Was in jedes Auto gehört – Verbandkasten, Warndreieck & Co.

Notfallausrüstung für das Auto
Für 2022 soll die Mitnahme von Masken im Verbandkasten Pflicht werden. ∙ © iStock.comstudiocasper

Ob Polizeikontrolle, Panne oder Unfall - die korrekte Ausrüstung und vorgeschriebenen Papiere sind entscheidend. Aber was muss nach dem Gesetz alles an Board sein?

  • Neu: ab 2022 sollen zwei Masken im Verbandkasten sein

  • Führerschein und Fahrzeugpapiere genügen nicht als Kopie

  • Warndreieck auf der Autobahn mindestens 150 m entfernt aufstellen

Wer mit dem Auto unterwegs ist und bei einer Kontrolle nicht alles vorgeschriebenen Dinge dabei hat und vorzeigen kann, dem droht ein Verwarnungsgeld. Aber neben dem gesetzlich vorgeschriebenen Warndreieck oder dem Verbandkasten sind gerade im Winter einige Dinge wie ein Eiskratzer zwar nicht vorgeschrieben, aber dennoch sinnvoll und gehören in jedes Auto.

Maskenpflicht im Verbandkasten soll 2022 kommen

Für 2022 ist eine Anpassung der DIN-Norm Nr. 13164 geplant, die auflistet, was alles Teil des Notfallsets ist. Zukünftig müssen zwei Mund-Nasen-Bedeckungen (Masken) als Teil des Verbandkastens mitgeführt werden. Die Maskenpflicht im Verbandkasten soll voraussichtlich mit der nächsten Änderung der Straßenverkehrszulassung (StVZO) kommen und damit auch für die Zeit nach der Pandemie gelten.

Lesen Sie mehr zum Thema Verbandkasten

Warndreieck – wer muss es dabei haben und in welcher Entfernung ist es aufzustellen?

Das Warndreieck soll Auffahrunfälle verhindern und muss in zugelassener Form im Fahrzeug mitgeführt werden. Das gilt auch für Quads. Nur Krafträdern, Krankenfahrstühlen und einachsigen Zug- oder Arbeitsmaschinen benötigen kein Warndreieck.

Es muss rückstrahlend, tragbar, standsicher und so beschaffen sein, dass es bei Gebrauch auf ausreichende Entfernung erkennbar ist. Es ist beim Liegenbleiben sofort nach Einschalten des Warnblinklichts gut sichtbar aufzustellen.

Die Entfernung hinter dem Pannenfahrzeug ist abhängig von der Geschwindigkeit des Verkehrs. Bei schnellem Verkehr beträgt diese etwa 100 m; auf der Autobahn soll es mindestens 150 m, das entspricht etwa 200 Schritten, vor der Gefahrenstelle stehen. 

Bei Verstoß gegen die Mitführpflicht droht ein Verwarnungsgeld von 15 Euro.

Führerschein und Fahrzeugpapiere - reicht auch eine Kopie? 

Nein. Der Führerschein und die Zulassungsbescheinigung Teil I (früher: Fahrzeugschein) müssen im Original mitgenommen werden und auf Nachfrage - z.B. eines Polizeibeamten - diesem ausgehändigt werden. Nur anhand der Originalpapiere kann zweifelsfrei festgestellt werden, ob die entsprechenden Berechtigungen zu diesem Zeitpunkt wirklich bestehen. 

Eine beglaubigte Kopie reicht als Ersatz für die Originalpapiere nicht aus. Wer auf Verlangen die erforderlichen Fahrzeugpapiere nicht vorzeigen kann riskiert ein Verwarnungsgeld von 10 Euro.

Erfahren Sie mehr zum Thema Polizeikontrolle

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/David Klein/Shutterstock

Ersatzreifen - gibt es eine Verpflichtung ihn mitzuführen?

Nein. Jedoch sollten im allgemeinen Sicherheitsinteresse Ersatzreifen in vorschriftsmäßigem Zustand mitgeführt werden. Ein nicht verkehrssicherer Reservereifen (z.B. ohne ausreichendes Profil) darf nur dazu benutzt werden, das Fahrzeug auf dem kürzesten Wege aus dem Verkehr zu bringen, z.B. zum nächstgelegenen Parkplatz oder zur Werkstatt. Wer ohne Ersatzreifen eine längere Fahrt antritt, nimmt das Risiko in Kauf, unterwegs infolge einer nicht gleich behebbaren Reifenpanne liegenzubleiben.

Eine Alternative können sog. Reifendichtmittel sein. Pannensets (flüssiges Dichtmittel zum Einblasen in den Reifen mit 12-Volt-Kompressor) sind auf dem Vormarsch, obwohl sie Prinzip bedingt nur in einem Teil der auftretenden Schadenfälle eine Weiterfahrt ermöglichen – bei Stichverletzungen in der Lauffläche oder kleinen Rissen. Eine Pflicht zum Mitführen gibt es aber auch hier nicht.

So beheben Sie eine Reifenpanne

Warnweste - gibt es eine Mitführpflicht für Deutschland?

Ja. Seit 01.7.2014 besteht auch in Deutschland eine allgemeine Warnwestenpflicht: In jedem Fahrzeug muss eine Warnweste (Europäische Norm EN 471 oder EN ISO 20471:2013) vorhanden sein. Die Regelung betrifft alle in Deutschland zugelassenen Pkw, Lkw und Busse; Motorräder und Wohnmobile bleiben ausgenommen. 

Empfehlenswert ist es unabhängig davon, freiwillig für jeden Insassen eine Weste für den Fall einer Panne oder eines Unfalls mitzuführen. Diese erhöhen gerade zur Nachtzeit oder bei schlechten Sichtverhältnissen deutlich die Sicherheit. Wer keine Warnweste dabei hat, dem droht ein Verwarnungsgeld von 15 Euro.

Das gilt für Warnwesten im Ausland

Winter-Zubehör fürs Auto

Wie hat Ihnen der Artikel gefallen?