Auto mieten – ADAC Checklisten helfen bei Buchung und Übernahme

13.7.2018

Sie wollen mit einem Mietwagen die Urlaubsinsel erkunden oder mit einem Cabrio über das Wochenende wegfahren? ADAC Juristen erklären, wie Sie Stolpersteine und Kostenfallen vermeiden.

ADAC Checklisten zur Automiete – sichern Sie sich ab.
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Mietwagen vom Autovermieter

Buchung eines Mietwagens

Lassen Sie sich Zeit bei der Buchung. Sobald das Fahrzeug reserviert ist, kann der Vertrag nicht mehr kostenlos rückgängig gemacht werden. Hier gilt nicht die übliche Widerrufsfrist wie sonst bei Einkäufen im Internet.

  • Preisvergleiche lohnen sich! Fragen Sie nach Extrakosten für z.B. Einwegmiete oder die Anmietung am Flughafen.
  • Trotz Reservierung im Internet oder im Reisebüro: der eigentliche Mietvertrag kommt erst durch Ihre Unterschrift am Schalter der Autovermietung zustande. 
  • Lesen Sie vor Vertragsschluss die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (Mietbedingungen).
  • Schließen Sie eine Vollkaskoversicherung ab. Achten Sie dabei auf die Höhe des Selbstbehalts und dass der Umfang des Versicherungsschutzes im Mietvertrag festgehalten wird. 
  • Bei der Buchung das Alter des Fahrers angeben! Viele Autovermieter fordern ein Mindestalter, manchmal auch ein Höchstalter des Fahrers. 
  • Vereinbarte Mietzeit einhalten! Bei verspäteter oder früherer Rückgabe drohen Nachzahlungen. Verändern Sie die Mietzeit nur nach vorherigem (schriftlichem!) Einverständnis des Vermieters. 

ADAC Checkliste – auf was Sie bei der Buchung achten sollten:

Checkliste für die Buchung eines Mietwagens (PDF-Download153,71 KB)

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Kostenfalle Zusatzversicherungen

Einige Mietwagen-Vermittler erstatten im Schadensfall die Selbstbeteiligung der Kaskoversicherung (sog. Tarif mit Rückerstattung). Wenn Ihnen vom Autovermieter vor Ort weitere Versicherungen angeboten werden, sollten Sie darauf achten, dass Sie die Selbstbeteiligung nicht doppelt absichern. 

Sie brauchen vor Ort keine zusätzliche „Super-Vollkaskoversicherung“ (Super CDW) abzuschließen. Die Erstattung der Selbstbeteiligung einer vor Ort zusätzlich abgeschlossenen Versicherung ist nicht möglich.

Automiete im Ausland

Bei der Automiete im Ausland gilt für den Mietvertrag und eventuelle Streitigkeiten grundsätzlich das ausländische Recht. Das gilt auch bei Buchungen über das Internet.

Lassen Sie sich den Mietvertrag in englischer Sprache aushändigen. Fragen Sie bei unverständlichen Klauseln ausdrücklich nach!

Achtung Mindestversicherungssummen! 

Bei der Anmietung eines Fahrzeuges im Ausland gelten in der Haftpflichtversicherung die Mindestversicherungssummen des Reiselandes. Diese sind oft erheblich niedriger als nach deutschem Recht. Die Versicherungssumme kann erhöht werden durch:  

  • „Mallorca-Police“: gilt für ganz Europa, inklusive Kanarischen Inseln und Madeira und bietet zusätzliche Deckung für Sach- und Personenschäden.
  • „Traveller-Police“: gilt weltweit und bietet in der Regel eine Deckung von 500.000 Euro für Sach- und Personenschäden.
  • Manche Kreditkartenunternehmen bieten bei Bezahlung des Mietwagens mit der Kreditkarte vergleichbare Zusatzpolicen. 

 

Bezahlung des Mietwagens

Die Bezahlung des Mietwagens erfolgt üblicherweise per Kreditkarte oder EC-Karte. Die Kreditkarte dient dabei als Sicherheit für den Vermieter. In der Regel wird der Kreditkarteninhaber als Hauptfahrer im Mietvertrag eingetragen. 

Unterschreiben Sie keinen Blanko-Kreditkartenbeleg, der keine bestimmte Summe ausweist! 

Übernahme des Mietwagens

Untersuchen Sie das Fahrzeug vor Antritt der Fahrt genau und lassen Sie alle vorhandenen Vorschäden vom Vermieter protokollieren, damit der Vermieter Ihnen diese später nicht anlasten kann. Auf was Sie sonst noch bei der Übernahme achten sollten, haben wir in einer ADAC Checkliste zusammengefasst:

Checkliste für Übernahme eines Mietwagens (PDF-Download194,64 KB)

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Tipp Winterreifen

Autovermietungen müssen ein verkehrssicheres und fahrbereites Fahrzeug zur Verfügung stellen. Bei winterlichen Straßenverhältnissen darf ein Fahrzeug daher nicht mit Sommerreifen vermietet werden. Klären Sie schon bei der Reservierung, ob Ihnen ein Fahrzeug mit Winterreifen zur Verfügung gestellt werden kann.

Häufig lassen sich Autovermieter für Winterreifen extra bezahlen. Haben Sie die Winterreifen bei der Buchung nicht ausdrücklich bestellt, dürfen keine zusätzlichen Kosten für die Winterbereifung verlangt werden.

Rückgabe des Mietwagens

Überprüfen und protokollieren Sie Fahrzeugzustand in Anwesenheit eines Mitarbeiters. 

Achten Sie darauf, dass Sie bei der Rückgabe des Fahrzeugs z.B. den Kreditkartenbeleg oder die Kaution zurückbekommen.

Vermeiden Sie die Rückgabe außerhalb der Öffnungszeiten der Mietwagenfirma. Fotografieren Sie das Auto zum Zeitpunkt der Rückgabe, wenn Sie das Fahrzeug außerhalb der Öffnungszeiten bei der Mietwagenfirma abstellen und den Schlüssel hinterlassen. Unseriöse Anbieter stellen häufig später angebliche Schäden in Rechnung.

Schäden am Mietwagen

Bei Unfall: Benachrichtigen Sie immer die Polizei und die Mietwagenstation!

Verursachen Sie als Mieter schuldhaft einen Unfall, zahlt die Kfz-Haftpflichtversicherung die Schäden am Fahrzeug des Unfallgegners.

Für einen selbstverschuldeten Schaden am Mietwagen zahlt die Vollkaskoversicherung. Der Mieter haftet bis zur Höhe der vereinbarten Selbstbeteiligung. Der Selbstbehalt wird sofort fällig, auch wenn der Mieter den Unfall bzw. Schaden nicht verschuldet hat! Sie wird erst zurückerstattet, wenn die gegnerische Haftpflichtversicherung den Schaden bezahlt hat. 

Für nicht aufklärbare Schäden am Mietauto haftet der Mieter nach deutschem Recht nicht. Das Gleiche gilt für Steinschlagschäden. Der Mieter haftet nämlich grundsätzlich nur für Schäden, die er selbst verschuldet hat. Der Vermieter muss dies nachweisen können. Klauseln im Mietübergabeprotokoll, dass fehlende Teile oder Beschädigungen zu Lasten des Mieters gehen, sind unzulässig.

Tipp: Nehmen Sie möglichst genau dazu Stellung, warum der fragliche Schaden nicht von Ihnen verursacht worden sein kann.

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Mietwagen von Privat

Häufig verleihen oder vermieten Privatleute ihr Fahrzeug an Freunde und Bekannte „per Handschlag". Ein schriftlicher Vertrag ist aber unbedingt anzuraten.

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Achtung Steuer

Bei der privaten Vermietung gilt eine steuerliche Freigrenze von 256 Euro pro Jahr. Wenn die Einkünfte aus der Vermietung diese Freigrenze übersteigen, müssen sie komplett versteuert werden. Für den privaten Vermieter heißt das: holen Sie sich Rat beim Steuerberater!

Mietvertrag abschließen

Fahrzeugmiete liegt vor, wenn das Auto gegen die Zahlung von Geld überlassen wird.

Schließen Sie den Mietvertrag unbedingt schriftlich ab. Jede Vertragspartei erhält ein von beiden Seiten unterschriebenes Exemplar des Vertrages.

Diese Punkte sollten Sie im Mietvertrag festhalten: 

  • Höhe des Entgelts
  • Dauer der Überlassung des Fahrzeugs
  • Möglichkeit zur Kündigung für beide Parteien
  • Übernahme der Nebenkosten (Betriebskosten, Kraftstoff usw.)
  • Frage der Berechtigung des Führens eines Kraftfahrzeugs (wer soll berechtigt sein; Führerschein zeigen lassen!)
  • Versicherungsschutz (Voll- bzw. Teilkaskoversicherung; Selbstbehalt)
  • Vorgehensweise und Kostentragung bei Reparaturen   
  • Ort, Datum und Unterschriften der beiden Vertragsparteien

Auto leihen 

Wird ein Auto kostenlos an jemanden anderen überlassen, liegt eine Leihe vor.

Die Kosten für die Instandhaltung des Fahrzeuges muss der Verleiher tragen, er muss aber nicht für die Gebrauchstauglichkeit des Autos haften. Nur wenn dem Entleiher ein Schaden durch einen Mangel entstanden ist, den der Entleiher kennt und bewusst verschweigt, kann der Entleiher Schadensersatz fordern. 

ADAC Juristen haben einen Musterleihvertrag erstellt, den Sie verwenden können, wenn Sie Ihr Auto verleihen möchten.

ADAC Musterleihvertrag (PDF-Download129,14 KB)

Haftung für Schäden 

Der Mieter/Entleiher haftet grundsätzlich für alle selbst verschuldeten Schäden. Als Mieter haben Sie  daher ein erhebliches finanzielles Risiko! 

Klären Sie vor Übernahme des privaten Miet-/Leihfahrzeuges schriftlich, wie das Fahrzeug versichert ist und wer im Schadensfall z.B. die Kosten der Selbstbeteiligung oder der Rückstufung in der Vollkaskoversicherung trägt.

Bei Beschädigung durch grob fahrlässiges Verhalten (z.B. stark überhöhte Geschwindigkeit, Trunkenheit oder Drogen) haftet der Mieter/Entleiher für selbst verursachte Schäden, selbst wenn eine Vollkaskoversicherung besteht. In diesen Fällen kürzt die Versicherung die Leistung entsprechend der Schwere der Schuld. 

Besteht kein Vollkaskoschutz oder nimmt der Vermieter die Vollkaskoversicherung im Schadensfall nicht in Anspruch, haftet der Mieter schon für einen fahrlässig verursachten Schaden. 

Der Entleiher haftet – soweit vertraglich nichts anderes geregelt ist - für alle Schäden, die er selbst verursacht. 

 

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Hilfe bei Problemen mit Autovermieter oder Vermittler

Bei Streitigkeiten mit der Autovermietung oder dem Vermittler können Ihnen folgende Schieds- bzw. Schlichtungsstellen helfen:

Automiete im Inland

Beschwerden gegen eine gewerbliche Autovermietung oder einen Vermittler können Sie an die Allgemeine Verbraucherschlichtungsstelle in Kehl richten. Der Antrag kann über das Online-Portal gestellt werden.

Automiete im EU-Ausland

Bei Unstimmigkeiten mit einem Autovermieter im EU-Ausland kann das Europäische Verbraucherzentrum in Kehl angerufen werden.

Haben Sie bei den internationalen Unternehmen AVIS, Alamo, Budget, Europcar, Hertz, National Car Rental, Sixt, Firefly und Enterprise gemietet, kann bei grenzüberschreitender Automiete innerhalb der EU über den European Car Rental Conciliation Service (ECRCS) ein kostenloses Schlichtungsverfahren eingeleitet werden. Informationen dazu finden Sie hier.

Mahnverfahren

Bei geringfügigen Geldforderung gegen den Autovermieter können Sie – anstatt einen Rechtsanwalt oder eine Schiedsstelle einzuschalten - die Rückzahlung des Geldes über das gerichtliche Mahnverfahren geltend machen. 

Beispiele:

  • bei der Rückgabe des Mietwagens wird Ihnen unberechtigterweise vorgeworfen, einen Schaden am Mietfahrzeug verursacht zu haben und die Reparaturkosten wurden über Ihre Kreditkarte eingezogen.
  • Mietpreisminderung gegen den Wohnmobilvermieter, weil der Kühlschrank oder die Klimaanlage im Wohnmobil nicht funktionierte.