Synkope: Erste Hilfe bei Ohnmacht

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Von Anna Besson

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Eine Frau sucht nach Halt weil ich Schwindelig ist
Wenn plötzlich alles schwankt: Schwindel kündigt oft eine Ohnmacht an© Shutterstock/Ahmet Misirligul

Viele Menschen erleben mindestens einmal in ihrem Leben eine Ohnmacht (Synkope). Ob sie gefährlich ist, hängt vom Auslöser ab.

  • Eine Ohnmacht kündigt sich oft an

  • Manchmal stecken ernste Erkrankungen dahinter

  • Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Synkope

Was ist eine Synkope?

Etwa jeder zweite Mensch erlebt einmal im Leben eine Ohnmacht (medizinisch: Synkope). Dabei verliert die betroffene Person kurzzeitig ihr Bewusstsein. Sie fällt hin oder sackt in sich zusammen. In der Regel erholt sie sich nach wenigen Sekunden vollständig und ist ansprechbar.

Meist sind Synkopen harmlos und treten bei Menschen jeden Alters auf. Eine Ohnmacht wird beispielsweise durch Stress ausgelöst. Sie kommt aber auch bei ernsthaften Erkrankungen wie Vorhofflimmern oder Diabetes mellitus vor.

Synkope: Welche Rolle spielt der Kreislauf?

Bei der häufigsten Form der Ohnmacht, der vasovagalen Synkope, ist der Kreislauf kurzzeitig fehlreguliert, was sich in einem schnellen Blutdruckabfall äußert. In der Folge pumpt das Herz nicht mehr ausreichend Blut in das Gehirn und zurück in den Körper. Dadurch kommt es zu einem Sauerstoffmangel und die Person fühlt sich benommen.

Hält dieser Zustand wenige Sekunden an, kollabiert die betroffene Person. Durch die liegende Position wird das Gehirn wieder stärker durchblutet. Das behebt den Sauerstoffmangel, der oder die Betroffene kommt wieder zu sich.

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Erste Hilfe bei Ohnmacht

Finden Sie eine bewusstlose Person auf, sollten Sie zunächst die Atmung überprüfen und die Person in die stabile Seitenlage bringen. Ohnmächtige kommen in der Regel schnell wieder zu sich. Ist dies nicht der Fall, sollten Sie zeitnah den Notruf 112 wählen und regelmäßig die Atmung kontrollieren. Starten Sie mit der Reanimation durch Herzdruckmassage, sobald die Atmung aussetzt.

Kommt die Person von selbst wieder zu sich, ist ihr Kreislauf vermutlich noch schwach. Geben Sie ihr etwas zu trinken oder zu essen. Sie sollte nicht zu schnell wieder aufstehen, da dies den Kreislauf überfordern und eine weitere Synkope nach sich ziehen kann.

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Was löst eine Ohnmacht aus?

Ursache für die kurzzeitige Fehlregulation des Kreislaufs ist oftmals eine Überreaktion des Vagusnervs. Dieser ist ein wichtiger Bestandteil des autonomen Nervensystems, das alle Körperfunktionen steuert, die nicht dem Willen unterliegen, wie Herzschlag, Atmung oder Verdauung.

Wird der Vagusnerv überstimuliert, weiten sich die Blutgefäße, der Blutdruck sinkt ab, der Blutrückfluss zum Herzen verringert sich und das Gehirn wird nicht mehr ausreichend versorgt. Mögliche Auslöser sind:

  • Starke Schmerzen

  • Wärme, z.B. ein zu warmes Bad oder Hitze im Sommer

  • Längeres Stehen, wenn die Beinmuskulatur nicht aktiv ist und den Blutrückfluss zum Herzen nicht unterstützt

  • Starke Emotionen wie Stress, Trauer oder Angst

  • Heftiges Lachen, Niesen, Husten oder starkes Drücken bei der Darm- und Blasenentleerung erhöhen den Druck auf den Brustkorb, was den Vagusnerv reizt

  • Flüssigkeitsmangel, der das Blutvolumen reduziert

  • Abruptes Aufstehen, wobei sich die Herzschlagfrequenz nicht schnell genug erhöht bzw. sich die Blutgefäße in den Beinen nicht schnell genug zusammenziehen, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten

Ohnmächtig kann man auch werden, wenn man sich länger in einem stickigen Raum aufhält oder einen zu niedrigen Blutzuckerspiegel hat. Dem Gehirn fehlen dann Sauerstoff und Glukose, um richtig funktionieren zu können.

Synkopen können auch durch Medikamente wie Blutdrucksenker und Diuretika oder durch hormonelle Veränderungen in der Frühschwangerschaft verursacht werden.

Kommt eine Ohnmacht plötzlich und ohne Vorzeichen, kann das auf eine Herzerkrankung hinweisen, die behandelt werden muss.

Bewusstlos oder ohnmächtig?

Der Begriff Bewusstlosigkeit ist ein Überbegriff und umfasst zunächst alle Zustände, die dazu führen, dass eine Person nicht ansprechbar ist. Die Synkope grenzt sich von den anderen Formen der Bewusstlosigkeit unter anderem durch die kurze Dauer ab. Dauert eine Ohnmacht länger oder kommt die Person nicht von selbst wieder zu sich, kann sie folgende Ursachen haben:

In all diesen Fällen ist schnelle ärztliche Hilfe notwendig.

Wie gefährlich ist eine Synkope?

Oftmals sind die Ursachen für eine Ohnmacht harmlos. Treten Synkopen jedoch häufiger auf, sollten Sie zeitnah zum Arzt, um ernstere Gründe auszuschließen.

Während einer Ohnmacht kann es zu gefährlichen Situationen kommen, etwa Stürze von einer Leiter, Treppe oder vor ein fahrendes Auto und damit zu entsprechend schweren Verletzungen. Bei einer Synkope während der Autofahrt oder des Betriebs von schweren Maschinen können auch Mitmenschen gefährdet werden.

Kündigt sich eine Ohnmacht an?

Vor einer kreislaufbedingten Ohnmacht treten häufig Symptome auf wie:

  • Schwindel

  • Übelkeit

  • Müdigkeit

  • Vermehrtes Gähnen

  • Übermäßiges Schwitzen

  • Es wird schwarz vor den Augen

  • Augenflimmern

  • Ohrensausen

  • Blässe

  • Zittern

  • Herzklopfen

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.