Campingtrends 2026: Günstige Kastenwagen, Allrad, Leichtgewichte

• Lesezeit: 7 Min.

Von Andrea Steichele-Biskup

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Wohnmobil Bürstner Papillon
Reduziert aufs Wesentliche: Günstige Einsteigermodelle wie der neue Papillon von Bürstner© Buerstner


Neue günstige Einsteigermodelle bei den Wohnmobilen, noch mehr Allrad-Auswahl, superleichte Caravans, aufblasbares Zubehör und neue Reiseziele: Das sind die Campingtrends 2026.

  • Wohnmobile: Vom günstigen Kastenwagen bis zum Luxus-Allrad

  • Leichtgewichte: Klapp-Caravan und aufblasbare Küche

  • Campingziele: Neben Klassikern auch Albanien und Baltikum gefragt

Wohnmobile: Mehr günstige Einsteigermodelle

Die Küche im Bürstner Papillon ist serienmäßig mit einem Induktionskochfeld ausgestattet, aber ohne Kühlschrank© Buerstner

"Bei den Wohnmobilen geht die Schere immer weiter auseinander", beschreibt ADAC Campingexperte Dominic Markert die Entwicklung auf dem Markt. Zwar gebe es weiter einen hohen Anteil an Luxus-Fahrzeugen, doch das Angebot an bezahlbaren Einsteigermodellen wachse. Hier habe die Industrie auf die Nachfrage reagiert.

Das zeigten Beispiele wie der neue Papillon von Bürstner (Basis Citroën Jumper), der einen einfachen Einstieg ins Vanlife für unter 40.000 € bieten soll. Dafür bekomme man ein vollwertiges Fahrzeug, auch wenn man Abstriche bei der Ausstattung in Kauf nehmen müsse. Geräte wie zum Beispiel den Kühlschrank können Camper je nach Eigenbedarf selbst hinzufügen.

Tipps für Wohnmobil-Einsteiger

Kleine teilintegrierte Wohnmobile sind eine Alternative zu Campervans. Der ADAC zeigt in einem Vergleich sieben besonders schmale und kurze Modelle sowie ihre Vorteile.

Kastenwagen: Trend zum Selbstausbau

Ein Orca Transporter steht seitleich auf einem feldweg
Auch für Camping-Selbstausbauer: Transporter Orca, besonders leicht durch seine Carbonhülle © Reiter Engineering

Generell sieht Markert einen Trend zum Selbstausbau alltagstauglicher Vans. Zwar hätten die Kastenwagen meist fest verbaute Komponenten. Aber der Stauraum im Heck werde oft modular gehalten, zum Beispiel die Betten aufgeklappt, um Alltagsgegenstände zu transportieren. So sollen Nutzer mit geringem Aufwand mehr Platz bekommen.

Die ideale Basis für Individual-Ausbauer böten spezielle Konzepte wie der neue Transporter Orca, ein Mercedes Sprinter mit Carbon-Hülle. Durch den Leichtbau soll er bis zu 1,6 Tonnen Nutzlast möglich machen. "Ein 3,5-Tonnen-Kastenwagen mit dem Platzangebot eines 7,5-Tonnen-Fahrzeugs", sagt Markert.

Das Modell stammt ursprünglich aus dem Motorsport und kann auch einen Rennwagen transportieren. Ein spezielles Campingfahrzeug soll auf dem Caravan Salon im August vorgestellt werden.

Allrad-Wohnmobile weiter sehr gefragt

Der Campervan von Youcon steht auf einer Wiese mit geöffneter Schiebetür
Allrad-Mobil: Yucon K-peak von Frankia auf der Basis eines Mercedes Sprinter © Youcon

Weiter sehr gefragt sind Fahrzeuge, die auch auf schwierigem Untergrund und abseits befestigter Straßen problemlos vorankommen, etwa auf Feldwegen, nassen Wiesen oder Schotterpisten. Ob luxuriöse Modelle, Abenteuermobile im Expeditionsstil oder eher "normale" Kastenwagen – Allrad-Fahrzeuge liegen im Trend.

Lang sei mittlerweile die Liste der Hersteller, die 4x4-Fahrzeuge anbieten, meist auf der Basis eines Mercedes Sprinter. Die Palette reiche von Branchen-Größen wie Hymer, Adria, Frankia (Yucon) bis zu Spezialisten wie Kreavans, Rhön Camp oder Offtrack.

E-Fahrzeuge sieht Markert dagegen weiterhin nicht als großen Campingtrend: "Im Volkswagen Bulli ist das mit Abstrichen schon möglich, aber bei größeren Wohnmobilen aufgrund des Gewichts nach wie vor schwierig."

Wohnwagen: Superleichte Neuheiten

Als Zugfahrzeuge für Wohnwagen spielen E-Autos mittlerweile schon eher eine Rolle. Für deren eingeschränkte Reichweite oder für Fahrzeuge mit geringer Anhängelast sind die Super-Leichtgewichte unter den Caravans besonders geeignet.

Neu ist hier Dethleffs c.fold, im eingeklappten Zustand nur 1,65 Meter flach und 775 Kilogramm leicht. Momentan noch ein Prototyp, die Studie entstand laut Hersteller nach der Idee eines caravanbegeisterten Ehepaars, das einen Wohnwagen suchte, der perfekt zu seinem E-Zugfahrzeug passt.

Durch weitere Optimierung für die Serienproduktion könnte das Gewicht sogar noch bis auf 600 Kilogramm sinken, schätzt ADAC Campingexperte Markert.

Weitere leichte Mini-Camper oder Klapp-Anhänger, die selbst von Kleinwagen und E-Autos gezogen werden können, hat der ADAC in einem Überblick über kleine Wohnwagen und Faltcaravans zusammengestellt.

Rekord bei Gebrauchtfahrzeugen

Insgesamt 94.134 Freizeitfahrzeuge wurden laut dem Caravaning Industrie Verband (CIVD) 2025 bundesweit neu zugelassen – knapp 2,3 Prozent weniger als im Vorjahr. Bei den Wohnmobilen wurde ein kleines Plus von 1 Prozent verbucht (75.368 Neuzulassungen), während die Wohnwagen mit 18.766 rund 13 Prozent unter dem Vorjahreswert lagen.

Rekordzahlen gibt es bei den Gebrauchten: 192.239 Fahrzeuge wechselten 2025 den Besitzer (+2,7 Prozent), davon 111.034 Wohnmobile und 81.205 Caravans.

ADAC Tipps rund um den Kauf eines gebrauchten Wohnmobils

Angesichts des Überangebots an neuen Fahrzeugen reagierten die deutschen Hersteller, so der CIVD: Insgesamt verließen 2025 rund 99.000 Wohnmobile und Caravans die Produktionsbänder, rund 17 Prozent weniger als im Vorjahr. Davon gingen rund 42.000 Fahrzeuge ins Ausland.

Für 2026 erwartet der Verband, dass sich der Bestand wieder auf einem normalen Niveau einpendelt. Das grundlegende Interesse an Reisemobilen und Wohnwagen, gut besuchte Caravaning-Messen sowie ein weiterhin starkes Vermietgeschäft zeigten, dass die Attraktivität des mobilen Urlaubs ungebrochen sei.

Gut für junge Wohnmobil-Fahrer: Führerschein-Reform

Attraktiver für die jüngere Generation könnte Camping künftig durch eine neue EU-Führerscheinrichtlinie werden. Sie erlaubt, dass künftig alle Wohnmobilfahrerinnen und -fahrer, die ihren Führerschein nach 1999 gemacht haben, mit ihrem Klasse-B-Führerschein auch Wohnmobile mit einem zulässigen Gesamtgewicht von 4,25 Tonnen fahren dürfen. Aktuell sind 3,5 Tonnen die Obergrenze.

Allerdings haben die EU-Mitgliedstaaten vier Jahre Zeit, sich auf die Umsetzung vorzubereiten. In der Diskussion ist, dass Inhaber des B-Führerscheins ein spezielles Training oder eine Prüfung absolvieren müssen.

Der ADAC hatte sich jahrelang für die Erweiterung eingesetzt. Auch der Caravaning Industrie Verband (CIVD) bewertet die Reform als wichtigen Fortschritt und appelliert an die Politik, die Umsetzung in Deutschland schnell, unbürokratisch und verbraucherfreundlich zu gestalten.

Aufblasbar: Küche, Markise, Bett, Aufstelldach

Auch beim Zubehör geht der Trend zum platzsparenden Leichtgewicht. Als echte Innovation sieht ADAC Campingexperte Markert die aufblasbare Küche der Firma Stuff Bubble aus dem Allgäu. Die Kombination aus Boden- und Küchenplatte sowie Textilien bietet Waschbecken, faltbaren Wassertank sowie optional Kühlschrank und Kocher.

Zusammen mit einem ebenfalls aufblasbaren Bett passt die Küche in einen großen Rucksack. Der kann laut Hersteller bei einem Flug als Sportgepäck aufgegeben werden, um dann am Urlaubsziel aus einem gemieteten Pkw einen Camper zu bauen. Auch eine aufblasbare Markise gehört zu dem modularen Konzept.

Als Prototyp präsentiert Stuff Bubble zudem ein aufblasbares Aufstelldach, wesentlich leichter als Modelle mit mechanischem Aufstellprinzip, gemeinsam entwickelt mit dem Hersteller SCA. Extra-Feature: Der Dach-Stoff kann mit einem individuell wählbaren Motiv bedruckt werden.

Schnelles Warmwasser und mobile Trockentoilette

Für mehr Komfort im Camper sorgen kann die neue Gasheizung Truma CombiNeo, die ähnlich wie ein Durchlauferhitzer funktioniert und das Wasser um den Motorkreislauf leitet. Sie soll schnell so viel heißes Wasser liefern, dass die ganze Familie hintereinander duschen kann.

Deutlich leisere Lüfter sorgen zudem laut Hersteller für weniger störende Geräusche. Das Gasgerät soll Ende 2026 im Fachhandel verfügbar sein, an einer Diesel-Version wird laut Markert gearbeitet.

Neue Konzepte auch im Hygienebereich: Die Trockentrenntoilette von Perfect Van gibt es künftig als mobile tragbare Version: Indi TTT steht komplett alleine und ist flexibel in Kastenwagen oder kleinen Bädern einsetzbar. Durch die neue abnehmbare Sitzschale soll man einfach an Eimer und Tank kommen.

Ebenfalls interessant für Camper, die möglichst unabhängig unterwegs sein wollen: kleine Photovoltaik-Anlagen, mit denen man zum Selbstversorger werden kann.

Voll im Trend liegen weiterhin auch Dachzelte fürs Auto. Der ADAC hat sieben Dachzelte ohne Hartschale getestet, die man auf dem Auto aufklappt und mit einer Leiter abstützt.

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Die beliebtesten Campingziele für 2026

Und wohin geht die Campingreise 2026? Die Klassiker Spanien, Kroatien und Italien bleiben bei den Reisezielen an der Spitze, so Campingexperte Markert. Das zeigt eine Umfrage unter ADAC Regionalclubs, welche Planungen für Routen und Reiseziele sie bereits für 2026 für Mitglieder ausgearbeitet haben. Aber auch Skandinavien liege auf einem hohen Niveau, ebenso das neue Camper-Reiseziel Albanien, zudem werde das Baltikum immer gefragter.

Die Campingplätze bieten immer mehr besondere Extras. "Trendsetter der europäischen Campingszene" prämiert das ADAC Campingportal Pincamp jährlich. Gewinner in der Kategorie Innovation und Fortschritt wurde jetzt beispielweise Union Lido Mare bei Venedig für seinen neuen Wasserpark Speedy Island. Herzstück ist eine vom Canyoning inspirierte Reise durch Stromschnellen, Wasserfälle und Becken.

Zu den Highlights zählen auch ein 10 Meter hoher Rutschenturm sowie ein Abenteuerschloss mit Treppen, Rutschen, Fontänen und Wasserspielen für die Kleinsten. Synchronisierte Wassereffekte, weiche rutschfeste Materialien, ein Wasserrecyclingsystem und Pumpen, die mit erneuerbarer Energie betrieben werden, zeichnen den neuen Park laut Pincamp zudem aus.

In der Kategorie Mietunterkünfte siegte das Camping & Resort Sangulí Salou an der Costa Dorada im spanischen Katalonien mit seiner Africa Bay. Das Resort mit afrikanischen Stilelementen bietet Unterkünfte vom Mobilheim mit privater Terrasse, Außendusche und Grill bis hin zum komfortablen Safari-Zelt mit Bad, Küche und Holzterrasse, dazu passend gestaltet eine Bar und Beach Pools.

Bei einer Auswertung des ADAC Mietwagen-Preisvergleichs zeigte sich, dass bei Auto- und Wohnmobilbuchungen die USA im Vergleich zu früher deutlich seltener gewählt werden und andere Fernreiseziele stärker in den Vordergrund rücken.

Im Camperbereich seien Australien und Neuseeland bei der internationalen Anmietung weiterhin besonders begehrt. In Deutschland bleibe die Wohnmobilvermietung stark: Viele Reisende übernehmen ihr Campingfahrzeug hier an einer Mietstation und fahren anschließend weiter durch europäische Nachbarländer.

Mehr über Reiseziele im Jahr 2026

Mehr Infos rund um Camping hier sowie beim ADAC Campingportal Pincamp.

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