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Opel Vivaro: Das bietet die Transporter-Baureihe

Front des Opel Vivaro stehend
Der Opel Vivaro ist die Transporter-Version des Zafira Life ∙ © Opel Automobile GmbH

Opel hat seine kleine Transporter-Baureihe Vivaro erneuert. Die Nutzfahrzeuge basieren jetzt auf einer Plattform von Peugeot/Citroën. Testfahrt, Daten, Infos zu Motoren und Preisen

  • Der Vivaro ist eng mit dem Opel Zafira Life verwandt

  • Die Preise starten bei 25.120 Euro (netto)

  • Große Flexibilität bei Länge, Ausstattung und Motorisierung

  • Voll elektrischer Vivaro-e mit 330 km Reichweite

Opel hat mit der Neuauflage der Kleintransporter-Baureihe Vivaro auf die Plattform des PSA-Konzerns umgestellt. Damit ist der Vivaro als Handwerkerversion des Zafira Life nun baugleich mit den Modellen Citroën Jumpy und Peugeot Expert. Damit ist der Kunde nun etwas flexibler, denn den neuen Vivaro gibt es in drei verschiedenen Längen – 4,60 Meter (S), 4,95 Meter (M) und 5,30 Meter (L) – sowie zahlreichen Ausstattungsversionen. Als Karosserieformen bietet Opel die Varianten Cargo, Doppelkabine, Kombi und reines Fahrgestell an.

Variable Karosserie, flexible Ausstattung

Preislich startet der vielseitige und mit bis zu 1,4 Tonnen Nutzlast gesegnete Vivaro ab netto 25.120 Euro in der vergleichsweise einfachen Cargo-Version mit 1,5 Liter großem Diesel und 75 kW/102 PS. Die Topversion kostet 38.030 Euro netto, dabei handelt es sich um eine Doppelkabine in der Karosseriegröße L mit 2,0-Liter-Selbstzünder und 130 kW/177 PS plus Achtgang-Wandlerautomat.

Dazwischen gibt es vor allem viel Flexibilität bei Ausstattung, Preis und Motorisierung. Reichlich Ablagefläche, verblechte Heck-Flügeltüren, hinreichend kommode Sitze sowie Verzurrösen im Laderaum gehören zur Grundausstattung jedes Vivaro. Viele Features darüber hinaus wandern aber erst auf Wunsch der preissensiblen Kunden in den Lastesel.

Hier dürften nicht selten Dinge wie diverse Laderaumkonfigurationen im Vordergrund stehen, bei denen es vorwiegend darum geht, ob der Ladeboden mit Anti-Rutsch-Beschichtung aufwarten kann, welche Seitenverkleidung zum Einsatz kommt oder ob die Trennwand ein Sichtfenster haben soll; Innenraumklimatisierung oder Fahrerassistenz sind in diesem Segment zwar eher Luxusgüter, werden aber zunehmend wichtiger.

Head-up-Display und Infotainment kosten extra

Völlig karg fährt ein heutiger Transporter natürlich nicht mehr durch die Gegend – die Klimaanlage dürfte in der Bestell-Realität eher Regel als Ausnahme sein, und beim Thema Assistenzsysteme erlaubt der Vivaro große Sprünge. Autonombremsung, Fußgänger-Erkennung, Spurassistent, adaptiver Tempomat – alles möglich gegen Zuzahlung.

Auch beim Thema Infotainment bleiben keine Wünsche offen: Head-up-Display, integriertes Navi, Smartphone-Anbindung per Android Auto und Apple CarPlay dürfen spendable Chefs von Handwerker-Betrieben ihren Mitarbeitern gerne zugestehen.

Ein weiterer Benefit gegenüber dem Vorgänger besteht darin, dass der Interessent für den Vivaro zuschaltbaren Allradantrieb ordern kann – über den Zulieferer Dangel zu einem Nettopreis von rund 6700 Euro. Eine erste Ausfahrt mit einer solchen Variante bescheinigt dem Transporter veritable Kletterfähigkeit inklusive ansehnlichem Verschränkungsvermögen. Immerhin stehen vier Zentimeter mehr Bodenfreiheit plus Differenzialsperre im Raum.

Sowohl dieses modifizierte als auch das Serienfahrwerk bieten recht ordentlichen Komfort, der sich mit zunehmender Beladung verbessert. Hüpft der Transporter leer noch über manche Bodenwelle, fährt er mit etwas Gewicht an Bord geschmeidig über wettergeschundene Asphalt-Passagen.

Starke Diesel mit guten Fahrleistungen

Die Straße ist die Domäne des Vivaro mit dem starken Diesel nebst Automatik, der sich als Cargo wesentlich behänder in Bewegung setzt als die vergleichbare, deutlich schwerere Pkw-Variante mit voller Ausstattung. Nach kurzer Anfahrschwäche spielt der kultiviert laufende Vierzylinder seine 400 Nm Drehmoment aus und sorgt für merklichen Schub im Kreuz.

Der Achtgang-Wandlerautomat liefert dabei beflissen längere Übersetzungen nach, ohne dabei zu stören. So viel Power braucht es aber nicht zwingend, schließlich tut es auch die 110 kW/150 PS-Variante. Jedoch ist hier ebenso wie bei den schwächeren 1,5-Liter-Ausführungen das manuelle Sechsgang-Getriebe obligatorisch.

Technische Daten (Herstellerangaben)Vivaro 1.5 DieselVivaro 2.0 Diesel

Motor/Antrieb

1,5-Liter Vierzylinder-Turbodiesel, 88 kW/120 PS, 300 Nm bei 1750 U/min

2,0-Liter Vierzylinder-Turbodiesel, 130 kW/177 PS, 400 Nm bei 2000 U/min

Fahrleistungen

13,9 s auf 100 km/h, 170 km/h Spitze

10,9 s auf 100 km/h, 170 – 185 km/h Spitze

Verbrauch (nach WLTP)

6,1 – 6,8 l Diesel/100 km, 159 – 177 g CO₂/km

7,0 – 7,8 l Diesel/100 km, 183 – 205 g CO₂/km

Maße

L 4,61 bis 5,31 m / B 2,01 m / H 1,90 bis 1,94 m / Radstand 2,93 bis 3,28 m

L 4,61 bis 5,31 m / B 2,01 m / H 1,90 bis 1,94 m / Radstand 2,93 bis 3,28 m

Ladevolumen

4600 bis 6600 l

4600 bis 6600 l

Zuladung

1400 kg

1400 kg

Preis

ab 25.870 € netto

ab 31.420 € netto

Das hat uns gefallen: Hohe Vielseitigkeit. Fairer Preis. Großes Händlernetz

Das hat uns nicht gefallen: Sparsame Serienausstattung. Nur der größte Motor mit Automatik zu haben

Elektro-Vivaro mit bis zu 330 km Reichweite

Interessant dürfte für viele Handwerker, die im innerstädtischen Bereich und auch darüber hinaus emissionsfrei unterwegs sein wollen, die rein elektrische Version des Vivaro sein. Der Vivaro-e wird mit zwei Batteriegrößen angeboten: Mit 50-kWh-Akku soll der Elektro-Transporter im realitätsnahen WLTP-Zyklus 230 Kilometer weit kommen, mit 75-kWh-Batterie sogar bis zu 330. Die Batterien sind im Unterboden verbaut, so dass die komplette Laderaumgröße erhalten bleibt.

Die maximale Zuladung liegt mit 1275 Kilogramm aber leicht unter der konventionellen Version mit 1405 Kilogramm. Zudem ist der Vivaro-e mit Anhängerkupplung bestellbar und darf bis zu 1000 Kilogramm ziehen. Die Spitze ist bei 130 km/h begrenzt, als Antrieb dient ein 100 kW/136 PS starker Elektromotor. Preise hat Opel für den Vivaro-e noch nicht genannt.

Text: Patrick Broich/SP-X