Kia Ceed Sportswagon im Test: Wie gut ist der Kombi?

8.7.2019

Der Kia Ceed Sportswagon ist der Kombiableger des beliebten Golf-Gegners. Er bietet viel Platz, sieht gut aus, ist praktisch und gut ausgestattet. Der ADAC hat ihn getestet. Ergebnisse, technische Daten, Motoren und Preise

Kia Ceed Sportswagon fahrend auf Straße
Die "Tigernase" des Kühlergrills prägt die Front des Kia Ceed Sportswagon 
  • Der Kia Ceed Sportswagon ist 30 cm länger als der kompakte Fünftürer und bietet viel Platz
  • Die Preise für den Koreaner beginnen bei knapp 17.000 Euro
  • Konkurrenten: u.a. VW Golf Variant, Škoda Octavia Combi, Opel Astra Sports Tourer

Innenraum: Gutes Design, großes Ladevolumen

Zoom-In
Der Kofferraum vom Kia Ceed Sportswagon
Praktisch: Niedrige Ladekante, viel Stauraum

Die Kia-Ceed-Familie der dritten Generation wächst. Neben dem kompakten Fünftürer gibt es nun auch den Kombi Sportswagon und den Lifestyle-Kombi ProCeed, der als Shooting Brake dem Mercedes CLA Konkurrenz machen soll. Wem dieser zu extravagant gestaltet ist, greift lieber zum klassischen Kombi. Der ADAC hat ihn getestet.

Mindestens 16.990 Euro müssen Interessenten für den kompakten Lademeister in Verbindung mit einem 74 kW/100 PS starken Vierzylinder-Benziner anlegen. Für 1000 Euro Aufpreis im Vergleich zum Fünftürer gibt es fast 30 Zentimeter mehr Länge und jede Menge Stauraum. 

Der Ceed-Kombi sieht wie der Fünftürer flott aus. Kein Wunder, die zwei Modellvarianten gleichen sich bis zur B-Säule. Die Proportionen des Sportswagon wirken harmonisch; das Fahrzeug fällt auf, ohne modisch zu sein.

Einen ganz altmodischen Ansatz hatten die Designer bei der Umsetzung der Kombiidee: Der 4,60 Meter lange Ceed bietet reichlich Stauraum und -volumen. Klappt man die Lehnen der Rückbank um, steigt der Wert von gemessenen 395 Liter unter der Kofferraumabdeckung auf bis zu 1340 Liter.

Unter dem Kofferraumboden können noch etwa 85 Liter verstaut werden, wenn kein Notrad dazugekauft wurde. Praktisch: Mit einem Hebel an der Seite des Kofferraums lassen sich die Rücksitzlehnen einfach umlegen.

In den höheren Ausstattungslinien gehören noch gute Ideen zur Ladungssicherung zur Serie: ein Trennnetz, das hinter der ersten oder zweiten Sitzreihe gespannt werden kann; ein verschiebbares Schienensystem im Boden, das Transportgut vor dem Verrutschen sichert. Die Ladekannte wurde im Vergleich zur zweiten Generation um fast neun Zentimeter abgesenkt, so dass das Be- und Entladen nun deutlich rückenfreundlicher vonstatten geht.

Modernes Cockpit im Kia Ceed Sportswagon

Zoom-In
Das Cockpit vom Kia Ceed Sportswagon
Armaturenbrett: Beheizbares Lenkrad, Infotainment, Rückfahrkamera

Bleiben wir im Fond: Da die Dachlinie nicht modisch abfällt, steht für die Hinterbänkler reichlich Kopfraum zur Verfügung. Auf den Rücksitzen haben nach den ADAC Messungen knapp 1,90 m große Personen Platz, wenn die Vordersitze für 1,85 m große Menschen eingestellt sind.

Die wenigsten Fahrzeuge dürften zum Basispreis vom Hof des Händlers fahren. Wer mit dem getesteten Diesel in der üppig ausgestatteten Spirit-Version liebäugelt, muss gut 10.000 Euro mehr investieren.

Mit einem Preis von 28.090 Euro ist der Ceed Kombi dann zwar kein Schnäppchen mehr, dafür sind unter anderem Klimaautomatik, Sitz- und Lenkradheizung, das Infotainmentsystem mit großem Display, Rückfahrkamera, das elektrische Glasschiebedach und zahlreiche Assistenzsysteme an Bord.

Darunter ein aktiver Spurhalteassistent und eine Kollisionswarnung mit Fußgängererkennung. Ein Ausparkassistent mit Radar-Sensoren in der Heckschürze überwacht im Spirit den kreuzenden Verkehr und warnt beim Rückwärtsausparken vor Autos, Fahrradfahrern oder Fußgängern. 

Es gibt drei Benziner und zwei Diesel

Zoom-In
Kia Ceed Sportswagon fahrend auf Straße von hinten
Komfortabel unterwegs: Das Fahrwerk wurde sorgfältig abgestimmt 

Wie beim Fünftürer stehen drei Benziner (100 bis 140 PS) und zwei Diesel (115 und 136 PS) zur Wahl. Alle Motoren sind nach der Abgasnorm Euro 6d-TEMP klassifiziert. Den stärksten Diesel hat der ADAC getestet – für Vielfahrer wohl die beste Wahl.

Wer den 1,6-l-Dieselmotor aus dem Vorgänger kennt, wird erstaunt und begeistert sein, welche Manieren der neue Motor an den Tag legt. Wo der alte Vierzylinder unter 1600 Touren unwirsch gebrummt hat, läuft der neue Dieselmotor ruhig und akustisch zurückhaltend, selbst bei unter 1400 Umdrehungen pro Minute.

Zwar bietet der Motor nicht die von stärkeren Dieseln gewohnte Wucht beim Beschleunigen. Doch weil sein maximales Drehmoment schon frühzeitig anliegt und praktisch kein Turboloch existiert, lässt er sich dennoch sehr schaltfaul fahren. Im Alltag ist das sehr angenehm.

Und der Verbrauch? Der liegt im ADAC Ecotest bei 5,1 Litern Diesel auf 100 Kilometer. Daraus resultiert ein CO2-Wert von 161 g/km (well-to-wheel, also mit der CO2-Emission bei der Kraftstoffherstellung gerechnet). Ein zufriedenstellendes Ergebnis.

Kia xceed

Im Fokus: Kia ProCeed, XCeed und Kia Ceed 

Die Ceed-Palette umfasst das Kompaktmodell Kia Ceed, den Crossover XCeed und den Lifestyle-Shooting-Brake namens ProCeed. Hier finden Sie mehr zu den Konzernbrüdern:

Kia ProCeed GTKia XCeedKia Ceed
   

Große Fortschritte bei der Abgasreinigung

Den größten Schritt hat Kia bei der Abgasreinigung gemacht. Der Vorgänger hatte noch einen erheblichen Stickoxid-Ausstoß, der auf der Straße weit über den Prüfstandsgrenzwerten lag. Mit der Abstimmung auf die neue Euro 6d-TEMP Abgasnorm hat man eine doppelte Stickoxid-Reinigung verbaut (NOx-Speicherkat und SCR-Kat) und liegt nun weit unter den Grenzwerten – auf dem Prüfstand wie auf er Straße. Eine Reduzierung des NOx-Ausstoßes um etwa 95 Prozent im ADAC Ecotest ist eine Leistung, zumal der Ausstoß auch im anspruchsvollen Autobahnzyklus sehr niedrig und damit sogar 98 Prozent unter dem Vorgänger bleibt.

Auch beim Federungskomfort hat der Ceed im Vergleich zum Vorgänger gewonnen. Unebenheiten werden gut geschluckt, der Kompaktwagen liegt recht ruhig auf der Straße. Gemessenes Innengeräusch bei 130 km/h: 67,8 dB (A). Kein Bestwert, aber dennoch ok.

Testfazit

Erstaunlich, wie sich die Koreaner in den letzten Jahren entwickelt haben. Das zeigt der aktuelle Ceed einmal mehr: Schwächen leistet er sich keine mehr, er ist auf dem aktuellen Stand der Technik und muss sich vor europäischen Marken nicht verstecken. Das Resultat ist eine tolle Note im ADAC Autotest: Insgesamt kommt der Kombi auf eine 2,2. Gut gemacht, Kia.

Hier können Sie das umfassende Testbericht-PDF des Kia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi Spirit herunterladen.

Technische Daten (Herstellerangaben)  Kia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi Spirit
Motor Vierzylinder-Turbodiesel, 1598 cm3, 100 kW/136 PS, 280 Nm bei 1500 U/min
Fahrleistungen 10,8 s auf 100 km/h, 200 km/h Spitze
Verbrauch (nach WLTP)
5,1 l Diesel/100 km, 125 g CO2/km
Maße L 4,60 / B 1,80 / H 1,47 m 
Kofferraum 625 – 1694 l
Preis 27.990 €, Baureihe ab 16.990 €
ADAC Messwerte (Auszug)
Kia Ceed Sportswagon 1.6 CRDi Spirit
Überholvorgang 60–100 km/h
6,0 s 
Bremsweg aus 100 km/h
34,0 m
Wendekreis 11,1 m
Verbrauch / CO2-Ausstoß ADAC EcoTest
5,1 l Diesel/100 km, 161 g CO2/km (well-to-wheel)
Reichweite
980 km
Innengeräusch bei 130 km/h 67,8 dB(A)
Leergewicht / Zuladung
1460 / 460 kg
Kofferraumvolumen normal / geklappt  /dachhoch 395 / 750 / 1340 l

 

ADAC Testergebnis
Gesamtnote 2,2
Karosserie / Kofferraum 2,5                    
Innenraum 2,2
Komfort 2,7
Motor / Antrieb 2,3
Fahreigenschaften 
2,2
Sicherheit
2,1
Umwelt / EcoTest
2,0 

 

  • Das hat uns gefallen: Gutes Platzangebot vorn. Umfangreiche Sicherheitsausstattung. Viele Assistenzsysteme. Sicheres und ausreichend komfortables Fahrwerk. Moderater Verbrauch und saubere Abgase.
  • Das hat uns nicht gefallen: Viele Extras sind an Pakete gebunden. Kein Fehlbetankungsschutz. LED-Scheinwerfer ohne automatische Leuchtweitenregulierung.   

Text: Elfriede Munsch/SP-X, Jochen Wieler. Fotos: PR.

Hier finden Sie viele weitere Fahrberichte und Autotests.

Kontakt zur Redaktion: redaktion@adac.de