Kostenvergleich Erdgas, Benzin, Diesel: Lohnen sich CNG-Modelle?

In Deutschland gibt es ca. 800 Tankstellen für Erdgas (CNG)
In Deutschland gibt es ca. 800 Tankstellen für Erdgas (CNG)© ADAC

CNG (Erdgas) ist eine umweltfreundliche und günstige Alternative zu Benzin und Diesel, doch nur noch der VW-Konzern bietet CNG-Modelle ab Werk an. Lohnt sich der Kauf eines solchen Wagens? Der ADAC hat nachgerechnet.

Erdgas/CNG: Sauber und günstig

Die Kraftstoffkosten deutlich reduzieren? Das geht mit dem gasförmigen CNG (Compressed Natural Gas, oft auch Biogas) als Treibstoff. Es wird im Fahrzeug mit einem Betriebsdruck von 200 bar in Tanks gespeichert. Mehr dazu finden Sie im ADAC Artikel zu Erdgas/CNG.

Nicht zu verwechseln ist Erdgas/CNG mit Flüssiggas LPG (Liquified Petroleum Gas), besser bekannt unter dem Namen "Autogas“. Dabei handelt es sich um ein unter Druck verflüssigtes Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdöl- bzw. Erdgas-Gewinnung und in Raffinerien anfällt. Erdgas-Autos können kein Autogas tanken und umgekehrt. Mehr Infos zum LPG finden Sie im ADAC Artikel zu Autogas.

Nur noch der VW-Konzern setzt auf CNG

Den VW Caddy gibt es auch in einer Erdgasversion © Volkswagen Nutzfahrzeuge

Bei alternativen Antrieben setzen die Hersteller zunehmend auf Hybrid- und Elektromodelle. Deshalb bieten derzeit lediglich Marken des VW-Konzerns CNG-Modelle ab Werk an. Die meisten werden als monovalente Fahrzeuge angeboten, die auf Erdgas optimiert sind und nur noch einen kleinen Benzintank als Reserve haben – grundsätzlich aber mit beiden Kraftstoffen im Wechsel betrieben werden können. Allerdings hat VW inzwischen angekündigt, für alle seine Marken zukünftig keine neuen CNG-Modelle mehr zu entwickeln. Škoda hat sich bereits ausgeklinkt: In Deutschland lassen sich die Modelle Kamiq, Octavia und Scala nicht mehr als CNG-Version bestellen.

Doch lohnen sich die angebotenen CNG-Neuwagen, die übrigens alle die ganz normale Herstellergarantie haben? Der ADAC hat es für alle aktuellen CNG-Modelle im Vergleich mit den passenden Benzin- und Dieselmodellen nachgerechnet. Da sich das Angebot ändern kann, finden Sie aktuelle Infos im ADAC Autokatalog.

Datenbasis der ADAC Berechnungen

Basis: ADAC Autokosten-Datenbank. Im Kostenvergleich über fünf Jahre sind berücksichtigt: Wertverlust (ohne Zinsen), Aufwand für Ölwechsel, Inspektionen sowie übliche Verschleißteile und Kosten für Reifenersatz. Kfz-Steuer, Ölnachfüll- und Kraftstoffkosten, die Verbrauchsangaben beziehen sich auf Herstellerangaben. Grundsätzlich sind, je nach Einsatzbedingungen individuelle Abweichungen möglich. Auch die Anzahl der Kaltstarts erhöht den Benzinverbrauch (in den Berechnungen nicht berücksichtigt). Aktuelle Kraftstoffpreise, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung mit je 50 % (Standardtarif ADAC Autoversicherung ohne Zusatzrabatte), Kfz-Steuer. Fahrzeugauswahl, technische Daten sowie Kosten entsprechen dem Stand Oktober 2022. Alle Preise und Kosten inkl. gesetzlicher Steuern. Die stufenweise Verringerung des Steuervorteils bei Erdgas bis zum 31.12.2026 ist in den Berechnungen berücksichtigt.

So lesen Sie die Kostentabelle

Der Seat Arona fährt mit CNG günstiger als mit Benzin oder Diesel © Seat

Beispiel Seat Arona, der ab Werk als Benziner und mit einem 9-Liter-Benzin-Nottank als monovalentes CNG-Erdgasfahrzeug angeboten wird. Bei gleicher Ausstattung (Style) und fast identischer Leistung (66 und 70 kW) kostet der Gaswagen mit 23.260 Euro gerade einmal 800 Euro mehr als der Benziner. Die Mehrkosten sind aber schnell wieder drin: Bei einem Kostenvergleich mit dem Benziner ist der Energiegehalt ausschlaggebend. Ein Kilogramm H-Gas beinhaltet die Energie von rund 1,44 Liter Benzin bzw. 1,28 Liter Diesel. Wenn z.B. ein Kilogramm Erdgas 1,20 Euro kosten würde, entspräche dies einem Superbenzin-Preis von ca. 0,83 Euro pro Liter.

Und: Als alternativer Kraftstoff wird Erdgas (CNG) wegen der Vorteile beim CO₂-Ausstoß bis Ende 2026 steuerbegünstigt. Ab 1. Januar 2024 beginnt jedoch ein stufenweiser Abbau der Steuervorteile.

Das Ergebnis für den Arona: Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 Kilometern kostet den Erdgasfahrer jeder gefahrene Kilometer günstige 39,2 Cent, der Benziner zahlt 44,5 Cent (inklusive Wertverlust und aller sonstigen Kosten). Das Gasauto rechnet sich aber auch schon bei 10.000 Kilometern im Jahr: 53,5 zu 58,7 Cent zugunsten des Arona TGI lautet hier die Rechnung.

Mit Erdgas fährt man also in der Regel günstiger – nicht immer, aber meistens. Gerade deshalb sollten die Besitzer älterer bivalenter Gasfahrzeuge (mit größerem Benzintank) auch konsequent auf diesen Kraftstoff setzen – dank dem geringeren Schadstoffausstoß auch der Umwelt zuliebe.