Rückenschmerzen: Ursachen, Warnzeichen und Vorbeugung

Eine Frau hält sich ihren oberen und unteren Rücken vor Schmerzen
Sitzende Tätigkeiten können zu Fehlbelastungen führen und sind eine häufige Ursache für Rückenschmerzen© Shutterstock/Just Life

Wie es zu Rückenschmerzen kommt, wann ärztliche Hilfe notwendig ist und wie Sie vorbeugen können.

  • Rückenschmerzen sind Volkskrankheit Nummer eins

  • Meist sind die Schmerzen harmlos und vergehen von selbst

  • Bewegung ist die beste Prävention

Schätzungen zufolge haben vier von fünf Deutschen mindestens einmal im Leben Rückenschmerzen. Die gute Nachricht: Zum Großteil sind kurzzeitig auftretende Schmerzen im Rücken harmlos und nicht durch schwerwiegende Erkrankungen verursacht.

Was sind Rückenschmerzen?

Der Rücken ist bei fast jeder Bewegung in irgendeiner Form – sei es aktiv oder passiv – beteiligt. Eine tragende Rolle spielt dabei die Wirbelsäule mit den 33 knöchernen Wirbeln und den dazwischenliegenden Bandscheiben, die als Stoßdämpfer fungieren. Hinzukommen Muskeln, Bänder und Gelenke, die einem gesunden Rücken Stabilität und Flexibilität geben.

Rückenschmerzen können am gesamten Rücken entlang der Wirbelsäule auftreten, sowohl im Schulterbereich als auch in Höhe des Brustkorbs und im unteren Bereich der Lendenwirbelsäule.

Der Begriff "Kreuzschmerzen" bezieht sich auf Schmerzen im unteren Rücken, also unterhalb des Rippenbogens und oberhalb der Gesäßfalte im Lendenbereich. Manchmal können Rückenschmerzen auch ausstrahlen, zum Beispiel in die Beine.

Sehr häufig ist eine Lumbago, ein plötzlich auftretender Kreuzschmerz, der meist durch Verspannungen oder Verschleißerscheinungen entsteht. Umgangssprachlich wird die Lumbago auch als "Hexenschuss" bezeichnet.

Warum eigentlich "Hexenschuss"?

Die Bezeichnung "Hexenschuss" für akut auftretende Kreuzschmerzen stammt aus dem Mittelalter. Damals glaubte man, dass Menschen, die plötzlich Schmerzen im Rücken bekamen und damit nur noch mit einem Buckel – also gebeugter Schonhaltung – laufen konnten, verhext wurden. Der Begriff hält sich bis heute.

Verschiedene Arten von Rückenschmerzen

Für Rückenschmerzen gibt es viele Ursachen. Fachleute unterscheiden außerdem Dauer und Lokalisation der Schmerzen.

Woher kommen Rückenschmerzen?

Rückenschmerzen können viele Ursachen haben. Oftmals entstehen sie durch eine Kombination mehrerer Faktoren. Das Alter spielt dabei eine wichtige Rolle. Zwischen dem 30. und 50. Lebensjahr kommt es beispielsweise am häufigsten zu akuten Schmerzen im unteren Rücken.

Altersbedingte Ursachen für Rückenschmerzen sind:

  • Verschleißerscheinungen der Gelenke (Arthrose), Bandscheiben sowie anderer Strukturen des Bewegungsapparates wie Sehnen

  • Abnehmende Muskelmasse und schwächer werdendes Stützgerüst der Wirbelsäule

  • Erkrankungen, insbesondere chronische Erkrankungen wie Osteoporose. Ebenso steigt das allgemeine Risiko für Verletzungen im Bereich der Wirbelsäule.

Abnehmende körperliche Aktivität kann ebenfalls ein Grund für das häufigere Auftreten von Rückenschmerzen im Alter sein.

Aber auch jüngere Menschen können unter Rückenschmerzen leiden. Mangelnde Bewegung spielt dabei ebenfalls eine entscheidende Rolle. Auch Fehl- oder Überbelastungen durch Vielsitzen oder "falsches" Heben, eine ungesunde Ernährung sowie Übergewicht können zu Rückenschmerzen führen.

Rückenschmerzen können auch durch Stress und psychische Belastungen entstehen. Untersuchungen zeigen, dass veränderte Lebensumstände die Entstehung von chronischen Rückenschmerzen begünstigen können – beispielsweise durch Isolation, psychische Belastung und Bewegungsmangel.

Seltener sind spezifische Ursachen der Grund für Rückenschmerzen. Dazu zählen Verletzungen des Bewegungsapparats, zum Beispiel Knochenbrüche durch Unfälle oder Erkrankungen wie Entzündungen, Krebserkrankungen sowie eine Vielzahl weiterer Krankheiten:

  • Osteoporose

  • Arthrose

  • Rheumatische Erkrankungen, z. B. Morbus Bechterew, Rheumatoide Arthritis, Psoriasis-Arthritis

  • Herzerkrankungen wie Herzinfarkt

  • Erkrankungen der Speiseröhre sowie anderer Organe wie Lunge, Niere oder Bauchspeicheldrüse

Wann zum Arzt?

Auch wenn Rückenschmerzen meist harmlos sind und in der Regel von selbst wieder verschwinden, gibt es ein paar Warnzeichen, die ärztliche Abklärung erfordern. Fachleute bezeichnen diese als "red flags" ("rote Flaggen").

Die Symptome können einen Hinweis darauf geben, dass hinter den Rückenschmerzen eine konkrete Erkrankung steckt. Ist das der Fall, ist eine frühzeitige ärztliche Behandlung notwendig, um einen möglichen schwerwiegenden Verlauf zu verhindern.

Warnzeichen

Mögliche Erkrankungen

  • Schüttelfrost und Fieber
  • Starke Schmerzen vor allem nachts

Infektion

  • Sturz oder Unfall, der zu einer möglichen Verletzung führt
  • Vor allem bei Menschen, die dauerhaft mit Kortison behandelt werden oder Osteoporose haben

Wirbelbruch

  • Lähmungserscheinungen
  • In die Beine ausstrahlende Schmerzen
  • Missempfindungen
  • Entleerungsstörungen der Blase oder des Darms

Nervenschädigung zum Beispiel bei Verengung des Rückmarkkanals oder bei Bandscheibenvorfällen

  • Über 12 Wochen andauernde Kreuzschmerzen
  • Morgensteifigkeit, Verschlimmerung der Schmerzen in Ruhe
  • Vor allem bei Personen, die Autoimmunerkrankungen haben, wie Schuppenflechte oder entzündliche Darmerkrankungen


Entzündlich-rheumatische Erkrankungen

  • Bei bekannter Krebserkrankung, auch in der Vergangenheit
  • Nächtliche Schmerzen oder Ruheschmerz

Krebserkrankungen

Wie kann man Rückenschmerzen vorbeugen?

Bewegung ist das A und O. Wer aktiv ist, tut nicht nur etwas für seinen Rücken, sondern kann unter Umständen auch ein paar überschüssige Kilos loswerden. Übergewicht wirkt sich langfristig nicht nur auf die Gelenke der Beine aus, sondern belastet auch die Wirbelsäule. Weiterer positiver Nebeneffekt: Bewegung reduziert Stress.

Fachleute empfehlen Sportarten wie Schwimmen, Rudern, Klettern oder gezieltes Rückentraining. Wer sanftere Aktivitäten bevorzugt, ist mit Pilates, Yoga oder Tai-Chi gut beraten.

Achten Sie im Alltag auf Ihren Rücken. Menschen, die viel sitzen, sollten versuchen, am Arbeitsplatz häufig die Position zu wechseln und regelmäßig aufzustehen. Der Arbeitsplatz sollte ergonomisch eingerichtet sein. Das gilt nicht nur für den Schreibtisch. Wer viel hinter dem Steuer sitzt, sollte darauf achten, den Autositz richtig einzustellen.

Spannen Sie Ihre Bauch- und Oberkörpermuskulatur an, bevor Sie schwer heben. Nehmen Sie die Kraft aus den Beinen, in dem Sie mit geradem Rücken und gebeugten Knien und Hüften die Last aufnehmen. Versuchen Sie dann, das Hauptgewicht körpernah zu tragen.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.