im Falle eines Unfalls anhand des Kennzeichens die Versicherung feststellen: Sie müssen lediglich bei der Auskunftsstelle anrufen (in Deutschland: Zentralruf der Autoversicherer unter der kostenfreien Rufnummer 0800 25 026 00, Anrufer aus dem Ausland erreichen den Zentralruf unter der Rufnummer 0049 40 300 330 300).

Tipp
Nehmen Sie die Grüne Versicherungskarte trotzdem auch im EU-Ausland mit. Die Karte kann Ihnen die Verständigung am Unfallort erleichtern und zur problemloseren Schadenabwicklung beitragen.

Grüne Karte - was bedeutet es, wenn Länder gestrichen sind?

Über Europa in seinen geographischen Grenzen hinaus braucht der Versicherer nach den Kfz-Versicherungsbedingungen keine Deckung zu gewähren. Der Versicherungsnehmer sollte den Antrag stellen, die Länder, in die er mit seinem Kfz einreisen will und die außerhalb des AKB-Deckungsumfangs liegen, in der Grünen Karte nicht zu streichen. Der Versicherer entscheidet dann, ob er - ggf. gegen Zahlung eines Aufpreises - Deckung auch in diesen Staaten gewährt. Ein Anspruch hierauf besteht nicht.

Hätten Sie es gewusst?

Selbst wenn Länder auf der Grünen Karte nicht gestrichen sind, bedeutet das nicht, dass ein Kraftfahrer mit seinem deutschen Fahrzeug ohne zusätzlichen Versicherungsnachweis in jedes Land einreisen darf. Grundsätzlich muss ein Kraftfahrer bei der Einreise in ein anderes Land als das des Wohnsitzes einen gültigen Versicherungsschutz nachweisen. Die Kfz-Haftpflichtversicherung bestätigt über die Ausgabe der Grünen Karte zwar, dass sie für das Fahrzeug im jeweiligen Land Kfz-Haftpflichtversicherungsschutz gewährt. Dennoch kommt es vor, das an der Landesgrenze zu manchen Ländern der Abschluss einer für dieses Land gültigen Kfz Haftpflichtversicherung gefordert wird, bevor die Einreise erfolgen darf. Handelt es sich um ein Land, das dem Grüne-Karte-Abkommen angeschlossen ist, führt der Protest beim Grüne-Karte-Büro in Deutschland eventuell zu einer Erstattung des bezahlten Betrages.

Besonderheit "Türkei"

Nach dem Grüne-Karte-Abkommen muss der Versicherer, der die Grüne Karte ausgibt, in sämtlichen dort angegebenen Ländern in der Kfz-Haftpflichtversicherung zumindest zu der in diesen Ländern geltenden gesetzlich vorgeschriebenen Deckungssumme Deckung gewähren. Wird die Türkei in der Grünen Karte nicht gestrichen, so besteht Deckung in der Haftpflichtversicherung auch im asiatischen Teil. Der Versicherer haftet dort jedoch nur im Rahmen der Türkischen Mindestversicherungssummen.

Die Deckung der Grünen Karte erstreckt sich jedoch nicht auf eine Kaskoversicherung. Hier muss der Deckungsschutz konkret mit dem Versicherer vereinbart werden. Selbst innerhalb der geographischen Grenzen Europas kann der Versicherer vereinbaren, dass in bestimmten Ländern kein Versicherungsschutz in der Kaskoversicherung besteht.

Wann benötigen Sie eine Grenzversicherung?

Sie müssen an den Außengrenzen des EWR-Gebiets (Europäischer Wirtschaftsraum) eine Grenzversicherung (rosa Grenzpolice) kaufen, wenn Sie

  • bei der Einreise keine notwendige Versicherungsbestätigung mitführen und
  • Ihr Fahrzeug seinen Standort in einem Staat hat, der nicht in das System der Grünen Versicherungskarte eingebunden ist.

 
Die Grenzversicherung gilt für die Mitgliedstaaten der EU.