Neuer Opel Zafira Life: Kleinbus statt Kompakt-Van

7.8.2019

Die neue Zafira-Generation ist ein praktischer Kleinbus im Stil des VW T6 – und fährt sich problemlos wie ein normaler Pkw. Preis: ab 34.660 Euro. Plus: Technische Daten, Motoren

Opel Zafira Life fahrend
Opel Zafira Life: Kastenförmige Bus-Form mit praktischen Schiebetüren für den Fond
  • Der Opel Zafira Life kommt in drei Größen von 4,60 bis 5,30 m Länge 
  • Er ist baugleich mit Peugeot Traveller, Citroën Space Tourer und Toyota Pro Ace Verso
  • Die vier Motoren leisten zwischen 102 und 177 PS. Preis: ab 34.660 Euro
  • Auch als Kastenwagen Vivaro zu haben

 

Die neue Generation des Opel Zafira ist kein Kompakt-Van mehr. Seit Februar ist die vierte Auflage des Familienautos als ausgewachsener Kleinbus für bis zu neun Passagiere auf dem Markt – und macht somit dem teureren VW Bulli Konkurrenz. Und unsere ersten Fahrtests beweisen: Er ist eine absolut praxistaugliche Alternative.

Der Opel Zafira ist jetzt ein Kleinbus

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Opel Zafira Life stehend von der Seite
Praktisch: Die Heckklappe öffnet sich mit einer Fußbewegung automatisch

Als der erste Zafira 1999 auf die Straße rollte, war der variable und praktische Rüsselsheimer sofort der Maßstab für geräumige, aber kompakte Familien-Vans.

Weil jedoch auch bei Opel längst die modischeren SUV den klassischen Vans den Rang abgelaufen haben und die entsprechenden Planstellen im Modellprogramm besetzen, ist kein Platz mehr für einen direkten Nachfolger des zuletzt 2012 erneuerten Fünf- bis Siebensitzers. Das Van-Konzept ist also gestorben, der traditionsreiche Name jedoch lebt weiter.

Der neue Zafira trägt die Zusatzbezeichnung "Life" und fährt auf einer Nutzfahrzeug-Plattform der neuen Konzernmutter PSA vor. So gesehen ist er der Nachfolger des gemeinsam mit Nissan und Renault gebauten Opel Vivaro Combi, der vom Markt genommen wird.

Im Innenraum ist Platz für bis zu 9 Sitze

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Rückbank Opel Zafira Life
Wie im VIP-Bus: Auch Einzelsitze in Leder sind zu haben

Außerdem wird der Zafira so zum Schwestermodell des 2016 lancierten Familientransporter-Trios Peugeot Traveller, Citroën Spacetourer und Toyota Pro Ace Verso. Im Grunde genommen ist der "neue" Zafira also schon drei Jahre alt.

Wie die Schwestermodelle gibt es ihn in drei verschiedenen Längen zwischen 4,60 Metern und 5,30 Metern und Platz für bis zu neun Insassen plus Gepäck. Als besonders angenehm bei unseren Fahrtests erwies sich, dass fast alle Versionen maximal 1,90 Meter hoch sind und damit problemlos in normale Tiefgaragen passen – wichtig für jeden Privatnutzer, der sein Auto überall uneingeschränkt parken will.

Die Langversion schluckt bis zu 4500 Liter Gepäck und verkraftet über eine Tonne Zuladung. Wird die Beifahrerlehne umgeklappt, können auch sperrige Gegenstände bis 3,50 Metern Länge gut verstaut werden können. 

Neben eher praktisch orientierten Ausführungen, etwa für Shuttle-Dienste, sind auch besonders edle Varianten zu haben, die vor allem Privatnutzer locken sollen. So finden sich auf der Optionsliste unter anderem Ledersitze mit Massagefunktion, eine elektrische Heckklappe und ein Head-up-Display.

Die zwei sensorgesteuerten Schiebetüren lassen sich von außen mit einer Fußbewegung in Richtung Fahrzeug elektrisch öffnen und fürs kleine Gepäck langt oft auch das separat zu öffnende Heckfenster. Dazu kommt ein für sein Segment recht umfangreiches Angebot an Assistenten, das unter anderem ein Notbremssystem mit Fußgängererkennung umfasst.

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Auch eine Allradversion ist zu haben

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Cockpit Opel Zafira Life
Nutzfahrzeug? Innen ist der Zafira Life um Wohnlichkeit bemüht

Die Antriebspalette deckt sich mit den Schwestermodellen. So gibt es aktuell vier Vierzylinder-Diesel mit 1,5 und 2,0 Litern Hubraum sowie Leistungswerten bei 75 kW/102 PS, 88 kW/120 PS, 110 kW/150 PS und 130 kW/177 PS. Letzterer wird serienmäßig mit Achtgang-Automatik kombiniert, entwickelt 400 Nm Drehmoment und sprintet in 10,4 Sekunden auf Tempo 100 sprinten. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 185 km/h. Benziner sind nicht vorgesehen.

Die Preise starten bei 34.660 Euro für die Basisversion in der "Medium"-Variante mit 4,95 Metern Länge und dem 1,5-Liter-Diesel mit 102 PS, der wie alle anderen Motoren die Euro 6d-TEMP-Norm erfüllt und mit 6,1 bis 7,2 Litern Diesel (nach realitätsnaher WLTP-Norm) auskommen soll.

Neben der Pkw-Variante gibt es auf gleicher technischer Basis einen gewerblichen Transporter, der einen anderen Modellnamen trägt – statt Zafira heißt die Handwerkerversion wie sein Vorgänger "Vivaro".

Fahren auf Pkw-Niveau

Für welchen Motor man sich entscheiden sollte, hängt vom Bedarf und Einsatzzweck ab. Für die kleineren Karosserievarianten und für alle, die selten voll beladen unterwegs sind, ist der 1,5-Liter-Diesel mit 120 PS erste Wahl. Und wer sich für die größeren Modelle entscheidet, weil er mehr Platz nutzen will, sollte sich das 2-Liter-Modell mit 150 PS gönnen.

Die beide Selbstzünder kommen aus dem PSA-Motorenregal und sind zu empfehlen, weil sie sehr kultiviert und ausreichend kräftig beschleunigen. Nur sehr heftiges Gasgeben quittieren sie mit einem unwilligen Knurren. Doch wer niedertourig auf der Landstraße cruisen will, findet mit ihnen und dem gut abgestuften 6-Gang-Getriebe die richtigen Partner.

Die Federung und Dämpfung arbeiten statt auf Kleinbus- eher auf Pkw-Niveau. Und das gilt auch für den alltagstauglichen Wendekreis (11,3 Meter in der S-Version) und das gute Handling mit der direkten Lenkung.

Bestellbar ist der Zafira Life ab sofort, doch bei den Opel-Händlern steht der Kleinbus erst ab Herbst 2019. Dann ist auch eine Allradversion des Offroadspezialisten Dangel ist zu haben, allerdings nur in Verbindung mit dem größeren 2-Liter-Diesel. Für Anfang 2021 hat Opel eine rein elektrische Variante des Zafira Life angekündigt, verrät aber noch keine Details zu Reichweite, Leistung und Preis. 

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Opel Vivaro: Der Zafira als Kastenwagen

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Auch die Handwerkerversion des Opel Zafira Life basiert auf den PSA-Schwestermodellen von Peugeot und Citroën, wird aber wieder unter dem Namen Vivaro angeboten. Sein Vorgänger war noch mit dem Renault Trafic verwandt. Das neue Modell gibt es ebenfalls in drei Längen (4,60 Meter bis 5,30 Meter). Die Nutzlast liegt bei bis zu 1400 Kilogramm, das Ladevolumen beträgt bis zu 6,6 m3.

Ziehen darf der Vivaro maximal 2500 kg Anhängelast; auch eine robuste Baustellenversion ist verfügbar. Alle Assistenzsysteme des Zafira Life sind auch für den Vivaro verfügbar. Den Vivaro soll es ab 2020 ebenfalls als Elektroauto geben.

Zafira Life: Motoren und Preise

Motoren                     S (4,60 m)                     M (4,95 m)  L (5,30 m)
1.5 Diesel, 75 kW/102 PS, 6,1-7,2 l/100 km                      ab 34.660 €  –
1.5 Diesel, 88 kW/120 PS, 6,0-7,2 l/100 km                 ab 38.310 €  ab 38.960 €  ab 39.785 €
2.0 Diesel, 110 kW/150 PS, 6,8-8,0 l/100 km                      ab 40.060 €      ab 40.710 €  ab 41.535 €
2.0 Diesel, 130 kW/177 PS, 7,0-8,1 l/100 km (AT)                      ab 43.510 €  ab 44.160 €  ab 44.985 €

 

Text: Holger Holzer/SP-X, Jochen Wieler, Thomas Kroher. Fotos: PR.

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