VW Caddy California Maxi: Kleiner Camper überzeugt im Alltag

Sehr alltagstauglicher kleiner Camper: der VW Caddy California Maxi
Sehr alltagstauglicher kleiner Camper: der VW Caddy California Maxi© UweRattay

Der Caddy California bietet zwar nur eine Basis-Ausstattung für Camper, zeigt aber im ADAC Test kaum Schwächen und ist extrem alltagstauglich. Die Ergebnisse im Detail.

  • Sparsam im Verbrauch: Nur 4,6 Liter im Durchschnitt

  • Optionales Küchenmodul im Kofferraum

  • Der Caddy Camper hat einen Grundpreis von 37.500 Euro

Der ADAC testet regelmäßig kompakte, alltagstaugliche Campervans aus der Bus- und Kastenwagenklasse – immer nach identischen Kriterien, damit alle Fahrzeuge miteinander vergleichbar sind. Dieses Mal auf dem ADAC Prüfstand: der VW Caddy California Maxi. Auf Praxis- und Alltagstauglichkeit sowie Fahrsicherheit geprüft wurde ein 122 PS starker, gut ausgestatteter Testwagen im Wert von fast 48.000 Euro.

Caddy Camper: Alltagstauglich und sparsam

Mehr Alltagstauglichkeit als der Caddy California bietet kaum ein anderer Camper. Das zeigt ein Blick auf die Maße. Mit 4,85 Metern ist er etwa so lang wie der VW Bus, die kürzere Variante des Caddy California ist nur 4,60 Meter lang. Wichtig im Alltag ist auch die Höhe: "Mit 1,84 Meter bleibt er unter der 2-Meter-Grenze, die vielerorts in Tiefgaragen, Parkplätzen und auf Fähren gilt", sagt der für den Test verantwortliche Projektleiter Christoph Pauly.

Entscheidende Zentimeter spart der Caddy California im Vergleich zum VW Bus bei der Breite. "2,10 Meter mit Außenspiegeln erlauben in Baustellen das Fahren auf der linken Spur", so Martin Zöllner, ADAC Campingexperte und Mitglied des Testteams.

Gut im Alltag und beim Campen sind auch die 665 Kilo Zuladung des Testwagens. Ein dickes Plus ist der Verbrauch. 4,6 Liter Diesel waren es im ADAC Test im Durchschnitt. Projektleiter Pauly: "Das ist megasparsam und unschlagbar im Campingsegment."

Der Caddy Camper bietet viel Fahrkomfort

Bei Verarbeitung und Fahreigenschaften punktete der Caddy California im ADAC Test: Spaltmaße, Dichtungen, alles passt. Und auf dem ADAC Testgelände im oberbayerischen Penzing meisterte er den Parcours sicher und zeigte auch beim Ausweichtest keine Schwächen.

Die Lenkung fühlt sich für die Tester Pkw-mäßig an, nicht wie die eines Nutzfahrzeuges. "Außerdem ist er im Vergleich mit anderen Campern ganz klar eines der komfortabelsten Autos auf dem Markt", sagt Projektleiter Pauly.

Schlafen im Caddy California

Bei der Schlafgelegenheit setzt VW in seinem kleinen Camper auf eine schon bewährte Lösung: Das ausklappbare Bett mit hochwertigen Tellerfedern und einer dünnen, aber bequemen Matratze findet zusammengefaltet im Kofferraum Platz. Verankert wird das Bett über Stützen in der B-Säule. Eine clevere Lösung, da Pärchen oder Alleinreisende so die Rücksitze ausbauen und damit Extrastauraum gewinnen können.

In puncto Stauraum hat VW bei der Verdunklung der hinteren Seitenscheiben eine gute Lösung gefunden: Hochwertige Fenstertaschen, die mit ihren Tragegurten tagsüber zum Beispiel für Badeausflüge genutzt werden können, können dort schnell und sicher eingehängt werden. Die restlichen Fenster werden über Magnetvorhänge abgedunkelt.

Herausziehbares Küchenmodul im Heck

Eine kleine, herausziehbare Küche gibt es gegen Aufpreis für den VW Caddy Camper © Volkswagen Nutzfahrzeuge

Für rund 1654 Euro Aufpreis wird der Caddy California mit einer kleinen Küche ausgestattet: Das herausziehbare Küchenmodul im Heck enthält zwei Schubladen – eine für einen einflammigen Gaskocher, die andere für Kochutensilien, Besteck und Vorräte. Nicht für ein Vier-Gänge-Menü, aber einfache Gerichte lassen sich unter der geöffneten Heckklappe kochen.

Wesentlich besser wird es mit einem Heckzelt, das Stauraum und Wetterschutz bietet. Campingtisch- und stühle sind serienmäßig beim VW Caddy Camper vorhanden. Wie auch eine sehr robuste Gasflasche, die für mindestens zwei Wochen Gas zum Kochen liefert.

Das Küchenmodul macht den Caddy California übrigens bei der Kfz-Steuer günstiger: Nur mit der Mini-Küche kann der Caddy als Sonder-Kfz-Wohnmobil zugelassen werden.

Schwächen: Cockpit und Schiebetüren

Auch wenn der VW Caddy Camper mit einer Gesamtnote von 2,1 im ADAC Test sehr gut abschneidet, entdeckten die Tester Schwächen. Zum Beispiel die Arretierung der Schiebetüren. "An einer Steigung ist das Öffnen der Türen von innen schon Schwerstarbeit", bemängelt Projektleiter Pauly, "und ob die Türen am Anschlag dann geöffnet bleiben, ist reine Glückssache." Das kann gerade für Kinder gefährlich werden.

Im Cockpit zeigt sich beim Touchscreen eine ähnliche Schwäche wie beim Golf 8. Die Software erwies sich im Test als störanfällig. Und die Sensorfläche unterhalb des Touchscreens für Einstellung von Temperatur und Lautstärke ist schon tagsüber schwer zu bedienen, nachts dann laut Testteam quasi gar nicht mehr, da sie unbeleuchtet ist.

So wird der Caddy California zum richtigen Camper

"Alles, was der Caddy Camper hat", so lautet das Fazit von Projektleiter Pauly, "hat Hand und Fuß." Aber einiges hat er nicht. Etwa keine Wasserinstallation, kein Bad, kein Aufstelldach – für Camper bietet der Caddy California nur eine Basisausstattung. Zu einem richtigen kleinen Wohnmobil wird er mit einem Seiten-, Heck- oder Dachzelt, einer Markise und einem Wassertank mit Pumpe. ADAC Campingexperte Zöllner: "Ein Auto zum Verfeinern."

Für alle, die sich keinen fertigen Camper kaufen möchten, ist der Caddy eine Alternative. Es gibt ihn auch als Siebensitzer in der Pkw-Variante. "Die dritte Sitzreihe kann ich dann einfach bei Bedarf ausbauen und so das Auto in einen Camper verwandeln", sagt Christoph Pauly. Die übrige Campingausrüstung, wie Bett oder Kochstelle, kann man einzeln kaufen. So lassen sich auch Caddy-Konkurrenten wie der Ford Tourneo, Renault Kangoo, Citroën Berlingo, Toyota Proace, Peugeot Rifter oder der Opel Combo zu Campern umbauen.