PV-Anlage erweitern: So wird die Solaranlage größer

Eine bestehende PV-Anlage lässt sich in vielen Fällen nachträglich erweitern. Wer zusätzliche Module oder einen Speicher nachrüstet, kann den eigenen Solarstrom deutlich besser nutzen.
PV-Module nachzurüsten kostet ab etwa 1000 Euro pro Kilowattpeak
Ein Batteriespeicher schlägt mit ca. 4000 bis 10.000 Euro zu Buche
Alt- und Neuanlage erhalten unterschiedliche Einspeisevergütungen
Kann man eine bestehende PV-Anlage erweitern?
Ja, eine bestehende Photovoltaik-Anlage lässt sich in der Regel problemlos erweitern. Voraussetzungen: Auf dem Dach ist noch ausreichend freie Fläche für zusätzliche Module vorhanden und die Dachstatik trägt die zusätzliche Last. Zudem müssen der bestehende Netzanschluss und der Zählerschrank zur größeren Anlage passen.
Freie Fläche für Photovoltaik: Ohne Platz für weitere Module ist eine Erweiterung nicht möglich.
Ausreichende Dachstatik: Ein Statiker sollte bestätigen, dass das Dach die zusätzliche Last trägt.
Netzanschluss: Bei einer deutlich größeren Anlage kann der Netzbetreiber eine Prüfung verlangen.
Kann man eine PV-Anlage auch noch nach Jahren nachträglich erweitern?
Ja, eine nachträgliche Erweiterung ist auch noch viele Jahre nach der ersten Installation problemlos möglich, selbst wenn die Bestandsanlage bereits 10 Jahre oder länger in Betrieb ist. Es gibt keine feste Frist, in der eine PV-Anlage erweitert werden muss oder darf.
Wichtig ist nur, dass die neue Anlagentechnik mit der bestehenden kompatibel ist und die Erweiterung spätestens einen Monat nach der Inbetriebnahme beim Netzbetreiber sowie im Marktstammdatenregister gemeldet wird.
Bei älteren PV-Anlagen lohnt sich vorab ein Blick auf den Zustand der Bestandskomponenten, da ein in die Jahre gekommener Wechselrichter die Kompatibilität mit neuen Modulen einschränken kann.
Was kostet es, eine PV-Anlage zu erweitern?

Die Kosten einer Erweiterung können mehrere Tausend Euro betragen und richten sich vor allem danach, wie viele zusätzliche PV-Module installiert werden und ob auch ein Batteriespeicher gewünscht ist. Reine Modulergänzungen sind günstiger als eine Erweiterung mit zusätzlichem Speicher, da bei Letzterem weitere Elektronik und Installationsaufwand hinzukommen. Mit diesen Kostenspannen können Sie rechnen:
Zusätzliche Module (pro Kilowattpeak): 1000 bis 1500 Euro
Batteriespeicher nachrüsten: 4000 bis 10.000 Euro
Kombination aus Modulen und Speicher: 5000 bis 12.000 Euro
Die tatsächlichen Kosten hängen zusätzlich vom Dachtyp, der Modulqualität, dem gewählten Komponentenanbieter und dem beauftragten Fachbetrieb ab. Ein Angebotsvergleich lohnt sich daher bei jeder Erweiterung einer bestehenden Photovoltaik-Anlage.
PV-Anlage erweitern mit gleichem Wechselrichter?

Bei jeder PV-Erweiterung spielt der Wechselrichter eine wichtige Rolle, da er die zusätzliche Leistung der neuen Module verarbeiten muss. Ob der vorhandene Wechselrichter ausreicht oder ausgetauscht werden muss, hängt von seiner elektrischen Leistung im Vergleich zur neuen Gesamtleistung der PV-Anlage ab. Kann er die zusätzliche Solarenergie vom Dach verarbeiten, spart das Kosten und Installationsaufwand.
Reicht der vorhandene Wechselrichter aus? Viele Wechselrichter vertragen eine Überdimensionierung der Module von 10 bis 20 Prozent, bevor ein Austausch notwendig wird. Der Grund: Module erreichen ihre volle installierte Leistung in der Praxis nur selten gleichzeitig, etwa bei optimaler Sonneneinstrahlung und kühlen Temperaturen. Der Wechselrichter kann deshalb meist etwas mehr Modulleistung verarbeiten, als auf dem Papier steht.
Beispielrechnung: Ein Wechselrichter mit 5 kW Leistung reicht meist noch für eine auf 5,5 bis 6 kWp erweiterte Anlage. Bei größeren Sprüngen wird ein Austausch nötig.
Zweiter Wechselrichter statt Austausch: Bei größeren Erweiterungen kann dann ein zusätzlicher Wechselrichter sinnvoller sein als ein kompletter Austausch. Wird gleichzeitig ein Batteriespeicher mit integriertem Wechselrichter nachgerüstet, kann dieser die zusätzliche Leistung mit übernehmen – ein separates zweites Gerät ist dann oft nicht mehr nötig.
Gleicher Hersteller erleichtert die Kombination: Module und Wechselrichter unterschiedlicher Hersteller lassen sich zwar oft kombinieren, eine einheitliche Systemwelt vereinfacht aber die Steuerung und Wartung.
PV-Speicher nachrüsten: Darauf kommt es an
Ein Batteriespeicher lässt sich unabhängig von der Modulanzahl nachrüsten und erhöht den Eigenverbrauch des produzierten Solarstroms erheblich (im Schnitt von 30 auf bis zu 80 Prozent). Der überschüssige Strom wird nicht ins Netz eingespeist, sondern zwischengespeichert, damit er auch abends oder bei bewölktem Himmel zur Verfügung steht.
Kompatibilität prüfen: Der Speicher (AC-gekoppelt vs. DC-gekoppelt) muss zum vorhandenen Wechselrichter bzw. Anlagentyp passen. Die Kapazität des Speichers (in kWh) muss außerdem zur Leistung der PV-Module (in kWp) und zu Ihrem tatsächlichen Stromverbrauch passen.
Fachbetrieb beauftragen: Die Installation eines Speichers sollte aus Sicherheitsgründen ausschließlich von einem Fachbetrieb durchgeführt werden.
Anmeldung nicht vergessen: Auch ein nachgerüsteter Speicher muss binnen eines Monats beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister gemeldet werden.
Was kostet es, einen Batteriespeicher nachzurüsten?
Ein nachgerüsteter Batteriespeicher für eine PV-Anlage kostet inklusive Zubehör und Monate je nach Kapazität und Hersteller zwischen 4000 und 10.000 Euro. Größere Speicher mit mehr als 10 kWh Kapazität liegen häufig im oberen Preisbereich, kleinere Modelle für Einfamilienhäuser eher im unteren Bereich.
Kann man einen Stromspeicher selbst nachrüsten?
Nein, ein Batteriespeicher sollte nicht in Eigenregie installiert werden. Da der Speicher direkt mit dem Stromnetz des Hauses verbunden wird, ist eine fachgerechte Installation durch einen Elektrofachbetrieb notwendig. Nur so ist gewährleistet, dass die Anlage sicher funktioniert und die Herstellergarantie bestehen bleibt.
Speicher für ein Balkonkraftwerk nachrüsten

Auch bei Balkonkraftwerken lässt sich nachträglich ein kleiner Speicher (oft 1 bis 4 kWh Kapazität) nachrüsten, um den erzeugten Strom flexibler zu nutzen. Sie unterscheiden sich von Hausspeichern für klassische Photovoltaik-Anlagen: Die gängigsten Systeme arbeiten mit Gleichstrom (DC) und werden im unkomplizierten Plug-and-Play-Verfahren einfach zwischen die Solarmodule und den vorhandenen Mikrowechselrichter gesteckt.
Der Speicher fängt den Gleichstrom der Module direkt ab und speichert ihn effizient zwischen, bevor der Wechselrichter ihn in Wechselstrom (AC) für die Haushaltssteckdose umwandelt. Bei manchen Geräten ist der Wechselrichter gleich integriert.
Zudem ist die Bürokratie inzwischen minimal: Seit dem Solarpaket I ist keine Anmeldung beim Netzbetreiber mehr nötig. Der nachgerüstete Speicher muss lediglich innerhalb eines Monats unkompliziert online im Marktstammdatenregister der Bundesnetzagentur nachgetragen werden.
Einspeisevergütung nach der PV-Erweiterung
Wird eine bestehende Photovoltaik-Anlage erweitert, kann sich das auf die bestehende Einspeisevergütung auswirken. Für den ursprünglichen Anlagenteil gilt in der Regel weiterhin die zum Zeitpunkt der Erstinstallation festgelegte Vergütung (max. für 20 Jahre), während für den neu hinzugekommenen Teil die zum Erweiterungszeitpunkt gültigen Fördersätze greifen. Beide Anlagenteile werden dabei getrennt betrachtet und entsprechend gemeldet.
Wenn der neue Wechselrichter die Einspeiseleistung erhöht, müssen Sie bei Ihrem Netzbetreiber zudem eine neue Netzzusage einholen. Das Nachrüsten eines PV-Speichers hat keine Auswirkungen auf die EEG-Vergütung.
Solaranlage erweitern steigert den Eigenverbrauch
Eine größere Photovoltaik-Anlage erzeugt mehr Strom und liefert auch bei Bewölkung noch nutzbaren PV-Ertrag. Das wirkt sich besonders in Kombination mit einem Speicher positiv auf den Eigenverbrauch aus (steigt im Schnitt oft von 30 auf 60 bis 80 Prozent). Wer zusätzlich den Betrieb von Verbrauchern wie Waschmaschine oder Wärmepumpe gezielt in die sonnenreichen Stunden legt, nutzt den selbst erzeugten Strom noch effizienter.
Lohnt es sich, die PV-Anlage zu erweitern?

Eine Erweiterung der PV-Anlage lohnt sich meist dann, wenn der zusätzliche Stromertrag den eigenen Bedarf tatsächlich abdeckt und nicht überwiegend ungenutzt gegen eine geringe Einspeisevergütung ins Netz eingespeist wird. Anlass kann zum Beispiel sein, dass in Ihrem Haushalt ein E-Auto dazukommt oder eine Wärmepumpe installiert wird. Die Amortisationszeit einer Erweiterung liegt häufig etwas höher als bei einer komplett neuen Anlage, da bereits ein Teil der Grundkosten wie Gerüst oder Anmeldung durch die bestehende Anlage abgedeckt wurde.
PV-Anlage erweitern ohne Anmeldung: Welche Strafe droht?
Wer eine erweiterte PV-Anlage nicht fristgerecht binnen eines Monats beim Netzbetreiber und im Marktstammdatenregister meldet, riskiert ein Bußgeld von bis zu 50.000 Euro, da es sich um einen Verstoß gegen das Energiewirtschaftsgesetz handelt. In der Praxis mahnen Netzbetreiber und Bundesnetzagentur eine fehlende Meldung zunächst meist an, bevor tatsächlich ein Bußgeld verhängt wird. Zusätzlich kann eine nicht gemeldete PV-Erweiterung dazu führen, dass für den neuen Anlagenteil keine staatliche Einspeisevergütung gezahlt wird.
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