Kumpan 54i:gnite: Über 100 km/h schneller Elektroroller

Roller Kumpan 54ignite fahrend auf einer Rennstrecke
Topmodell von Kumpan: 54i:gnite© Kumpan

Der E-Roller Kumpan 54i:gnite bietet sehr großen Fahrspaß. Testfahrt, Bilder, Daten, Reichweite. Aktuell ist der Roller nur noch gebraucht erhältlich: 2024 soll ein Nachfolger auf den Markt kommen.

  • Kein Umstecken der Akkus nötig

  • Bis ca. 100 km Reichweite

  • Ladezeit mindestens vier Stunden

Bei Elektrorollern für kleines Geld müssen Nutzer sich meist in Verzicht üben. Mit dem Kumpan 54i:gnite gibt es eine Alternative, die hinsichtlich Leistung, Tempo und Akkukapazität aus dem Vollen schöpft. Wer mit der emissionsfreien 125er auf große Fahrt will, muss jedoch kräftig investieren.

Tipp: Hier lesen Sie, wie Sie als Autoführerschein-Besitzer mit wenig Aufwand Leichtkrafträder der 125er-Klasse fahren können.

Vespa-ähnliches Design

Roller Kumpan 54ignite stehend
Markant: Die Kombination aus grau lackierter Verkleidung und roter Sitzbank© Kumpan

Vermutlich nicht ganz zufällig ähnelt der 54i:gnite der Vespa, als dreiste Kopie nimmt man das Topmodell von Kumpan dennoch nicht wahr. Ohnehin kann es dem italienischen Klassiker in puncto Eleganz und Qualitätstiefe nicht das Wasser reichen. Der weitgehend in Deutschland produzierte Einspurstromer fällt in allen Dimensionen größer aus und wirkt in manchen Details, etwa aufgrund der wenig filigranen Hinterrad-Zweiarmschwinge, etwas grobschlächtig.

Doch im Gegensatz zu vielen E-Roller-Modellen aus chinesischer Produktion sieht der 54i:gnite nicht billig aus. Dafür sorgen unter anderem futuristisch anmutende LED-Leuchten und der rote Sitzbankbezug, der einen schicken Kontrast zu den grau lackierten Verkleidungsteilen setzt. Dieser Chic lässt dann auch über manches Spaltmaß zwischen den nicht immer ganz perfekt ineinandergreifenden Plastikteilen hinwegsehen.

Riesiges Display mit Touchscreen

Tacho vom Roller Kumpan 54ignite
Imposant ist das große 7-Zoll-Farbdisplay mit Touch-Funktion© Kumpan

Das Zündschloss hat beim Kumpan ausgedient. Stattdessen hält man ein Plastikkärtchen über eine Kontaktfläche im Cockpit, um die Fahrzeugelektronik zum Leben zu erwecken. Alternativ ist ein Freischalten per App mit dem Smartphone möglich.

Anschließend wird mit dem Druck auf den OK-Button im Steuerkreuz auf der rechten Lenkerseite und einem Betätigen beider Bremsgriffe der Antrieb scharf gestellt. Imposant ist das große 7-Zoll-Farbdisplay, das neben individuell konfigurierbaren Anzeigemodi und diversen Einstellmöglichkeiten für den Antrieb auch einige Touchscreen-Funktionen bietet.

Ladezeit mindestens vier Stunden

Die Elektro-Akkus vom Roller Kumpan 54ignite
Zwei Akkus sind beim Kumpan Standard, der dritte kostet extra© Kumpan

In einem großen Staufach unter der Sitzbank stecken gleich drei solide wirkende Akkupakete. An der Oberseite zeigen sie auf einem kleinen Monochrom-Display ihren aktuellen Füllstand an. Alle drei Batterien sind herausnehmbar und lassen sich zu einer Steckdose transportieren. Alternativ können die Akkus im Roller bleiben, denn hinter dem aufklappbaren Markenlogo in der Frontverkleidung versteckt sich eine Buchse zum Anschluss eines Ladegeräts.

Hier bietet Kumpan einen Standard- sowie einen für Flottenkunden optional angebotenen Schnelllader an. Die Akkus mit 4,5 kWh Gesamtkapazität voll zu bekommen, zieht sich mit dem einfachen Lader über neun Stunden hin. Mit dem Schnelllader lässt sich das Prozedere auf gut vier Stunden verkürzen.

Bilder: Der Kumpan 54i:gnite im Detail

Realistische Reichweite: 60 Kilometer

Angesichts des großzügig dimensionierten Stromspeichers erwartet man auch ein großzügiges Reichweitenfenster. Kumpan verspricht bis zu 110 und im Schnitt 80 Kilometer bei drei Akkus. Bei der Testfahrt kam der Roller nur gut 60 Kilometer weit. Der Grund: Angesichts des verführerisch spritzigen Antriebs fällt es schwer, reichweitenoptimiert im Eco-Modus zu fahren.

Der 9,4-PS-Motor im Test

Zwei Roller Kumpan 54ignite fahrend auf einem Feldweg
Der Kumpan 54i:gnite ist als Leichtkraftrad zugelassen© Kumpan

Der im Hinterrad steckende Nabenmotor liefert 7 kW/9,4 PS und satte 141 Newtonmeter Drehmoment. Es bereitet großen Spaß, im Sportmodus – der eigentlich Standardmodus ist – mühe- und zudem nahezu lautlos allen anderen davonzueilen. Ein bemerkenswerter Vorteil beim Kumpan ist die parallele Stromentnahme aus den Akkus, während bei vielen anderen Rollern umständliches Umstecken nötig wird, sobald ein Batteriepaket leer ist.

Der 54i:gnite ist nicht nur spritzig in der Stadt, er kann sogar mit dem Tempo der Landstraße mithalten. Auf ebener Straße erreicht er so gerade dreistellige Regionen, bergab sind laut Tacho schon mal 110 km/h drin. Selbst dann fühlt sich der flinke Stromer stabil und sicher an. Lediglich bei Unebenheiten bringt die straff dämpfende Telegabel immer mal wieder etwas Unruhe in die Lenkung.

Die Sitzposition ist selbst für größere Fahrer komfortabel, hinter dem Beinschild haben die Füße viel Platz, finden allerdings auf dem glatten Boden vor allem bei Feuchtigkeit wenig Halt. Das Kombibremssystem mit je einer Bremsscheibe pro Rad packt auf Wunsch stark zu, könnte jedoch noch feiner dosierbar sein. Lang gezogene Kurven liegen dem 54i:gnite, bei kleineren Radien wirkt er etwas ungelenk.

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Kumpan 54i:gnite: Technische Daten

Herstellerangaben


Motor/Getriebe

Luftgekühlter bürstenloser Gleichstrommotor, 7 kW/9,4 PS, 141 Nm; Radnaben-Direktantrieb; zwei Lithium-Ionen-Akkus, je 1,5 kWh

Fahrleistungen

Höchstgeschwindigkeit 96 km/h, Reichweite (Test, drei Akkus): 60 Kilometer (Sport) bis 88 Kilometer (Comfort)

Fahrwerk

Stahlrohrrahmen, Telegabel vorne, 88 mm Federweg; Alu-Zweiarmschwinge hinten, zwei Federbeine, Vorspannung manuell einstellbar, 65 mm Federweg; Leichtmetallgussräder; Reifen 110/70-12 vorne, 120/70-12 hinten. 195 mm Einscheibenbremse vorne, 185 mm hinten, Kombibremssystem

Maße und Gewichte

Radstand 1354 mm, Sitzhöhe 837 mm, Gewicht fahrfertig 102 kg (zwei Akkus), zul. Gesamtgewicht 280 kg

Das Topmodell von Kumpan mit zwei Akkus, die mindestens an Bord sind, kostete neu stolze 7000 Euro. Für Akku Nummer drei wurden 1400 Euro Aufpreis fällig. Für ein Leichtkraftrad ist das viel Geld, für einen rund 100 km/h schnellen Einspurstromer aber durchaus üblich. Immerhin: Als 125er qualifiziert sich der Kumpan automatisch für die THG-Quote, mit der sich in den kommenden Jahren voraussichtlich bis zu 2000 Euro einsparen lassen.

Motorrad und Roller: Neuheiten, Tests, Fahrberichte

Text: Mario Hommen/SP-X

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