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Fahrradtour mit Kindern: So wird sie zum Erfolg für Groß und Klein

Familie macht Fahrradausflug
Gut vorbereitet machen Radtouren der ganzen Familie Spaß ∙ © iStock.com/simonkr

Der Sommer ist da und damit die schönste Zeit, um mit den Kindern Fahrradausflüge zu unternehmen. Ob Kindergarten- oder Grundschulalter: Mit diesen Tipps wird die Tour zum Vergnügen für die ganze Familie.

Kinderräder sind zwar klein – zwischen zwölf Zoll für ca. Dreijährige und 24 Zoll für Zehn- bis Zwölfjährige –, ihre Verkehrssicherheit sollte dennoch gewährleistet sein. Überprüfen Sie daher vor dem Start des Ausflugs, ob die Reifen genügend Luft haben, ob die Bremsen und – falls vorhanden – das Licht funktionieren und alle Schrauben fest angezogen sind. Lassen Sie Ihr Kind ruhig daran teilhaben, auch wenn es nur die Klingel checkt. Das stimmt bereits im Vorfeld positiv auf das Abenteuer ein.

Wenn Sie dann noch eine Halterung für die eigene Getränkeflasche sowie eine kleine Gepäcktasche anbringen, wird es sich wie ein(e) Große(r) fühlen. Die Tasche dient nicht nur dazu, das Lieblingskuscheltier zu verstauen, sondern auch eventuelle "Schätze", die unterwegs gefunden werden.

Wie lang darf die Strecke sein?

Entscheidend für die Auswahl der Strecke ist das Alter der teilnehmenden Kinder und ihre Sicherheit auf dem Rad. Schon Vierjährige können recht flott unterwegs sein; allerdings sollten sie auch in der Lage sein, die Spur zu halten und zu bremsen. Am besten wählen Sie Wege, auf denen wenig bis gar kein Straßenverkehr herrscht. Welche Streckenlänge Sie Ihrem Vorschulkind zutrauen können, lässt sich nicht pauschal beantworten, sondern muss individuell entschieden werden. So mag ein Kind schon nach einem Kilometer genug haben, ein anderes erst nach vier Kilometern. Wie auch immer: Überfordern Sie Ihr Kind nicht.

Kinder bis zum Alter von zehn Jahren, die regelmäßig Rad fahren, bewältigen auch mal bis zu 30 km am Tag, ältere sogar noch längere Strecken. Doch egal ob Kindergarten- oder Grundschulkind: Gehen Sie nicht ans Limit, sonst wird die erste gemeinsame Radtour möglicherweise auch die letzte sein, da Ihr Kind beim nächsten Mal streikt.

Am besten starten Sie bei Grundschulkindern mit Strecken von maximal zehn bis 15 km und bauen diese dann von Radtour zu Radtour etwas aus. Bei Kindergarten- und auch Grundschulkindern empfiehlt es sich dringend, an eine alternative Transportmöglichkeit zu denken (s. u.) , falls sie müde werden. Dies ist ebenfalls ratsam, wenn das Alter der teilnehmenden Kinder weit auseinander liegt und insbesondere das jüngste Kind öfter mal eine Pause braucht.

So wird die Radtour ein Erfolg

  • Empfehlenswert sind verkehrsarme Routen auf reinen Fahrradwegen. Am schönsten sind Strecken durch Feld, Wald und Wiesen – sofern der Untergrund nicht zu holprig ist –, an deren Ende ein schönes Ziel, wie zum Beispiel ein Spielplatz oder eine Eisdiele, lockt

  • Fahren Sie, wenn möglich, die Strecke vor der Tour schon mal ab, um potenzielle Risiken, unangenehme Überraschungen (Sperrungen, Umleitungen) und nette Pausenplätze zu checken

  • Wählen Sie eine Strecke, die viel Abwechslung und Reize für Kinderaugen bietet und das Erkunden der Natur mit einbezieht: ein Bach oder See zum Plantschen, Steine sammeln oder Fische beobachten, ein Baum zum Klettern (evtl. zuvor ausgekundschaftet), eine Blumenwiese zum Blüten sammeln für ein Album usw.

  • Üben Sie sich in Geduld und planen Sie reichlich Zeit ein: Ihre Kinder werden Ihnen vermutlich mehr Zwischenstopps abverlangen, als von Ihnen gedacht, weil Attraktionen wie ein Eichhörnchen, ein hohler Baumstamm oder weidende Kühe für überraschende Bremsmanöver sorgen

  • Finden Sie die richtige Balance zwischen zu wenig und zu viel Herausforderung: Eine kleine Steigung zwischendurch können auch jüngere Kinder bewältigen, insbesondere, wenn dies anschließend mit einem Eis belohnt wird

  • Anfang und Schlusslicht bilden Erwachsene; Kinder sollten, wenn überhaupt, nur auf ungefährlichem Terrain vorausfahren dürfen

  • Das Tempo bestimmt der schwächste Teilnehmer

  • Machen Sie je nach Alter der Kinder alle 30 bis 60 Minuten eine Trink- und Toilettenpause

  • Planen Sie an ein oder zwei zuvor ausgewählten Etappenzielen (Bach, Waldlichtung, Spielplatz etc.) etwas ausgedehntere Pausen ein

  • Seien Sie ein gutes Vorbild, halten Sie sich an die Verkehrsregeln und setzen Sie einen Fahrradhelm auf

  • Denken Sie an ausreichend Insekten- und Sonnenschutz für Haut und Kopf, eventuell Regenschutz sowie an die Mitnahme eines Erste-Hilfe-Sets für eventuell aufgeschürfte Knie

  • Nehmen Sie sicherheitshalber eine Fahrradpumpe und -werkzeug mit

Das sollten Sie vermeiden

  • Straßen: Kinder unter acht Jahren dürfen rechtlich gesehen nicht auf der Straße fahren. Falls sich das in Teilabschnitten nicht vermeiden lassen sollte, empfiehlt sich die Mitnahme einer Tandemstange (s. o.) bzw. einer alternativen Transportmöglichkeit

  • Zu hohes Tempo

  • Schwieriger Untergrund (Sand, Wurzeln, Geröll)

  • Zu viele und steile Steigungen

  • Steiles Gefälle

  • Längere Etappen in praller Sonne

Transportsysteme für müde Kids

Werden die Kinder noch vor dem Ende der Tour quengelig und lustlos, steigt die Sturz- und Unfallgefahr stark an. Daher sollten Sie vorab überlegen, wie Sie ein erschöpftes Kind entlasten könnten. Die Möglichkeiten dafür hängen ab von Alter, Gewicht und der "Fahrradreife" des Kindes.

  • Fahrrad-Kindersitz: Dort lassen sich Kinder von ein bis fünf Jahren transportieren, wobei auf einem auf dem Gepäckträger angebrachten Kindersitz maximal 25 kg, auf einem am Lenker montierten Sitz maximal 15 kg lasten sollten. Problem: Wohin mit dem Kinderfahrrad?

  • Fahrradanhänger: Erheblich teurer, aber sehr beliebt sind Fahrradanhänger für ein bis zwei Kinder bis zu sieben Jahren. Auch hier besteht das Problem mit dem Transport des Kinderfahrrads. Fall Sie jedoch Ihr müdes Kind im Fahrradsitz transportieren, könnte das Rad unter Umständen im Anhänger sicher Platz finden

  • Tandemsystem/Nachläufer: Praktisch und preiswert zugleich ist die Mitnahme einer Tandemstange. Dabei wird das Kinderfahrrad mit wenigen Handgriffen an das Erwachsenenrad gekoppelt bzw. entkoppelt, falls das Kinde wieder selbstständig fahren möchte. Dabei kann das Kind entscheiden, ob es durch Treten der Pedale das Zugfahrrad unterstützen möchte oder nicht. Das Nachläufer-System eignet sich für Kinder ab drei bis ca. neun Jahre. Beim Kauf sollten Sie auf die Qualität von Schrauben und Anschlüssen achten

  • Trailerbike: Dabei handelt es sich quasi um ein halbes Kinderfahrrad, das fest mit dem Zugfahrrad verbunden ist. Statt des Vorderrads besitzt das Rad eine Kupplungsstange, mit der es an den Gepäckträger des Elternfahrrads gekoppelt wird. Diese Zugvorrichtung ist für Kinder zwischen fünf und zehn Jahren geeignet, die noch wenig sicher sind auf dem Rad und/oder längere Strecken nicht selbstständig radeln möchten