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Fußgänger und Alkohol


Die vielfach verbreitete Ansicht, dass man besser zu Fuß auf eine Feier geht, weil einem dann auch alkoholisiert kein juristisches Nachspiel droht ist nicht korrekt.


  • Kann einem Fußgänger die Fahrerlaubnis entzogen werden?
    Ein betrunkener Fußgänger kann keine Verkehrsstraftat begehen, da er kein Kraftfahrzeug führt.

    Wenn ein Fußgänger aber so angetrunken ist, dass er sich auffällig verhält und deshalb kontrolliert wird, kann der Führerschein entzogen werden, wenn Tatsachen dafür sprechen, dass der Fußgänger alkoholabhängig ist oder zumindest ein Alkoholmissbrauch vorliegt.

  • Kann eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) drohen?
    Bestehen Fahreignungszweifel aufgrund der Gesamtsituation, kann eine solche Anordnung auch dem Fußgänger gegenüber erfolgen.

    So wurde einem Fußgänger, der mit 3,00 Promille aufgegriffen wurde, randalierte und auch im nüchternen Zustand keine Einsicht zeigte, eine entsprechende MPU auferlegt.

  • Entfällt der Versicherungsschutz der privaten Unfallversicherung, wenn der Fußgänger alkoholisiert in einen Unfall verwickelt wird?
    Die private Unfallversicherung muss ggf. dann nicht zahlen, wenn eine alkoholbedingte Bewusstseinsstörung vorliegt, die für den Unfall ursächlich war.

    So verweigerte eine Versicherung die Leistung, weil eine Fußgängerin mit 1,92 Promille beim Überqueren einer Landstraße die Geschwindigkeit eines herannahenden Fahrzeuges und ihre eigene Geschwindigkeit falsch einschätzte, so dass es zur Kollision kam.
    Das Gericht bestätigte, dass die Fußgängerin an einer alkoholbedingten Bewusstseinsstörung litt, die zur Leistungsfreiheit des Versicherers führte. Gerade das falsche Einschätzen von Entfernung und Geschwindigkeit seien alkoholtypisch.

    Eine solche Störung ist in der Regel anzunehmen, wenn ein Fußgänger bei einem Unfall absolut fahruntüchtig war. Das ist ab ca. 2 Promille Blutalkohol der Fall. In diesen Fällen kann davon ausgegangen werden, das alkoholtypische Fehler begangen werden. Es handelt sich dabei nicht um eine feste Promillegrenze, sondern um einen Richtwert.

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