Suzuki S-Cross: Das SUV ohne Starallüren
Von Jochen Wieler

Suzukis Angebot in der kompakten SUV-Klasse heißt S-Cross, hat optional Allradantrieb und wird von einem Hybrid-Benziner angetrieben. Sollte man ihn auf dem Schirm haben? ADAC Test.
Preise zwischen 25.390 und 39.940 Euro
4,30 Meter lang: Genau zwischen Vitara und Across
Nur durchschnittliche Noten im ADAC Test
Suzuki gilt nicht nur als Kleinwagen-, sondern auch als SUV-Marke. Die Japaner pflegen ihr Modellangebot entsprechend und haben nicht nur den Vitara als Dauerbrenner und seine elektrische Variante e-Vitara im Programm, sondern am oberen Ende auch noch den Across, das baugleiche Pendant des Toyota RAV4. Genau dazwischen: das hier getestete Kompakt-SUV S-Cross. Der S-Cross könnte für viele attraktiv sein, denen der nur 4,17 Meter lange Vitara zu klein und der Across (ab 55.000 Euro) zu teuer ist.
Schließlich ist der S-Cross mit einer kompakten Länge von 4,30 Metern alles andere als ein Parkhausschreck und gerade einmal 2 Zentimeter länger als ein Golf – was man auf den ersten Blick kaum glauben mag, denn die aktuelle Generation wirkt schon relativ stämmig.
S-Cross Innenraum: Etwas altbacken
Im Innenraum herrscht die von Suzuki gewohnte Sachlichkeit. Optische Raffinessen gibt es keine, stattdessen viel hartes Plastik und analoge und etwas altbackene Instrumente. Das Ganze ist übersichtlich und lässt sich, zumindest was die Grundfunktionen angeht, auch einfach bedienen. Was vergleichsweise angestaubt wirkt, kann für manchen Fahrer oder manche Fahrerin als Gegenpol zu den oft übertechnisierten Modellen anderer Marken attraktiv sein.
Trotzdem fragt man sich, ob es denn keine andere Lösung gegeben hätte, als den Bordcomputer mit seinen vielen kryptischen Abkürzungen in klein beschrifteten Menüs über einen Stift zum Drücken im Kombiinstrument zu bedienen. Hier fühlt man sich in die 90er-Jahre zurückversetzt. Im 9 Zoll großen Display zum Beispiel hätte sich sicher noch ein Reiter dafür anbringen lassen. Das Display thront griffgünstig über den Lüftungsdüsen und erweist sich mit guter Smartphone-Anbindung (Apple CarPlay und Android Auto) und integriertem Navi als Zugeständnis an die Moderne. Die trägen Reaktionen des Systems zeigen aber endgültig, dass der S-Cross nicht mehr up to date ist.
Und für die Verarbeitung gilt: An manchen Stellen ist sie etwas zu "rustikal" geraten. Der S-Cross ist ein eher simpel gestricktes Fahrzeug.
Bilder: Der S-Cross im Detail

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So viel Platz ist im Suzuki S-Cross
In der getesteten "Comfort+"-Ausstattung ist ein Panorama-Glasschiebedach serienmäßig an Bord. Das ist zwar an sich toll, weil sehr groß, aber es nimmt dem Dachhimmel ein paar Zentimeter in der Höhe. Die Folge: Wer hinten größer als 1,80 Meter ist, berührt mit den Haaren bereits den Dachhimmel. Schade, denn die Beinfreiheit wäre gut und die Sitze sind bequem, genau wie das gut geformte Gestühl in der ersten Reihe.
Das Kofferraumvolumen fällt recht großzügig aus und beträgt laut Hersteller 430 Liter, nach ADAC Messung sind es bis zur Laderaumabdeckung 405 Liter, umgeklappt sehr brauchbare 1220 Liter. Weil das Gepäckabteil gut geschnitten ist, lässt es sich ordentlich nutzen und verfügt sogar über einen verstellbaren doppelten Zwischenboden. Da das Heckklappenschloss deutlich absteht und nicht mit Kunststoff ummantelt ist, sollten Personen über 1,85 Meter Körpergröße allerdings vorsorglich ihren Kopf einziehen, während sie den Kofferraum beladen.
SUVs sind beliebt wie nie zuvor. Was ist beim Kauf zu beachten? Welche Größe ist die richtige? Braucht man überhaupt Allradantrieb? Der ADAC hat alles zum Thema zusammengetragen.
Testfahrt im Suzuki S-Cross Mildhybrid

Beim Antrieb baut der S-Cross auf einen 81 kW/110 PS starken 1,4-Liter-Turbo-Benziner, der dank 48-Volt-Mildhybridtechnik sparsam agieren soll. Der integrierte Startergenerator (ISG) unterstützt den Verbrenner beim Beschleunigen und Anfahren mit bis zu 10 kW. Beim Fahren merkt man davon nichts, denn rein elektrisch kann sich das Fahrzeug damit nicht fortbewegen.
Die Kraftübertragung erfolgt über ein manuelles Sechsganggetriebe, optional war anfangs noch eine Sechsstufenautomatik zu haben. Suzuki hat das Programm inzwischen gestrafft und bietet den 1,4-Liter-Mildhybrid nur noch mit Handschalter an.
Mildhybrid mit 6,1 Liter Testverbrauch
Auf den Testfahrten wirkte der S-Cross ausreichend kräftig motorisiert, um auch auf der Landstraße Überholmanöver durchzuführen oder zügig auf die Autobahn aufzufahren. Fleißiges Schalten darf man indes nicht vergessen, um das Potenzial der 110 PS zu nutzen. Von der Souveränität eines Elektroautos ist der S- Cross weit entfernt. Die Elastizitätsmessungen bestätigen diesen Eindruck: Von 60 auf 100 km/h dauert es im vierten Gang 8,5 Sekunden, im fünften 10,7 und im sechsten Gang lange 14,4 Sekunden.
Ein Sportler ist am S-Cross ohnehin nicht verloren gegangen, auch wenn er den ADAC Ausweichtest sicher besteht: In schnellen Kurven neigt sich die Karosserie stärker als etwa bei einem Ford Kuga oder VW Tiguan. Zudem ist der gemessene Bremsweg von 40,2 Metern im Schnitt aus zehn Vollbremsungen aus 100 km/h für heutige Maßstäbe definitiv zu lang.
Der Verbrauch mit einer Sechs vor dem Komma ist dagegen okay: Exakt 6,1 Liter haben die ADAC Ingenieure im Test gemessen. Für ein Benziner-SUV mit Allradantrieb ist das recht sparsam, sodass sich die Frage nach einem Diesel eigentlich nicht stellt – den bietet Suzuki auch gar nicht erst an.
Die Assistenzsysteme funktionieren gut

Die Fahrassistenz-Ausstattung ist umfangreich. Es gibt einen Notbremsassistenten samt Kollisionswarnung, der dank der Kombination aus Frontkamera und -radar auch bei hohen Geschwindigkeiten zuverlässig warnt und autonom bremst. Kreuzungen werden vorausschauend überwacht, wie auch der Querverkehr beim Rückwärts-Ausparken.
Die automatische Distanzregelung ACC ist Serie. Gut: Das erkannte Tempolimit lässt sich mit einem Klick in den Tempomaten übernehmen, und es lässt sich sogar eine Geschwindigkeitstoleranz einstellen. Dann legt der S-Cross 1 bis 5 km/h drauf, um flüssig im Verkehr mitzuschwimmen.
Preis: Suzuki S-Cross ab 25.390 Euro
Der Basispreis des S-Cross gestaltet sich mit 25.390 Euro sehr attraktiv. Die Ausstattung bietet dann zwar weder Klimaautomatik noch Sitzheizung, aber dafür die kabellose Smartphoneanbindung (Apple CarPlay und Android Auto) sowie einen adaptiven Abstandstempomaten. In Anbetracht der einfachen Machart des S-Cross wäre diese Variante die Preis-Leistungs-Empfehlung.
Wer allerdings auf Allradantrieb angewiesen ist, muss zu einer besseren Ausstattungsversion greifen und insgesamt 9000 Euro drauflegen. Gut ausstaffiert brachte es der Testwagen auf 38.440 Euro. Für das Gebotene ist das schlicht zu teuer.
Das hat uns gefallen: preiswerte Basisvariante, gute Serienausstattung, Allradantrieb optional, ordentliche Fahrassistenzfunktionen
Das hat uns nicht gefallen: langer Bremsweg, träges Infotainmentsystem, rustikale Materialqualität, fehlender Einklemmschutz bei den Fenstern
Suzuki S-Cross: Technische Daten, Preis
Technische Daten (Herstellerangaben) | Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Comfort+ ALLGRIP (ab 08/25) |
|---|---|
Motorart | Otto (Mild-Hybrid) |
Hubraum (Verbrennungsmotor) | 1.373 ccm |
Leistung maximal in kW (Systemleistung) | 81 |
Leistung maximal in PS (Systemleistung) | 110 |
Drehmoment (Systemleistung) | 235 Nm |
Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor) | 4.400 U/min |
Antriebsart | Allrad |
Höchstgeschwindigkeit | 180 km/h |
CO2-Wert kombiniert (WLTP) | 129 g/km |
Verbrauch kombiniert (WLTP) | 5,4 l/100 km |
Kofferraumvolumen normal | 430 l |
Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank | 1.230 l |
Leergewicht (EU) | 1.360 kg |
Zuladung | 395 kg |
Anhängelast ungebremst | 600 kg |
Anhängelast gebremst 12% | 1.200 kg |
Garantie (Fahrzeug) | 3 Jahre oder 100.000 km |
Länge x Breite x Höhe | 4.305 mm x 1.785 mm x 1.580 mm |
Grundpreis | 37.440 Euro |
ADAC Messwerte
| ADAC Messwerte (Auszug) | Suzuki S-Cross 1.4 Boosterjet Hybrid Comfort+ ALLGRIP |
|---|---|
Überholvorgang 60–100 km/h | 6,3 s |
Bremsweg aus 100 km/h | 40,2 m |
Wendekreis | 11,8 m |
ADAC Testverbrauch | 6,1 l Super/100 km |
Reichweite | 765 km |
Innengeräusch bei 130 km/h | 69,9 dB(A) |
Leergewicht / Zuladung | 1318 / 437 kg |
Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch | 405 / 765 / 1220 l |
Fahrzeugbreite inkl. Außenspiegel | 2,05 m |
ADAC Testergebnis
Im ADAC Autokatalog finden Sie die technischen Daten und Preise aller Versionen des Suzuki S-Cross.
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