Schmerzen im unteren Rücken: Ursachen und was Sie tun können

Eine Frau stützt sich am Sofa ab wegen starken Rückenschmerzen
Schmerzen im unteren Rücken können durch monotone Haltungen wie langes Sitzen entstehen© Shutterstock/My Ocean Production

Bei Schmerzen im unteren Rücken lässt sich in den meisten Fällen keine eindeutige Ursache feststellen. Was im Akutfall helfen kann und wann ärztlicher Rat notwendig ist.

  • Oftmals führen Muskelverspannungen zu Rückenschmerzen

  • Halten die Schmerzen länger an, ist ärztlicher Rat wichtig

  • Bewegung und Wärme können die Beschwerden lindern

Schmerzen im unteren Rücken kennen die meisten Menschen. Oft als Kreuzschmerzen bezeichnet, sind diese Schmerzen unterhalb des Rippenbogens und oberhalb der Gesäßfalte lokalisiert – also im Bereich der Lendenwirbelsäule sowie des Kreuz- und Steißbeins. Häufig kommt es zu Schmerzen im unteren Rücken, wenn die Rumpfmuskulatur schwächer ausgeprägt ist.

Akute und chronische Kreuzschmerzen

Akute Schmerzen treten plötzlich auf und lassen in der Regel nach spätestens sechs Wochen nach. Wenn die Rückenschmerzen länger als zwölf Wochen anhalten, werden sie in der Medizin als chronisch bezeichnet, in der Zeitspanne dazwischen als subakut.

Während akute Schmerzen im unteren Rücken am häufigsten im Alter zwischen 30 und 50 Jahren auftreten und Frauen davon eher betroffen sind als Männer, nehmen chronische Kreuzschmerzen mit dem Alter zu. Etwa 30 Prozent der Menschen über 65 Jahre sind von chronischen Schmerzen im unteren Rücken betroffen.

Ursachen für Schmerzen im unteren Rücken

In den meisten Fällen ist der untere Rückenschmerz auf keine eindeutige Ursache zurückzuführen (unspezifisch). Das ist ein Hinweis darauf, dass vermutlich keine ernste Erkrankung zugrunde liegt. Nur in etwa 10 bis 20 Prozent der Fälle lässt sich eine spezifische Ursache diagnostizieren.

Unspezifische Ursachen

Häufig kommt es zum allgemein als "Hexenschuss" bezeichneten plötzlichen Schmerz im unteren Rücken, der in der Medizin als Lumbago bezeichnet wird. Auslöser können falsche Bewegungen, schweres Heben oder langes Sitzen sein.

Kommt es zudem zu einer Schmerzausstrahlung in die Beine, handelt es sich um eine Lumboischialgie, umgangssprachlich häufig als "Ischias" bezeichnet. Hier kommt es zu einer Reizung des Ischiasnervs, dem längsten und dicksten Nerv des menschlichen Körpers.

Seltener liegt gleichzeitig ein Bandscheibenvorfall mit Druck auf den Ischiasnerv vor (spezifische Ursache).

Zu den unspezifischen Ursachen von Schmerzen im unteren Rücken zählen:

  • Muskelverspannungen

  • Bewegungsmangel

  • Fehl- oder Überbelastungen

  • Übergewicht

  • Stress oder andere seelische Belastungen

Das Alter spielt eine große Rolle in Hinblick auf Rückenschmerzen. Die Bandscheiben zwischen den einzelnen Wirbelkörpern werden dünner. Dadurch kommt es zu einer vermehrten Beweglichkeit der Wirbelgelenke, die dadurch größerer Belastung ausgesetzt sind. Im Laufe des Lebens entstehen so natürliche Verschleißerscheinungen, die jedoch gemeinsam mit der abnehmenden Muskel- und Knochenmasse im Alter das Risiko für Rückenbeschwerden erhöhen.

Chronische Rückenschmerzen können mit anderen Beschwerden verbunden sein, etwa chronischen Kopfschmerzen, Magen-Darm-Problemen, Depression, Alkoholproblemen oder psychischen Belastungen.

Spezifische Ursachen

In seltenen Fällen können ernste Erkrankungen Rückenschmerzen verursachen. Zu den spezifischen Ursachen von Schmerzen im unteren Rücken, die eine ärztliche Behandlung erfordern, zählen Erkrankungen des Bewegungsapparats sowie schwere Grunderkrankungen.

Daneben können Erkrankungen der inneren Organe, zum Beispiel Darm, Nieren oder innere Geschlechtsorgane Schmerzen im unteren Rücken hervorrufen.

Symptome: Schmerzen im unteren Rücken

Neben den Schmerzen im Bereich der Lendenwirbelsäule, des Kreuz- oder Steißbeins können Bewegungseinschränkungen und Muskelverspannungen auftreten. Ist der Ischiasnerv involviert, können die Schmerzen im unteren Rücken außerdem in die Beine ausstrahlen, oft werden diese Schmerzen als brennend beschrieben. Auch Gefühlsstörungen wie Kribbeln oder Taubheitsgefühle sind möglich.

Flankenschmerzen, also Schmerzen seitlich des Rückens, können eine Vielzahl von Ursachen haben, am häufigsten werden sie durch Nierensteine verursacht. Untere Rückenschmerzen, die nach vorne ausstrahlen, können bei Frauen unter anderem ein Hinweis auf eine gynäkologische Erkrankung sein.

Wann zum Arzt?

Bestehen neben den Rückenschmerzen weitere Begleitsymptome oder halten die Schmerzen länger als vier bis sechs Wochen an, sollten Sie grundsätzlich ärztlichen Rat suchen.

Zudem gibt es bestimmte Warnhinweise, die auf ernste Erkrankungen hinweisen können und die eine sofortige ärztliche Abklärung benötigen:

  • ausstrahlende Schmerzen, z.B. in die Beine

  • Taubheitsgefühle oder Lähmungen

  • Stehen auf den Fußspitzen ist plötzlich nicht mehr möglich

  • Probleme mit der Darm- oder Blasenfunktion

  • Schmerzen treten nach einem Unfall bzw. Sturz auf

  • Fieber und Schüttelfrost, nächtliche Schmerzen

Besteht kein Hinweis auf eine spezifische Ursache, ist bei akuten Schmerzen im unteren Rücken vorerst keine Bildgebung durch Röntgen oder eine Magnetresonanztomografie (MRT) angezeigt.

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Hilfe bei Schmerzen im unteren Rücken

In der Regel bessern sich unspezifische Schmerzen im unteren Rücken auch ohne Therapie. Liegt eine spezifische Erkrankung zugrunde, ist eine entsprechende ärztliche Behandlung notwendig.

Bei akuten Schmerzen im unteren Rücken gilt:

  • Auch wenn es manchmal schwer fällt, ist Bewegung besser als Bettruhe und kann einen chronischen Verlauf verhindern.

  • Wärmeanwendungen können die Schmerzen lindern.

  • Vermeiden Sie schweres Tragen oder Drehbewegungen im Rücken.

  • Schmerzmittel können eingenommen werden, jedoch nur so viel wie nötig. Nichtsteroidale Antirheumatika sind dafür am besten geeignet.

  • Ein Rückentraining, das die Bauch- und Rückenmuskulatur stärkt, kann Schmerzen reduzieren.

  • Entspannungsübungen wie progressive Muskelrelaxation tragen bei vielen zur psychischen Entlastung bei.

  • Wenn Kreuzschmerzen länger als vier bis sechs Wochen anhalten, ist ärztlicher Rat wichtig.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.