DruckenPDF

SUVs: Fußgängerschutz verbessert

In früheren Tests wurde der Fußgängerschutz bei Geländewagen und SUVs häufig äußerst schlecht bewertet. Mittlerweile sind die Schwergewichte in diesem Punkt besser als ihr Ruf. Aber es gibt noch Verbesserungspotenzial.


Für die positive Entwicklung beim Fußgängerschutz von Geländewagen und SUVs sind vor allem Verbesserungen der passiven Sicherheit verantwortlich. Das heißt: Im Frontbereich sind die Materialien weicher geworden, sie nehmen heute die Aufprallenergie besser auf. Zudem haben Motorhaube, Kühler- sowie Stoßfängerbereich weniger Kanten, was bei einem angefahrenen Fußgänger meist zu weniger schweren Verletzungen führt.

Trotz dieser Verbesserungen bleiben SUVs allein aufgrund ihrer Größe und Geometrie problematisch beim Fußgängerschutz. Passanten prallen bei Unfällen immer noch gegen harte Strukturen wie die Haubenvorderkante oder das Motorhaubenschloss. Besonders kleinere Personen können dabei schwer verletzt werden. Und auch der Aufprall auf der Straße wird von der Fahrzeugform beeinflusst. Weil sie beim Zusammenstoß heftiger weggestoßen werden, stürzen Fußgänger, die von einem SUV angefahren werden, häufig deutlich ungünstiger auf den Boden, als wenn sie von einem anderen Fahrzeug getroffen werden.

Tipps für Autofahrer:

  • In Wohngebieten und an Schulen und Kindergärten besonders vorsichtig fahren.
  • An Bushaltestellen langsam fahren, da jederzeit Fahrgäste die Straße betreten können.
  • Die Folgen eines Aufpralls hängen für den Fußgänger stark von der Geschwindigkeit ab. Jeder Stundenkilometer weniger kann Leben retten.


Tipps für Fußgänger:

  • Bei Dämmerung und Dunkelheit helle Kleidung und Reflektoren tragen – 60 Prozent der getöteten Fußgänger starben bei schlechten Lichtverhältnissen.
  • Beim Betreten der Fahrbahn den Anhalteweg von Autos bedenken (Schrecksekunde plus Bremsweg). Bereits bei Tempo 50 liegt dieser bei rund 30 Metern.
  • Die Straße nur an übersichtlichen Stellen überqueren.


Die Zahl der Fußgängerunfälle mit Personenschaden lag 2014 in Deutschland bei 28.571 – damit war in fast jeden zehnten Unfall mit Personenschaden ein Fußgänger verwickelt. Fast immer ereigneten sich diese Unfälle innerorts. Hauptunfallgegner waren zu 72 Prozent Pkws. Etwa jeder vierte Fußgänger wurde beim Zusammenprall schwer verletzt, zwei Prozent (524) starben.

Generell sinkt bei Unfällen, bei denen das Auto mit 45 Stundenkilometern oder mehr unterwegs war, die Überlebenschance der Fußgänger dramatisch. Deshalb sollte auch die aktive Sicherheit, sprich Unfallvermeidung, noch stärker in den Fokus der Hersteller rücken. Fahrerassistenzsysteme, die frühzeitig Fußgänger erkennen, den Fahrer warnen und den Wagen automatisch abbremsen, können Zusammenstöße vermeiden, aber auch die Aufprallgeschwindigkeit vermindern und so die Unfallfolgen deutlich abmildern. Ab 2016 fließen solche Systeme in die Bewertung von Euro-NCAP-Prüfverfahren ein.


Mehr zum Thema


– Reise & Freizeit –

Ihre Route in ADAC Maps

Ermitteln Sie Tankstellen und Raststätten entlang Ihrer Route oder zu Ihrem Reiseziel mit vielen nützlichen Informationen. Mehr




Ihr Kontakt zum ADAC: Hilfe, Rat und Schutz für Ihre Mobilität