Für Alltag und Reise: Das hilft bei Hausstauballergie

• Lesezeit: 6 Min.

Von Brit Neuhaus

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Hausstaubmilben Allergie
Bei einer Hausstauballergie ist es besonders wichtig, Bett und Bettwäsche regelmäßig zu reinigen© iStock.com/aquaArts studio

Bei einer Hausstauballergie reagiert das Immunsystem auf den Kot von Hausstaubmilben. Wie Sie sich dagegen wappnen – daheim und auf Reisen.

  • Hausstaubmilben gibt es in jeder Wohnung

  • Allergische Symptome unabhängig von Jahreszeit

  • Tipps, um Kontakt mit Milben zu reduzieren

Was ist eine Hausstauballergie?

Hausstauballergie ist der Überbegriff für verschiedene Beschwerden. Ursache ist nicht der Staub selbst, sondern die Hausstaubmilbe.

Das winzige Spinnentier ist ungefährlich, kann weder beißen noch stechen und überträgt auch keine Krankheiten. Allerdings reagiert das Immunsystem einiger Menschen überempfindlich auf den Milbenkot. Die Hausstauballergie ist auch als Hausstaubmilbenallergie, Milbenallergie oder Stauballergie bekannt.

Wo leben Hausstaubmilben?

Hausstaubmilben kommen in allen Wohnungen vor. Die Tiere befinden sich überall dort, wo sich leicht Staub sammelt. Dieser ist meist reich an menschlichen Hautschuppen, von denen sie sich bevorzugt ernähren. Besonders viele Milben – und damit ihre allergieauslösenden Ausscheidungen – befinden sich in Matratzen, Kissen, Vorhängen, Teppichen und Kuscheltieren, aber auch auf Regalen oder Deko-Artikeln.

Wie sehen Hausstaubmilben aus?

Hausstaubmilben Allergie
Hausstaubmilben sind aufgrund ihrer geringen Größe quasi unsichtbar© picture alliance / dpa

Hausstaubmilben sind 0,2 bis 0,4 Millimeter groß und mit bloßem Auge nicht zu erkennen. Sie haben einen weißlich-durchscheinenden Körper und – wie alle Spinnen – acht Beine. Da man die Tiere nicht sehen kann, ist ein Befall von Matratzen, Kissen, Decken und Teppichen ebenfalls nicht zu erkennen.

Symptome einer Hausstauballergie

Menschen mit Hausstauballergie leiden in der Regel an typischen Allergiesymptomen wie:

  • Juckreiz

  • Schnupfen

  • Häufiges Niesen

  • Verstopfte Nase

  • Husten

  • Halsschmerzen

  • Brennende, juckende und/oder tränende Augen

  • Hautausschlag, u.a. im Gesicht

  • Kurzatmigkeit bis hin zur Atemnot

  • Schlafstörungen

Ausschlag durch Hausstaubmilben

Die meisten Symptome einer Hausstauballergie betreffen die Schleimhäute, beispielsweise in Nase und Rachen. Auch Hautreaktionen mit Rötungen und starkem Juckreiz sind keine Seltenheit.

Um einen Milbenausschlag handelt es sich dabei streng genommen nicht, da er nicht durch die Milben selbst ausgelöst wird, sondern Teil der allergischen Reaktion auf den Milbenkot ist. Anders ist das beispielsweise bei Krätzmilben. Sie graben sich in die oberste Hautschicht ein, wodurch sich auf der Haut erhabene roten Flecken, Knötchen und Bläschen bilden.

Wann ist die Milbenallergie am schlimmsten?

Im Gegensatz zu einer Pollenallergie treten die Symptome bei einer Hausstauballergie ganzjährig auf. Am stärksten sind sie meist zu Beginn der Heizperiode: Durch die trockenere Luft stirbt zwar ein Großteil der Hausstaubmilben ab, kurzfristig führt das allerdings zu einer besonders hohen Allergenbelastung. Hinzu kommt, dass die warme Heizungsluft den Staub vermehrt aufwirbelt.

Bei vielen Hausstauballergikern sind die Beschwerden während der Nacht am schlimmsten, da sich Hausstaubmilben im warmen, leicht feuchten Klima von Matratzen, Decken und Kissen besonders wohlfühlen. Auch Tätigkeiten im Haushalt, bei denen viel Staub aufgewirbelt wird, sorgen für eine akute Reaktion.

Das hilft gegen Hausstauballergie

Eine Behandlung kann Beschwerden lindern und das Risiko für schwere Folgeerkrankungen wie Asthma senken.

Medikamente zur Symptomlinderung

Antiallergische Medikamente (Antihistaminika) stehen in Form von Tabletten, Augentropfen oder Nasensprays zur Verfügung. Viele sind in der Apotheke frei verkäuflich, dennoch ist es sinnvoll, sich vor der Anwendung ärztlich beraten zu lassen. Bei starken Beschwerden kommen unter Umständen verschreibungspflichtige Kortison-Präparate zum Einsatz.

Hyposensibilisierung als Langzeitlösung

Für einige Menschen kann eine Hyposensibilisierung sinnvoll sein. Dabei wird das Immunsystem über einen Zeitraum von etwa drei bis fünf Jahren langsam an das Allergen gewöhnt, bis es im Idealfall nicht mehr darauf reagiert.

Staubmilben: Zahlen und Fakten

Hausstaubmilben haben eine Lebenserwartung von bis zu vier Monaten. In dieser Zeit produzieren sie etwa das 200-fache ihres eigenen Gewichts an Kot. Von der Menge an Hautschuppen, die jeder Mensch täglich verliert, können sich 1,5 Millionen Hausstaubmilben ernähren.

Hausstaubmilben bekämpfen

Der beste Schutz bei einer Allergie ist es, den Auslöser so gut wie möglich zu meiden. Zwar ist es unmöglich, eine Wohnung komplett milbenfrei zu halten, dennoch kann man die Milbendichte deutlich reduzieren.

Milbenbelastung im Bett senken

  • Verwenden Sie Matratzenüberzüge, die für Allergene undurchlässig sind (Encasings).

  • Schütteln Sie ihre Bettdecke im Freien aus und lassen Sie die Matratze tagsüber unbedeckt, damit Feuchtigkeit entweichen kann.

  • Waschen Sie Bettdecke und Kopfkissen mindestens alle drei Monate bei mindestens 60 Grad; nutzen Sie bei Bedarf zusätzlich allergenundurchlässige Zwischenbezüge.

Für frische, trockene Luft sorgen

  • Lüften Sie alle Räume, insbesondere das Schlafzimmer, regelmäßig. Am besten wirkt Stoßlüften (Durchzug etwa drei- bis viermal täglich für einige Minuten).

  • Halten Sie die Raumtemperatur im Schlafzimmer bei maximal 18 Grad und die Luftfeuchtigkeit niedrig.

  • Topfpflanzen erhöhen die Luftfeuchtigkeit und fördern das Milbenwachstum.

Weniger Allergene in der Wohnung

  • Verzichten Sie so weit wie möglich auf Teppiche, insbesondere im Schlafzimmer.

  • Saugen Sie alle Teppiche in der Wohnung täglich ab. Ausklopfen oder Ausschütteln ist bei einer Hausstauballergie tabu. Das Gleiche gilt für Polstermöbel.

  • Verwenden Sie einen Staubsauger mit HEPA-Filter und leeren bzw. wechseln Sie den Auffangbehälter oder Staubbeutel regelmäßig.

  • Wischen Sie Hartböden zweimal wöchentlich mit einem feuchten, aber nicht tropfnassen Wischlappen.

  • Nutzen Sie zum Staubwischen ein leicht angefeuchtetes Tuch. Staubwedel sind für Allergiker ungeeignet.

  • Überlassen Sie Tätigkeiten im Haushalt, bei denen viel Staub aufgewirbelt wird, anderen Personen oder schützen Sie sich mit einer Staubmaske. Lüften Sie danach gut durch.

  • Waschen Sie Gardinen etwa zweimal im Jahr.

  • Kuscheltiere lassen sich durch einen Aufenthalt im Tiefkühlschrank (etwa 24 Stunden) und eine anschließende Wäsche von Milben und Milbenkot befreien.

  • Verwenden Sie Raumluftreiniger mit HEPA-Filter, um die Allergenbelastung in der Wohnung zu senken.

  • Verzichten Sie in Ihrer Wohnung auf unnötige Staubfänger, beispielsweise Dekoartikel.

Hausstaubmilben lassen sich mit Milbengiften (Akariziden) abtöten. Allerdings dringen die chemischen Präparate in der Regel nicht tief genug in Textilien ein. Akarizide enthalten gesundheitsschädliche Wirkstoffe. Lassen Sie sich vor der Anwendung von Experten beraten.

Tipps fürs Reisen mit Hausstauballergie

Hausstaubmilben gibt es auf der ganzen Welt, außer in Höhenlagen. Bereits ab 1500 Höhenmetern werden die Lebensbedingungen für die Spinnentiere schlechter, Regionen ab etwa 1800 Metern sind in der Regel milbenfrei. Urlaubsaufenthalte im Gebirge sind für Hausstauballergiker deshalb besonders gut geeignet. Wer ein anderes Reiseziel im Auge hat, sollte sich entsprechend auf die Reise vorbereiten.

Buchen Sie möglichst eine Unterkunft, die spezielle Allergikerzimmer anbietet. Diese werden täglich gereinigt, Matratzen, Bettdecke und Kopfkissen sind mit Schutzbezügen versehen und werden nach jedem Gast gewaschen, und es sind in der Regel keine Teppiche und andere Staubfänger vorhanden.

Achten Sie bei der Wahl Ihrer Unterkunft generell darauf, dass bei der Zimmereinrichtung auf Teppiche, dicke Stoffvorhänge und Deko-Gegenstände wie Zierkissen oder -decken verzichtet wurde. Außerdem empfiehlt es sich, ein Encasing für Matratzen sowie Schutzbezüge für Bettdecke und Kopfkissen mitzunehmen, alternativ ein Reisekissen und einen Allergikerschlafsack. Ein Milbenspray kann helfen, die Milbenbelastung einzudämmen.

So wird eine Hausstauballergie diagnostiziert

Besteht der Verdacht auf eine Allergie, lässt sich der Auslöser häufig mithilfe des Prick-Tests identifizieren. Liefert er kein eindeutiges Ergebnis, kann ein Provokationstest Klarheit schaffen: Dabei wird die Allergenlösung direkt auf die Schleimhaut (Binde- oder Nasenschleimhaut) aufgetragen. Ist die betroffene Person allergisch, reagiert sie mit typischen Symptomen.

Komplikationen durch Hausstauballergie

Einige Menschen mit Hausstauballergie erkranken später an Asthma. Fachleute sprechen in diesem Zusammenhang von einem Etagenwechsel, da die allergische Reaktion von den oberen auf die unteren Atemwege übergeht. Auch Kreuzallergien auf bestimmte Nahrungsmittel sind keine Seltenheit.

Wird eine Hausstauballergie nicht behandelt, können die geschwollenen Schleimhäute verhindern, dass die Nasennebenhöhlen ausreichend belüftet werden. Das führt bei einigen Betroffenen zu einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis).

Bei Menschen mit Neurodermitis kann der Kontakt mit Milbenkot dazu führen, dass sich der Zustand der Haut verschlechtert oder sogar ein akuter Neurodermitisschub ausgelöst wird.

Hinweis: Diese Informationen wurden sorgfältig recherchiert, ersetzen jedoch nicht die Beratung durch eine Ärztin oder einen Arzt. Alle Angaben ohne Gewähr.