Die richtige Beleuchtung

5.11.2018

Der ADAC Lichttest zeigt jedes Jahr erneut auf, dass mehr als die Hälfte der Autofahrer in Deutschland mit defekter oder fehlerhafter Beleuchtung unterwegs sind. Eine beunruhigende Bestandsaufnahme, denn gerade in der Dunkelheit ist die Wahrscheinlichkeit zu verunglücken wesentlich höher als am Tag. Zu Beginn der dunklen Jahreszeiten geben unsere Experten deshalb Tipps zur richtigen Beleuchtung und beantworten Fragen rund um die Kfz-Beleuchtung.

Scheinwerfer Nacht Auto Front
Die Beleuchtung eines Pkw sollte mindestens einmal jährlich von einer Fachwerkstatt überprüft werden.

Auch wenn der Rundgang um das Fahrzeug vor der Fahrt aus der Mode gekommen zu sein scheint, empfehlen ihn unsere Experten. Denn jeder Autofahrer kann sein Auto auch ohne große Fachkenntnisse auf eventuelle Schäden überprüfen, einen Kontrollblick auf die Reifen werfen und auch die Beleuchtung auf ihre Funktion prüfen. Wenn Sie das Standlicht und die Warnblinkanlage einschalten, erkennen Sie bei Ihrem Rundgang bereits problemlos Lampendefekte.

So prüfen Sie die Beleuchtung

  • Bremslichter prüfen

Fahren Sie rückwärts nahe vor eine helle, im Idealfall weiße Wand. Treten Sie dann auf die Bremse. Jede Seite und die Mitte sollten einen roten Lichtschein auf die Wand werfen, den Sie leicht über die Fahrzeugrückspiegel checken können.

  • Abblend- und Fernlicht prüfen

Drehen Sie das Fahrzeug um und stellen es mit wenigen Metern Abstand mit der Nase zur Wand. So können Sie problemlos auch die Funktion von Abblendlicht und Fernlicht prüfen – zu Ihrer eigenen Sicherheit und zu der der anderen Verkehrsteilnehmer.

Die richtige Einstellung der Beleuchtung

Die Einstellung der Beleuchtung ist Sache der Fachwerkstätten. Nur diese verfügen in der Regel über einen zertifizierten Lichtmessplatz. Die Einstellung der Leuchtweite des Abblendlichts und der Nebelscheinwerfer werden hier vorgenommen. Die Hell-Dunkel-Grenze des Abblendlichts sollte etwa 50 bis 100 m (1-2 Leitpfosten) weit auf der Landstraße oder Autobahn vor dem Fahrzeug auf den Boden treffen. Rechts darf es Schilder und Büsche anleuchten. Werden Sie immer wieder von entgegenkommenden Autofahrern mit der Lichthupe angeblinkt, sollten Sie die eigene Scheinwerfereinstellung unverzüglich  in einer Werkstatt überprüfen lassen.

Bei neuen Fahrzeugmodellen muss in den Fachwerkstätten das Diagnosegerät angeschlossen werden, um eine Nullstellung der Leuchtweitenregulierung eingeben zu können. Denn gerade bei modernen Lichtsystemen wie LED oder Xenon ist der Aufwand für die Lichteinstellung durch die neue Technik hoch. Bei Reparatur oder Tausch eines defekten Scheinwerfers ist die korrekte Einstellung nur über computergestützte Messtechnik möglich.

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Tagfahrlicht

"Warum leuchten beim Tagfahrlicht die Schlusslichter nicht mit?", wollten viele Autofahrer wissen. Das Tagfahrlicht dient dazu, Verkehrsteilnehmer besser kenntlich zu machen, die Ihnen entgegenkommen oder sich von der Seite einer Kreuzung nähern. Dafür benötigt es keine Beleuchtung des Fahrzeughecks.

Rechtlich ist es zwar zulässig, die Schlussbeleuchtung zusammen mit dem Tagfahrlicht zu betreiben. Wir sehen darin jedoch keinen Sinn, denn bei schlechter Sicht ist grundsätzlich mit Abblendlicht zu fahren.

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LED-Scheinwerfer

Einige Autofahrer fühlen sich durch LED-Scheinwerfer geblendet. Für diese Leuchtmittel gelten allerdings dieselben Grenzwerte bezüglich Blendung wie bei herkömmlichen Halogenscheinwerfern oder Xenon-Leuchten. Jedoch irritiert die kalte, dem Tageslicht nachempfundene Lichtfarbe, die vielen Menschen in der Nacht jedoch als fremd erscheint und deshalb als sehr unangenehm eingestuft wird.

Bei LED-Scheinwerfern der ersten Generation ist die Lichtkante (Hell-Dunkel-Grenze) sehr scharf eingestellt, was etwa bei Bodenwellen zu blitzartigen Lichteffekten führen kann. Moderne Fahrzeuge hingegen sind mit LED-Scheinwerfern ausgestattet, mit denen die Lichtkante zur Hell-Dunkel-Grenze wieder weicher gezeichnet wird, was für den Fahrer und für die entgegenkommenden Verkehrsteilnehmer angenehmer ist.

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LED-Bremslichter

Immer wieder erhalten wir Fragen zur angeblich schlechten Sichtbarkeit von Blinkern in modernen Fahrzeugen. Wie groß ein Blinker bzw. Richtungsanzeiger sein muss und wie hell er wohin abstrahlen soll, ist in den Regularien der UN/ECE klar definiert. Die Leuchten eines Fahrzeugs unterliegen der gestalterischen Freiheit, dementsprechend finden sich große, helle Leuchten und kleinere, eher unauffällige.

Aber unabhängig von ihrem Design sind diese Blinker für das Fahrzeug typgeprüft und damit auch für den Straßenverkehr zugelassen. Der ADAC Unfallforschung liegen keine belastbaren Zahlen vor, die eine Unfallhäufung durch weniger gut erkennbare Blinker aufzeigen.

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Blinker

Viele Autofahrer klagen über die Blendung durch LED-Bremslichter des vorausfahrenden Fahrzeugs. Analog zu Blinkern gelten auch bei den Bremsleuchten die Regularien der UN/ECE, die eine große Bandbreite zulassen. 
 
Der ADAC Autotest zeigt, dass sich die Fahrzeughersteller von extrem hellen Bremsleuchten wieder entfernen. Es gibt bereits Bremsleuchten, deren Helligkeit sich dem jeweils vorherrschenden Tageslicht anpasst, tags heller, nachts etwas abgedimmt. Autofahrer, die neue Lichtsysteme als störend empfinden, sollten daran denken, auf keinen Fall in die Lichtquelle zu blicken, sondern auf die Fahrbahn oder die rechte Fahrbahnmarkierung zu fokussieren.

Tipps für gute Sicht im Dunkeln

  • Grundsätzlich müssen Sie Ihre Fahrweise der Sichtweite anpassen, damit Sie jederzeit vor einem Hindernis zum Stehen kommen können. Dies gilt auch bei einer noch nicht abgesicherten oder unbeleuchteten Unfallstelle. 
  • Halten Sie die Fahrzeugscheiben innen wie außen stets sauber. Wenn Sie Brillenträger sind, reinigen Sie vor einer Fahrt in der Dunkelheit Ihre Brille, so werden Blendeffekte deutlich reduziert.
  • Schauen Sie nicht direkt in das Licht entgegenkommender Fahrzeuge, sondern auf die Fahrbahn vor sich oder an den rechten Fahrbahnrand.
  • Um andere nicht zu blenden, müssen Sie die Leuchtweitenregulierung bei Beladung des Fahrzeugs anpassen.


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