Kia Stonic im Test: So modern ist das Mini-SUV geworden

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Von Jochen Wieler

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Der Kia Stonic im Test 9/26
Klein, flott, stylisch: Das Mini-SUV Kia Stonic© Kia

Der Kia Stonic wurde 2025 umfangreich überarbeitet und sieht jetzt erheblich moderner aus als bisher. Wurde auch unter dem Blech genügend getan, um das Kleinwagen-SUV auf Stand zu bringen? Test der 115-PS-Version.

  • Das Mini-SUV Kia Stonic basiert auf dem Kia Rio

  • Facelift: Neue Optik innen und außen

  • Note 2,7 im ADAC Test

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Lesen Sie hier den ausführlichen Testbericht zum Kia Stonic 1.0 T-GDI 115 48V GT Line DCT7

"B-SUV-Segment" – so nennen die Autobauer die Kategorie, in die der Stonic einsortiert wird. Wer mit der sperrigen Bezeichnung nichts anfangen kann: Gemeint ist nichts anderes als ein Kleinwagen mit einem Hauch von Offroad-Flair. Man kann das Ganze auch einfach Mini-SUV nennen. Und davon gibt es mittlerweile reichlich Auswahl, vom Opel Mokka über den Fiat 600 und den Toyota Yaris Cross bis zum VW T-Cross.

Kia Stonic mit neuer Front und neuem Heck

Der Kia Stonic ist eigentlich schon ein alter Hase im Segment. Er ist seit 2017 erhältlich, wurde 2021 überarbeitet und 2025 noch einmal. Die grundsätzliche Konstruktion blieb dabei stets gleich, um ein komplett neues Fahrzeug handelt es sich daher auch in der jüngsten Evolutionsstufe nicht. Das letzte Facelift 2025 war allerdings ein sehr umfangreiches.

Das sieht man ihm auch an: Der Stonic ist mit einer neuen Front und einem neuen Heck mit sehr markanten Leuchten im aktuellen Kia-Stil gehalten. Optisch auf jeden Fall ein großer Sprung in die Moderne. Betrachtet man das Fahrzeug von der Seite, ist ihm allerdings schon anzusehen, dass die Grundkarosserie gleich geblieben ist.

So verwundert es nicht, dass sich am knappen Platzangebot nichts geändert hat. Ist vorn die Welt noch in Ordnung – hier lassen sich die Sitze sogar für Personen bis 1,95 Meter Größe zurückschieben –, wird es hinten spürbar knapper. Wird der Vordersitz auf einen Fahrer oder eine Fahrerin mit 1,85 Meter Körpergröße eigestellt, reicht die Beinfreiheit hinten nur für 1,75 Meter große Personen. Hier zeigt sich, dass der Stonic halt doch ein Kleinwagen ist – wenn auch einer mit einer leicht erhöhten Karosserie, die das Ein- und Aussteigen erleichtert.

Auch der Kofferraum nimmt sich mit gemessenen 260 Litern Fassungsvermögen bis zur Hutablage kleinwagentypisch bescheiden aus, umgeklappt sind es dann immerhin 1000 Liter. Auch die Anhängelast von maximal 900 Kilogramm fällt eher dürftig aus. Dafür punktet der Stonic mit kompakten Abmessungen, guter Übersicht im Stadtverkehr und einem Wendekreis von nur 11,10 Metern.

Die Ver- und Entriegelung klappt dank des serienmäßigen schlüssellosen Zugangssystems einfach. Jedoch besitzen nur die vorderen Griffe Tasten für das Öffnen und Schließen. Möchte man beispielsweise zunächst eine Tasche hinter dem Fahrersitz verstauen, muss man zuerst den vorderen Türgriff berühren, um den Kia aufzuschließen. Gegen Aufpreis und nur bei der Linie GT kann die Zentralverriegelung auch mit dem Smartphone (NFC-Technologie) betätigt werden, sodass man keinen Fahrzeugschlüssel mehr braucht.

Komplett neuer Innenraum im Kia Stonic

Der Innenraum des Stonic wurde im Zuge des letzten Facelifts komplett erneuert. Das angestaubte Cockpit ist einer modernen Bedienlandschaft mit zwei großen Bildschirmen in einem gemeinsamen Paneel gewichen, das sich über einen Großteil des Armaturenbretts erstreckt.

Während viele Hersteller inzwischen nahezu jede Funktion in Untermenüs verstecken, geht Kia einen erfreulich konservativen Weg: Zwei 12,3-Zoll-Displays sorgen zwar für einen modernen Eindruck, wichtige Funktionen wie Sitz- oder Lenkradheizung lassen sich aber weiterhin über echte Tasten bedienen. Das spart weitgehend die lästige und ablenkende Sucherei während der Fahrt.

Das Infotainment arbeitet zuverlässig, bietet Onlinedienste, Navigation mit Echtzeit-Verkehrsdaten sowie Smartphone-Integration per Apple CarPlay und Android Auto. Allerdings erfolgt die Kopplung nur kabelgebunden. Auch die neue Multifunktionsleiste für Klima- und Mediensteuerung wirkt im Alltag nicht immer logisch. Je nach Modus übernimmt derselbe Drehregler unterschiedliche Aufgaben. Das spart zwar Platz, kann den Fahrer oder die Fahrerin aber auch verwirren.

Wenig überzeugend sind zudem die Materialien. Harte Kunststoffe dominieren viele Bereiche des Innenraums. Die Verarbeitung geht zwar insgesamt für die Kasse in Ordnung und wirkt solide, Premium-Gefühle kommen allerdings nicht auf.

Im Test: Kia Stonic T-GDI 115 48V GT Line

Der Kia Stonic im Test 9/26
Mit 4,17 Metern Länge zählt der Stonic zu den Kleinwagen-SUVs© Kia

Innen ist der Kia weitgehend auf den aktuellen Stand gebracht worden. Doch gilt das auch für den Antrieb? In Sachen Motorisierung gibt es nur noch die Wahl zwischen zwei Aggregaten: einem 100-PS-Motor und einer 115-PS-Version. Beide haben 1,0 Liter Hubraum, einen Turbolader und drei Zylinder. Die stärkere und vom ADAC getestete Variante wird im Gegensatz zur Basisversion als 48-Volt-Mildhybrid ausgeliefert.

Die Kombination aus Turbobenziner und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe passt gut zum Charakter des Fahrzeugs. Der Motor wirkt im Alltag ausreichend kräftig. Überholmanöver auf der Landstraße absolviert der Stonic zügig, der Zwischenspurt von 80 auf 120 km/h gelingt in 8,1 Sekunden. Das Doppelkupplungsgetriebe arbeitet überwiegend harmonisch und schaltet meist passend zur Fahrsituation.

Im Stadtverkehr profitiert der Kia mehr von seiner Mildhybrid-Technik, als es der Gesamtverbrauch von 6,0 Litern im Test über alle Fahrsituationen widerspiegelt. Der Motor schaltet zeitweise ab, während das Fahrzeug segelt und somit keinen Sprit verbraucht. Außerdem sorgt der Startergenerator für besonders sanfte Start-Stopp-Vorgänge. Ganz perfekt ist der Antrieb dennoch nicht: Aus niedrigen Drehzahlen reagiert der Dreizylinder zunächst etwas verhalten, bevor der Turbolader seine Wirkung entfaltet. Außerdem ist der Motor beim Gasgeben akustisch ziemlich präsent.

Die Geräuschdämmung ist ohnehin nicht das Beste am Stonic. Bei Tempo 130 hat der ADAC einen hohen Innengeräuschpegel von 69,1 dB(A) gemessen. Wind- und Abrollgeräusche machen sich deutlich im Innenraum bemerkbar, insbesondere auf längeren Autobahnetappen kann das Geräuschniveau nerven.

Weitgehend gute Ergebnisse beim Ausweichtest

Der Kia Stonic im Test 9/26
Gut für die Stadt, auf Langstrecken etwas zu laut: Der Kia Stonic© Kia

Kia hat den Stonic bewusst komfortorientiert abgestimmt. Schlaglöcher, Kanaldeckel und Bodenwellen filtert das Fahrwerk insgesamt ordentlich weg. Auf Landstraßen und Autobahnen fährt sich das kleine SUV angenehm unaufgeregt. Gut zu dem Kleinwagen passt auch die Lenkung mit ihren niedrigen Lenkkräften.

Beim ADAC Ausweichtest fährt der Stonic ein weitgehend gutes Resultat ein. Überraschungen gibt es dabei keine, wenngleich sich zeigt, dass der Kia wenig sportliche Ambitionen hat. Das liegt auch an den griparmen Energiesparreifen des Testwagens (Conti EcoContact). Kommt es nach einem abrupten Lenkimpuls zu einem Lastwechsel, würde man sich ein schnelleres Eingreifen des ESP-Systems wünschen.

Gute Sicherheitsausstattung

Eine der größten Stärken des Stonic ist seine umfangreiche Sicherheitsausstattung. Selbst viele deutlich teurere Fahrzeuge bieten nicht mehr serienmäßige Assistenzsysteme. Notbremsassistent, Totwinkelwarner, Querverkehrwarnung, Spurwechselassistent, adaptiver Tempomat und Autobahnassistent gehören bereits zum Lieferumfang der GT-Line. Gerade im Kleinwagensegment ist das bemerkenswert.

Die Assistenten arbeiten überwiegend zuverlässig, die Aufmerksamkeitserkennung mahnt jedoch etwas zu häufig. Kritikwürdig ist der Einklemmschutz der hinteren Fensterheber, der nicht zuverlässig genug arbeitet. Familien mit Kindern sollten hier aufmerksam sein.

Fazit

Wer ein kleines SUV sucht, das im Alltag unkompliziert funktioniert, findet im Kia Stonic nach wie vor ein attraktives Angebot. Der Kia Stonic gehört aber nicht mehr zu den jüngsten Modellen seiner Klasse. Genau das merkt man ihm in einigen Bereichen an: Der Fond ist knapp geschnitten, die Materialien wirken einfach, und das Geräuschniveau könnte niedriger sein.

Gleichzeitig macht der Koreaner vieles richtig. Das Fahrverhalten ist unkompliziert, der Antrieb überzeugend, die Ausstattung umfangreich und die Sicherheitsausstattung für diese Klasse sogar vorbildlich. Hinzu kommen 7 Jahre Garantie und niedrige Versicherungskosten.

  • Das hat uns gefallen: umfangreiche Ausstattung an Assistenzsystemen, lange Garantielaufzeit, günstige Versicherungseinstufungen

  • Das hat uns nicht gefallen: hohes Geräuschniveau, wenig Beinfreiheit im Fond, einfache Materialien im Innenraum, unzuverlässiger Einklemmschutz der Fensterheber

Kia Stonic: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Kia Stonic 1.0 T-GDI 115 48V GT Line DCT7 (ab 12/25)

Motorart

Otto (Mild-Hybrid)

Hubraum (Verbrennungsmotor)

998 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

85

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

115

Drehmoment (Systemleistung)

200 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

6.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

10,8 s

Höchstgeschwindigkeit

182 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

126 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,6 l/100 km

Kofferraumvolumen normal

352 l

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

1.155 l

Leergewicht (EU)

1.270 kg

Zuladung

440 kg

Anhängelast ungebremst

450 kg

Anhängelast gebremst 12%

900 kg

Garantie (Fahrzeug)

7 Jahre oder 150.000 km

Länge x Breite x Höhe

4.165 mm x 1.760 mm x 1.520 mm

Grundpreis

31.290 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Kia Stonic 1.0 T-GDI 115 48V GT Line DCT7

Überholvorgang 60–100 km/h

6,3 s

Bremsweg aus 100 km/h

34,9 m

Wendekreis

11,1 m

ADAC Testverbrauch

6,0 l Super/100 km

Reichweite

748 km

Innengeräusch bei 130 km/h

69,1 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1258 kg / 452 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

260 / 595 / 1000 l

Fahrzeugbreite inkl. Außenspiegel

1,99 m

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Kia Stonic 1.0 T-GDI 115 48V GT Line DCT7 (ab 12/25)

Karosserie

3,0

Innenraum

2,5

Komfort

3,0

Antrieb

2,4

Fahreigenschaften

2,6

Sicherheit

2,6

Umwelt

2,6

Gesamtnote

2,7
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

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