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- Fahren bei Nacht -

Warum man am Licht nicht sparen sollte


Als Zusatzinformationen zum Autotest gibt es die Infoseiten ADAC fit & mobil. Hier werden die Modellreihen der Hersteller unter den Gesichtspunkten einfache Bedienung und guter Komfort bewertet. Einer der Hauptaspekte ist Fahren bei Nacht: neben der Beleuchtung im Auto wird vor allem Wert auf gute Frontscheinwerfer gelegt und eine höheren Sitzposition berücksichtigt. Aus den vielen Erfahrungen in den Tests wurden hierzu die wichtigen Ergebnisse und technische Aspekte zusammengestellt.


Eine effektive Straßenausleuchtung ist bei Nachtfahrten nicht nur ein bedeutender Sicherheitsaspekt, sie bietet auch ein entspannteres Fahren. Man ist mit einem besseren Gefühl unterwegs und ermüdet nicht so schnell, weil sich die Augen weniger anstrengen müssen und weniger Konzentration auf das Erkennen nötig ist.

  • Eine variable Lichtverteilung je nach Fahrsituation bietet Vorteile, ebenso Kurvenlicht und Abbiegelicht. Die Fahrbahn wird damit bestmöglich ausgeleuchtet.
  • Die Helligkeit der Scheinwerferlampen ist sehr wichtig für eine gute Lichtreichweite; die Vorschriften zu Ausstattung und Einstellung der hellen Lichter sollen die Blendung anderer Verkehrsteilnehmer verhindern. Es gelten für alle Systeme die gleichen maximalen Blendlichtwerte.
  • Die Vorschriften bieten jedoch Ausnahmen: weniger helle Xenon- und LED-Lichter können sich eine automatische Leuchtweitenregulierung und eine Scheinwerferreinigungsanlage sparen. Trotz geringerer Helligkeit kann das Nachteile für den Gegenverkehr mit sich bringen, der eher geblendet wird.
  • Manche Hersteller nutzen diese Ausnahmeregelung, um Geld zu sparen. Der Aufpreis für die Scheinwerfer sinkt aber nicht in gleichem Maße. Nachteile für den Fahrer ergeben sich aus der geringeren Helligkeit, da sich die Sichtreichweite reduziert. Hier wird am falschen Ende gespart, denn wenn der Gegenverkehr geblendet wird, steigt auch das Unfallrisiko für den Blender selbst.

  • Variable, situationsabhängige Lichtverteilung
    Zum einen hilft hier ein gutes Scheinwerferlicht, das idealerweise keine hellen oder dunklen Flecken oder Lichtreflexionen aufweisen und damit möglichst homogen sein sollte. Aufwendige Frontscheinwerfer bieten eine variable Lichtverteilung: unterschiedliche Lichtkonfigurationen oder eine Anpassung der Lichtkegel ermöglichen die optimale Ausleuchtung des Vorfelds je nach Fahrsituation. Für Ortsverkehr, Landstraßenfahrt, Autobahnfahrt oder Fahrten bei schlechten Sichtverhältnissen steht dann jeweils die günstigste Ausleuchtung zur Verfügung.

    Kurven- und Abbiegelicht
    Gerade bei Landstraßenfahrten kommen die Vorzüge des Kurvenlichts zur Geltung, dann schwenken die Lichtkegel in die Kurven und leuchten den Straßenverlauf deutlich weiter aus. Große Vorteile bietet das Abbiegelicht innerorts, Personen auf Gehwegen beispielsweise werden früher erkannt und auch das Abbiegen auf einen dunklen Parkplatz fällt leichter, weil der Platz ausgeleuchtet wird. Es gibt aber große Unterschiede beim Abbiegelicht; die wenig effektive Kombilösung mit den Nebelscheinwerfern leuchtet nur spärlich zur Seite. Deutlich effektiver hilft ein separates Abbiegelicht in den Frontscheinwerfern, das höher positioniert ist und speziell für die eine Aufgabe ausgelegt wurde.

  • Die Helligkeit ist entscheidend
    Neben einer geschickten und homogenen Lichtverteilung vor dem Auto ist auch die Helligkeit des Scheinwerferlichts von großer Bedeutung. Denn je heller das Licht strahlt, desto besser und früher können unerwartete Situationen im Straßenverkehr erfasst werden. Eine ausreichende Lichthelligkeit wird umso wichtiger, je älter man wird. Mit der Zeit trüben sich bei jedem Menschen die Linsen in den Augen etwas ein, was zu mehr Streulicht im Auge führt (stärkeres Blendempfinden) und zu einer schlechteren Lichtempfindlichkeit, d.h. man benötigt mehr Licht, um genauso gut sehen zu können wie in jungen Jahren. Xenon- und LED-Scheinwerfer können deutlich mehr Helligkeit erzeugen als Halogenlampen, so dass sie die Fahrbahn weiter auszuleuchten vermögen. Beispiele für unterschiedlich helle Lampensysteme finden sich unter Bilder & Videos.

    Die Lichtfarbe
    Daneben spielt auch die Lichtfarbe (Farbtemperatur) eine Rolle, denn sie beeinflusst den Kontrast des ausgeleuchteten Vorfelds. Das warme Licht der Halogenscheinwerfer mag zwar angenehm und freundlich wirken, kann aber beim Kontrast nicht mit Xenonlicht oder gar LED-Scheinwerfern mithalten. Das bläulichere Licht lässt Fahrbahnmarkierungen (weiß auf dunklem Untergrund) und Verkehrsschilder (mit Reflektionsbeschichtungen) besonders deutlich erscheinen.

  • Wichtige Vorschriften für helle Scheinwerfer
    Das helle Licht aus Xenon- oder LED-Scheinwerfern bringt jedoch auch Verantwortung mit sich, um andere Verkehrsteilnehmer nicht zu blenden. Der Gesetzgeber schreibt bei allen Frontscheinwerfern eine klare Hell-Dunkel-Grenze vor, die unterhalb der Augen von entgegenkommenden Fahrern liegt. Die maximalen Blendlichtwerte sind für alle Systeme gleich. Bei den besonders hellen Lichttypen (Xenon oder LED), die einen Lichtstrom von etwa 3.000 Lumen emittieren, sind zusätzlich eine automatische Leuchtweitenregulierung und eine Scheinwerferreinigungsanlage vorgeschrieben. Die Leuchtweitenregulierung stellt sicher, dass die Hell-Dunkel-Grenze auch bei beladenem Auto automatisch immer in vorgeschriebener Höhe ist, um den Gegenverkehr nicht zu blenden. Die Scheinwerferreinigungsanlage soll sicherstellen, dass die Scheinwerfer möglichst sauber sind, weil Verschmutzung Streulicht verursacht, das wiederum andere Verkehrsteilnehmer blenden kann.
  • Mit Ausnahmen sparen – am falschen Ende
    Es gibt in den Richtlinien zur Fahrzeugbeleuchtung (ECE-R 48) allerdings Ausnahmeregelungen für Scheinwerferlampen, die nur bis 2.000 Lumen Lichtstrom erzeugen. Dann sind die automatische Leuchtweitenregulierung und die Reinigungsanlage nicht vorgeschrieben. Allerdings sind auch damit die Frontlichter signifikant heller als Halogenlampen, die i.d.R. nur zwischen 1.000 und 1.300 Lumen emittieren. Aufgrund der Helligkeit der „gedrosselten“ Xenon- oder LED-Lampen ist es also trotzdem wichtig, dass insbesondere die automatische Leuchtweitenregulierung nicht eingespart wird. Denn beladen blendet dann ein solches Auto erheblich, wenn der Fahrer nicht manuell korrekt nachregelt. Das schadet wiederum die Akzeptanz der helleren Lampentechnologien.

    Ohne gute Technik mehr Blendung
    Es ist jedoch ein Unding, Scheinwerferlampen in ihrer Helligkeit zu drosseln, nur um sich sinnvolle weitere Bauteile zu ersparen, die die Blendung des Gegenverkehrs reduzieren sollen. Die geringere Helligkeit fällt oft auf den ersten Blick nicht auf, weil die Scheinwerfer immer noch signifikant heller als Standard-Halogenlichter sind. In Grenzsituationen kommt es aber auf jeden Meter Sicht an, und dann kann das vollwertige Xenon- oder LED-Licht die wertvollen Meter mehr Sichtreichweite liefern, um einen Unfall zu verhindern. Daher gilt: am Licht darf man nicht sparen. Zumal es am Ende nur um geringe Mehrkosten geht – jeder Unfall, und sei er auch noch so klein, kommt teurer.

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