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Der ADAC

Benzin- und Dieselpreis: So entstehen die Spritpreise

Junger Mann an der Zapfsäule einer Tankstelle
Die Preise für Benzin und Diesel an den Tankstellen ändern sich fast stündlich ∙ © iStock.com/South_agency

Der Benzin- und Dieselpreis schwankt – von Tankstelle zu Tankstelle, von Tag zu Tag, von Stunde zu Stunde. Der ADAC erklärt, woran das liegt, wie die Spritpreise entstehen und wie Autofahrer sparen können.

  • Den größten Teil der Spritpreise machen die Steuern aus

  • Dollarkurs und Konjunkturerwartung haben großen Einfluss auf die Kosten fürs Rohöl

  • Im Tagesverlauf schwanken die Benzin- und Dieselpreise an den Tankstellen stark

Mineralölkonzerne, Tankstellenbetreiber, der Staat: Viele wollen an Diesel und Benzin verdienen – oder den Verbrauch in eine bestimmte Richtung lenken. Letzteres ist der Grund für die von Kraftstoffart zu Kraftstoffart unterschiedliche Energiesteuer (früher Mineralölsteuer): Steuern machen den größten Anteil am Spritpreis aus. Bei Benzin beispielsweise liegt der Energiesteuersatz bei 65,45 Cent je Liter.

EnergieträgerEnergie- oder Stromsteuer

Erdgas (CNG, LNG)

ca. 19 Cent/kg

Flüssiggas (Autogas)

ca. 27 Cent/kg (ca. 15 Cent/Liter)

Diesel

47,04 Cent/Liter

Benzin

65,45 Cent/Liter

Strom

2,05 Cent/kWh

Außerdem wird auf alle Energieträger die Mehrwertsteuer fällig. Sie wird auf den Warenpreis sowie die Energiesteuer erhoben. Insgesamt landen damit beim Benzin ca. 65 Prozent der Tankrechnung beim Staat. Mit dem Rest werden die eigentlichen Kosten für das Produkt von der Rohölquelle über den Transport nach Deutschland und die Weiterverarbeitung bis zur Zapfsäule bezahlt. Und natürlich wollen die Mineralölkonzerne einen möglichst hohen Gewinn erzielen.

Wie hängen Benzinpreis und Rohölpreis zusammen?

Neben den Steuern beeinflussen Marktkräfte die Kraftstoffpreise. Das beginnt beim globalen Rohstoffhandel, der sich abhängig von Konjunktur, politischer Lage oder Jahreszeit bewegt. Auch der aktuelle Dollarkurs hat erhebliche Auswirkungen: Öl wird weltweit fast ausschließlich in der US-amerikanischen Währung gehandelt. Steigt also der Dollarkurs im Verhältnis zum Euro, steigen oft auch die Preise an der Zapfsäule.

Gleichzeitig bewegt der Wettbewerb zwischen den Tankstellenbetreibern – in Deutschland etwa Aral, Shell, Jet oder den freien Tankstellen – den Spritpreis. Damit haben auch die Verbraucher einen gewissen Einfluss auf das Preisgefüge: indem sie nämlich stets die günstigste Zapfsäule ansteuern.

Wie entwickeln sich die Spritpreise im Tagesverlauf?

Die Zeiten, in denen die Autofahrer sich darauf verlassen konnten, dass die Kraftstoffpreise nachts am höchsten sind und im Lauf des Tages bis zum Abend kontinuierlich sinken, sind vorbei. ADAC Auswertungen zeigen, dass mehrere unterschiedlich große Preisspitzen den Tagesverlauf kennzeichnen.

Der Auswertung zufolge ist Tanken zwischen 5 und 8 Uhr am teuersten. Anschließend fällt der Preis, um am späteren Vormittag wieder deutlich anzuziehen. Es folgen weitere Preisspitzen im Tagesverlauf. Allein durch die Wahl des richtigen Tankzeitpunkts lassen sich bis zu elf Cent je Liter sparen.

Für Fahrer von Benziner-Pkw lohnt sich das Tanken zur richtigen Uhrzeit besonders. Hier beträgt die Differenz zwischen dem teuersten Zeitpunkt um 7 Uhr und der günstigsten Phase zwischen 20 und 22 Uhr rund elf Cent je Liter. Bei einer 50 Liter-Tankfüllung macht dies immerhin 5,50 Euro Ersparnis aus.

Für Dieselfahrer gelten die gleichen Tageszeiten, da aber die erste Preisspitze morgens um 7 Uhr nicht so extrem ausgeprägt ist wie bei Benzin, beträgt die Ersparnis "nur" zehn Cent je Liter.

Basis der Untersuchung waren sämtliche Preisbewegungen der gut 14.000 Tankstellen in Deutschland im Mai 2020.

Wie hoch sind die Preisunterschiede innerhalb Europas?

Autourlauber können sich vor der Fahrt ins Ausland beim ADAC über die Kraftstoffpreise der jeweiligen Urlaubs- oder Transitländer informieren. Die Preisunterschiede für Diesel und Benzin sind mitunter erheblich. Zusätzlich differieren die Preise innerhalb der einzelnen Länder – teilweise sogar deutlich – von Tankstelle zu Tankstelle bzw. Region zu Region. Hier finden Sie aktuelle Informationen zu den Spritpreisen in Europa.

Wie kann ich die Benzinpreise vergleichen und eine günstige Tankstelle finden? 

Mit dem Online-Tankvergleich und der kostenlosen ADAC Spritpreise-App bietet der ADAC eine Übersicht über die aktuellen Preise für Benzin, Diesel und Erdgas/CNG in Deutschland sowie Informationen rund um den Kraftstoffmarkt. Die Preise für die Kraftstoffsorten Super E10, Super und Diesel werden in Echtzeit von den Tankstellen an die Markttransparenzstelle für Kraftstoffe gemeldet, von dort an den ADAC übermittelt und dann an die Verbraucher weitergegeben. Die Preisinformationen für Erdgas/CNG werden von gibgas.de zur Verfügung gestellt.