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Führerscheine in USA gemacht - was gilt in Deutschland?

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © Shutterstock/Welcomia

Die Vereinigten Staaten sind ein beliebtes Ziel für Schüler und Studenten, um dort im Rahmen eines Auslandsaufenthaltes einen amerikanischen Führerschein zu machen. Wie die Umschreibung in Deutschland funktioniert.

  • Führerscheinerwerb während eines Aufenthalts von mindestens 185 Tagen

  • Um Auto zu fahren, muss man bei Rückkehr 18 Jahre alt sein

  • Fahrerlaubnis aus den USA gilt in Deutschland maximal 6 Monate

Wer mit seinem USA-Führerschein in Deutschland fahren will, muss einige Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen sich mindestens 185 Tage in den USA aufgehalten, dort einen US-Führerschein erworben und bei der Rückkehr nach Deutschland das 18. Lebensjahr vollendet haben. Dann können Sie nach Ihrer Rückkehr nach Deutschland für maximal sechs Monate ein Kraftfahrzeug führen. Während dieser Zeit müssen Sie eine Übersetzung samt Klassifizierung des US-Führerscheins mitführen.

Zum ADAC Übersetzungs- und Klassifizierungs-Service

Auch beim ADAC können Sie Ihren Führerschein übersetzen und klassifizieren lassen. Diese Regionalclubs bieten den Service kostenpflichtig vor Ort an:

Umschreibung spätestens nach sechs Monaten

Nach Ablauf der sechs Monate erlischt Ihre Fahrberechtigung. Sie müssen sich dann um die Umschreibung Ihrer US-Fahrerlaubnis in eine deutsche Fahrerlaubnis kümmern.

Eine einmalige Verlängerung der Sechsmonatsfrist um ein weiteres halbes Jahr ist möglich, wenn Sie glaubhaft machen, dass Sie nicht länger als zwölf Monate in Deutschland wohnen werden.

Der Antrag auf Umschreibung der Fahrerlaubnis ist zeitlich unbegrenzt möglich.

Minderjährige dürfen nicht fahren

Die 6-Monatsfrist gilt nicht für minderjährige Führerscheininhaber. Sie dürfen in Deutschland nicht fahren bzw. müssen die Umschreibung in eine deutsche Fahrerlaubnis im Rahmen des Begleiteten Fahrens B17 beantragen. Auch Führerscheininhaber, die das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet haben und sich nur vorübergehend als Touristen in Deutschland aufhalten, dürfen in Deutschland keine Kraftfahrzeuge fahren.

Nachweis über mindestens 185-tägigen Aufenthalt

Wenn Sie Ihren US-Führerschein in einen deutschen umschreiben lassen möchten, müssen Sie einen mindestens 185-tägigen Aufenthalt in den USA nachweisen. Dazu eignen sich z. B. Schulbescheinigung, Mietverträge, Flugtickets oder Hotelrechnungen.

Umschreibung: Das müssen Sie tun

Um Ihren Führerschein umschreiben zu lassen, müssen Sie persönlich die Erteilung der deutschen Fahrerlaubnis (Umschreibung) beantragen und sich hierfür an Ihr zuständiges Straßenverkehrsamt (Führerscheinstelle) an Ihrem Wohnort wenden. Die Führerscheinstelle trägt in Ihren deutschen Führerschein einen Vermerk ein, dass Sie eine US-Fahrerlaubnis vorgelegt haben. Sie schickt den US-Führerschein an die US-Führerscheinbehörde zurück oder nimmt ihn in Verwahrung.

Führerscheinprüfung in Deutschland

Die Umschreibung eines US-Führerscheins ist ohne praktische, teilweise aber mit einer theoretischen Prüfung verbunden. Voraussetzung ist, dass das Schulungs- und Prüfungsverfahren eines US-Bundesstaates dem deutschen gleichwertig ist.

Für welche US-Bundesstaaten diese Gleichwertigkeit besteht, ergibt sich aus der Staatenliste nach Anlage 11 der Fahrerlaubnisverordnung. Eine Auflistung der derzeit bestehenden Abkommen haben die ADAC Juristen als Download zusammengestellt:

Staatenliste nach Anlage 11 der Fahrerlaubnisverordnung
PDF, 133 KB
PDF ansehen

Sollte Ihr US-Bundesstaat nicht in der Anlage 11 zur Fahrerlaubnisverordnung aufgeführt sein, kann Ihre Fahrerlaubnis in Deutschland erst dann umgeschrieben werden, wenn Sie eine komplette Fahrprüfung erfolgreich abgelegt haben. Eine neue Fahrausbildung wird aber nicht verlangt.

Übersetzung des Führerscheins

Einige Behörden verzichten auf Übersetzungen bei englischsprachigen Führerscheinen. Andere Behörden verlangen eine Übersetzung. Aufgrund der unterschiedlichen Umschreibungspraxis der Führerscheinbehörden sollten Sie sich vorab bei Ihrer Führerscheinstelle darüber informieren, ob eine Übersetzung verlangt wird.

Bescheinigung über eine US-Fahrberechtigung

Ausländern (z.B. Austauschschülern) wird oft nur eine Bescheinigung über eine Fahrberechtigung erteilt, die nicht dem amtlichen US-Führerscheinmuster entspricht. Bei der Umschreibung einer US-Fahrberechtigung müssen Sie belegen oder zumindest glaubhaft machen, dass es sich bei der vorgelegten Bescheinigung um ein nach dem Recht des betreffenden Bundesstaates gültiges Führerscheindokument handelt. Hier kann gegebenenfalls eine Bescheinigung der US-Botschaft oder auch der deutschen Auslandsvertretung in den USA weiterhelfen.

Befristung der Fahrerlaubnis bis zum Tag der Ausreise

Der US-Führerschein bzw. die Bescheinigung über die Fahrberechtigung wird oft auf den Tag der Ausreise aus den USA befristet. Sie können Ihren Führerschein in Deutschland jedoch nicht mehr umschreiben lassen, wenn die Fahrberechtigung bei Antragstellung bereits "abgelaufen" ist.

Unser Tipp: Stellen Sie den Antrag auf Umschreibung daher bereits vor der Rückkehr nach Deutschland. Nehmen Sie frühzeitig Kontakt mit Ihrer zuständigen deutschen Führerscheinstelle auf. Sie bekommen Ihren deutschen Führerschein erst nach Rückkehr bzw. nach Begründung Ihres Wohnsitzes in Deutschland.

Umschreibung des Lernführerscheins

Sie dürfen in Deutschland keinen ausländischen Führerschein benutzen, wenn es sich um einen Minderjährigen- oder Lernführerschein bzw. um einen anderen vorläufig ausgestellten Führerschein (z. B. Provisional license) handelt.

In Deutschland werden Führerscheine nur anerkannt, wenn sie unbeschränkt gültig sind. Führerscheine dürfen also kein Ablaufdatum aufweisen, und es darf auch keine erneute Prüfung in dem betreffenden US-Bundesstaat nötig sein. Der amerikanische Führerschein muss automatisch gültig bleiben. Sie müssen ggf. eine Bestätigung über die volle Gültigkeit des amerikanischen Führerscheines vorlegen können. Für die Bestätigung sollten Sie sich an das deutsche Generalkonsulat des betreffenden Bundesstaates wenden.

Kristina Benecke
Fach-Autorin
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