Test Honda HR-V: Was kann das Hybrid-SUV?

• Lesezeit: 7 Min.

Von Jochen Wieler

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Der neue Honda HR-V im Test 2/26
Der aktuelle Honda HR-V wird nur mit einer Hybrid-Motorisierung angeboten© Honda

Der Honda HR-V ist ein praktisches SUV im kompakten Format und wird ausschließlich als Hybrid angeboten. Das hat Vor-, aber auch Nachteile. ADAC Test, Daten, Bilder.

  • Honda HR-V mit 131-PS-Hybridmotor im Test

  • Preis ab 33.900 Euro

  • Kein Sparwunder: 6,1 Liter Testverbrauch

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Hier können Sie den ausführlichen Testbericht zum Honda HR-V 1.5 i-MMD e:HEV herunterladen

Im Reigen der zahlreich vorhandenen Kompakt-SUV buhlt seit 2022 auch der Honda HR-V um die Gunst der Kunden. Er wurde 2025 leicht überarbeitet und hat im Zuge dessen eine marginal geänderte Front bekommen sowie minimale Änderungen im Innenraum. Das Facelift war also nicht der Rede wert, zumal es beim Herzstück des HR-V geblieben ist: dem Hybridantrieb mit einer Systemleistung von 96 kW/131 PS. Welche Vor- und Nachteile das kompakte SUV hat, zeigt der ADAC Test.

Honda HR-V: Preis gesenkt, gut ausgestattet

Der neue Honda HR-V im Test 2/26
Mit 4,36 Metern Länge hat der CR-V eine überschaubare Größe© Honda

Die Preise für den HR-V waren offenbar zu selbstbewusst: Kurz nach dem ADAC Test im Dezember 2025 hat Honda die Preise gesenkt. Statt für 34.700 Euro ist der Japaner nun ab 33.900 Euro zu haben, die getestete Variante in "Advance"-Ausstattung kostet jetzt 36.200 statt 37.000 Euro. Preiswert ist das zwar immer noch nicht.

Aber: Honda verzichtet auf eine mager ausgestattete Basisversion und staffiert das SUV zumindest gut aus. So bietet der HR-V in der Version "Elegance" unter anderem LED-Scheinwerfer, beheizbare Vordersitze, Navigationssystem, Smartphone-Integration und 18-Zoll-Leichtmetallfelgen. Dazu gibt es die klassenüblichen Sicherheits- und Assistentenumfänge sowie ein cleveres Raumkonzept und ein gefälliges, wenn auch nicht sonderlich aufregendes Design.

Bei der Formgebung sind die Japaner nach teils experimentellen Phasen wieder zu klaren Linien zurückgekehrt. Der 4,36 Meter lange HR-V entspricht den gängigen Geschmacksmustern für ein SUV und wartet mit betonten Radläufen samt großen Rädern (18 Zoll), lang gezogenen Leuchteneinheiten, einem großen Kühlergrill und natürlich auch mit abfallender Dachlinie auf.

Diese hat Einfluss auf die Kopffreiheit der Fondpassagiere. Hinten sollte man höchstens 1,85 Meter groß sein, soll die Haarpracht nicht am Dach streifen. Lässig die Beine ausstrecken können die Passagiere aber trotzdem, denn die Beinfreiheit ist für diese Fahrzeugklasse überaus großzügig bemessen. Fahrer oder Fahrerin dürfen bis 1,95 Meter groß sein, so weit lässt sich der Sitz zurückschieben.

Typisch Honda: "Magic Seats" hat auch der HR-V

Der neue Honda HR-V im Test 2/26
Praktisch: Die Rückbank lässt sich für maximale Ladehöhe nach oben klappen© Honda

Wie auch der Kleinwagen Jazz hat der HR-V die sogenannten Magic Seats im Fond. Hier lassen sich die Rücksitzlehnen umlegen oder die Sitzflächen hochklappen – wie im Kino. Dadurch bekommt man die Möglichkeit, den Fond des HR-V bodentief zu beladen. So kann man hohe und sperrige Güter zwischen den zwei Sitzreihen transportieren, eine Topfpflanze etwa.

Das Kofferraumvolumen fällt ordentlich aus. Im Normalfall passen in das Gepäckabteil bei Beladung bis zur Hutablage 320 Liter nach Messung des ADAC. Weitere 20 Liter lassen sich in der Mulde unterhalb des Ladebodens unterbringen. Entfernt man die Hutablage und nutzt den Stauraum bis unter das Dach, fasst der Kofferraum 405 Liter. Das entspricht sieben handelsüblichen Getränkekisten. Wird umgeklappt und der komplette Raum hinter den Vordersitzen genutzt, sind gute 1395 Liter Stauvolumen möglich.

Innenraum: Gute Bedienbarkeit, mäßige Qualität

Der Aufbau des Cockpits wirkt vertraut und übersichtlich. Honda setzt erfreulicherweise größtenteils auf die Bedienung mittels haptischer Tasten. Einzig der Bildschirm auf dem Armaturenbrett will per Touch und Swipe bedient werden. Das Display sieht zwar recht überladen aus, dafür sind die wichtigsten Menüpunkte permanent im unteren Bereich dargestellt. Zudem befinden sich an der Seite gut sicht- und erreichbar Tasten. Die grundlegenden Einstellungen zum Fahren findet man schnell.

Im Innenraum gefällt der gepolsterte Kunstlederüberzug am Armaturenbrett und in den vorderen Türen, ansonsten ist viel harter Kunststoff verbaut. Immerhin ist dieser oft lederartig texturiert. Alufarbene Applikationen, schwarze Klavierlack-Leisten und gepolsterte Sonnenblenden werten den Innenraum auf. Bei genauerem Hinsehen fällt jedoch auf, dass Honda hier und da an der Materialgüte gespart hat. So sind die hinteren Türverkleidungen etwa vollständig aus günstigem Hartplastik gefertigt. Auch die Verarbeitung lässt an der ein oder anderen Stelle zu wünschen übrig, geht insgesamt aber in Ordnung.

Was gar nicht geht: Die akustische Warnung bei Überschreitung des Tempolimits (ISA) lässt sich nur im Stand und in "P" deaktivieren. Das nervige Gebimmel, wenn mal wieder ein Tempolimit falsch erkannt wurde, raubt einem dann während der Fahrt den letzten Nerv, ohne dass man es ändern kann.

Hybridantrieb: zwei E-Motoren, ein Benziner

Der neue Honda HR-V im Test 2/26
Als Antrieb dienen zwei E-Motoren und ein Benziner© Honda

Keine Wahl lässt Honda seinen Kunden beim Antrieb – es gibt ausschließlich eine Motorisierung: einen Benziner mit Hybridantrieb. Das "e:HEV" genannte Antriebssystem besteht aus zwei Elektromotoren, die über eine Leistungssteuerung mit einem 1,5-Liter-Benzinmotor, einer Lithium-Ionen-Batterie und einem Direktantrieb verbunden sind. Das Techniklayout kennt man aus dem Jazz, allerdings wurde es für den Einsatz im HR-V angepasst.

Als Benziner kommt ein Saugmotor mit 79 kW/107 PS und 131 Nm Drehmoment zum Einsatz. Den Antrieb übernimmt normalerweise ein 96 kW/131 PS starker E-Motor mit 253 Nm. Der zweite E-Motor fungiert als Generator. Ein Getriebe im herkömmlichen Sinne gibt es nicht mehr, dafür eine feste Übersetzung.

ADAC Autotest: Das steckt hinter den Ergebnissen

Die ADAC Autotest-Ergebnisse beruhen auf akribischen Messungen: Mehr als 300 Prüfpunkte untersuchen die Testingenieure des ADAC Technikzentrums in Landsberg am Lech. Vom Platzangebot über die Sicherheit bis hin zum Schadstoff- und CO₂-Ausstoß reicht die Bandbreite.

Haben Sie dazu Fragen? Die technische Expertenhotline des ADAC ist unter der Telefonnummer 089 558 95 90 90 exklusiv für alle ADAC Mitglieder erreichbar.

Der Benziner erzeugt meistens nur Strom

Der neue Honda HR-V im Test 2/26
Die hinteren Türgriffe verstecken sich in der C-Säule© Honda

Je nach Fahrsituation wechselt der HR-V zwischen drei verschiedenen Antriebs-Modi. Im elektrischen Modus nutzt der Elektromotor die im Akku gespeicherte Energie und sorgt für den Vortrieb. Kann die Batterie nicht genügend Strom liefern, treibt der Vierzylinder-Benziner im Hybridmodus den zweiten E-Motor an, der in seiner Funktion als Generator Energie für den Akku produziert.

Obwohl der Benziner in den meisten Situationen nicht direkt auf die Räder einwirkt, kann er über eine Überbrückungs-Kupplung direkt mit den Antriebsrädern verbunden werden. Der "Engine Drive" (Motorantrieb) geschieht etwa bei Volllastfahrt oder im Geschwindigkeitsfenster zwischen 80 und 120 km/h.

Praktisch: In der D-Fahrstufe können die vier Stufen der Rekuperation über die Paddel hinter dem Lenkrad temporär eingestellt werden – in der B-Stufe bleiben diese dauerhaft gewählt.

Von dem ausgefuchsten Antriebskonzept – das von den ADAC Ingenieuren mit der guten Note 1,8 honoriert wird bekommt der Fahrer nicht viel mit. Das Wechselspiel der Antriebe läuft im Hintergrund fast unmerklich ab, sofern man eine gemütliche Fahrweise mit sanftem Gasfuß pflegt.

Negativ ins Gewicht fällt, dass, wenn man überholen will und das Gaspedal durchtritt, der Benziner laut zu brummen beginnt. Bis sich das System auf die schnelle Leistungsbereitstellung eingestellt hat, ist man gefühlt nur mit viel Getöse statt schnell unterwegs. Für ein aktuelles Modell ist der Verbrenner viel zu laut.

Kein Highlight: 6,1 Liter Testverbrauch

Wer auf der Autobahn möglichst flott von A nach B fahren möchte, wird mit dem HR-V nicht glücklich. Der 1,5 Tonnen schwere Japaner ist kein Dynamiker. Höhere Geschwindigkeiten (maximal ist Tempo 170 möglich) und Volllastfahrten sind nicht sein Ding. Was auch der Verbrauchswert zeigt: Bei gemischter Fahrt konnten die ADAC Ingenieure 6,1 Liter Testverbrauch ermitteln, auf der Autobahn stolze 8,6 Liter. Angesichts des hohen technischen Aufwands beim Antrieb ist das enttäuschend.

Die Vorzüge des Antriebs liegen ganz klar im städtischen Bereich und auf der Landstraße. Innerorts sind dank temporärer E-Unterstützung niedrige 4 Liter zu erwarten, außerorts sind es 5,5 Liter.

Gut beim ADAC Ausweichtest

Im ADAC Ausweichtest macht der HR-V eine gute Figur. Die Spurwechsel werden vom ESP mit passenden Bremsimpulsen unterstützt, sodass der Japaner den Lenkbefehlen problemlos Folge leisten kann. Visiert man ein möglichst schnelles Durchfahren des Parcours an, ist auch dies mit dem SUV erstaunlich flott und sicher möglich. Nur durchschnittlich fallen die Bremswerte aus. Im Mittel aus zehn aufeinanderfolgenden Vollbremsungen von Tempo 100 km/h auf 0 landet der Japaner bei befriedigenden 36,8 Metern – das geht heutzutage besser.

  • Das hat uns gefallen: besonders variable Rückbank ("Magic Seat"), primär haptische Tasten im Cockpit, separate Klimabedieneinheit, sichere Fahreigenschaften

  • Das hat uns nicht gefallen: zu wenig Einstellmöglichkeiten an den Sitzen, lauter Motor, akustische Tempowarnung umständlich zu deaktivieren

Honda HR-V: Technische Daten, Preis

Technische Daten (Herstellerangaben)

Honda HR-V 1.5 i-MMD e:HEV Advance e-CVT (ab 12/25)

Motorart

Voll-Hybrid

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.498 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

96

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

131

Drehmoment (Systemleistung)

253 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

6.000 U/min

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

10,7 s

Höchstgeschwindigkeit

170 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

122 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

5,4 l/100 km

Leergewicht (EU)

1.452 kg

Zuladung

418 kg

Garantie (Fahrzeug)

3 Jahre oder 100.000 km / ab 1/26: bis zu 8 Jahre oder 160.000 km unter Einhaltung aller Inspektionen bei Honda-Händler

Breite x Höhe

1.866 mm x 1.582 mm

Grundpreis

36.200 Euro

ADAC Messwerte

ADAC Messwerte (Auszug)Honda HR-V 1.5 i-MMD e:HEV Advance e-CVT

Überholvorgang 60–100 km/h

5,6 s

Bremsweg aus 100 km/h

36,8 m

Wendekreis

11,8 m

Verbrauch/CO₂-Ausstoß ADAC Ecotest

6,1 l Super/100 km, 161 g CO₂/km (well-to-Wheel)

Bewertung ADAC Ecotest (max. 5 Sterne)

****

Reichweite

655 km

Innengeräusch bei 130 km/h

70,6 dB(A)

Leergewicht / Zuladung

1388 / 482 kg

Kofferraumvolumen normal / geklappt / dachhoch

320 / 920 / 1395 l

ADAC Testergebnis

ADAC Testergebnis

Honda HR-V 1.5 i-MMD e:HEV Advance e-CVT (03/25 - 12/25)

Karosserie/Kofferraum

2,9

Innenraum

2,7

Komfort

3,0

Motor/Antrieb

1,8

Fahreigenschaften

2,7

Sicherheit

2,3

Umwelt/EcoTest

2,0

Gesamtnote

2,4
Sicherheit und Umwelt werden doppelt gewertet

sehr gut

0,6 - 1,5

gut

1,6 - 2,5

befriedigend

2,6 - 3,5

ausreichend

3,6 - 4,5

mangelhaft

4,6 - 5,5

Text mit Material von SP-X

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