Mazda CX-30 Fahrbericht: Harmonie im SUV

15.7.2019

Der neue Mazda CX-30 stößt ab September in die Lücke zwischen CX-3 und CX-5. Wir konnten den SUV schon fahren. Bilder, technische Daten, Preise.

Seite des Mazda CX30 fahrend
Als Neuling kaum zu erkennen: Mazda CX-30
  • Der neue Mazda CX-30 kommt im September auf den Markt
  • Mit 4,40 Meter Länge misst er 12 Zentimeter mehr als der CX-3
  • Motoren: ein Diesel, ein Benziner, später auch der innovative "Diesotto"

 

Zwischen den Mazda-Modellen CX-3 und CX-5 war eigentlich noch Platz für einen CX-4. Weil der Name auf der internationalen Bühne aber schon vergeben war, musste Mazda beim neuen Crossover-SUV auf die Bezeichnung CX-30 ausweichen.

Der CX-30 fährt absolut ruhig und unaufgeregt

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Front des Mazda CX30 fahrend
Scheint ins sich zu ruhen: Der Mazda CX-30

Rund 4,40 Meter lang, 1,80 breit und 1,54 hoch fügt sich der CX-30 in die Modellpalette der SUV ein. An Radstand stehen 2,66 Meter zur Verfügung. Damit liegt der Japaner  fast auf Augenhöhe mit dem Bestseller dieser Klasse, dem VW Tiguan. Der weist einen Radstand von 2,68 Meter auf, also nur zwei Zentimeter mehr. 

Aufgrund seines schicken, eng geschnittenen Maßanzugs schluckt der Kofferraum des CX-30 nur 430 Liter an Gepäck. Im Tiguan verschwinden locker 600 Liter und mehr. Folgerichtig erklärt Mazda den Innenraum nicht für fünf, sondern nur für vier Personen als bequem. Zum Ausgleich verspricht Mazda ein hochwertiges Interieur, sehr gute Geräuschdämmung und hervorragende Fahreigenschaften. Jetzt wissen wir: Mazda kann sein Versprechen halten. All das gibt es tatsächlich. Und sogar noch mehr.

Bei der ersten kurzen Testfahrt standen uns zwei Motorisierungen für den neuen CX-30 zur Verfügung: der Zweiliter-Benziner mit 122 PS Leistung und Handschaltung sowie der 1,8-Liter-Diesel mit 116 PS und Automatikgetriebe. Unabhängig vom Motor glänzt der CX-30 vor allem durch seine Ausgewogenheit: Schon nach wenigen hundert Metern Fahrt wird klar, wie gut alle Geräusche gedämmt sind. Da vibriert nichts, da lärmt nichts, da rumpelt nichts. Der Wagen scheint in sich zu ruhen und auch kaum aus der Ruhe zu bringen sein.

Aber eben nicht wie eine Oberklasselimousine, die alles Störende mit einem Mantel von Komfort und Luxus zudeckt. Sondern ehrlicher, offener und direkter. In einer Oberklasselimousine bekommen die Insassen gar nicht mehr mit, ob die Straße abgenutzt und mit Schlaglöchern übersät ist oder topfeben. Im Mazda CX-30 bleibt man über den Straßenzustand informiert – aber eben ohne dass man unangenehme Stöße erfahren würde.

Die Mazda-Strategen nennen das hochtrabend "Driving with peace of mind", aber das ist nicht nur eine hohle Phrase. Mazda schafft es tatsächlich, so etwas wie Harmonie zwischen Auto und Fahrer herzustellen. Nicht nur an der Auslegung des Fahrwerks ist der Eindruck zu belegen.

Gute Verarbeitung, tolle Serienausstattung 

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Mazda CX 30 Cockpit
Reduziert und aufgeräumt: Cockpit des Mazda CX-30 

Auch der Innenraum ist angenehm ruhig und dazu mit hochwertigen Materialien gestaltet. Auf Wunsch gibt es Leder für die Sitze sowie an den Türen und am Armaturenträger. Der Blick des Fahrers fällt auf klassische Rundinstrumente. Auch die Bedienung der Klimaeinheit erfolgt klassisch über wenige Taster und Knöpfe, die intuitiv zur Hand liegen.

Gut im Blickfeld auf dem Armaturenträger thront ein Display für Navigation und Infotainment, das über einen Dreh-Drück-Steller auf der Mittelkonsole bedient wird. Direktwahltasten mit Home-und Back-Button, Navi- und Radiozugang kürzen das Prozedere der Menüwahl ab. Kurzum: Hier findet sich jeder recht schnell zurecht.

Die Liste der serienmäßigen Ausstattung enthält viele Details, die wir sonst meistens extra bezahlen müssen: darunter ein Head-up-Display, die adaptive Geschwindigkeitsregelung, ein Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, die Verkehrszeichenerkennung, Voll-LED-Scheinwerfer, Apple CarPlay und Android Auto zur Verbindung des Smartphones sowie ein Audi-System mit DAB-Radio und acht Lautsprechern.

Der Sound der Audioanlage ist übrigens so gut, dass man sich zweimal überlegen sollte, ob denn das Bose-Soundsystem gegen Aufpreis nötig ist. Am Ende lohnt es nur für echte Musikfreaks, das Kreuzchen auf der Aufpreisliste zu machen. 

Drei Motoren, Allrad auf Wunsch

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Heck des Mazda CX30 fahrend
So schnell, wie der Doppelauspuff vortäuscht, ist der CX-30 nicht 

Die Wahl bei der Motorisierung dürfte nicht gerade leicht fallen. Für den Dieselmotor spricht, dass er prinzipbedingt durchzugskräftiger und billiger hinsichtlich des Kraftstoffverbrauches zu Werke geht als der leider etwas müde wirkende Benziner. Außerdem ist der Diesel so gut geräuschgedämmt, dass das raue Arbeitsprinzip im Innenraum nicht störend wahrgenommen wird. 

Wer keine Lust aufs Schalten hat, wird mit einer Sechsgang-Automatik bedient, die hinsichtlich ihrer Schaltprogrammierung ordentliche Arbeit leistet. Das kann man nicht über viele Automatikgetriebe sagen, weil die vor allem danach programmiert sind, den Verbrauch niedrig zu halten, im Ergebnis meist sehr früh hochschalten und beim Runterschalten extrem träge agieren.

Im Mazda ist das nicht so. Vielleicht weil Mazda auf verschiedene Abstimmungsstufen (Modi) verzichtet, also hier wie beim ganzen Auto auf größtmögliche Ausgewogenheit und Harmonie bedacht ist.

Trotzdem entgeht den Käufern, die sich für das Automatikgetriebe entscheiden, der vielleicht größte Spaß, den der Mazda CX-30 zu bieten hat: Das manuelle Sechsgang-Schaltgetriebe ist eines der besten auf dem Markt, flutscht durch die Kulissen, dass es die wahre Freude ist. 

Auf den Markt kommen wird der neue Crossover-SUV im September. Einstiegsmodell ist der 2,0-Liter-Benziner mit einem Grundpreis von 24.290 €. Wie der Mazda 3 wird der CX-30 den innovativen Skyactiv-X-Motor ins Programm bekommen (Start: Oktober oder November). Der soll die Vorteile der Diesel-Kompressionszündung bezüglich Kraftentfaltung und Verbrauch in einem Benzinmotor bieten ("Diesotto").

Serienmäßig wird der CX-30 mit Frontantrieb ausgeliefert. Allradantrieb ist auf Wunsch verfügbar.

Mit diesen Motoren startet der Mazda CX-30

Technische Daten (Herstellerangaben) Skyactiv-G 2.0 M Hybrid FWD                   Skyactiv-D 1.8 FWD 
Motor  4-Zylinder-Benzin-Hybrid (Saugmotor), 1998 cm3, 90kW/122 PS, 213 Nm bei 4000 U/min
4-Zylinder-Turbodiesel, 1759 cm3, 85 kW/116 PS, 270 Nm bei 1600 U/min
Fahrleistungen
nicht bekannt nicht bekannt
Verbrauch  5,1 l Super/100 km, 116 g CO2/km
4,4 l Diesel/100 km, 116 g CO2/km
Maße  L 4,40 / B 1,80 / H 1,54 m
L 4,40 / B 1,80 / H 1,54 m
Kofferraum  430 - 1406 l 430 - 1406 l 
Leergewicht 1395 kg 1419 kg
Preis 24.290 € 25.590 €


  • Das hat uns gefallen: Gute Verarbeitung und Geräuschdämmung. Wertige Materialien. Umfangreiche Serienausstattung. Hoher Fahrkomfort. Präzise Lenkung. Manuelles Getriebe mit exzellentem Schaltkomfort. Laufruhiger Dieselmotor. 
  • Das hat uns nicht gefallen: Benzinhybrid-Motor wirkt etwas müde und bei hohen Drehzahlen angestrengt. Nicht sehr großer Kofferraum. 

Text: Wolfgang Rudschies. Fotos: Mazda

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