Ford Focus Turnier: Das kann der kompakte Kombi

26.11.2018

Der neue Ford Focus Turnier punktet mit üppigem Laderaum, viel Platz für die Insassen und hohem Komfort – so soll ein Kombi sein. Erste Testfahrt mit Daten, Motoren und Preisen

  • Der Neue ist 30 Zentimeter länger als der Fünftürer – dadurch gibt's mehr Platz
  • Größerer Kofferraum als der Vorgänger: 541 bis 1653 Liter Fassungsvermögen
  • Basispreis Ford Focus Turnier: 19.700 Euro

 

Was die Käufer eines Ford Focus von einem Kompaktwagen erwarten, ist eindeutig: Möglichst viel Nutzwert soll er haben. Deshalb entscheiden sich rund 75 Prozent der Kunden für die Kombiversion Turnier. Das war beim Vorgänger-Modell schon so und wird sich auch beim aktuellen nicht ändern.

Eine kluge Entscheidung, denn für gerade einmal 1000 Euro Aufpreis zum fünftürigen Steilheck-Focus erhält man das eindeutig vielseitigere und familientauglichere Auto.

Ford Focus Turnier mit großem Kofferraum

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Kofferraum vom Ford Focus Turnier
Lademeister mit mehr als 1600 Liter Gepäckraumvolumen

Rund 30 Zentimeter länger als das kompakte Basismodell misst der Turnier nun 4,67 Meter. Von einem parkfreundlichen Kompaktwagen kann man da zwar kaum noch sprechen. Aber die Konkurrenz fällt ähnlich üppig aus: Ein Škoda Octavia Combi kommt auf exakt das gleiche Maß und ein Opel Astra Sports Tourer auf 4,70 Meter Länge.

Die Folge: Ein Kofferraumvolumen, das Handwerker, Vertreter und Familien gleichermaßen beglückt. Schon bei aufrechter Rückbank nimmt der Kombi 575 Liter Gepäck auf, zumindest wenn ein Notrad im Kofferraum-Zwischenboden liegt. Wer auf ein vollwertiges Ersatzrad besteht (je nach Ausstattungslinie 50 bzw. 110 Euro Aufpreis), muss sich mit 541 Litern zufriedengeben. Umgeklappt fasst der Turnier bis zu 1653 Liter – die meisten SUV dieser Größenordnung sind hier keinen Deut besser.

Gut auch, dass die Ladekante nur 63 Zentimeter über der Straße liegt und so schwere Gegenstände ohne Verrenkungen verstaut werden können. Die Rücksitze lassen sich praktischerweise über zwei Hebel auch vom Kofferraum aus umklappen. Die dann entstandene Ladefläche ist eben und noch einmal knapp 11 Zentimeter länger als beim Vorgängermodell. 12-Volt-Steckdose, Taschenhaken und Verzurrösen finden sich hier ebenfalls.

Bildergalerie: Klicken oder tippen Sie auf das Bild für eine größere Darstellung und mehr Informationen.

 

Wer die Kassette der Kofferraumabdeckung öfter ein- und ausbauen muss, dürfte sich über die durchdachte Lösung im Turnier freuen, die das nervige Gefummel mit dem sperrigen Teil besonders beim Wiedereinsetzen erträglicher macht: Die Kassette wird einfach in einer Führungsschiene eingehängt (siehe Foto oben in der Bildergalerie) und Richtung Rücksitzlehne gefahren. Fertig.

Weil der neue Focus fünf Zentimeter mehr Radstand hat als der Vorgänger, wurde auch der Innenraum größer, was sich besonders an der üppigen Beinfreiheit in der zweiten Reihe und dem recht guten Federungskomfort festmachen lässt: Trotz aller sportlicher Anlagen, die sich in einem direkten und sehr fahrsicheren Handling zeigen, werden die Insassen von Fahrbahnunebenheiten weitgehend verschont.

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Ford Focus Active:  Ein Hauch von offroad

Ford Focus Active

Ford bietet den Focus jetzt auch als Crossover-Modell in Offroad-Optik an. In der Variante "Active" verfügen Fünftürer und Kombi über robuste Karosserie-Beplankungen, drei Zentimeter mehr Bodenfreiheit und spezielle Fahrmodi für rutschigen Untergrund und unbefestigte Straßen. Die Preise starten bei 25.300 Euro, ausgeliefert wird Anfang 2019.

Für den Antrieb stehen drei Ottomotoren und zwei Diesel zur Wahl. Einstiegsmotor ist ein 1,0-Liter-Dreizylinderbenziner mit 92 kW/125 PS, die kostspieligste Alternative stellt der 110 kW/150 PS starke 2,0-Liter-Diesel mit Achtgangautomatik für 31.100 Euro. Allradantrieb wird nicht angeboten. Zur Ausstattung zählen in allen Varianten unter anderem Navigationssystem, intelligenter Tempomat und Sportsitze. Der Aufpreis gegenüber dem Basismodell beträgt 3.500 Euro.

Der Focus macht den Ford Mondeo überflüssig

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Ford Focus Turnier von vorne
Typisch: Auch der Focus trägt den markanten Ford-Kühlergrill 

Wozu also noch zum teureren Mondeo greifen? Die Frage stellt sich ohnehin, denn der neuere Focus ist auch mit Assistenzsystemen besser gesegnet als der große Bruder. Rund 30 Helferlein vom Crash- über einen Ausweichassistent und der Warnung vor Querverkehr beim rückwärts Ausparken sind teils gegen Aufpreis und teils serienmäßig an Bord.

Die Motorenpalette ist mit der des Fünftürers identisch, umfasst also fünf Dreizylinder-Benziner mit Leistungen von 85 bis 182 PS und drei Diesel mit 95, 120 und 150 PS. Für eine erste Ausfahrt stand uns der 120-PS-Diesel 1.5 EcoBlue zur Verfügung. Dieser Motor passt recht gut zum Focus Turnier. Bis auf ein kleines Turboloch unter 1400 Umdrehungen gefällt er durch gutes Ansprechverhalten und passables Durchzugsvermögen: 10,3 Sekunden auf Tempo 100 und 191 km/h Spitze sind gute Werte.

Auch die Laufkultur kann sich sehen lassen. Wären nicht bei sehr untertouriger Fahrt leichte Vibrationen zu spüren, könnte man den leisen Selbstzünder glatt für einen Benziner halten.

Die günstige Basisversion soll keiner kaufen

Bei der Preisgestaltung bedient sich Ford des üblichen Tricks, eine besonders günstige Version für die Preisliste bereitzuhalten, wohl wissend, dass diese keiner kaufen wird (und wohl auch keiner kaufen soll). Unter 20.000 Euro gibt es lediglich den 85-PS-Einstiegsbenziner und das auch nur in der günstigsten Ausstattungsversion Trend.

Der getestete und durchaus empfehlenswerte Diesel mit 120 PS kostet mindestens 25.100 Euro als Trend und in der abgebildeten Luxusversion Vignale mit Navi, Head-up-Display und Ledersitzen immerhin 32.100 Euro.

Technische Daten (Herstellerangaben)
Ford Focus Turnier 1.5 EcoBlue
Motor  Vierzylinder-Turbodiesel, 1499 cm3, 88 kW/120 PS, 300 Nm bei 1750 U/min 
Fahrleistungen  10,3 s auf 100 km/h, 194 km/h Spitze 
Verbrauch  3,7 – 3,9 l Diesel/100 km, 98 – 104 g CO2/km 
Leergewicht / Zuladung
1413 / 542 kg
Maße L 4,67 / B 1,83 / H 1,47 m
Kofferraum 541 – 1653 l
Preis
ab 25.100 Euro, Modellreihe ab 19.700 Euro

 

Alle Antriebe im Überblick
Preis                  

Benziner 

1.0 EcoBoost, 85 PS
1.0 EcoBoost, 100 PS
1.0 EcoBoost, 125 PS
1.5 EcoBoost, 150 PS
1.5 EcoBoost, 182 PS 

 

ab 19.700 € 
ab 21.400 €
ab 22.700 €
ab 26.200 €
ab 28.700 €

Diesel 

1.5 EcoBlue, 95 PS
1.5 EcoBlue, 120 PS
2.0 EcoBlue, 150 PS

 

ab 23.800 €
ab 25.100 €
ab 28.800 € 


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Text: Jochen Wieler Fotos: ADAC/Jochen Wieler (6), PR (acfo)

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