Campingtrends 2026: Günstige Kastenwagen, Allrad, Leichtgewichte

Neue günstige Einsteigermodelle bei den Wohnmobilen, noch mehr Allrad-Auswahl, superleichte Caravans, aufblasbares Zubehör und neue Reiseziele: Das sind die Campingtrends 2026.
Wohnmobile: Vom günstigen Kastenwagen bis zum Luxus-Allrad
Leichtgewichte: Klapp-Caravan und aufblasbare Küche
Campingziele: Neben Klassikern auch Albanien und Baltikum gefragt
Wohnmobile: Mehr günstige Einsteigermodelle

"Bei den Wohnmobilen geht die Schere immer weiter auseinander", beschreibt ADAC Campingexperte Dominic Markert die Entwicklung auf dem Markt. Zwar gebe es weiter einen hohen Anteil an Luxus-Fahrzeugen, doch das Angebot an bezahlbaren Einsteigermodellen wachse. Hier habe die Industrie auf die Nachfrage reagiert.
Das zeigten Beispiele wie der neue Papillon von Bürstner (Basis Citroën Jumper), der einen einfachen Einstieg ins Vanlife für unter 40.000 € bieten soll. Dafür bekomme man ein vollwertiges Fahrzeug, auch wenn man Abstriche bei der Ausstattung in Kauf nehmen müsse. Geräte wie zum Beispiel den Kühlschrank können Camper je nach Eigenbedarf selbst hinzufügen.
Tipps für Wohnmobil-Einsteiger
Kleine teilintegrierte Wohnmobile sind eine Alternative zu Campervans. Der ADAC zeigt in einem Vergleich sieben besonders schmale und kurze Modelle sowie ihre Vorteile.
Kastenwagen: Trend zum Selbstausbau

Generell sieht Markert einen Trend zum Selbstausbau alltagstauglicher Vans. Zwar hätten die Kastenwagen meist fest verbaute Komponenten. Aber der Stauraum im Heck werde oft modular gehalten, zum Beispiel die Betten aufgeklappt, um Alltagsgegenstände zu transportieren. So sollen Nutzer mit geringem Aufwand mehr Platz bekommen.
Die ideale Basis für Individual-Ausbauer böten spezielle Konzepte wie der neue Transporter Orca, ein Mercedes Sprinter mit Carbon-Hülle. Durch den Leichtbau soll er bis zu 1,6 Tonnen Nutzlast möglich machen. "Ein 3,5-Tonnen-Kastenwagen mit dem Platzangebot eines 7,5-Tonnen-Fahrzeugs", sagt Markert.
Das Modell stammt ursprünglich aus dem Motorsport und kann auch einen Rennwagen transportieren. Ein spezielles Campingfahrzeug soll auf dem Caravan Salon im August vorgestellt werden.
Allrad-Wohnmobile weiter sehr gefragt

Weiter sehr gefragt sind Fahrzeuge, die auch auf schwierigem Untergrund und abseits befestigter Straßen problemlos vorankommen, etwa auf Feldwegen, nassen Wiesen oder Schotterpisten. Ob luxuriöse Modelle, Abenteuermobile im Expeditionsstil oder eher "normale" Kastenwagen – Allrad-Fahrzeuge liegen im Trend.
Lang sei mittlerweile die Liste der Hersteller, die 4x4-Fahrzeuge anbieten, meist auf der Basis eines Mercedes Sprinter. Die Palette reiche von Branchen-Größen wie Hymer, Adria, Frankia (Yucon) bis zu Spezialisten wie Kreavans, Rhön Camp oder Offtrack.
E-Fahrzeuge sieht Markert dagegen weiterhin nicht als großen Campingtrend: "Im Volkswagen Bulli ist das mit Abstrichen schon möglich, aber bei größeren Wohnmobilen aufgrund des Gewichts nach wie vor schwierig."
Wohnwagen: Superleichte Neuheiten


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Als Zugfahrzeuge für Wohnwagen spielen E-Autos mittlerweile schon eher eine Rolle. Für deren eingeschränkte Reichweite oder für Fahrzeuge mit geringer Anhängelast sind die Super-Leichtgewichte unter den Caravans besonders geeignet.
Neu ist hier Dethleffs c.fold, im eingeklappten Zustand nur 1,65 Meter flach und 775 Kilogramm leicht. Momentan noch ein Prototyp, die Studie entstand laut Hersteller nach der Idee eines caravanbegeisterten Ehepaars, das einen Wohnwagen suchte, der perfekt zu seinem E-Zugfahrzeug passt.
Durch weitere Optimierung für die Serienproduktion könnte das Gewicht sogar noch bis auf 600 Kilogramm sinken, schätzt ADAC Campingexperte Markert.
Weitere leichte Mini-Camper oder Klapp-Anhänger, die selbst von Kleinwagen und E-Autos gezogen werden können, hat der ADAC in einem Überblick über kleine Wohnwagen und Faltcaravans zusammengestellt.
Rekord bei Gebrauchtfahrzeugen
Insgesamt 94.134 Freizeitfahrzeuge wurden laut dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) 2025 bundesweit neu zugelassen – knapp 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Wohnmobilen wurde ein kleines Plus von 1 Prozent verbucht (75.368 Neuzulassungen), während die Wohnwagen mit 18.766 rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert lagen.
Rekordzahlen gibt es bei den Gebrauchten: 192.239 Fahrzeuge wechselten 2025 den Besitzer (+2,7 Prozent), davon 111.034 Wohnmobile und 81.205 Caravans.
ADAC Tipps rund um den Kauf eines gebrauchten Wohnmobils
Angesichts des Überangebots an neuen Fahrzeugen reagierten die deutschen Hersteller, so der CIVD: Insgesamt verließen 2025 rund 99.000 Wohnmobile und Caravans die Produktionsbänder, rund 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon gingen rund 42.000 Fahrzeuge ins Ausland.
Für 2026 erwartet der Verband, dass sich der Bestand wieder auf einem normalen Niveau einpendelt. Das grundlegende Interesse an Reisemobilen und Wohnwagen, gut besuchte Caravaning-Messen sowie ein weiterhin starkes Vermietgeschäft zeigten, dass die Attraktivität des mobilen Urlaubs ungebrochen sei.
Gut für junge Wohnmobil-Fahrer: Führerschein-Reform
Attraktiver für die jüngere Generation könnte Camping künftig durch eine neue EU-Führerscheinrichtlinie werden. Sie erlaubt, dass künftig alle Wohnmobilfahrerinnen und -fahrer, die ihren Führerschein nach 1999 gemacht haben, mit ihrem Klasse-B-Führerschein auch Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen fahren dürfen. Aktuell sind 3,5 Tonnen die Obergrenze.
Allerdings haben die EU-Mitgliedstaaten vier Jahre Zeit, sich auf die Umsetzung vorzubereiten. In der Diskussion ist, dass Inhaber des B-Führerscheins ein spezielles Training oder eine Prüfung absolvieren müssen.
Der ADAC hatte sich jahrelang für die Erweiterung eingesetzt. Auch der Caravaning Industrie Verband (CIVD) bewertet die Reform als wichtigen Fortschritt und appelliert an die Politik, die Umsetzung in Deutschland schnell, unbürokratisch und verbraucherfreundlich zu gestalten.
Aufblasbar: Küche, Markise, Bett, Aufstelldach


