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Yamaha Tracer 700: So fährt der Zweizylinder-Crossover

Motorradfahrer fährt eine Yamaha Tracer 700 in der Kurve auf Landstrasse
Yamaha hat die Tracer 700 noch attraktiver gestaltet ∙ © Yamaha

Yamaha hat die Tracer 700 für das Modelljahr 2020 überarbeitet. Der Crossover-Zweizylinder auf Basis der MT-07 kann seine Qualitäten nun noch besser ausspielen. Resultat: Viel Fahrspaß für Einsteiger und Könner zu einem attraktiven Preis.

  • Verbesserte Ergonomie und Agilität

  • Triebwerk nun Euro-5-zertifiziert

  • 48-PS-Variante erhältlich

Das Rezept hatte Yamaha schon für das Jahr 2016 entwickelt: Man nehme den fulminanten CP2-Reihenmotor mit zwei Zylindern und knapp 700 Kubikzentimetern Hubraum aus dem Erfolgsmodell MT-07, stecke das Triebwerk in einen kompakten Stahlrahmen und garniere das Ganze mit einer Halbschalenverkleidung im Sport-Touring-Format. Tracer 700 hieß das in und für Europa konzipierte Produkt schon damals. Die Update-Version kommt in diesen Tagen zu den Händlern.

Neu an der aktuellen Tracer 700 sind die Euro-5-zertifizierte Motorabstimmung, das verfeinerte Fahrwerk, die Verkleidung samt LED-Beleuchtung rundum und eine ebenfalls verfeinerte Ergonomie. Das sorgt für weiter gesteigerte Agilität und erhöhten Komfort. Für 8490 Euro ist auf dem Markt kaum ein besseres Motorrad zu finden.

Weniger Leistung durch Euro 5, ordentliche Reichweite

Ein wesentlicher Grund dafür liegt beim Antrieb durch den im Zuge der EU-5-Bestimmung um gut ein PS schwächer gewordenen Motor. Er leistet statt 55 kW/75 PS nur noch knapp 74 PS, doch liegen diese nicht mehr bei 9000, sondern schon bei 8750 Umdrehungen an. Die Motorcharakteristik – druckvoll, drehfreudig und vibrationsfrei – hat unter der Sauberkeitskur nicht im Geringsten gelitten.

Nach wie vor ist dieser Motor, den Yamaha in einer ganzen Reihe von Modellen einsetzt, einer der besten der Motorrad-Gegenwart. Er nimmt ab 2000 Touren sauber Gas an, liefert schon in der Mitte guten Druck und zeigt jenseits der 7000/min sein ganzes Potenzial. Zudem ist er, sofern man ihn nicht permanent ausquetscht, ein sparsamer Antrieb. Dank eines WMTC-Normverbrauchs von 4,3 Liter pro 100 Kilometer und angesichts des 17-Liter-Tanks spricht Yamaha bei der Tracer 700 von fast 400 Kilometern Aktionsradius.

Gutes Fahrwerk, einfaches Handling

Das konventionelle Fahrwerk hat schon vorher gut gefallen. Durch ein Update der Telegabel sowie des Zentralfederbeins sind beide Komponenten jetzt noch etwas besser auf die persönlichen Anforderungen des Fahrers einstellbar. Noch ein Quäntchen besser geworden ist auch die Handhabung. Yamaha hat beispielsweise den Lenker um 3,4 Zentimeter verbreitert, was das Einlenken etwas erleichtert und die Stabilität unterstützt.

Schade, dass die Schaltbarkeit des Getriebes am Testbike nicht zufriedenstellen konnte, gelegentlich verlief der Gangwechsel hakelig. Die Kupplung und die Dreischeiben-Bremsanlage inklusive gut regelndem ABS sind leicht bedienbar und erfüllen ihre Aufgaben ausgezeichnet, wobei die Gabel beim harten Verzögern tief eintaucht.

Yamaha Tracer 700: Aggressives Design

Einen echten Fortschritt stellt die vollkommen neu gezeichnete Karosserie dar. Sie weist mit ihren zwei getrennten LED-Scheinwerfern eine nicht zu übersehende Familienähnlichkeit zu den Modellen Tracer 900 und R1 auf und ist dank eines neuen Windschilds zudem komfortabler und funktionaler. Der Windschild ist einhändig stufenlos so leicht verstellbar, wie der Testfahrer das noch bei keinem anderen Motorrad erlebt hat.

Komfortabler ist das Fahren auch wegen der besser gepolsterten Sitzbank, die im hinteren Bereich um einen Zentimeter Stärke zugelegt hat. Gut ablesbar ist das neu gezeichnete LCD-Anzeigeninstrument im Cockpit, dessen Ausstattung das in dieser Klasse Übliche – zwei Trip-Zähler, Temperatur von Triebwerk und Umgebung, Ganganzeige – bietet, aber auf Connectivity-Späßchen verzichtet.

Ein wenig großzügiger könnte Yamaha bei der Zuladung sein: Rund 180 Kilogramm sind für ein mit Seitenkoffern ausgerüstetes Motorrad, dem der Hersteller eine dezidierte Zweipersonen-Eignung attestiert, und für das unter anderem als kostenpflichtiges Zubehör ein Travelpack angeboten wird, arg sparsam.

48-PS-Variante für Einsteiger

Ansonsten lässt sich an der kleinen Yamaha nichts kritisieren, was nicht auch bei einer Vielzahl anderer Motorräder verbesserungsfähig wäre: Abgewinkelte Reifenventile würden die Luftdruckkontrolle erleichtern, ein automatisch rückstellender Blinker die Verkehrssicherheit erhöhen.

Die Tracer 700 ist ein einsteigerfreundliches Motorrad (und passend zur A2-Lizenz auch mit 48 PS zu haben), mit dem Fortgeschrittene und Könner genauso ihren Spaß haben können. Mit ihrem höchst vergnüglichen Motor, einem bescheidenen Leergewicht von 196 Kilogramm, guter Bedienung und gutem Komfort mit einem sicheren Fahrwerk ist die in drei Matt-Farben lieferbare Yamaha Tracer 700 damit ihren Preis von 8490 Euro voll und ganz wert. Und wer noch ein bisschen was drauflegen will, findet als Zubehör vier attraktive Ausstattungspakete.

Technische Daten

Yamaha Tracer 700

Motor

Flüssigkeitsgekühlter Zweizylinder-Reihenmotor, 689 ccm Hubraum, 4 Ventile pro Zylinder, DOHC, 54 kW/74 PS, 67 Nm bei 6500 U/min, Einspritzung, 6 Gänge, Kette

Fahrwerk

Stahlbrückenrahmen, 4,1 cm Telegabel vorne, 13 cm Federweg, Aluminium-Zweiarmschwinge hinten, Zentralfederbein, Vorspannung und Zugstufendämpfung einstellbar, 14,2 cm Federweg, Leichtmetallgussräder, Reifen vorne 120/70 R 17, hinten 180/55 R 17. 28,2 cm Doppelscheibenbremse vorne, 24,5 cm Einscheibenbremse hinten

Maße und Gewichte

Radstand 1,46 m, Sitzhöhe 84 cm, Gewicht fahrfertig 196 kg, Tankinhalt 17 l

Fahrleistungen, Verbrauch

Normverbrauch 4,3 l/100 km

Preis

ab 8490 Euro (zzgl. Nebenkosten)

Herstellerangaben

Text: Ulf Böhringer/SP-X

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