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Radfahrer aufgepasst: Regeln und Bußgelder

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Shutterstock

Ob Fahrradfahrer, Fußgänger oder Autofahrer - im Verkehr haben alle Rechte und Pflichten. Wer meint ein Verstoß als Radfahrer sei nicht so schlimm, der täuscht sich: Es drohen Bußgelder und auch der Führerschein ist in Gefahr.

Bußgeld und Punkte in Flensburg auch für Radfahrer?

Ja. Sofern der Bußgeldkatalog keinen extra Tatbestand für Radfahrer enthält, ermäßigt sich der vorgesehene Bußgeldregelsatz um die Hälfte. Ein Beispiel für einen gesonderten Bußgeldtatbestand für Radfahrer: Rotlichtverstoß kostet 60 Euro und bedeutet einen Punkt.

Was droht, wenn man erheblich alkoholisiert Fahrrad fährt?

Das wird teuer: Ab 1,6 Promille oder wenn der Radfahrer seine Fahrweise offensichtlich nicht mehr kontrollieren kann, gilt die Alkoholfahrt als Straftat. Dafür gibt es Punkte und eine Geldstrafe von etwa 30 Tagessätzen. Zusätzlich wird ab 1,6 Promille eine medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) angeordnet. Wer diese nicht besteht verliert auch seine Fahrerlaubnis.

Welche Ampel gilt für Radfahrer auf Radwegen?

Für Radfahrer gelten an Ampeln mit Radverkehrsführungen eigene bzw. kombinierte Lichtzeichen oder, wo diese fehlen, die Lichtzeichen für den Fahrverkehr.

Darf ich als Radfahrer an der roten Ampel stehende Fahrzeuge rechts überholen?

Ja, aber nur vorsichtig und langsam, wenn genügend Raum dafür vorhanden ist. Langsam rollende Fahrzeuge dürfe nicht rechts überholt werden.

Darf ich auf dem Gehweg fahren?

Nein. Nur wenn folgendes Zusatzzeichen vorhanden ist, dürfen Radfahrer mit Schrittgeschwindigkeit auf dem Gehweg bzw. in der Fußgängerzone fahren.

Darf ich mein Fahrrad auf dem Gehweg schieben?

Ja, vorausgesetzt Sie behindern dabei keine Fußgänger. Behindert das Schieben den Gehweg- oder Seitenstreifenverkehr, so müssen Sie auf den rechten Fahrbahnrand ausweichen.

Bis zu welchem Alter dürfen Kinder mit dem Fahrrad auf dem Gehsteig fahren?

Ist kein baulich angelegter Radweg vorhanden, müssen Kinder bis zum vollendeten achten Lebensjahr, bis zum vollendeten zehnten dürfen Kinder den Gehweg benützen. Auf Fußgänger muss besonders Rücksichtgenommen werden. Diese haben immer Vortritt und dürfen nicht gefährdet werden. Die Kinder dürfen auf dem Gehsteig deshalb nur langsam fahren.

Darf ich mein auf dem Gehweg Fahrrad fahrendes Kind mit dem Fahrrad begleiten?

Eine Aufsichtsperson ab 16 Jahren darf Kinder unter 8 Jahren ebenfalls mit dem Fahrrad auf Gehwegen begleiten.

Dieses Video wird über YouTube abgespielt. Es gelten die Datenschutzbestimmungen von Google. Bild: © ADAC/Shutterstock

Besteht eine gesetzliche Helmpflicht für Radfahrer?

Nein. Ein Helm ist aber jedem Fahrradfahrer zu empfehlen. Sollte Radfahren als Sport betrieben werden und geht es dabei gerade um sportlich ambitionierte Schnelligkeit, dann trägt der Radfahrer zudem bei einem Unfall eine Mithaftung, wenn er keinen Helm trägt, auch wenn ihn sonst kein Verschulden trifft.

Darf ich während dem Fahren Kopfhörer verwenden?

Ja, solange Sie nicht zu laut Musik hören oder vielleicht nur einen Kopfhörerstöpsel verwenden und somit den Fahrverkehr um sich herum problemlos wahrnehmen können.

Was gilt beim Überqueren eines Fußgängerüberweges?

Der Vorrang an einem Fußgängerüberweg mit Zebrastreifen (Zeichen 293) gilt ausschließlich für Fußgänger und Rollstuhlfahrer. Deshalb muss ein Radfahrer absteigen und sein Rad über den Zebrastreifen schieben oder rollern, wenn er dieses Vorrecht in Anspruch nehmen will. Radelt er über den Zebrastreifen, so muss er auf den querenden Verkehr auf der Fahrbahn (aber auch auf dem Radweg) achten.

Dürfen Radfahrer in einer Einbahnstraße entgegen der Fahrtrichtung fahren?

Radfahrer dürfen in Einbahnstraßen nur dann ausnahmsweise in entgegengesetzter Richtung fahren, wenn das Verbot der Einfahrt (Nr. 267) durch das Zusatzschild „Radverkehr frei“ (Nr. 1022-10) ergänzt wird.

Was ist ein Radfahrstreifen?

Radfahrstreifen sind Sonderwege für Radfahrer. Andere Fahrzeuge dürfen sie nicht befahren. Die Verkehrsfläche ist durch eine durchgezogene weiße Linie Zeichen 295 von der Fahrbahn abgetrennt und mit Zeichen 237 gekennzeichnet. Radfahrer müssen dann einen solchen Radfahrstreifen benutzen.

Was ist ein Schutzstreifen für Radfahrer?

Der Schutzstreifen ist eine Verkehrsfläche für Radfahrer. Sie ist auf den Straßen rechts durch eine unterbrochene weiße Leitlinie (Zeichen 340) markiert. Radfahrer müssen ihn wegen des Rechtsfahrgebotes dann benutzen, wenn Ihnen ein ausreichender Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand zur Verfügung steht. Nur bei Bedarf dürfen andere Fahrzeuge die Leitlinie überfahren, wenn sie z. B. kurzfristig ausweichen müssen und kein Radfahrer gefährdet wird.

Was ist bei der Benutzung von Radwegen zu beachten?

Alle Fahrzeuge dürfen grundsätzlich die Fahrbahn benutzen. Daher müssen Radfahrer Radwege nur dann benutzen, wenn diese durch die Verkehrszeichen 237 (Radfahrer), 240 (gemeinsamer Geh- und Radweg) und 241 (getrennter Geh- und Radweg) gekennzeichnet sind.

Ausnahmen gibt es nur, wenn die Benutzung des Radwegs nicht zumutbar ist (durch Hindernisse wie Laubhaufen, Baugerüste, Schnee und Eis usw.). Nicht entsprechend gekennzeichnete rechtsverlaufende Radwege dürfen, müssen aber nicht benutzt werden. Ist ein links verlaufender Radweg durch die genannten Verkehrszeichen in der Gegenrichtung freigegeben, so besteht in dieser Fahrtrichtung Benutzungspflicht. Durch das Zusatzzeichen (1022-10) kann ein linker, nicht benutzungspflichtiger Radweg freigegeben werden.

Darf ich neben einem anderen Fahrradfahrer fahren?

Es ist Fahrradfahrern gestattet nebeneinander zu fahren, wenn dadurch der Verkehr nicht beeinträchtigt wird.

Darf ich einen Hund vom Fahrrad aus führen?

Ja, aber es ist beim Anleinen und neben dem Fahrrad Herlaufen lassen des Hundes immer die Eigenart des Tieres zu berücksichtigen. Größere, schnell laufende Hunde dürfen von Fahrrädern aus geführt werden, soweit dies mit dem Tierschutzgesetz vereinbar ist. Hunde, die auf Zuruf gehorchen, müssen nicht zwingend angeleint werden, soweit eine Einwirkungsmöglichkeit besteht.

Text: Juristische Zentrale