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So funktionieren moderne Lichtsysteme

Halogen, Xenon, LED, Laser: Immer hellere Scheinwerfer machen das Autofahren sicherer, doch viele Verkehrsteilnehmer fühlen sich auch geblendet. Wir erklären, worauf es bei den modernen Lichtsystemen ankommt.



Von wegen: In der Nacht sind alle Katzen grau. Wer bei Dunkelheit mit dem Auto unterwegs ist, nimmt Helligkeit und Farbigkeit der Scheinwerfer entgegenkommender Fahrzeuge unterschiedlich wahr. Deshalb fällt es auf, dass uns nachts nicht mehr nur die leicht gelblich wirkenden Halogenlichter begegnen, sondern zunehmend bläuliche Xenon- sowie LED-Beleuchtung. Und bald werden sich auch Pkw mit besonders hellem, annähernd weißem Laserstrahl daruntermischen.

Während ein herkömmlicher Halogenscheinwerfer bis etwa 140 Meter leuchtet, schafft es das Laserlicht bis 500 Meter Reichweite. Xenon- und LED-Lampen erreichen etwa 240 Meter. Natürlich nur bei Fernlicht: Das Abblendlicht ist in Deutschland ohnehin auf eine Reichweite zwischen 60 und 70 Meter limitiert.

Aber nicht nur die Art der Lichtquelle ist entscheidend, auch die Lichtverteilung spielt eine wichtige Rolle. Außer Nebellampen als Zusatzlicht sind Abbiege- oder Kurvenlicht vielfach schon serienmäßig eingebaut. Wer sich für ein Auto mit Xenon oder LED-Scheinwerfern entscheidet, kommt häufig in den Genuss von intelligent gesteuerten Systemen, die sogar selbstständig zwischen Abblend- und Fernlicht wechseln oder die Straßen je nach Umgebung unterschiedlich bestrahlen. Die exklusivste Lösung sind LED-Matrix-Scheinwerfer, die mit permanentem Fernlicht um Fahrzeuge herum leuchten – also das gesamte Blickfeld nach vorn erhellen, ohne den Gegenverkehr zu blenden.

Preispolitik sorgt für Ärger

Unerfreulich ist die – oft versteckte – Aufpreispolitik der Hersteller. So sind einige Autohersteller dazu übergegangen, Xenon- oder LED-Systeme mit gedrosselter Helligkeit anzubieten. Das ist auch deshalb kostengünstiger, weil sie dann die sonst obligatorische automatische Leuchtweitenregulierung sowie die Reinigungsanlage für die Scheinwerfer weglassen dürfen.

Nur: Verschmutzte Lichter können durch ihr Streulicht den Gegenverkehr genauso blenden wie ein zu hohes Abblendlicht. Wenn der Fahrer also die Scheinwerfer nicht sauber hält oder die Leuchtweite – etwa bei vollgeladenem Auto – manuell justiert, gefährdet er immer den Gegenverkehr. Und das nur, weil die Hersteller ein paar Euro sparen wollen? Sollte Ihnen so ein Blender entgegenkommen: Schauen Sie nicht in die Lichtquelle, sondern konzentrieren Sie sich auf die Fahrbahnmarkierungen.

Text: Wolfgang Rudschies

Mehr zum Thema "Fahren bei Nacht" finden Sie unter www.adac.de/guteslicht.


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