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Erwerb eines reimportierten Neufahrzeugs

 

Möchten Sie nicht selber ins Ausland fahren und den Wagen dort kaufen, sondern ein reimportiertes Fahrzeug bei einem Händler in Deutschland kaufen? Dann finden Sie hier grundlegende Informationen für den Erwerb bei einem Reimport-Händler.  

Wenn Sie besondere Fragen zu diesem Thema haben, wenden Sie sich gerne an unsere ADAC-Juristen. 


  • Händleradressen

    Im Internet, in Tageszeitungen und Automagazinen bieten regelmäßig "EU-Importeure" Neuwagen an. Die Anzahl dieser Firmen ist mittlerweile so groß, dass eine Zusammenstellung von Adressen und Überprüfung der Seriosität nicht möglich ist. Die Risiken lassen sich aber begrenzen, wenn man die nachfolgenden Hinweise beachtet.


  • Händler oder Vermittler?
    Achten Sie bei der Auswahl des Händlers darauf, ob dieser als Vermittler oder Verkäufer im eigenen Namen auftritt.

    Vermittelt der deutsche Händler den Verkauf eines reimportierten Neufahrzeugs, wird der Kaufvertrag mit dem ausländischen Vertragshändler abgeschlossen, an den der Hersteller geliefert hatte. Der Kaufvertrag kommt dann nach ausländischem Recht zu Stande. Hier finden Sie Näheres zur Garantie-/Sachmängelhaftungsansprüchen.

    Verkauft der deutsche Händler den reimportierten Wagen im eigenen Namen, hat dies für Sie als Käufer den Vorteil, dass das deutsche Kaufrecht gilt. Sie können bei Mängeln an dem Fahrzeug Ihre Ansprüche nach deutschem Recht geltend machen. Hier finden Sie mehr Informationen zur Sachmängelhaftung beim Neuwagenkauf.
  • Der Vermittlungsvertrag

    Halten Sie Preis, Liefertermin sowie Ausstattungsdetails unbedingt schriftlich fest!

    Lassen Sie sich schriftlich bestätigen, dass Überführungs- und Bereitstellungskosten im Kaufpreis enthalten sind. Vereinbaren Sie im Vertrag auch, dass erst mit Übergabe des Wagens der gesamte Kaufpreis zu zahlen ist. Die Forderung einer Anzahlung ist beim Neuwagenkauf unüblich und gilt mittlerweile auch beim EU-Import wegen der vielen "schwarzen Schafe", die nur auf die Anzahlung aus sind, als ausgesprochen risikoreich.

    Halten Sie vertraglich fest, wann das Fahrzeug importiert wurde und dass es noch nicht zugelassen war. Wird der Wagen als "Lagerfahrzeug" angeboten, liegt die Produktion möglicherweise bereits mehrere Jahre zurück. Es handelt sich dann nach deutschem Recht nicht mehr um einen Neuwagen.

    In der Regel müssen Sie mehrere Dokumente beim Vermittler unterschreiben:

    • Auftrag zum Kauf des EU-Fahrzeugs
    • Vollmacht
    • evtl. Widerrufsbelehrung bei Fernabsatzverträgen

  • Fahrzeugübergabe durch den Vermittler
    Bei der Übergabe des Fahrzeuges ist die deutsche Zulassungsbescheinigung Teil 1 und Teil 2 vom Verkäufer auszuhändigen. Wird das Fahrzeug ohne Zulassung übernommen, müssen die ausländische Originalrechnung und die ausländischen Kfz-Dokumente übergeben werden, um später die deutsche Zulassung vornehmen zu können. Eine gründliche Durchsicht des Fahrzeuges bei der Übergabe ist sinnvoll. Hier finden Sie Informationen zur Zulassung.

    Besonders wichtig ist, dass Ihnen die Garantieunterlagen (Serviceheft und evtl. Garantiekarte) mit dem Stempel des ausländischen Vertragshändlers (mit dortigem Auslieferungs-Datum) und Eintragung der Fahrgestellnummer übergeben wird.


  • Garantie
    Für die Herstellergarantie gilt das gleiche wie beim Eigenimport: Stammt das Fahrzeug aus einem EU-Land, sind alle Vertragswerkstätten zu Garantieleistungen verpflichtet, wenn der Kunde im Besitz einer Garantieurkunde und eines Serviceheftes mit den oben erwähnten Vermerken des ausländischen Vertragshändlers ist.

    Die Garantiedauer ist bei den einzelnen Herstellern unterschiedlich, beträgt aber regelmäßig 2 bis 3 Jahre. Wichtig ist, dass bereits häufig zu dem Zeitpunkt, an dem der Wagen von dem ausländischen Vertragshändler erstmals zugelassen oder an den Importeur übergeben wird, die Garantie beginnt - also nicht erst mit der Übergabe an den Käufer in Deutschland! Nach Ablauf der Garantiefrist werden bei Reimporten meistens keine freiwilligen Kulanzleistungen des Herstellers gewährt.

    Stammt das Fahrzeug aus einem Nicht-EU-Land, müssen auch die Garantieansprüche im Ausland geltend gemacht werden.


Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema?

Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.



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