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Der ADAC

Suzuki Swift nur noch mit Hybridantrieb

Suzuki Swift stehend von vorne
Die 2020er-Version des Suzuki Swift ist am neuen Kühlergrill zu erkennen. ∙ © Suzuki

Klein und knuffig war der Suzuki Swift schon immer. Doch die aktuelle Generation hat eine technische Besonderheit: Es gibt sie seit dem Sommer 2020 nur noch mit einem Antrieb, einem Mildhybrid.

  • Basisversion kostet ab 16.230 Euro, die Allrad-Variante ab 19.057 Euro

  • Hybridantrieb unterstützt beim Beschleunigen, rein elektrisch fahren geht nicht

  • Verbrauchsvorteil vor allem in der Stadt. Normverbrauch ab 3,9 l/100 km

Kleinwagen sind längst zu vollwertigen Erstfahrzeugen herangereift. Wer nicht den Platz größerer Fahrzeuge braucht, kann damit in der Regel gut leben. Der Suzuki Swift ist da ein gutes Beispiel. Er steht mittlerweile in der sechsten Generation beim Händler und bietet auf parkfreundlichen 3,84 Metern Länge alles, was man heute so braucht. Angefangen von der Klimaautomatik über Sitzheizung bis hin zum Notbremsassistenten und Abstandsregeltempomat ist – zumindest bei der Topversion Comfort+ – alles an Bord. 

Beim Design ihres Kleinen haben die Japaner eine Menge richtig gemacht. Der Swift hat durch ein paar optische Retro-Zitate eindeutig gewonnen: Er sieht dank der breiten, im Sommer 2020 leicht überarbeiteten Front (dreidimensionaler Kühlergrill samt Chromleiste), der kräftigeren Schulterlinie und seiner kürzeren Überhänge erwachsener und muskulöser aus als früher.

Bei nur 3,84 Metern Länge gutes Platzangebot

Auf den vorderen Plätzen finden Personen bis gut 1,90 Meter genug Platz, die Kopffreiheit würde sogar für fast 2,10 Meter Körpergröße ausreichen. Die Innenbreite fällt kleinwagentypisch nicht so üppig aus. Das Raumempfinden im Swift ist aufgrund der vergleichsweise üppigen Kopffreiheit und der steilen Fensterflächen insgesamt aber gut, der Kofferraum fällt durchschnittlich groß aus.

Hinten geht es nicht so großzügig zu, als Kleinwagen kann sich der Swift aber sehen lassen; die Beinfreiheit reicht für knapp 1,80 Meter große Menschen, wenn die Vordersitze für 1,85-Meter-Menschen eingestellt sind. Kopffreiheit ist auch hinten reichlich vorhanden.

Suzuki Swift: Ein Mildhybrid im Kleinwagen

So weit, so normal. Das Besondere am Swift verbirgt sich hinter der Zusatzbezeichnung Dualjet Hybrid. Gemeint ist damit ein neuer Vierzylindermotor mit 1,2 Litern Hubraum, der überschaubare 83 PS leistet, aber von einem Mild-Hybridsystem unterstützt wird. Es besteht aus einem integrierten Startergenerator (ISG), der als Generator und Elektromotor fungiert, und einer Lithium-Ionen-Batterie mit einer Kapazität von zehn Amperestunden (Ah).

Das System greift dem Verbrennungsmotor beim Anfahren und Beschleunigen unter die Arme und nutzt dafür die beim Bremsen zurückgewonnene elektrische Energie. Bei stehendem Fahrzeug schaltet das System den Motor automatisch ab. Rein elektrisch fahren kann der Swift aber nicht – Batterie und E-Antrieb sind dafür nicht ausgelegt. Die Technik macht sich vor allem im unteren Drehzahlbereich und beim Anfahren positiv bemerkbar und spart dadurch Benzin, vor allem in der Stadt.

Trotz seiner nicht gerade üppigen Leistung soll der Vierzylinder laut Suzuki "ein lebhaftes Ansprechverhalten mit hoher Effizienz" aufweisen. Die bisher bekannten technischen Daten lassen aber keine Dynamik-Wunder erwarten. Den Wert für den Spurt aus dem Stand auf 100 km/h gibt Suzuki noch nicht an, die Spitze von 175 km/h liegt um volle 20 km/h unter der des vom ADAC getesteten Mildhybrid-Vorgängers mit 111 PS starkem Dreizylinder-Turbo.

Serienmäßig wird ein Fünfgang-Schaltgetriebe installiert, optional gibt es ein stufenloses CVT-Getriebe (ab 18.959 Euro, Spitze 170 km/h). Der ebenfalls optionale Allradantrieb wiederum ist zwingend mit der Handschaltung kombiniert (ab 19.057 Euro, 165 km/h Spitze).

Mäßig: 37,4 Meter Bremsweg

Am Fahrwerk wurde im Zuge des Motoren-Austauschs nichts geändert, es zeigte sich im ADAC Test rundum erwachsen: Unebenheiten der Straße federt es prima ab, Fahrbahnabsätze oder Kanten von Gullideckeln sind nur gedämpft zu spüren. Beim ADAC Ausweichtest durchfuhr der Swift die Pylonengassen sicher und kontrollierbar. Leider wirkte die Lenkung etwas gefühllos und ließ es an Rückstellmoment mangeln. Und: Beim Bremsen von 100 km/h bis zum Stillstand benötigte der Swift 37,4 Meter – ein mäßiger Wert.

Dass Suzuki die Vordersitze gegenüber dem Vorgänger etwas tiefer montiert hat, sorgt für eine entspannt-sportliche Sitzposition, die das sichere Gefühl auch bei munteren Kurvenpassagen noch unterstützt. Alle Schalter sitzen da, wo man sie vermutet. Dazu passt gut auch die Bedienung der Menüpunkte Hören, Anrufen, Fahren und Verbinden mittels Touchscreen – wie das funktioniert, hat man schnell raus. Getrübt wird das Fahrvergnügen leider etwas durch die billig wirkenden Materialien im Cockpit.

Viele Assistenzsysteme an Bord

Für ein gutes und sicheres Gefühl sorgen die teils serienmäßigen, teils optionalen Helfer wie Fernlicht-Assistent, kamera- und radarbasierter Notbremsassistent, Spurverlassenswarner oder adaptiver Tempomat mit regelbarem Abstand zum Vordermann. Schon die mittlere Ausstattungsstufe Comfort hält Nettigkeiten wie eine Sitzheizung vorn, ein Digitalradio samt Smartphone-Anbindung, Bluetooth-Freisprecheinrichtung und Lenkrad-Bedienung, 16-Zoll-Alufelgen, Nebelscheinwerfer und eine Rückfahrkamera parat. 

Mit dieser Ausstattung kann der Suzuki Swift im Kostenkapitel punkten: Die Einstiegspreise liegen zwischen 16.230 Euro für den Club und 18.452 Euro für die feinste Ausstattungsstufe Comfort +, die Haftpflichtversicherung ist günstig, die Kfz-Steuer niedrig, der Wertverlust moderat.

Alles in allem schaffte der nicht mehr erhältliche Suzuki Swift mit 111-PS-Mildhybrid im ADAC Autotest die Durchschnitts-Note 2,8. Wie sich die interessante Alternative zu VW PoloFord FiestaŠkoda Fabia und Toyota Yaris allerdings mit dem neuen, deutlich schwächeren Motor in Szene setzen kann, muss erst ein kommender ADAC Test zeigen. 

Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zu den Vorgängermodellen Suzuki Swift 1.0 Boosterjet SHVS und Suzuki Swift 1.2 Dualjet Allgrip.

Testbericht zum Suzuki Swift 1.0 Boosterjet SHVS 
PDF, 769 KB
PDF ansehen
Testbericht zur Allradversion Suzuki Swift 1.2 Dualjet Allgrip
PDF, 631 KB
PDF ansehen

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