Betrugsmaschen beim Autokauf und -verkauf

7.8.2018

Nicht nur beim Kauf eines Gebrauchtwagens, sondern auch beim Verkauf Ihres Fahrzeugs sollten Sie bei allzu verlockenden Angeboten vorsichtig sein. ADAC Juristen informieren über die häufigsten Betrugsmaschen.

Betrug bei Autokauf und -verkauf
Augen auf beim Autokauf!

ADAC unterstützt die Initiative Sicherer Autokauf im Internet

Verlockende Angebote im Internet gibt es viele. Die Unsicherheit bezüglich der Seriosität vieler Angebote ist groß. Informieren Sie sich, bevor Sie ein Auto kaufen oder verkaufen. Aufklärung ist der beste Schutz gegen die Betrugsversuche der "schwarzen Schafe".

Die Initiative Sicherer Autokauf im Internet wurde vor zehn Jahren von den führenden Internet-Autobörsen AutoScout24 und mobile.de zusammen mit dem ADAC ins Leben gerufen und wird von der Polizei unterstützt. Ziel der Initiative ist es, Nutzer von Online-Autobörsen für Sicherheitsfragen rund um den Autokauf und Autoverkauf im Netz zu sensibilisieren, umfassend zu informieren und konkrete Hilfestellung zu geben.

Informieren Sie sich unter bevor Sie einen Kauf oder Verkauf tätigen – denn Aufklärung ist der beste Schutz gegen die Betrugsversuche der „schwarzen Schafe".

ADAC Checkliste für den Gebrauchtwagenkauf

Checkliste (PDF-Download484,12 KB)

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Häufige Betrugsmaschen

Der ADAC rät: Vorsicht bei allzu lockenden Ankaufangeboten! Leisten Sie keine Anzahlungen und seien Sie hellhörig bei Überweisungen an angeblich sichere Treuhandkonten!

Nachträgliches Drücken des Preises 

Ein Autohändler kontaktiert private Autoverkäufer in ganz Deutschland und bietet einen sehr guten Kaufpreis für den Gebrauchtwagen. Der Verkäufer soll das Fahrzeug zum Käufer bringen. Dort nach langer Anfahrt angekommen, besteht der Händler zunächst auf einer Fahrzeugprüfung. Aufgrund diverser Mängel will er dann nur einen reduzierten Kaufpreis zahlen.

Scheckbetrug

Ein Kaufinteressent aus dem Ausland meldet sich beim Verkäufer per E-Mail und akzeptiert sofort den Kaufpreis. Unter einem Vorwand wird ein weitaus höherer Scheck an den Verkäufer geschickt, als das Auto kosten soll. Der Differenzbetrag soll dann jedoch vom Verkäufer entweder über Western Union an ein Verschiffungsunternehmen überwiesen oder direkt an den Abholer des Autos bar übergeben werden. Nach ein paar Wochen platzt der - zunächst gutgeschriebene - Scheck und der Verkäufer bleibt auf dem überwiesenen oder ausgezahlten Betrag sitzen.

Transportkosten

Ein Traumauto mit deutscher Zulassung und Standort Ausland wird günstig im Internet angeboten. Im Email-Kontakt zum Anbieter wird die deutsche Zulassung mit Gründen z.B. Todesfall in der Familie plausibel gemacht. Dem Interessenten wird angeboten, das Kfz mehrere Tage vor einer endgültigen Kaufentscheidung testen zu können. Dafür müsse der Interessent lediglich die Transportkosten und ggf. einen Teil des Kaufpreises (als Sicherheit) an ein vorgeschlagenes Verschiffungsunternehmen überweisen. Zahlt der Interessent, wird aber kein Kfz geliefert.

Treuhandkonto

Hochwertige Fahrzeuge – meist mit Standort im EU-Ausland - werden auf verschiedenen Internetplattformen zu Schnäppchenpreisen angeboten. Die Zahlung der des Kaufpreises soll an ein angebliches sicheres Treuhand- bzw. Transportunternehmen erfolgen. Hierzu platzieren die Betrüger professionell gestaltete Internetseiten, die sich oft am Design seriöser Plattformen und Firmen (z.B. der großen Automobil-Plattformen) orientieren. 

Schätzung des Kaufpreises durch einen Sachverständigen

Ein Händler verspricht einen hohen Kaufpreis. Im Kaufvertrag wird dann aber kein fester Preis festgehalten, sondern die Klausel aufgenommen, dass der Preis erst durch Sachverständigenschätzung ermittelt wird. 

Dabei wird der Preis erst durch Schätzung des Händlereinkaufpreises abzüglich Mehrwertsteuer und eines weiteren Prozentsatzes bestimmen. Der sog. Händlereinkaufpreis liegt regelmäßig weit unter den Erwartungen des Verkäufers. Wenn dann noch Mehrwertsteuer und ein weiterer Betrag abgezogen werden, bleibt von dem erhofften Kaufpreis nichts mehr übrig.

Standgebühren

Ein Händler gibt vor, er hätte bereits einen Käufer für Ihr Fahrzeug an der Hand. Der Verkäufer müsse lediglich eine Gebühr (z.B. Probefahrtpauschale, Fahrzeugreinigung, Bearbeitung etc.) tragen. Es ein Mindestpreis für das Fahrzeug festgehalten. Außerdem werden Standkosten vereinbart, die eigentlich gar nicht anfallen, weil schon ein Käufer gefunden wurde. 

Der angebliche Käufer springt aber kurzerhand ab und ein anderer ist nicht zu finden. Wenn der Verkäufer den Vertrag irgendwann kündigt, muss er nicht nur die Standkosten zusätzlich zu der bereits geleisteten Gebühr tragen, sondern es kommt noch schlimmer: Er hat neben den hohen Standgebühren weiter unterschrieben, dass bei Beendigung des Vertrages eine Gebühr in vierstelliger Höhe fällig wird.

Eintrag auf Exportliste

Gebrauchtwagenverkäufern wird angeboten, Ihr Fahrzeug in sog. Exportlisten aufzunehmen. Bei diesen Angeboten wird nicht der Kauf des Fahrzeugs vereinbart, das Fahrzeug wird lediglich gegen die Zahlung einer Gebühr in eine Internetdatei aufgenommen. Auf anderen Internetseiten wird das kostenlos angeboten. Ob tatsächlich ein Käufer für das Fahrzeug gefunden wird, ist fraglich und wird auch nicht geschuldet.

Teure Rückrufnummern

Vorsicht, wenn Sie nach einem Inserat um Rückruf gebeten werden. Bei den Rückrufnummern handelt es sich vielfach um sehr teure Telefonnummern! Der zurückrufende Verkäufer kommt in eine Warteschleife und zahlt ein hohes Verbindungsentgelt. Ein Käufer wird in der Regel nicht genannt.

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Kaufe-Ihr-Auto-Kärtchen

Sie kommen vom Einkauf zurück, an Ihrem Wagen klemmt ein Kärtchen eines Fahrzeugaufkäufers. Versprechungen wie z.B. die „Zahlung von Höchstpreisen in bar“ oder „kaufe alle Modelle auch mit Totalschaden“ klingen auf den ersten Blick verlockend. Hinter diesen Kärtchen bzw. Angeboten verbergen sich meist Händler, die Autos für den Export suchen. 

Es handelt sich nicht generell um unseriöse Machenschaften. Vorsicht ist aber in jedem Fall geboten! 

Vorsicht bei der Preisverhandlung

Im Regelfall versuchen die Kärtchen-Händler, den Preis für ein Fahrzeug extrem zu drücken! Das Kfz wird häufig „schlecht gemacht“, indem auf diverse angebliche Mängel hingewiesen wird, um so den Preis herunterzuhandeln. Deshalb ist es wichtig, dass Sie sich im Vorfeld erkundigen, wie viel der Wagen wert ist. 

Lassen Sie sich nicht unter Druck setzen

Oft geben die Händler dem Verkäufer keine Bedenkzeit und wollen das Fahrzeug sofort mitnehmen. Lassen Sie sich nicht zu einer schnellen Entscheidung drängen! Das Drängen könnte ein Anhaltspunkt dafür sein, dass das Angebot nicht seriös ist. 

Lange Anfahrt meiden

Wenn Sie eine lange Anfahrt zum Käufer haben und dieser drückt vor Ort den Preis, besteht das Risiko, dass Sie sich auch mit einem zu niedrigen Kaufpreis zufrieden geben, damit Sie die Fahrt nicht umsonst unternommen haben.

Abmelden des Fahrzeugs, Kaufvertrag

Melden Sie Ihr Auto vor dem Verkauf selber ab. Sonst haften Sie weiter für die Versicherungsprämie und Kfz-Steuer, wenn der Käufer den Wagen nicht ummeldet und nicht mehr auffindbar ist. Schließen Sie unbedingt einen schriftlichen Kaufvertrag. Die ADAC-Musterkaufverträge helfen, alles Wesentliche festzuhalten.

Vorsicht vor teuren Telefonnummern

Achten Sie auf die auf dem Kärtchen angegebene Telefonnummer. Es könnte sein, dass es sich nicht um eine übliche Festnetz- oder Handynummer handelt, sondern eine teure 0190er- oder 0900er-Rufnummer dahintersteckt.

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Gefälschte Fahrzeugpapiere

Ein Inserat im Internet, ein Treffen, zu dem ein seriös wirkender Verkäufer mit Kfz-Brief, Kfz-Schein, Serviceheft, HU-Bericht und Originalschlüsseln erscheint, die Fahrgestellnummer stimmt. Doch beim Ummelden des Wagens folgt das böse Erwachen, denn die Fahrzeugpapiere sind nicht echt und das Fahrzeug ist als gestohlen gemeldet.

So funktioniert die Betrugsmasche

Bei der Masche wird ein Auto gestohlen, bei einem Einbruch in einer Zulassungsstelle werden Blanko-Zulassungspapiere entwendet. Dann werden die Daten des Wagens in die gestohlenen Dokumente übertragen und schon hat das Auto „echte“ Papiere.

Auch bei einem Vergleich von Kfz-Brief mit der Fahrgestellnummer ist nicht feststellbar, dass es sich um gefälschte Dokumente handelt. An gestohlenen Sachen kann man kein Eigentum erwerben - auch dann nicht, wenn man nicht wusste, dass das Auto gestohlen ist. Das Fahrzeug wird von der Polizei sichergestellt, der Verkäufer ist mit dem Geld über alle Berge und dem Käufer bleibt nur die Möglichkeit, Strafanzeige zu erstatten. 

Schutz für den Käufer

Treffen Sie den Verkäufer direkt bei der Zulassungsstelle und melden Sie das Fahrzeug gemeinsam um.

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Kontakt

Noch Fragen zu diesem Thema? Die Clubjuristen beantworten Fragen von ADAC Mitgliedern per E-Mail oder telefonisch unter 0 89 76 76 24 23.