Opel Vivaro: Das bietet die Transporter-Baureihe

Der Opel Vivaro ist die Transporter-Version des Zafira Life
Der Opel Vivaro ist die Transporter-Version des Zafira Life© Opel Automobile GmbH

Opel hat 2020 seine kleine Transporter-Baureihe Vivaro erneuert. Die Nutzfahrzeuge sind eng mit dem Opel Zafira Life verwandt. Testfahrt, Daten, Motoren, Preise. Plus: Das kann der elektrische Vivaro-e.

  • Die Preise starten bei 30.300 Euro (netto)

  • Große Flexibilität bei Länge, Ausstattung und Motorisierung

  • Voll elektrischer Vivaro-e mit 330 km Reichweite

Opel hat mit der aktuellen Generation der Kleintransporter-Baureihe Vivaro auf die Plattform des PSA-Konzerns umgestellt. Der Vivaro als Handwerkerversion des Zafira Life ist jetzt also baugleich mit den Modellen Citroën Jumpy und Peugeot Expert. Damit sind die Kunden nun etwas flexibler, denn den Vivaro gibt es in zwei verschiedenen Längen – 4,95 Meter (M) und 5,30 Meter (L) – sowie zahlreichen Ausstattungsversionen. Die 4,60 Meter lange Kurzversion (S) wird aktuell nicht angeboten (Stand Juli 2022). Als Karosserieformen bietet Opel die Varianten Cargo, Doppelkabine, Kombi und reines Fahrgestell an.

Variable Karosserie, flexible Ausstattung

Der Opel Vivaro kann 1,4 Tonnen Ladung transportieren © Opel

Preislich startet der vielseitige und mit bis zu 1,4 Tonnen Nutzlast gesegnete Vivaro ab netto 30.300 Euro in der vergleichsweise einfachen Cargo-Version mit einem 1,5 Liter großen Diesel und 75 kW/102 PS. Die Topversion kostet 40.200 Euro netto, dabei handelt es sich um eine Doppelkabine in der Karosseriegröße L mit 2,0-Liter-Selbstzünder und 106 kW/145 PS plus Achtgang-Wandlerautomatik in der Ausstattungsstufe Edition. Den stärksten Motor mit 130 kW/177 PS bietet Opel nur im Vivaro Cargo an.

Dazwischen gibt es vor allem viel Flexibilität bei Ausstattung, Preis und Motorisierung. Reichlich Ablagefläche, verblechte Heck-Flügeltüren, hinreichend kommode Sitze sowie Verzurrösen im Laderaum gehören zur Grundausstattung jedes Vivaro. Viele Features darüber hinaus wandern aber erst auf Wunsch der preissensiblen Kunden in den Lastesel.

Hier dürften nicht selten Dinge wie diverse Laderaum-Konfigurationen im Vordergrund stehen, bei denen es vorwiegend darum geht, ob der Ladeboden mit Anti-Rutsch-Beschichtung aufwarten kann, welche Seitenverkleidung zum Einsatz kommt oder ob die Trennwand ein Sichtfenster haben soll. Innenraumklimatisierung oder Fahrerassistenz sind in diesem Segment zwar eher Luxusgüter, werden aber zunehmend wichtig.

Head-up-Display und Infotainment kosten extra

Schlicht und schnörkellos: Das Cockpit des Opel Vivaro © Adam Opel AG

Völlig karg fährt ein heutiger Transporter natürlich nicht mehr durch die Gegend – die Klimaanlage dürfte in der Bestellrealität eher Regel als Ausnahme sein, und beim Thema Assistenzsysteme erlaubt der Vivaro große Sprünge: Autonom-Bremsung, Fußgänger-Erkennung, Spurassistent, adaptiver Tempomat – alles möglich gegen Zuzahlung. Auch beim Thema Infotainment bleiben keine Wünsche offen: Head-up-Display, integriertes Navi, Smartphone-Anbindung per Android Auto und Apple CarPlay dürfen spendable Chefs von Handwerkerbetrieben ihren Mitarbeitern gern zugestehen.

Ein weiterer Benefit gegenüber dem Vorgänger besteht darin, dass der Interessent für den Vivaro einen zuschaltbaren Allradantrieb ordern kann – über den Zulieferer Dangel zu einem Nettopreis ab rund 7250 Euro. Eine Ausfahrt mit einer solchen Variante bescheinigt dem Transporter veritable Kletterfähigkeit inklusive ansehnlichem Verschränkungsvermögen. Immerhin stehen vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit plus Differenzialsperre im Raum.

Sowohl dieses modifizierte als auch das Serienfahrwerk bieten recht ordentlichen Komfort, der sich mit zunehmender Beladung verbessert. Hüpft der Transporter leer noch über manche Bodenwelle, fährt er mit etwas Gewicht an Bord geschmeidig über wettergeschundene Asphaltpassagen.

Opel Vivaro: Starke Diesel mit guten Fahrleistungen

Die Straße ist die Domäne des Vivaro mit dem starken 177-PS-Diesel nebst Automatik, der sich als Cargo wesentlich behänder in Bewegung setzt als die vergleichbare, deutlich schwerere Pkw-Variante mit voller Ausstattung. Nach kurzer Anfahrschwäche spielt der kultiviert laufende Vierzylinder seine 400 Nm Drehmoment aus und sorgt für merklichen Schub im Kreuz.

Der Achtgang-Wandlerautomat liefert dabei beflissen längere Übersetzungen nach, ohne zu stören. So viel Power braucht es aber nicht zwingend, schließlich tut es auch die 106-kW/145-PS-Variante mit Sechsgang-Getriebe, wahlweise auch mit 8-Stufen-Automatik. Bei den schwächeren 1,5-Liter-Ausführungen (75 kW/102 PS oder 88 kW/120 PS) ist das manuelle Sechsgang-Getriebe obligatorisch.

Technische Daten (Herstellerangaben)

Opel Vivaro Cargo M 1.5 Diesel Edition (ab 10/19)

Opel Vivaro Cargo M 2.0 Diesel Edition Automatik (ab 10/19)

Motorart

Diesel
Diesel

Hubraum (Verbrennungsmotor)

1.499 ccm
1.997 ccm

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

75
130

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

102
177

Drehmoment (Systemleistung)

270 Nm
400 Nm

Leistung maximal bei U/min. (Verbrennungsmotor)

3.500 U/min
3.750 U/min

Antriebsart

Vorderrad
Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

17,1 s
10,9 s

Höchstgeschwindigkeit

160 km/h
192 km/h

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

165 g/km
183 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

6,3 l/100 km
7,0 l/100 km

Verbrauch Gesamt (NEFZ)

4,9 l/100 km
5,3 l/100 km

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

5.300 l
5.300 l

Leergewicht (EU)

1.584 kg
1.721 kg

Zuladung

1.246 kg
1.279 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg
750 kg

Anhängelast gebremst 12%

2.000 kg
2.000 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre
2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.959 mm x 2.010 mm x 1.890 mm
4.959 mm x 2.010 mm x 1.890 mm

Grundpreis

32.499 Euro
38.985 Euro

Das hat uns gefallen: Hohe Vielseitigkeit. Fairer Preis. Großes Händlernetz.

Das hat uns nicht gefallen: Sparsame Serienausstattung. 2-Liter-Diesel nur mit Automatik.

Vivaro-e: Elektroversion mit 330 Kilometern Reichweite

Elektrischer Opel Vivaro mit akzeptabler Reichweite © Opel

Interessant dürfte für viele Handwerker, die im innerstädtischen Bereich und auch darüber hinaus emissionsfrei unterwegs sein wollen, die rein elektrische Version des Vivaro sein. Der Vivaro-e wird mit zwei Batteriegrößen angeboten: Mit 50-kWh-Akku soll der Elektrotransporter im realitätsnahen WLTP-Zyklus 230 Kilometer weit kommen, mit 75-kWh-Batterie sogar bis zu 330. Die Batterien sind im Unterboden verbaut, sodass die komplette Laderaumgröße erhalten bleibt.

Opel bietet drei Versionen mit unterschiedlichen Größen an: entweder 4,60 Meter oder 4,95 Meter oder für den großen Transportbedarf sogar 5,30 Meter Länge. Darüber hinaus hat der Kunde die Wahl zwischen dem Vivaro-e als Kastenwagen, mit Doppelkabine und als Kombi für den Personentransport.

Die maximale Zuladung ist mit 1200 Kilogramm geringer als die der konventionellen Version mit 1405 Kilogramm. Immerhin ist der Vivaro-e mit Anhängerkupplung bestellbar und darf bis zu 1000 Kilogramm ziehen. Die Spitze ist bei 130 km/h begrenzt, als Antrieb dient ein 100 kW/136 PS starker Elektromotor.

Der Vivaro-e lädt mit bis zu 100 Kilowatt

Aufladen lässt sich der Vivaro-e an der Wechselstrom-Ladesäule (AC) mit bis zu 11 kW Leistung, an der Gleichstrom-Ladesäule (DC) zieht er sich Strom von bis zu 100 kW. Das heißt, für die Version mit großem 75-kWh-Akku dauert das Aufladen bis 80 Prozent Akkufüllstand rund 45 Minuten.

Die einfachen Kunststoffe am Armaturenbrett werden niemanden stören, zumal das Lenkrad mit Kunstleder handschmeichelnd ummantelt ist. Auf der Sitzbank vorn finden zur Not oder auf Kurzstrecken auch drei Personen Platz. Praktisch für den Handwerksbetrieb sind die elektrischen Schiebetüren auf beiden Fahrzeugseiten.

Ein weiteres interessantes Detail des von uns gefahrenen Kastenwagens ist die Durchreiche für extralange Gegenstände. Um diese zu realisieren, muss man allerdings den Beifahrersitz hochklappen. Das ist mit zwei Handgriffen aber sehr schnell getan.

Gegen Aufpreis sind eine Reihe von Assistenzsystemen verfügbar: Unter anderem ein Head-up-Display, ein Müdigkeitswarner und eine 180-Grad-Heckkamera. Die Preisliste beginnt bei 37.490 Euro ohne Mehrwertsteuer. Der Bruttopreis interessiert Handwerker ja nicht.

Technische Daten (Herstellerangaben)

Opel Vivaro-e Cargo M (50 kWh) Edition (ab 10/20)

Motorart

Elektro

Leistung maximal in kW (Systemleistung)

100

Leistung maximal in PS (Systemleistung)

136

Drehmoment (Systemleistung)

260 Nm

Antriebsart

Vorderrad

Beschleunigung 0-100km/h

12,1 s

Höchstgeschwindigkeit

130 km/h

Reichweite WLTP (elektrisch)

231 km

CO2-Wert kombiniert (WLTP)

0 g/km

Verbrauch kombiniert (WLTP)

21,7 kWh/100 km

Batteriekapazität (Brutto) in kWh

50,0

Ladeleistung (kW)

AC:11,0 DC:100,0

Kofferraumvolumen dachhoch mit umgeklappter Rücksitzbank

5.300 l

Leergewicht (EU)

1.949 kg

Zuladung

926 kg

Anhängelast ungebremst

750 kg

Anhängelast gebremst 12%

1.000 kg

Garantie (Fahrzeug)

2 Jahre

Länge x Breite x Höhe

4.959 mm x 2.010 mm x 1.890 mm

Grundpreis

44.613 Euro

Text mit Material von SP-X