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Fahrzeug vom Autovermieter

      

Ein Mietwagen bietet sich für die verschiedensten Gelegenheiten an - z.B. für den Urlaub, den Umzug oder den Ausfall des eigenen Fahrzeugs.


Worauf Sie bei der Automiete achten sollten, haben die Clubjuristen hier für Sie zusammengestellt:


Tipp: Der ADAC hat für Sie Checklisten für die Buchung und Übernahme eines Mietwagens zusammengestellt, die Sie sich als PDF Dokument herunterladen können.


Checkliste für Buchung eines Mietwagens, PDF 79 KB

Checkliste für Übernahme eines Mietwagens, PDF 68 KB


  • Der Mietvertrag
    Informationen über Mietwagenangebote erhalten Sie im Internet, in Reisebüros oder direkt beim Autovermieter. Preisvergleiche lohnen sich! Teurer ist es in der Regel immer, wenn Sie ein Fahrzeug nicht an dem gleichen Ort zurückgeben wollen (sog. Einwegmiete) oder eine Anmietung am Flughafen wünschen. Viele Autovermieter fordern ein Mindestalter des Fahrers.

    Es besteht zwar regelmäßig die Möglichkeit, das Mietfahrzeug im Internet, im Reisebüro oder telefonisch zu reservieren, der eigentliche Mietvertrag kommt jedoch erst bei der Abholung des Fahrzeugs durch Ihre Unterschrift am Schalter der Autovermietung zustande.

    Halten Sie sich unbedingt an die vereinbarte Mietzeit. Bei verspäteter Rückgabe drohen dem Mieter unter Umständen Nachzahlungen des Vermieters. Aus diesem Grund sollte die Mietzeit allenfalls nur nach vorherigem (schriftlichem!) Einverständnis mit dem Vermieter verlängert werden, wenn der Mieter das Fahrzeug unbedingt noch über die vereinbarte Mietzeit hinaus benötigt.

    Tipp: Lassen Sie sich Zeit bei der Buchung, denn hier gilt nicht die übliche Widerrufsfrist, die sonst bei Einkäufen im Internet gilt. Sobald das Fahrzeug reserviert ist, kann der Vertrag nicht mehr kostenlos rückgängig gemacht werden.

  • Automiete im Ausland

    Bei der Automiete im Ausland ist zu beachten, dass der Vertragsschluss grundsätzlich im Ausland erfolgt. Dies gilt auch bei der Online-Buchung. Bei Streitigkeiten gilt daher ausländisches Recht. Wenn aber das Fahrzeug vorab im Inland bei einem Vermittler oder einer deutschen Niederlassung gebucht wurde, kann unter bestimmten Voraussetzungen auch das deutsche Recht (Art. 6 I der „Rom-I-Verordnung“) zur Anwendung kommen und der Verbrauchergerichtsstand am Wohnsitz des Mieters (Art. 17 und 18 der Verordnung (EU) Nr. 1215/2012 (Brüssel-Ia-Verordnung)) gegeben sein. Bei Problemen sollten Sie sich an einen Anwalt wenden. Lassen Sie sich den Mietvertrag im Ausland auch in englischer Sprache aushändigen und unverständliche Klauseln vor Ort erklären!


    Checkliste für Buchung eines Mietwagens, PDF 79 KB


  • Die Allgemeinen Geschäftsbedingungen
    Die Autovermieter verwenden regelmäßig Allgemeine Geschäftsbedingungen (Mietbedingungen), die die Vertragsdetails regeln. Über die genauen Bedingungen sollten Sie sich vor Vertragsschluss informieren. Sie finden die AGB meist auf den Internetseiten oder Sie lassen sie sich aushändigen, bevor Sie den Vertrag unterschreiben.
  • Zahlungsweise und Sicherheiten

    Viele Mietwagenunternehmen verlangen die Bezahlung per Kreditkarte oder EC-Karte. Barzahlung wird nur noch selten akzeptiert. Die Kreditkarte oder ein bestimmter Geldbetrag dient in der Regel als Sicherheit für den Vermieter. Leisten Sie aber keine Blanko-Unterschrift auf einem Kreditkartenbeleg, der keine bestimmte Summe ausweist! Und achten Sie darauf, dass Ihnen bei der Rückgabe des Fahrzeugs etwaige Sicherheiten (Kreditkartenbeleg, Kaution) zurückgegeben werden.


  • Mietpreis
    Die Höhe des Mietpreises und etwaige Nebenkosten ergeben sich aus der Preisliste des Vermieters und dem Mietvertrag. Insbesondere über die Nebenkosten sollten Sie sich auf jeden Fall vorher informieren. Aufpreise gibt es beispielsweise für:
     
    • Kosten für Kaskoversicherung; achten Sie auf die Höhe des Selbstbehalts

    • Zusatzausstattung (z.B. Kindersitz, Winterreifen, Navigationsgerät)

    • Zusätzlicher Fahrer

    • Einwegmiete (Rückgabe an einem anderen Ort)

    • Entleihen am Flughafen/Bahnhof

    • Verbringen/Abholen zum/vom Hotel

    • Bei Kilometerbegrenzung: für zusätzlich gefahrene Kilometer


  • Die Übernahme des Fahrzeugs

    Wichtig ist, dass der Mieter das Fahrzeug vor Antritt der Fahrt genau untersucht und alle vorhandenen Vorschäden vom Vermieter protokollieren lässt. Lassen Sie sich dieses Protokoll aushändigen, damit der Vermieter Ihnen nicht anlasten kann, Sie hätten die Schäden verursacht.

      

    Checkliste für Übernahme eines Mietwagens, PDF 68 KB


  • Tankfüllung
    Der Mietvertrag verpflichtet den Mieter regelmäßig das Fahrzeug vollgetankt zurückzugeben, sonst fallen erhebliche Kosten an. Diese umfassen nicht nur die Kosten für den Kraftstoff, sondern auch, den Mietausfall, da das Fahrzeug nicht sofort weitervermietet werden kann und den Betankungsaufwand (Personalkosten). Es empfiehlt sich daher auf jeden Fall, das Fahrzeug vor der Rückgabe voll zu tanken.

    Bei Ferienmietwagen kann die Tankregelung zur Kostenfalle werden! Die bisher übliche und für den Kunden fairste Methode, den Wagen vollgetankt zu übernehmen und ebenfalls vollgetankt wieder zurückzugeben ist nicht immer der Regelfall. Besonders beliebt sind großzügige Pauschalen für die erste Tankfüllung. Der Kunde muss hier den Mietwagen leer zurückgeben, was kaum einem Mieter gelingen dürfte. Eine Erstattung der Resttankfüllung erfolgt nicht. Ebenfalls ungünstig ist die Regelung Leer - Leer.

    Tipp: Fragen Sie bei der Anmietung des Fahrzeugs nach dem richtigen Kraftstoff für das Mietfahrzeug.


  • Winterreifen

    Viele Autovermieter bieten Winterreifen als Zusatzausrüstung an. In Deutschland gibt es keine generelle Winterreifenpflicht. Jedoch ist die Nutzung von Sommerreifen bei „Glatteis, Schneeglätte, Schneematsch, Eis- oder Reifglätte“ verboten. Autovermietungen sind verpflichtet, ein Fahrzeug zur Verfügung zu stellen, das verkehrssicher und fahrbereit ist. Das ist nicht der Fall, wenn sie bei winterlichen Straßenverhältnissen ein Fahrzeug mit Sommerreifen vermieten. 

    Um Streit zu vermeiden, sollten Sie schon bei der Reservierung abklären, ob Ihnen ein Fahrzeug mit Winterreifen zur Verfügung gestellt werden kann. 

    Häufig verlangen die Autovermieter für Winterreifen ein zusätzliches Entgelt. Wird das Fahrzeug bei Anmietung mit Winterreifen ausgehändigt, ohne dass diese ausdrücklich bestellt wurden oder der Mieter zuvor darauf hingewiesen wurde, so dürfen keine zusätzlichen Kosten für die Winterbereifung verlangt werden.



  • Der Versicherungsschutz
    Zwingend ist auch für Mietfahrzeuge eine Haftpflichtversicherung. Für den Mieter ist es dringend ratsam eine Vollkaskoversicherung abzuschließen, da er ansonsten für selbst verursachte Schäden haftet. Achten Sie hierbei auf die Höhe des Selbstbehalts und dass der Umfang des Versicherungsschutzes im Mietvertrag festgehalten wird.

    Schäden am Unterboden, an den Reifen, an Glas oder Dach sind meist nicht abgedeckt. Das Befahren unbefestigter Straßen ist oft verboten.

    Was oft nicht klar ist: 
    Der Selbstbehalt wird sofort fällig auch wenn Sie als Mieter den Unfall oder Schaden nicht verschuldet haben! Ist der Selbstbehalt erst einmal eingezogen, so erhält der Mieter zumeist erst nach langer Zeit, wenn die gegnerische Haftpflichtversicherung gezahlt hat – den Selbstbehalt zurück. Gerade im Ausland lassen sich die Mietwagenfirmen den reduzierten Selbstbehalt oder den Ausschluss teuer bezahlen.

    Tipp: Bei einigen Vermittlern kann ein Tarif mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung im Schadensfall gebucht werden. Dies ist keine Versicherung, sondern ein Service des Vermittlers und steht in keinem Zusammenhang mit Zusatzversicherungen zum Ausschluss der Selbstbeteiligung im Schadensfall direkt beim Autovermieter vor Ort. Beim Tarif mit Rückerstattung der Selbstbeteiligung muss die Selbstbeteiligung im Schadensfall vor Ort sofort bezahlt werden und kann dann vom Vermittler zurückverlangt werden. Der Mieter sollte in solchen Fällen vor Ort keine Zusatzversicherung abschließen, da er diese Gebühren nicht vom Vermittler zurückverlangen kann.


  • Beschädigung des Fahrzeugs
    Verursacht der Mieter schuldhaft einen Unfall, kommt die Kfz-Haftpflichtversicherung für Schäden an anderen Fahrzeugen oder Gegenständen auf. Für den Schaden am gemieteten Fahrzeug ist eine Vollkaskoversicherung nötig. Der Mieter haftet dann nur bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung. Manche Vollkaskoversicherungen greifen jedoch nicht, wenn der Fahrer den Schaden vorsätzlich verursacht hat.

    Grundsätzlich gilt bei Anmietung eines Fahrzeugs, dass der Mieter nur für Schäden haftet, die er selbst verschuldet hat. Ist das Verschulden nachgewiesen, so kann der Vermieter Ersatz verlangen.

    Für unaufklärbare Schäden am Mietfahrzeug muss der Mieter nicht haften. Der Mieter haftet auch nicht für Steinschlagschäden. Die Autovermietung muss dem Mieter nachweisen, dass er den Schaden selbst verursacht hat. Klauseln zur Beweislastumkehr im Mietübergabeprotokoll, dass fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind unzulässig.
    Allerdings sollten Sie im Zweifelsfall möglichst genau beschreiben, warum der Schaden in der Mietzeit nicht von Ihnen verursacht worden sein kann, da die Gerichte von den Mietern ein bestimmtes Maß an Mitwirkung zur Schadensaufklärung verlangen.

    Wichtig: Bei einem Unfall immer die Polizei rufen und die Mietwagenstation benachrichtigen - die meisten Mietbedingungen sehen dies auch vor.


  • Die Rückgabe des Fahrzeugs
    Auch vor der Rückgabe des Mietwagens sollte der Fahrzeugzustand in Anwesenheit eines Mitarbeiters überprüft und schriftlich protokolliert werden. Planen Sie dafür ausreichend Zeit ein. Vermeiden Sie die Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten. Lässt sich die Rückgabe durch Einwerfen der Schlüssel in einen dafür vorgesehenen Briefkasten gar nicht vermeiden, so fotografieren Sie das Fahrzeug zum Rückgabezeitpunkt. Unseriöse Anbieter stellen häufig angebliche Schäden im Nachhinein in Rechnung.

Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.


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