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Kraftstoffpreise: Wie entstehen sie?

1. Zusammensetzung des Preises

Den größten Anteil am Benzinpreis haben die Steuern. Heute liegt der Energie- bzw. Mineralölsteuersatz für Benzin bei 65,4 Cent je Liter. Insgesamt entfallen beispielsweise bei einem Preis von 1,60 Euro je Liter rund 91 Cent auf Energiesteuer und Mehrwertsteuer. Somit sind je 50-Liter-Tankfüllung über 45 Euro an Steuern zu entrichten. Mit den verbleibenden rund 69 Cent je Liter werden die eigentlichen Kosten für das Produkt (von der Rohölquelle bis zur Zapfsäule) und der Gewinn der Mineralölwirtschaft abgedeckt.

 

Noch Anfang 1999 kostete ein Liter Super in Deutschland durchschnittlich weniger als 79 Cent (1,54 DM). Für die seitdem eingetretene drastische Verteuerung der Kraftstoffe an den Tankstellen ist zum einen die Steuerpolitik des Bundes mit fünf Mineralölsteuererhöhungen (Ökosteuer) zwischen 1999 und 2003 sowie die Mehrwertsteuererhöhung mit gleichzeitiger Zwangsbeimischung steuerpflichtiger Biokraftstoffe im Januar 2007 verantwortlich, zum anderen aber auch der erhebliche Produktkostenanstieg infolge der massiv erhöhten Rohölnotierungen und des schwächeren Euro.

 

2. Marktmechanismus

Kraftstoffpreise sind Marktpreise. Letzten Endes entscheidet der Wettbewerb über die Höhe des konkreten Preises an der Tankstelle. Dabei gibt es innerhalb des Bundesgebiets eine große Zahl regionaler bzw. lokaler Kraftstoffmärkte, die jeweils durch unterschiedliche Wettbewerbsverhältnisse charakterisiert werden. Im Ergebnis bilden sich Kraftstoffpreise, die von Region zu Region teilweise stark – manchmal um bis zu 10 Cent je Liter – abweichen. Eine wichtige Ursache für diese Preisdifferenzen ist bei den freien Tankstellen zu suchen. Deren lokale Bedeutung und insbesondere deren Preispolitik hat erheblichen Einfluss auf die Preisbildung. So kann häufig bereits eine einzige Tankstelle mit einer attraktiven Preisgestaltung nicht nur die eigenen Marktanteile spürbar erhöhen, sondern auch für Bewegung auf dem örtlichen Kraftstoffmarkt und ein Absinken des Preisniveaus sorgen.

 

Die Preisentwicklung bei Benzin und Dieselkraftstoff ist durch häufige sogenannte "Preisrunden" gekennzeichnet, die nach einem weitgehend festen Schema ablaufen. Jede dieser Runden stellt einen Versuch der Verbesserung der Gewinnsituation der Mineralölwirtschaft dar. Allerdings muss jede durchgeführte Preiserhöhung erst im Wettbewerb durchgesetzt werden. Meist sinken die Preise einige Zeit nach der Anhebung wieder ab – bis zur nächsten Preisrunde.  

 

3. Was kann der Autofahrer tun?

Echter Wettbewerb auf den Kraftstoffmärkten begrenzt die Preise für Benzin und Dieselkraftstoff. Dies erfordert zum einem eine heterogene Tankstellenstruktur mit einer ausreichenden Zahl an leistungsfähigen markenungebundenen Anbietern und zum anderen insbesondere ein preisbewusstes Tankverhalten der Autofahrer. Der ADAC empfiehlt den Verbrauchern deshalb, konsequent die Preise zu vergleichen und bei günstigen Stationen sowie zu einem günstigen Zeitpunkt zu tanken, um auf diese Weise Druck auf teure Anbieter auszuüben und die Konkurrenz zwischen den verschiedenen Tankstellen vor Ort zu fördern. Der Online-Kraftstoffpreisvergleich des ADAC möchte konkrete Hilfestellung für eine wettbewerbsgerechte Tankentscheidung leisten.

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