Reifen richtig wechseln und lagern – Infos, Anleitung, Tipps

11.12.2018

Eine Faustregel besagt: Von Oktober bis Ostern gehören Winterreifen drauf, danach werden wieder Sommerreifen montiert. Wir geben Infos und Tipps zum Reifenwechsel und auf was Sie bei der Lagerung achten müssen

Schrauben werden für Reifenwechsel gelöst
Wichtig: Für den sicheren Reifenwechsel das richtige Werkzeug benutzen
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Reifen selbst wechseln

Mal ehrlich, haben Sie ausreichend Erfahrung mit dem Radwechsel? Wenn nicht, sollten Sie lieber eine Fachwerkstatt aufsuchen. Dies gilt im Besonderen für den Umgang mit großen, schweren SUV-Rädern.

Sie müssen Ihr Rad austauschen, weil es während der Fahrt geplatzt ist oder schlapp gemacht hat? Hier finden Sie weitere Informationen zum Wechsel nach einer Reifenpanne.

Vor dem Radwechsel: Werkzeug & Co.

Wollen Sie den Wechsel selbst durchführen, zuerst das nötige Werkzeug bereitlegen. Dazu gehören ein stabiler Wagenheber, Unterstellbock, Radkreuz, Drahtbürste, Schachtel für Schrauben, Schlüssel für das Felgenschloss sowie Drehmomentschlüssel.

Tipp: Die Bedienungsanleitung des Fahrzeugs verrät, wo der Wagenheber im Auto untergebracht und wie er zu bedienen ist. Wer die Reifen regelmäßig selbst wechseln will, sollte in einen stabilen Hydraulikwagenheber investieren. 

Beim Wechsel von Stahl- auf Leichtmetallräder, oder umgekehrt, müssen häufig unterschiedliche Schrauben oder -muttern verwendet werden. Das Gleiche gilt für Felgenschlösser zur Diebstahlsicherung. Auch diese Teile sollten griffbereit sein. 

Nur unbeschädigte Schrauben benutzen und auf Profiltiefe achten

Radschrauben oder -muttern sollten keine Schäden aufweisen. Die Gewinde der Schraubverbindungen und die Auflageflächen müssen sauber und frei von Rost sein. Wenn nicht, eignet sich eine Drahtbürste zur Reinigung. Gewinde sollten grundsätzlich nicht geschmiert werden.

Besonders wichtig: Bereits benutzte Reifen sollten auf Schäden überprüft werden. Die vorgeschriebene Mindestprofiltiefe beträgt 1,6 mm. Der ADAC empfiehlt jedoch für Winterreifen vier Millimeter, für Sommerreifen drei Millimeter. 

Reifenwechsel: Schritt-für-Schritt-Anleitung

  • Handbremse anziehen und ersten Gang einlegen bzw. Automatik-Wählhebel in Stellung "P" bringen 
  • Radkappe (soweit vorhanden) abziehen. Radmuttern oder -bolzen zunächst etwa eine viertel Umdrehung lösen
  • Wagenheber an der korrekten Stelle des Unterbodens ansetzen. Achtung: Beachten Sie die Sicherheitshinweise in der Bedienungsanleitung 
  • Fahrzeug anheben bis die Montagehöhe erreicht ist
  • Radmuttern ganz abschrauben
  • Rad abnehmen und unter das Fahrzeug legen. Leichtmetallräder können auf den Zentrierungen der Stahlnaben ziemlich fest sitzen 
  • Der Reifen, der in der Vorsaison auf der Vorderachse angebracht war, kommt auf die Hinterachse und umgekehrt
  • Vor dem Aufstecken des neuen Rades die Radauflageflächen reinigen und einen Kontrollblick auf Bremsscheiben und Bremsbeläge werfen
  • Neues Rad aufsetzen und alle Radmuttern mit dem Radkreuz handfest anschrauben 
  • Abgenommenes Rad unter dem Fahrzeug hervorholen
  • Auto soweit herunterlassen, dass der Reifen gerade am Boden aufsteht
  • Radmuttern über Kreuz mit dem vorgeschrieben Drehmoment anziehen. Hier mit großer Sorgfalt vorgehen. Achtung: Für Noträder sind oft spezielle Anzugsdrehmomente vorgeschrieben
  • Die abmontierten Reifen auf der Lauffläche kennzeichnen, zum Beispiel mit Wachskreide ("VR" für "Vorne rechts", "HL" für "Hinten links" etc.). So vermeiden Sie beim nächsten Wechsel Unklarheiten
  • Werkzeug und gekennzeichnete Reifen verstauen. Dabei die Tipps zum richtigen Einlagern beachten

Nach dem Wechsel

Der erste Weg mit den neuen Rädern führt zur Reifendruckkontrolle. Nach ca. 50 km die Verschraubung nochmals überprüfen und Schrauben gegebenenfalls nachziehen.

Tipp Icon

Der ADAC empfiehlt:

Räder spätestens alle 8000 bis 10.000 Kilometer achsweise (also vorderes rechtes Rad nach hinten rechts usw.) zu tauschen. So beugen Sie unterschiedlich starker Abnutzung vor. Bei Reifen mit unterschiedlichen Restprofiltiefen gehören die mit der größeren Profiltiefe immer an die Hinterachse. Weitere Infos finden Sie in der Bedienungsanleitungen Ihres Fahrzeugs.

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Reifen richtig lagern

Bei der Lagerung von Reifen sollten bestimmte Regeln beachtet werden:

Luftdruck vor dem Einlagern erhöhen

Den Luftdruck vor dem Einlagern um 0,5 bar gegenüber der Herstellervorgabe erhöhen. Reifen verlieren während der Lagerungszeit Luft. So haben Sie beim nächsten Wechsel ausreichend Druck.

Beschädigte Reifen entsorgen

Reifen und Felgen vor und nach dem Einlagern auf Beschädigungen und Fremdkörper im Profil prüfen. Beulen an der Flanke und tiefe Risse im Profilgrund, der Reifenschulter oder -seitenwand können gefährlich werden. In so einem Fall muss ein neues Rad her. 

Lagerung: Kompletträder vs. Reifen ohne Felgen 

Kompletträder sollten mit erhöhtem Luftdruck liegend übereinander gelagert werden. Alternativ gibt es "Felgenbäume" oder Wandhalterungen. Reifen ohne Felgen senkrecht stehend lagern und von Zeit zu Zeit drehen. 

Kühl, dunkel und trocken – der richtige Lagerungsort

Direkte Sonneneinstrahlung, ständige Feuchtigkeit sowie Lösungsmittel oder Öle sollten nicht auf das Rad einwirken. Zudem die Pneus unbedingt von ozonhaltiger Luft fernhalten.

Wer daheim keinen passenden Platz für seine Räder findet, kann sie beispielsweise in Autowerkstätten gegen eine Gebühr einlagern lassen.

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Einlagern gegen Gebühr: Wenn die Reifen verloren gehen

Was tun, wenn der Einlagerungsbetrieb Ihre Räder nicht mehr findet oder sie bei der Rückgabe beschädigt sind? Von solchen Fällen berichten ADAC-Mitglieder regelmäßig. Deshalb hat der Club ein Formular für die Einlagerung bereitgestellt. Hier können beispielsweise Marke, Model oder Größe eingetragen werden, um Verwechslungen zu vermeiden.

Hier können Sie das ADAC Reifeneinlagerungsprotokoll downloaden, 79,22 KB

Reifen sind acht bis zehn Jahre haltbar 

Die ADAC Experten empfehlen: Unabhängig von der Profiltiefe ist für einen Reifen nach acht bis zehn Jahren Schluss. 

 Das Herstellungsdatum lässt sich auf einer seiner Flanken an der vierstelligen Zahl am Ende der "DOT"-Kennzeichnung (Department of Transport) ablesen: Die beiden ersten Ziffern stehen für die Produktionswoche, die beiden letzten für das Jahr, also "2418" steht für die 24. Woche 2018.

Sie haben noch mehr Fragen zum Thema Reifen? Dann diskutieren Sie mit auf der ADAC Community.

 

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