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Der ADAC

Erdgas, Benziner oder Diesel: Lohnt sich der Neukauf?

Erdgaspreise an der Tankstelle im Vergleich zu Benzinpreisen
In Deutschland gibt es 850 Tankstellen für Erdgas (CNG) ∙ © ADAC

Erdgas ist eine umweltfreundliche und günstige Alternative zu Benzin und Diesel, doch nur noch Fiat und der VW-Konzern bieten CNG-Modelle ab Werk an. Aber lohnt sich der Kauf eines solchen Modells? Der ADAC hat nachgerechnet.

Erdgas: Sauber und günstig

Die Kraftstoffkosten um etwa ein Drittel reduzieren? Das geht mit Erdgas, ein brennbarer organischer Rohstoff, der für Pkw als gasförmiges CNG (Compressed Natural Gas) angeboten wird. Es wird im Fahrzeug mit einem Betriebsdruck von 200 bar in Tanks gespeichert. Mehr dazu finden Sie im ADAC Artikel zu Erdgas.

Nicht zu verwechseln ist Erdgas mit Flüssiggas LPG (Liquified Petroleum Gas), besser bekannt unter dem Namen "Autogas“. Dabei handelt es sich um ein unter Druck verflüssigtes Gemisch aus Propan und Butan, das als Nebenprodukt bei der Erdöl- bzw. Erdgas-Gewinnung und in Raffinerien anfällt. Erdgasautos können kein Autogas tanken und umgekehrt. Mehr Infos zum LPG finden Sie im ADAC Artikel zu Autogas.

Bei alternativen Antrieben setzen die Hersteller zunehmend auf Hybrid- und Elektromodelle. Deshalb bieten laut einer aktuellen ADAC Herstellerumfrage lediglich Fiat und die Marken des VW-Konzerns derzeit CNG-Modelle ab Werk an. Und zwar als bivalente Fahrzeuge, die wahlweise mit Erdgas oder Benzin fahren können, oder als monovalente Fahrzeuge, die auf Erdgas optimiert sind und nur noch einen kleinen Benzintank als Reserve haben. Allerdings hat VW inzwischen angekündigt, für alle seine Marken zukünftig keine neuen CNG-Modelle zu entwickeln.

Doch lohnen sich die angebotenen CNG-Neuwagen, die übrigens alle die ganz normale Herstellergarantie haben? Der ADAC hat es für alle aktuellen CNG-Modelle im Vergleich mit den passenden Benzin- und Dieselmodellen nachgerechnet. Da sich das Angebot ändern kann, finden Sie aktuelle Infos im ADAC Autokatalog auf der jeweiligen Modellseite.

Datenbasis der ADAC Berechnungen

Basis: ADAC Autokosten-Datenbank. Im Kostenvergleich über fünf Jahre sind berücksichtigt: Wertverlust (ohne Zinsen), Aufwand für Ölwechsel, Inspektionen sowie übliche Verschleißteile und Kosten für Reifenersatz. Kfz-Steuer, Ölnachfüll- und Kraftstoffkosten, die Verbrauchsangaben beziehen sich auf Herstellerangaben nach NEFZ oder WLTP. Grundsätzlich sind, je nach Einsatzbedingungen individuelle Abweichungen möglich. Auch die Anzahl der Kaltstarts erhöht den Benzinverbrauch (in den Berechnungen nicht berücksichtigt). Aktuelle Kraftstoffpreise, Haftpflicht- und Vollkaskoversicherung mit je 50 % (Standardtarif ADAC Autoversicherung ohne Zusatzrabatte), Kfz-Steuer. Fahrzeugauswahl, technische Daten sowie Kosten entsprechen dem Stand Juli 2020. Alle Preise und Kosten inkl. gesetzlicher Steuern. Die stufenweise Verringerung des Steuervorteils bei Erdgas bis zum 31.12.2026 ist in den Berechnungen berücksichtigt.

ADAC Autokosten: Das sind die Berechnungsgrundlagen im Detail
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So lesen Sie die Kostentabelle

Beispiel Seat Arona, der ab Werk als Benziner, als Diesel und mit einem 9 Liter-Benzin-Nottank als monovalentes CNG-Ergasfahrzeug angeboten wird. Das Interessante: Bei gleicher Ausstattung (Style) und fast identischer Leistung (66 und 70 kW) kostet der Gaswagen mit 20.490 €zwar knapp 900 € mehr als der Benziner, ist damit aber immerhin über 2100 € günstiger als der Diesel (21.026 €).

Doch jetzt wird's knifflig, weil der Verbrauch ins Spiel kommt. Denn um einen Kostenvergleich mit Benzin und Diesel zu ermöglichen, ist der Energiegehalt ausschlaggebend. Ein Kilogramm H-Gas beinhaltet die Energie von rund 1,28 Liter Diesel beziehungsweise 1,44 Liter Benzin. Wenn z. B. ein Kilogramm Erdgas 1,20 Euro kosten würde, entspräche dies einem Superbenzin-Preis von ca. 0,83 Euro pro Liter.

Und: Als alternativer Kraftstoff wird Erdgas (CNG) wegen Vorteilen beim CO₂-Ausstoß bis Ende 2026 steuerbegünstigt. Ab 1. Januar 2024 beginnt jedoch ein stufenweiser Abbau der Steuervorteile.

Das Ergebnis für den Arona: Bei einer jährlichen Fahrleistung von 15.000 km kostet den Erdgasfahrer jeder gefahrene Kilometer günstige 34,6 Cent, der Benziner zahlt 37,8 Cent und der Diesel wegen seines höheren Anschaffungspreises sogar 41,0 Cent.

Mit Erdgas fährt man also in der Regel günstiger – nicht immer, aber meistens. Gerade deshalb sollten die Besitzer älterer bivalenter Gasfahrzeuge oder aktuell die Fiat-Fahrer beim Fahren auch konsequent auf diesen Kraftstoff setzen – dank dem geringeren Schadstoffausstoß auch der Umwelt zuliebe.